Erfahrungsbericht Nikon Action VII 10 x 50 CF

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FEAndreas

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Hallo zusammen,

ich habe mich letztendlich für das Nikon Action VII 10 x 50 CF entschieden und es auch gekauft. Ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden damit bin. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Nach dem Auspacken habe ich natürlich das Fernglas begutachtet und fand, dass es gut verarbeitet ist. Das gesamte Gerät ist außer der Brücke komplett gummiert und liegt im Zusammenspiel der Einbuchtungen für die Daumen an der Unterseite des Fernglases gut in der Hand. Nichts wackelt oder macht sonst einen billigen Eindruck. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Die Schärfeeinstellung des Mitteltriebs und die Dioptrieneinstellung lassen sich weich, angenehm und mit dem nötigen Gegendruck für die Feineinstellung verstellen. Die mitgelieferten Objektivkappen und die Okularabdeckung sitzen fest. Die Okularmuscheln sind gut stülpbar, sodass das Fernglas auch für Brillenträger geeignet ist. Auch lässt sich das Fernglas durch den breiten Trageriemen angenehm tragen. Die mitgelieferte gepolsterte Aufbewahrungstasche ist praktisch für das schonende Verstauen.

Nachdem ich meine Dioptrien eingestellt hatte, habe ich meine erste Beobachtung am Tage durchgeführt. Das Einblickverhalten und der Augenabstand sind sehr angenehm. Die Schärfe lässt sich gut einstellen und bleibt auch bis in die Randzone erhalten. Das Sehfeld ist hell, kontrastreich und relativ groß. Weiter konnte ich dank der Multivergütung keine störenden Reflexionen feststellen. Die anfänglichen Sorgen darüber, ob ich das Fernglas ruhig halten kann, haben sich für mich nicht bestätigt. Ich war durchaus in der Lage es ruhig und ermüdungsfrei zu halten. Ob dies allerdings auch auf die Nachtbeobachtung zutrifft wird sich später noch zeigen.

Bei eintretender und fortschreitender Dämmerung konnte das Fernglas klar punkten. Das Beobachten und Verfolgen einer Katze durch das Gestrüpp gelang sehr gut und das Beobachtungsobjekt ließ sich detailreich scharfstellen. Auch die umherfliegenden Käfer ließen sich gut und scharf einfangen. Bei den ersten auftretenden Sternen war das Beobachtungsbild vergleichbar gut. Diese wurden klar, scharf und reflexionsfrei abgebildet. Jupiter präsentierte sich als kleine klare Scheibe in der Optik.

Bei Nachteinbruch war mein erstes Objekt wieder eine weiße Katze die durch den Garten ihren Streifzug tätigte. Die Schärfeeinstellung und das Verfolgen gelangen mir auch jetzt den Umständen entsprechend relativ gut. Bevor ich mich jetzt allerdings dem Nachthimmel mit seinem Mond, dem Jupiter und den Sternen widmete, beschloss ich ins Haus zu gehen und mir eine Decke, einen Stuhl und eine Sternenkarte zu holen. Die paar Stunden Beobachtung mit dem Fernglas zeigten ihre Wirkung, sodass ich dieses nicht mehr ganz so ruhig halten konnte. Zurück im Garten angekommen, nahm ich wieder Jupiter ins Ziel. Auch jetzt wurde er als kleine, scharfe Scheibe abgebildet. Die Jupitermonde konnte ich allerdings nicht erkennen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass unser hauseigener Trabant den Nachthimmel schon sehr aufhellte. Weiter geht’s mit dem Auffinden der Zirkumpolarsternbilder, da Örtlichkeit und Wetterbedingungen nicht mehr hergaben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" /> Beim großen und kleinen Bären waren nur die hellsten Sterne mit dem bloßen Auge sichtbar. Ebenso beim Drachen, Kepheus und Jagdhund. Nur Kassiopeia zeigte sich in der vollen Pracht. Beim anschließenden auffinden der fehlenden Sternen durch das Fernglas machten sich die Ermüdungserscheinungen bemerkbar und ich fing an leicht zu zittern. Ich beschloss mich hinzusetzen und den Kopf mit der Rückenlehne abzustützen. Ah viel besser. Das Auffinden der Sterne viel mir sehr leicht. Das Gesichtsfeld war ausreichend groß, sodass ich keine Mühe hatte die einzelnen Sterne miteinander zu verbinden. Die Sterne wurden scharf abgebildet und die Doppelsterne waren sehr gut erkennbar. Mein letztes Beobachtungsobjekt war der Mond. Mit dem Fernglas konnte ich die Details, die mit der Vergrößerung machbar waren, sehr gut erkennen. Auch hier war das Bild sehr scharf und es gab keine störenden Reflexionen dank der Multivergütung.

Abschließend kann ich für dieses Fernglas durchaus eine Empfehlung aussprechen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> Es wird seinem Preis von rund 80€ sehr gerecht. Natürlich gibt es bessere Ferngläser die sich aber dann auch in einer ganz anderen Preisklasse befinden.
 
Hi Andreas,

ja, Nikon baut schöne Ferngläser, die nicht allzu viel Geld kosten und sich deutlich von Ferngläsern anderer Hersteller dieser Preisliga abheben. Viel Spaß und gute Beobachtungen wünsche ich Dir damit! Obwohl es kein Schwergewicht ist, ein Tipp: Mit einem Fernglasadapter lässt es sich auf einem Einbeinstativ befestigen. Habe diese Kombination für mich entdeckt und finde sie für Tagbeobachtungen ziemlich klasse, weil ich erheblich entspannter beobachten kann, wenn ich mit nur einer Hand das Einbeinstativ festhalte.

CS

Serenitatis
 
lieber Andi,

könntest du deinem Bericht noch ein paar Bemerkungen hinzufügen zu:
1.Randunschärfe (wie weit von der Mitte beginnen Sterne nicht mehr punktförmig zu sein?)
2.Gesichtsfeldkrümmung (sind gerade Linien zb Dachkanten gerade oder verbogen? wenn verbogen, wieviel?)
3.chromatische Aberration (Farbsäume zb an Zweigen gegen hellen Himmel?)
4.Austrittspupille rund oder vignettiert? wenn du aus einiger Entfernung aufs Okular blickst, ist die Lichtscheibe dann rund oder karoförmig?
5.Reflexe (wenn du nachts knapp neben einer Strassenlampe vorbeischaust, was tut sich im Blickfeld?)
6.Verfärbung (wenn du zb auf weisse Wolken blickst, zeigt das Fernglas dann eine leichte Verfärbung gegenüber dem blossen Auge?)
7.Vergütung (manchmal sind zwar das Objektiv und das Okular, nicht aber die Prismen vergütet. kannst du durch einen Blick ins Objektiv von vorn, worin sich ein helles Fenster oder eine Lampe spiegelt, feststellen)

Alle diese Sachen stehen in keinem technischen Datenblatt, sind aber zur Beurteilung eines Fernglases essentiell.

danke, Tommy
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Tommy,
Du hast natürlich recht, mein Fehler. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />

Zu Punkt 1:
Die Sterne sind bis in die Randzone punktförmig. Mir sind keine länglichen oder unscharfe Sterne aufgefallen.

Zu Punkt 2:
Die in einem Testbericht (mir fällt gerade nicht ein wo ich den Vergleichstest gelesen habe) beschriebenen Krümmungen der Nikon Action VI – Reihe konnte ich hier nicht feststellen. Das Nachfolgermodell Nikon Action VII 10x50 CF bildet Dachkanten in 20m Entfernung und Mauerwerke gerade ab.

Zu Punkt 3:
Auch Farbsäume an Zweigen und Blätter gegen den hellen Himmel sind nicht feststellbar.

Zu Punkt 4:
Die Austrittspupillen sind rund und nicht eckig.

Zu Punkt 5:
Es entstehen keine Reflexe bzw. Doppelbilder, weder an Straßenlaternen, Mond oder sonstigen hellen Objekten.

Zu Punkt 6:
Wolken und auch der Mond werden farbgetreu abgebildet.

Zu Punkt 7:
Weiter konnte ich eine Spiegelung in den Prismen beim Betrachten einer Lampe oder auch Fenster nicht feststellen.
 
Testkatalog Ferngläser

Hallo Astros!

Tommy hat hier einen Testkatalog für Ferngläser zusammen gestellt, den ich sehr gut finde. Mit dieser Checkliste lässt sich die Qualität eines Fernglases - nicht nur für astronomische Zwecke - ganz allgemein sehr gut feststellen bzw. zu Vergleichen nutzen.

Zitat von tommy_nawratil:
...
1.Randunschärfe (wie weit von der Mitte beginnen Sterne nicht mehr punktförmig zu sein?)
2.Gesichtsfeldkrümmung (sind gerade Linien zb Dachkanten gerade oder verbogen? wenn verbogen, wieviel?)
3.chromatische Aberration (Farbsäume zb an Zweigen gegen hellen Himmel?)
4.Austrittspupille rund oder vignettiert? wenn du aus einiger Entfernung aufs Okular blickst, ist die Lichtscheibe dann rund oder karoförmig?
5.Reflexe (wenn du nachts knapp neben einer Strassenlampe vorbeischaust, was tut sich im Blickfeld?)
6.Verfärbung (wenn du zb auf weisse Wolken blickst, zeigt das Fernglas dann eine leichte Verfärbung gegenüber dem blossen Auge?)
7.Vergütung (manchmal sind zwar das Objektiv und das Okular, nicht aber die Prismen vergütet. kannst du durch einen Blick ins Objektiv von vorn, worin sich ein helles Fenster oder eine Lampe spiegelt, feststellen) ...

Ich würde diese optischen Fakten noch ergänzen:

8. Einblickverhalten (Einblick bequem? Pupillenabstand brillenträgerfreundlich?, Augenmuscheln bequem und gegen Seitenlicht wirksam?)
9. Haptik (wie bequem liegt das Glas beim Beobachten in der Hand?)

...

CS

Serenitatis
 
Re: Testkatalog Ferngläser

hallo Andi,

Danke für die Antworten! Ich liebe es auch Katzen im Dunkeln zu beobachten, aber um ein Fernglas zu beurteilen brauchts doch etwas anderes ;-)

Es freut mich dass du zu 100,0% Positives berichten kannst, das macht mich aber auch stutzig: GAR KEINE Verzeichnung, GAR KEINE Farbsäume, GAR KEINE Randunschärfe??? Dann spielt dieses Glas ja in der Zeiss-Liga mit! Kann es sein, dass du etwas euphorisch urteilst?

Zum Nikon Action VII 10x50 gibts noch einen Thread mit ein paar kritischen Meldungen:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...?ubb=showflat&Number=361673&page=1#Post361673

hallo Serenitatis, das sind gute Ergänzungen! Wobei ber Einblick nachts ja ganz anders ist als am Tag (Pupillengrösse). Leider findet man solche Angaben in keinen technischen Spezifikationen...

viele Grüsse Tommy
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Testkatalog Ferngläser

Nachdem das Wetter sich jetzt wieder einigermaßen gebessert hat und ich das Fernglas intensiver benutzen konnte, habe ich noch ein paar Anmerkungen .

Die Randschärfe ist bis etwa einen 1/2 cm vom Rand entfernt sehr gut, ab da wirds jedoch unscharf.

Bei sehr hellen Objekten wie z.B. einer Laterne aus 5 Meter Entfernung enstehen leichte Spiegelungen die sich allerdings beim Bedrachten des "normalen Sternenhimmels zum auffinden von Sternhaufen oder größeren Galaxien wie z.B. Andromeda nicht bemerkbar machen.

Doppelsterne werden gut und farbgetreu (z.B. rot, blau) abgebildet.

Zum Auffinden und Zurechtfinden am Sternenhimmel ist es sein Geld in dieser Klasse wert.
 
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