Ergänzung zum Beitrag Ultravid 10x50

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Re: Dachkantitis

Hallo Manfred,
bei Zeiss, wie auch bei anderen Herstellern von Premium-Ferngläsern sind Porrogläser derzeit kein Thema. Das 7x50 ist für die Seefahrt konzipiert worden und verfügt über keinen Mitteltrieb. Für Zeiss würde es sich nicht lohnen weitere Porrogläser anzubieten. Die Nachfrage ist noch zu gering. Die meisten - die ein Fernglas kaufen - verfügen nicht über die Sachkenntnis wie wir und kaufen deshalb das vermeintlich modernere Dachkantglas. Hier ist also noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Gruß

Joachim
 
Das Nobilem 10x50 II

Hallo Frank,

Du hast ja die richtigen Verbindungen! Dann sehen wir mal, ob Herr Zellhuber interessiert ist.

Was das Nobilem anbetrifft, kann ich mich auf Erfahrungen mit zwei Modellen stuetzen: 1. das angesprochene
10x50 (in der Version, die momentan auf dem Markt ist) und 2. das 8x50 der fruehen 90er, das praktisch baugleich
mit dem Octarem ist. Leider wird dieses 8x50 heute nicht mehr gebaut. Ich habe uebrigens einen interessanten
Artikel aus der Jenaer Rundschau von 1985, in dem ueber die Konstruktion des Octarem und Dodecarem berichtet
wird. Herr Sebastian Rabus hat ihn mir gescannt und als .jpg Files gemailed. Hier ist er:

http://de.geocities.com/holger_merlitz/octarem/

Zurueck zum Nobilem 10x50 II. Wenn ich das existierende Nobilem 10x50 mit dem etwas aelteren Nobilem
8x50 und dem Fujinon 10x50 vergleiche, dann fallen mir die folgenden Vorschlaege ein:

1) Sichtfeld: Das Fujinon hat 65 Grad, das Nobilem 10x50 hat etwa 68 Grad (118 m auf 1000, nicht 128 m!),
und das Nobilem 8x50 hat 59 Grad (130 m auf 1000). Ich meine, das neue 10x50 II sollte mindestens 65 Grad
haben, um zur Spitzenklasse zu gehoeren. Man darf auch nicht zu viel verlangen, da wir ja auch eine gute
Randschaerfe und ein moderates Gewicht fordern werden.

2) Randschaerfe: Hier zeigt Fujinon, was der Masstab ist. Durch eine extra Linse (field-flattening, daher das
'F' in Fujinon FMTR-SX) wird eine super Randschaerfe erreicht. Das ist der grosse Trumpf des Fujinon,
und hier muesste das Nobilem II nachlegen. Uebrigens scheint das 8x50 etwas randschaerfer zu sein als das 10x50,
Ersteres hat allerdings auch ein kleineres Sichtfeld.

3) Austrittspupillen-Schnittweite: Beim Fujinon 20mm, beim Nobilem 8x50 19mm, beim Nobilem 10x50 15mm. Es ist
nicht leicht, bei kurzbrennweitigen Okularen eine grosse Schnittweite zu bekommen, daher schneidet das 10x50
wohl schlechter ab als das 8x50. Aber Fujinon kann's, und wir sollten daher auch fuer das Nobilem 10x50 II
fordern: 20 mm Schnittweite!

4) Verguetung: Auch hier ist Fujinon spitze, mit einem patentierten Elektronenstrahl Verfahren (daher
das 'SX' im Namen). Aber die Oberflaechenverguetung ist bei Docter auch sehr gut, und mehr geht halt nicht,
ohne eine neue Fabrik zu bauen.

5) Farbstich: Das aeltere 8x50 hat einen leichten Gelbstich, der im 10x50 nicht mehr zu sehen ist. Ob man da
etwas geaendert hat, oder ob der Gelbstich etwas mit der Verfaerbung des Linsen-Kitts zu tun hat, weiss
ich nicht. Aber ein Top-Glas muss heutzutage neutral sein.

6) Streulicht Unterdrueckung: War beim 8x50 noch nicht so toll, beim 10x50 aber bereits deutlich besser.
Docter benutzt jetzt einen besseren Lack fuer die Innentuben , und hier ist das Nobilem 10x50 sogar besser
als das Fujinon. Also: Weiter so.

7) Gehaeuse/Gewicht: Ich glaube, wir sind uns einig, dass wir nicht 100% Gelaende-Tauglichkeit verlangen
sollten, um das Gewicht nicht zu gross werden zu lassen. Daher: Keine Gummierung! Hier kann das neue
Nobilem 10x50 II sich auch positiv vom Fujinon absetzen, das mit 1.5 kg einfach zu schwer ist. Falls machbar,
sollten wir 1.2 kg als realistischen Wert anstreben.

8) Nicht zu vergessen: Mitteltrieb. Ist bereits im Nobilem 10x50 vorhanden, nicht aber im Fujinon.

Soweit meine Vorschlaege.

Gruss,
Holger
 
Re: Das Nobilem 10x50 II

Hallo Holger,

erstmal schönen Dank für die Bereitstellung der gescannten Artikel! Habe sie mir gleich runtergeladen und drin geschmökert. Bei der Gelegenheit noch eine Frage: woher nimmst Du die Sehfeldangaben? Zeiss selbst gibt im Nobilem Prospekt für das 10x50 128m und für das 8x50 122m an. Die gleichen Angaben finde ich in einem älteren Prospekt von Docter-Optik. Hast Du die Sehfelder mal vermessen?

Nun zum Nobilem II. Das ok von Herbert ist schon da. Das ist das schöne an der VdS, für konstruktive Projekte sind die Leute immer zu haben und das geht dann auch ganz fix! Ich würde von Seiten der VdS Fachgruppe Amateurteleskope die Koordination des Testberichts übernehmen und sozusagen "offiziell" bei Docter klingeln gehen und um ein oder zwei Nobilems als zeitweilige Spende bitten. Vielleicht sollte man auch noch das Fujinon und evtl. zum Vergleich ein 10x50 Dachkant (z.B. Leica) hinzuziehen. Darüberhinaus halte ich es für sinnvoll, wenn sich noch ein oder zwei Leute an dem Testbericht beteiligen. Wie schaut's aus, hast Du Lust? Wer noch Interesse hat, braucht sich nur zu melden. Die Ergebnisse können wir letztendlich in einem Bericht verewigen.

Deinem Pflichtenheft habe ich nichts wesentliches hinzuzufügen. Ein moderates Sehfeld um 65 Grad mit verbesserter Randschärfe und angenehmen 20mm AP Abstand für Brillenträger sind wohl das wichtigste. Mit schickem Leder außen rum kann man auch das Gewicht in Grenzen halten, bei Zeiss in Jena kam man früher mit 1150g über die Runden. Die Gummiaugenmuscheln könnten moderneren Drehaugenmuscheln weichen und vielleicht gibt es ja noch irgendwo Reserven, um die Streulichtbremsung zu verbessern.

Warten wir also erstmal ein paar Tage ab und schauen, wer Interesse am Testen und Bericht schreiben hat. Anfang Januar würde ich mich um Ferngläser bei Docter-Optik und evtl. bei Fujinon und/oder Leica bemühen und dann kann's eigentlich losgehen. Wenn der Bericht veröffentlicht ist, dann könnte man einen Termin bei Docter-Optik vereinbaren und mit den Leuten vor Ort die Ergebnisse besprechen.

So, jetzt ist aber erst mal Silvester <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Ich wünsche allen einen guten Rutsch und morgen früh ein katerfreies Erwachen ...

Beste Grüße, Frank.
 
Re: Das Nobilem 10x50 II

Hallo Frank,

Das hoert sich sehr gut an! Ich werde mich gern and dem Testbericht beteiligen. Ich finde es auch
richtig, ein Top Dachkant mit einzubeziehen, schliesslich wollen wir ja auch mal testen, ob ein
gutes Porro dieselbe Leistung billiger liefert.

Die Sehfeldangaben der Nobilems stammen aus den Datenblaettern, die gemeinsam mit den
Instrumenten geliefert wurden. Ich habe sie aber nicht aufs Grad genau nachgemessen, sondern nur
grob auf Konsistenz geprueft. So habe ich beim 10x50 verifiziert, dass das Sehfeld wirklich
sichtbar kleiner ist als beim Jenoptem (73 Grad), und etwas groesser als beim Fujinon. Die 59 Grad
des Nobilem 8x50 kommen auch hin, jedenfalls weichen sie nicht sichtbar vom 7x40 DF (60 Grad) ab.
Woher die Konfusion in den Zeiss Prospekten kommt, ist mir auch schleierhaft. Das koennen wir ja bei
der Gelegenheit mal mit Docter abklaeren.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Das Nobilem 10x50 II

Hallo,

eine interessante Sache habt ihr da. Unter den VdS-Fachgruppenleitern und Redakteuren diskutierten wir vor kurzem auch mal, wie sich Fachruppen engagieren könnten und ob eine gewisse Zusammenarbeit mit den Profis denkbar wäre. Ich meine, da könnte die Fachgruppe Amateurteleskope durchaus etwas beitragen.

Frank Schäfer, mein nächster Mitarbeiter in der FG Amateurteleskope, hat die Leitung des Projekts übernommen. Ich hoffe, dass mit eurer Zusammenarbeit etwas bewegt wird. Mit dem VdS-Journal haben wir zusätzlich ein wirksames Medium zur Hand, die Fachgruppenarbeiten zu veröffentlichen.

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
VdS-Fachgruppe Amateurteleskope
 
Re: Das Nobilem 10x50 II

Euch allen ein frohes und erfolgreiches 2004. Möge es uns gemeinsam gelingen, das nahezu perfekte Ferngas 2004 auf den Weg zu bringen. Aber ist es nicht traurig, daß wir es sind, die ewas bewegen wollen? Müßte es nicht das Bestreben jedes Hersteller sein, seine Produkte weiter zu verbessern? In diesem Zusammenhang möchte ich noch erwähnen, daß Swarovski bei der Entwicklung seiner EL-Serie
genau den Weg gegangen ist der uns vorschwebt. Er hat Ornitologen und andere Interessierte vorher befragt, nach dem Motto: Wie hättet es ihr denn gern? Herausgekommen ist eine Fernglasserie die kaum noch Wünsche offen läßt. Man hat hier nazu das Maximum dessen aus einem Dachkantglas herausgeholt, was heute technisch möglich ist. Von den abenteuerlichen Preisen für die EL-Serie wollen wir hier mal nicht reden.

Herzliche Grüße

Joachim
 
Re: Das Nobilem 10x50 II

Hallo Joachim,

Da stimme ich Dir zu. Es ist bezeichnend, dass Docter zuletzt ebenfalls nur Dachkant Fernglaeser
entwickelt hat. Immerhin kann man ihnen zu Gute halten, dass sie einen eigenen Preissektor besetzen:
90% Leica Qualitaet bei 60% Leica Preis. Aber hier wird es in ein paar Jahren eng werden, sobald die
Chinesen einen weiteren Qualitaetssprung geschafft haben.

Ich hatte uebrigens vor gut 1/2 Jahr mal bei Docter angefragt, ob man in Erwaegung ziehe, ein
Porro 7x50 Weitwinkel zu bauen. Weltweit war so etwas naemlich nicht verfuegbar, und wer ist schon
mit den schlappen 50 Grad Sehfeld eines 7x50 zufrieden? Man erklaerte mir, dass ein solches Fernglas zu
schwer, zu unhandlich und zu teuer wuerde, und daher keinen Absatz finden koenne. Vor wenigen Wochen hat
Miyauchi jetzt das 7x50 Binon angekuendigt: Porro II Design, Sichtfeld: 68 Grad, Gewicht: 1.2 kg, Preis:
Unter 600 Euro. Die haben jetzt ein echtes Nischenprodukt, und sehen wir mal, ob sie es absetzen koennen.

Viele Gruesse,
Holger
 
Traum 10 X 50

Hallo Leute,

ein heißer Kandidat für "unser" Traumglas wäre auch natürlich die Fa. Nikon.
Zum einen baut sie mit dem Modellen 10X42SE und 12X50SE zwei Porromodelle, die unseren Wunschvorstellungen schon sehr nahe kommen ( sehr gute Optik, geringes Gewicht, Mitteltrieb ), zum anderen hat Nikon mit dem 7X50IF SP eines der besten Astrogläser überhaupt im Angebot, ein Glas, daß bei einem Test vor ca. 10 Jahren in der Zeitschrift "Astronomy" alle Konkurrenten ( Zeiss, Fujinon,Swarovsky usw. )schlagen konnte, leider aber ein 1,5kg Monstrum mit Einzelokularverstellung ist.
Vielleicht tut uns Nikon ja den Gefallen und baut ein 10X50SE mit Weitwinkelokularen, ich glaube nur nicht, daß eine Weltfirma wie Nikon auf die Wünsche von ein paar deutschen Hobbyastronomen reagiert.

Schöne Grüße,

Manfred
 
Re: Traum 10 X 50

> Vielleicht tut uns Nikon ja den Gefallen und baut ein 10X50SE mit Weitwinkelokularen ...

Hallo Manfred,

schön wäre es ja. Aber zum einen ist Nikon weit weg und zum anderen müßte man wohl einiges an Überzeugungsarbeit leisten, um den Sinn eines 10x50 SE inmitten der anderen Modelle zu begründen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man wegen ein paar Sternguckern dem 10x42 und 12x50 noch ein 10x50 zur Seite stellt. Schaut man sich das 10x42 und 12x50 an, so wäre ein 10x50 in derselben Qualität kaum noch zu überbieten und mit Sicherheit das ideale Astroglas. Übrigens hat Nikon das Kunststück fertig gebracht, ein 50mm Porroglas mit WW Okularen und gerademal 900g Lebendgewicht aufzulegen. Das 12x50 ist echt genial. Ein 10x50 von der Sorte wäre mein Traumglas ...

Frank.
 
Test

Hallo Holger,

dann sind wir schon zu zweit. Ich werde also mal schauen, daß wir für den Test ein Nobilem, ein Fujinon und ein Leica bekommen. Wie wir die Sache praktisch angehen, das klären wir am besten per E-Mail. Ich werde mich dazu nochmal mit Herbert abstimmen. Sobald ich mir im klaren bin, wie wir es handhaben, melde ich mich bei Dir.

> So habe ich beim 10x50 verifiziert, dass das Sehfeld wirklich
sichtbar kleiner ist als beim Jenoptem (73 Grad), ...

Bin immer noch nicht überzeugt. Das Nobilem 10x50 hat ein minimal kleineres scheinbares Sehfeld wie das Dekarem. Daraus zu schließen, daß das wahre Sehfeld auch kleiner ist, würde ich nicht wagen. Dazu müsste man schauen, wie es um die Randverzeichnung bestellt ist. Trotz etwas kleineren scheinbaren Sehfelds können ja die realen Sehfelder identisch sein. Dazu müssten die Okulare beim Nobilem nur eine geringere Verzeichnung zum Rand aufweissen. Ich werde bei nächster Gelegenheit mal die wahren Sehfelder vergleichen. Es würde mich echt wundern, wenn man bei Zeiss stetig falsche Angaben in die Prospekte gedruckt hat.

Frank.
 
Re: Das Nobilem 10x50 II

Hallo Joachim,

Zitat:
Möge es uns gemeinsam gelingen, das nahezu perfekte Ferngas 2004 auf den Weg zu bringen. Aber ist es nicht traurig, daß wir es sind, die ewas bewegen wollen? Müßte es nicht das Bestreben jedes Hersteller sein, seine Produkte weiter zu verbessern?

Das ist es eben, wir haben (noch) nicht die entsprechene Lobby. Das ist genauso wie in der Politik. Wer an der Lobby möglichst weit vorne sitzt, der hat Einfluß. Also: Laßt uns daran arbeiten!

Möglich, dass uns mancher Hersteller in ein einigen Jahren die "Tür einrennt" um Informationen für ihre Poduktplanung zu bekommen.

Der Fachgruppenleiter kann natürlich viel predigen - es hilft ihm gar nichts, wenn er nicht die richtigen Leute um sich geschart hat...

Gruß, Herbert Zellhuber
FG Amateurteleskope/Selbstbau
 
Re: Test von Docter-Fernglas

Frank,

ich kann mich auch zur Verfuegung stellen. Ich habe ein 10x50 B/GA und wuerde den Test in der Freizeit gerne machen.
Falls Ihr mich braucht, schickt mir den Katalog mit Testfragen zu.

mfG

Michael Bauer
 
Re: Test von Docter-Fernglas

Hallo Michael,

danke für das Angebot. Wenn es soweit ist, melde ich mich auch bei Dir. Ich werde mich noch mit Holger Merlitz und Herbert von der VdS Fachgruppe Amateurteleskope abstimmen, wie wir den Test organisieren und durchführen. Das einfachste wäre dann, wir senden Dir ein paar Stichpunkte zu und Du schreibst Deine Gedanken und Erfahrungen dazu auf. Am Ende machen wir dann einen Testbericht daraus.

Frank.
 
Re: Traum 10 X 50

Hallo zusammen,

eure Beiträge haben mich in eine tiefe Krise gestürzt: mein geliebtes Leica 10x50BN ist kein "richtiges" Fernglas, obwohl es doch alles andere als billig war. Autsch, das tut weh! Natürlich lässt mich das nicht ruhen und ich hab mir über die Feiertage ein paar Gedanken dazu gemacht und immer wieder durch das Glas geschaut. Was sehe ich also? Wie in einem "richtigen" Fernglas erscheinen auch im Leica die Gegenstände vergrößert, sogar richtig scharf und recht farbneutral. Nur randscharf ist es nicht, das liegt aber nicht an den Prismen. Wie mit einem "richtigen" Fernglas lässt sich damit bei Tag und Nacht beobachten. Was kann es also nicht, was "richtige" Ferngläser können? Aus einer bestimmten Entfernung Ü-Punkte auflösen, die ein Porro gerade noch packt. Und das stimmt. Beim direkten Vergleich zwischen dem Leica und meinem Ultima ED 10x44 (Vixen) löst das Ultima feine Strukturen (z.B. Barrcodes) besser auf obwohl es nur die Hälfte vom Leica gekostet hat. Das ist unfair aber wahr. Trotzdem ist unterwegs immer das Leica dabei. Warum? Ich muss keine Angst haben, wenns nass wird, ein teures Glas ohne Dichtung hätte ich nicht mit auf meine Kanutour genommen. Dem Leica hab ich einfach eine Rettungsboje angehängt und dann wars immer mit dabei. Am Leica verstellt sich kein Okular wenn ich mit der Brille zu fest andrücke. Und es ist schlank und handlich. Dass ich nun nicht die letzten Feinstrukturen damit auflösen kann hat für mich eher psychologische Bedeutung, ein alles in allem schönes scharfes Gesamtbild tröstet mich darüber hinweg. Was ich damit sagen will, vielleicht haben ja Dachkantgläser doch ihre Berechtigung? Vielleicht sind sie - wie beispielsweise Schmitt-Cassegrain-Teleskope mit ihren Abbildungskompromissen zugunsten überragender Transportfähigkeit trotzdem richtige Teleskope sind - gar "richtige" Ferngläser? Es stimmt, dass man für Dachkantgläser mehr für die Technik und bei Leica sicher noch extra für den Mythos bezahlt. Aber sie sind nicht sooo schlecht, dass man nicht doch seine Freude damit haben kann. Ich wünsche euch viel Erfolg bei einer Neuentwicklung des ultimativen 10x50-Glases, denn wenn das Bessere auch noch billiger zu haben ist, davon hat jeder was.
Gruß, Peter
 
Re: Traum 10 X 50

Hallo Peter,

tröste Dich, ich habe auch ein Leica 10X50BA, mit dem ich sehr zufrieden bin, alle vergleichbaren Gläser, die ich vorher hatte, waren in der Summe Ihrer Eigenschaften schlechter ( Zeiss 10X42 Dialyt, Zeiss (West)10X50 Porro Serie 25, Dodekarem 12X50, Bausch&Lomb 10X42 Elite ).
Wollen wir mal sehen, ob es wirklich einem Hersteller gelingt, ein besseres und preiswerteres Glas anzubieten.

Solange kann ich mit meinem Leica leben! Trotzdem bin ich natürlich scharf darauf, ein Porroglas kaufen zu können, bei dem alle modernen Technologien eingesetzt wurden.

Gruß
Manfred
 
Krise

> Was ich damit sagen will, vielleicht haben ja Dachkantgläser doch ihre Berechtigung?

Hallo Peter,

wie kommst Du eigentlich darauf, daß Dachkantgläser keine richtigen Ferngläser sind und daß sie um ihre Daseinsberechtigung kämpfen müssten? Na sicher haben sie ihre Berechtigung! Zum Beispiel, wenn ein kompaktes Fernglas gewünscht wird. Oder wenn eine solide Abdichtung angesagt ist. Oder auch, wenn man möglichst viel Geld ausgeben will und dabei auf bestimmte Hersteller versessen ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Hier geht es doch um ganz was anderes. Wenn ich ein Porroglas mit vergleichbarer oder gar besserer optischer Leistung zum dreiviertel Preis eines Leica 10x50 bekommen kann, dann würde ich nicht zögern und das Porroglas kaufen. Zumindest solange, wie ich damit nicht tauchen gehe oder Boot fahre. Es geht auch nicht um die Sichtbarkeit von ü-Pünktchen, auf dem Gebiet nutze ich mein Fernglas ebenfalls seeeeehr selten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Es geht um nix weiter, als die Möglichkeiten des Porrosystems auszureizen und dabei Dachkantgläser im Preis locker zu schlagen (natürlich nach unten). Daß das geht, hat Nikon schon lange vorgemacht. Daß bei einem Porroglas Kompaktheit und absolute Dichtheit auf der Pflichtenliste nicht ganz oben stehen, das versteht sich eigentlich von selbst. Von daher mußt Du Dir keine Sorgen machen, Dein Leica wird auch weiterhin seine Daseinsberechtigung haben ...

Frank.
 
Re: Traum 10 X 50

Peter,

das Leica Dachkant 10x50 ist ein hervorragendes Glas. Ich habe es mit dem Nobilem 10x50B/GA beim Kauf waehrend des Tages vergleichen koennen.
Das Preis/Leistungsverhaeltnis des Nobilem war meiner Meinung nach halt besser. Also, nicht das Leica wegwerfen, sondern sich an der Robustheit im harten Alltagseinsatz erfreuen.

mfG

Michael Bauer
 
Fernglastest (im Raum München) / Transmissionsmessung

Hallo Frank,

obwohl ich mal wieder zeitlich so eingespannt bin, daß ich mich eigentlich gar nicht mit dem Forum beschäftigen dürfte (und weshalb ich seit Wochen hier nichts geschrieben habe), habe ich mitbekommen, daß Du Dich für einen Test astrotauglicher Ferngläser engagierst und ihn wohl auch koordinieren willst.

Ich würde mich dafür ebenfalls gern zur Verfügung stellen und meine Ferngläser Leica Trinovid 10x32 BA, Leica Ultravid 10x42 BR und Nikon 12x50 SE CF einbringen (ich habe darüber hinaus noch Leica- und Nikon-Kompaktferngläser, die aber für Astrobeobachtungen kaum geeignet sind).

Weiter oben hat Michael Bauer sich ebenfalls als Tester angeboten, als Standort aber leider nur sehr großräumig „Bayern” angegeben. Bei dieser Gelegenheit: ich wundere mich immer, warum fast alle Forumsteilnehmer ein so großes Geheimnis um ihre Identität und ihren Wohnort machen - gut, wer seinen wahren Namen nicht öffentlich preisgeben will, mag seine Gründe dafür haben (vielleicht soll die Frau nicht wissen, daß er soviel Geld fürs Astrohobby verpulvert?), aber die Angabe des Wohnortes würde doch ohne Preisgabe der Identität manchen direkten Kontakt und Vorhaben wie einen solchen Test sehr erleichtern. Falls Michael Bauer auch im Raum München wohnen und/oder sich weitere Interessenten im Raum München melden sollten, wäre es sicher nützlich, sich mal direkt zusammenzuschließen und einen solchen Test gemeinsam zu machen, damit jeder nicht nur durch sein eigenes Fernglas schaut, sondern die Ferngläser der anderen Tester im Vergleich dazu benutzen kann. Denn nur im direkten Vergleich sind wirklich aussagekräftige Ergebnisse zu erwarten, weil die Maßstäbe, Erfahrungen und Ansprücher aller Tester sicher oft sehr unterschiedlich sein können.

Deshalb mein Vorschlag: Wer im Raum München wohnt und mittesten möchte, möge sich bei mir melden. Vielleicht kann ich (aber nicht vor Ende Januar - wegen meiner derzeitigen Zeitknappheit) dann ein gemeinsames Test-„Happening“ organisieren. Ich will mir auch noch überlegen, ob ich bis dahin evtl. eine geeignete Meßvorrichtung für Transparenz und Bildhelligkeit (was nicht dasselbe ist!) entwickeln kann, die ausreichend genau und zuverlässig ist, damit diese bisher immer nur gefühlsmäßig und daher in höchstem Maße subjektiv und somit fehlerträchtig beurteilten Eigenschaften mal korrekt quantitativ erfaßt werden können. Sollte ich das ohne größeren finanziellen Aufwand schaffen, würde ich mich dann auch gern anderen zur (natürlich kostenlosen) Messung dieser Parameter ihrer Ferngläser anbieten, solange das nicht einen zu großen, zeitraubenden Umfang annimmt.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Fernglastest (im Raum München) / Transmissions

Hallo Walter,

Herzlichen Dank fuer Dein Angebot eines moeglichen 'Test-Happenings' und eventuell einer
Einrichtung zur Messung von Transparenz/Bildhelligkeit. Ich bin davon ueberzeugt, dass wir bei dem
Projekt 'Nobilem 10x50 II' von Deinem know-how profitieren werden. Was speziell diese Projekt
anbetrifft, wuerde ich aber dazu plaedieren, uns ausschliesslich mit einigen wenigen
Fernglaesern der Spezifikation 10x50 zu befassen, da wir es andernfalls mit immer weiter ausufernden
Datenmengen zu tun haetten. In der Tat suchen wir in diesem Test nicht nach astrotauglichen Fernglaesern
im Allgemeinen, sondern nach Anregungen, wie das (u.a. fuer Astro) ideale 10x50 Porro aussehen koennte, und
wie man speziell das existierende Nobilem 10x50 dahingehend modifizieren koennte. Unsere Motivation war
es ja, Docter dazu zu bewegen, das Nobilem mal zu modernisieren, insbesondere bessere Okulare zu verwenden.

Unabhaengig davon ist es natuerlich sinnvoll, ueber den Tellerrand des 10x50 hinauszuschauen und
sich zu fragen, welche Fernglaeser, und welche Eigenschaften solcher fuer Astroanwendungen besonders
relevant sind. Da dies aber ein sehr weites Feld ist, schlage ich vor, im Rahmen des anliegenden
Projekts erst einmal bei den 10x50 Geraeten zu bleiben.

Viele Gruesse,
Holger

P.S: Ich wohne nahe bei Karlsruhe :-)
 
Re: Krise

Hallo,

es wäre in der Tat sehr zu begrüßen, wenn die vorhandenen (sehr) guten Porro Feldstecher ein „Update“ (bessere Okularkonstruktionen, geringere Bildfeldwölbung, größeres Sehfeld bei besserer Randschärfe etc.) erhalten würden.
Allerdings bleiben sie wohl weiterhin groß und schwer. Auch wird der Preis dann sehr nahe an den Dachkantgläsern liegen, was Nikon mit der spritzwassergeschützten SE Reihe schon bewiesen hat. Man bekommt inzwischen neue Trinovids BA/Victory manchmal schon preiswerter!
Ich bin oft und bei jedem Wetter unterwegs und ein dichtes Glas ist für die Natur und Vogelbeobachtung bei nahezu jedem(auch auf See) oder zum Bootfahren unerlässlich.
Ein Porro ist und bleibt meiner Meinung nach ein „Spezialglas“ (tiefeDämmerung, Ansitz/Nacht/Astro/Schiffsbrücke), universeller sind Dachkantgläser auf jeden Fall.
Ich als bekennender Dachkantfan (8x32, 8x42, 10x42, 10x50) habe auch ein Porro (Zeiss 7x50 B/GA T* Nautik), aber nur für die tiefe Abend- und Morgendämmerung oder Astronomie, denn tagsüber möchte ich dieses Glas nirgends hinschleppen und die Bildfeldwölbung und Randschärfe ist im Vergleich zu den Trinovids katastrophal. Ich konnte das Glas preiswert bekommen und war einfach neugierig, da auch ich gerne Ferngläser teste.
Bei sehr schlechten Lichtverhältnissen sticht kein Dachkantglas dieses 7x50 aus (wobei ich noch kein 7x50 Dachkantglas kenne), aber ich bin dann jedes mal wieder erstaunt um wie viel ausgewogener (universeller, besser) doch die Dachkantgläser (Leica) sind.
Man wird, wenn man es genau nimmt, nicht umhin kommen sich mehrere Gläser anzuschaffen. Man kann dann nur hoffen für die jeweilige Situation immer das richtige dabei zu haben.
Ich vergleiche „meine“ Gläser übrigens nie anhand der Listenpreise und lasse die teuren Swarovski Gläser völlig außen vor. Ich orientiere mich immer im Internet und fahre damit seit Jahren sehr gut damit.

Auf jeden Fall aber ist die hier entstandene „Testidee“ hervorragend und überaus interessant.
Ich wäre bestimmt der erste Kunde eines weiterentwickelten „Nobilems“ – schon aus Neugier <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Viel Erfolg und Grüße

Robert

 
Re: Fernglastest (im Raum München) / Transmissionsmessung

Hallo Walter,

wir sollten hier zwei Dinge sauber trennen. Den Test zum Thema 10x50 sollten wir nicht zu sehr aufweiten und es bei den drei anvisierten Gläsern - also Nobilem, Fujinon und Leica - belassen. Deine Idee mit einem Test-Happening bei München finde ich klasse! Noch besser gefällt mir die Idee, ein paar Eigenschaften mit geeigneter Messtechnik zu quantifizieren. Das sollte man aber unabhängig von der Nobilem Geschichte betreiben. Das beste wäre, Du startest hier im Forum einen Aufruf bzw. eine Ankündigung, sobald Du soweit bist. Dann könnte man sich an einem Wochenende irgendwo bei München treffen und jeder bringt seine Ferngläser mit, die er mal mit anderen Exemplaren vergleichen möchte. Das müßte dann aber auch jemand aus dem Münchner Raum organisieren.

Frank.
 
Re: Fernglastest (im Raum München) / Transmissionsmessung

Hallo,

nur kurz zur Organisation: 3 Gläser und 3 Personen wären hierfür ideal. Treffen mitereinander wären zwar schön, sind aber eben mit Kosten und Zeit verbunden und nur im Idealfall möglich. Es muß also mit dem Postversand der Gläser funktionieren. Die Informationen untereinander kommen per Email. So müßte es eigentlich funktionieren.

Das Projekt selbst spreche ich weiter mit Frank ab und die "Mitstreiter" werden von uns in Kenntnis gesetzt.

Herbert Zellhuber
FG Amateurteleskope/Selbstbau
 
Ihr müßt Euren Optimismus leider dämpfen!

Hallo Frank,

obwohl ich es interessanter fände, den Fernglastest um weitere astrotaugliche Modelle (wie von mir vorgeschlagen) zu erweitern, weil sich nicht so schnell wieder eine Gelegenheit ergeben dürfte, so viele Modelle an einem Ort zusammenzubringen und jedes gegen jedes zu vergleichen, liegt es mir fern, Euch meinen Vorschlag aufzudrängen. Beschränkt Euch also auf die drei Modelle Eurer Wahl. Ich werde, wie schon geschrieben, Ende Januar oder Anfang Februar (sofern es mit meiner beruflichen Arbeit dann verträglich sein wird) im Raum München einen Fernglasvergleich zu organisieren versuchen und rechtzeitig vorher hier einen Aufruf zum Mitmachen veröffentlichen.

Nun möchte ich Euch aber noch einige Aspekte für Euren Test zu bedenken geben, weil ich aus Euren bisherigen Beiträgen ersehe, daß Ihr wohl ein bißchen zu blauäugige Vorstellungen über die Verbesserung der Nobilem-Ferngläser habt. Mehrfach wurde gewünscht, die Nobilems mit Weitwinkelokularen auszustatten. Okay, das wäre gut, aber nicht ausreichend! Denn wenn der Durchlaß der Prismen nur so groß ist, daß das bisherige Gesichtsfeld vignettierungsfrei ist, dann nützen Weitwinkelokulare gar nichts! Und auch die Objektive müssen für ein entsprechend großes, bis zum Rand scharfes Gesichtsfeld ausgelegt sein. Dazu ein anschauliches Beispiel: Wenn Du einen großen, nicht zerlegbaren Schrank durch drei zu kleine Türen in einen anderen Raum transportieren mußt, nützt es nichts, nur eine der drei Türöffnungen zu vergrößern, sondern alle drei müssen eine ausreichend große lichte Weite haben. So ist es auch beim Fernglas:

1. Die Objektive müssen in einem ausreichend großen Gesichtsfeld ein gut geebnetes, scharfes, farbsaumfreies Bild liefern. Falls die jetzt in den Nobilems verwendeten Objektive kein größeres Gesichtsfeld in ausreichender Qualität bieten, müßten auch sie durch andere Objektive ersetzt werden.

2. Die Prismen müssen alle dieses Gesichtsfeld ausleuchtenden Strahlen vignettierungsfrei durchlassen. Das ist bei den gegenwärtigen Prismen sicher nicht der Fall. Also müssen andere, größere Prismen verwendet werden, die teurer, schwerer und voluminöser sind und somit das ganze Fernglas teurer, schwerer und voluminöser machen. Und dabei darf nicht übersehen werden, daß für einen größeren Durchlaß ausgelegte (= maßstäblich vergrößerte) Prismen zwangsläufig auch zu einem längeren Lichtweg im Glas („Glasweg”) führen, der eine andere chromatische Korrektion der Objektive erfordert. Falls also die oben unter 1 genannte Bedingung schon von den bisherigen Objektiven erfüllt sein sollte, wird man mit stärkeren Farnsäumen rechnen müssen, wenn man die alten Objektive mit größeren Prismen kombiniert, oder man muß eben doch neu für einen längeren Glasweg gerechnete Objektive verwenden.

3. Erst wenn sowohl die Objektive als auch die Prismen ein größeres Gesichtsfeld (in der Ebene der Gesichtsfeldblende) liefern, haben neue Weitwinkelokulare einen Sinn.

4. Wenn sowieso die Prismen und damit auch das Gehäuse und die Fokussiermechanik geändert werden müssen (und weil aus unseren Wünschen dann kein alltagstaugliches, sondern ein auf Astrobeobachtung spezialisiertes Fernglas resultiert), plädiere ich dafür, dann gleich Nägel mit Köpfen zu machen und die Prismen für einen um 90° abgewinkelten Einblick zu konstruieren.

Das bedeutet, daß Eure Wünsche keineswegs allein mit neuen Okularen realisierbar sind, sondern auf eine Neukonstruktion des gesamten Fernglases (also auch einschließlich seines Gehäuses und der Fokussiermechanik) hinausläuft, selbst wenn Ihr auf den obigen Punkt 4 verzichtet. Ob Docter sich bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage sowas leisten kann, wage ich zu bezweifeln.

Übrigens kann ich Euch ein bekanntes Beispiel nennen, an dem sich die von mir geschilderte Problematik nachvollziehen läßt: Das Leica Trinovid und Utravid 8x50 sowie das Leica Trinovid und Ultravid 10x50 haben, wie Ihr z.B. auf der Leica-Homepage nachlesen könnt, genau dasselbe wahre Gesichtsfeld von 115 m auf 1000 m. Warum wohl? Weil die Prismen nicht mehr (vignetierungsfrei) durchlassen. Leica wäre gewiß in der Lage, ein weitwinkligeres Okular für die genannten 8fach-Ferngläser zu bauen, aber das wäre aus den genannten Gründen bei den bisherigen Prismen ohne Wirkung.

Trotz dieser meiner Bedenken wünsche ich Euch Erfolg bei Eurem Bemühen, durch Eure Aktion den Anstoß zur Entwicklung eines leistungsfähigeren Astrofernglases im Bereich 10x50 zu geben. Daß ich Eure hochfliegenden Pläne mit meinen Bedenken wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückführen mußte, war keine böse Absicht, sondern soll späterer Enttäuschung vorbeugen.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Ihr müßt Euren Optimismus leider dämpfen!

Hallo Walter,

Ich habe auch Bedenken, dass nicht alle unsere Wuensche nur durch Wechsel der Okulare zu erreichen sind.
Allerdings fordern wir keineswegs ein groesseres Sehfeld: Momentan hat das Docter Nobilem 10x50 entweder
68 Grad (falls die 118m/1000m stimmen) oder 73 Grad (falls 128m/1000m korrekt ist). Wir fordern, dass
das Nobilem II NICHT WENIGER ALS 65 Grad haben soll. Nun gibt Fujinon an, dass sie eine bessere Randschaerfe
durch eine extra Linse im Okular erreicht haben - dies unterscheidet das aeltere Fujinon MTR vom neuen
FMTR. Ich weiss aber nicht, ob dazu auch die Objektive oder andere Komponenten neu gerechnet worden sind.
Das kann man nicht ausschliessen. Ich bin sicher, dass wir daher mit einem Kompromiss leben werden muessen.
Docter wird sicher nicht das komplette Geraet neu bauen; aber was immer auf Seiten der Okulare machbar ist,
sollte man pruefen.

Dazu haette ich eine Frage an Dich: Was muss man tun, um die Austrittspupillenschnittweite zu vergroessern?
Ist so etwas machbar, ohne die anderen Komponenten des Fernglases zu modifizieren? Dies war ja einer
der zentralen Punkte unseres Pflichtenheftes.

Viele Gruesse,
Holger
 
Größere Pupillenschnittweite ist möglich

Hallo Holger,

da habe ich wohl den Fehler gemacht, aus der Erinnerung heraus und ohne nochmaliges Nachlesen der letzten Beiträge zu antworten. Ich hatte aus einigen der ersten Beiträge noch das Schwärmen für 130 m Gesichtsfeld auf 1000 m in Erinnerung, und erst wenige Beiträge zuvor stand dann nochmals „binofans” Wunsch nach großem Gesichtsfeld (allerdings dort nicht im direkten Zusammenhang mit dem Nobilem).

Nichtsdestoweniger sind meine Ausführungen richtig gewesen, wenn auch nicht die passende Antwort auf die vorausgegangene Diskussion. Also hier eine kleine Ergänzung:

Mangelnde Randschärfe und Farbsäume sind nicht immer (nur) dem Okular anzulasten. Sie können ihre Ursache auch im Objektiv im Zusammenwirken mit dem „Glasweg” durch die Prismen haben. Leider sind Ferngläser – anders als Teleskope – nicht modular aufgebaut, so daß man das Bild im Primärfokus nicht ohne Zerlegen des Fernglases untersuchen und beurteilen kann. Wollen wir also im Falle Nobilem hoffen, daß Objektive und Prismen nur einen geringen Teil zur Randunschärfe des Nobilems beitragen und der Hauptverursacher die Okulare sind. Dann ließe sich die Bildqualität wohl durch neue Okulare noch deutlich verbessern. Das könnte aber evtl. größere und schwerere Okulare bedeuten (siehe die Nagler-„Handgranaten” für Teleskope, wenn höhere Ansprüche hinsichtlich Gesichtsfeldgröße, Randschärfe und Pupillenschnittweite zu erfüllen sind).

Was die Pupillenschnittweite betrifft, so ist das praktisch allein eine Sache des Okulars (wenn man nicht extrem kurze, sondern die bei normalen Ferngläsern 10x50 üblichen Objektivbrennweiten vorliegen hat). Allerdings führt eine Vergrößerung der Pupillenschnittweite zwangsläufig zu größerem optischen Aufwand (mehr Linsen, auch größere Baulänge und größeren Linsendurchmesser!), was wiederum nicht nur Größe und Gewicht, sondern auch den Preis des Fernglases in die Höhe treibt.

Ich weiß nicht, wie hoch der Prozentsatz der Brillenträger unter den Astroanwendern ist (ich schätze, es dürften über 50% sein), aber er ist sicher so groß, daß man die Okulare brillenträgertauglich machen muß. Welche Pupillenschnittweite dann ideal ist, läßt sich schwer sagen, weil sie sehr vor der Anatomie des Betrachters und von der Brillenkonstruktion abhängig ist. Wer tiefliegende Augen und eine Brille mit Gläsern großen Durchmessers hat, kann bis zu 20 mm Pupillenschnittweite benötigen. Normalerweise sollten aber 15 bis 17 mm ausreichen. Ich beispielsweise empfinde die 15,8 mm beim Leica Ultravid 10x42 als optimal: Meine Brille liegt am Okulargummirand sanft an, ohne daß ich sie andrücken muß. Die 17 mm beim Swarovski SLC 10x50 WB sind auch noch gut für mich und meine Brille, während die 19 mm meines früheren Swarovski SLC 7x42 und die 20 mm meines Nikon 12x50 SE CF eindeutig zuviel sind, so daß ich das Fernglas „freischwebend” ohne Kontakt zur Brille halten muß, um das Gesichtsfeld voll und ohne „Kidneybeaning“ zu überblicken. In diesem Falle den Abstand konstant zu halten, ist so gut wie unmöglich, selbst wenn das Farnglas auf einem Stativ montiert ist und erst recht bei freihändiger Anwendung. Man schwankt also ständig um den optimalen Abstand herum.

Und noch eine Anmerkung zur Pupillenschnittweite: Sie wird in der Optik definitionsgemäß als Abstand der Austrittspupillenebene zum letzten Linsenscheitel (Durchstoßpunkt der optischen Achse durch die hinterste Linsenoberfläche) angegeben. Das ist eigentlich etwas praxisfern, denn es kommt ja nicht auf diesen Abstand, sondern auf den der Austrittpupille von der Gummiauflage der Okularfassung an. Wenn die Hinterlinse stark vertieft liegt und konkav ist, kann der effektive Pupillenabstand (um hier den klar definierten Begriff „Pupillenschnittweite” zu vermeiden) um mehrere Millimeter kürzer werden, ohne daß dies aus den vom Hersteller angegebenen Daten erkennbar wird. Es wäre also praxisgerechter, wenn der Pupillenabstand ab Gummiauflage statt als korrekt definierte Pupillenschnittweite ab Hinterlinsenscheitel angegeben würde. Zudem wäre es gut, wenn man die Okulargummifassung feinfühlig in Raststufen (um versehentliches Verstellen zu vermeiden) an die eigene Kopf- und Brillenanatomie anpassen könnte. Vielleicht könnt Ihr das auch noch im Pflichtenheft an Docter weitergeben.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Größere Pupillenschnittweite ist möglich

Hallo Walter,

Vielen Dank fuer die ergaenzende Information. Eine Okulargummifassung mit Raststufen wird in das
Pflichtenheft (besser: Wunschzettel) aufgenommen.

In der Tat sind die Okulare des Fujinon FMTR sichtbar groesser als die des MTR. Der groessere
technische Aufwand spiegelt sich also wirklich in Baugroesse und sicher auch Gewicht wider. Ich habe
uebrigens von Fujinon die Nachricht erhalten, dass man nicht plane, in absehbarer Zeit ein 10x50 FMTR-SX
mit Mitteltrieb anzubieten. Unser Einsatz fuer ein verbessertes Nobilem erscheint also um so
sinnvoller.

Viele Gruesse,
Holger
 
Nobilem II

Hallo Walter,

zu Deinen Ausführungen nur folgende Bemerkungen. Wir sollten nicht versuchen, aus dem Nobilem ein Astroglas zu machen. Mit dem Fujinon 10x50 haben wir ja schon ein erstklassiges Astroglas. Beim Nobilem stehen ein vergrößerter AP Abstand und eine verbesserte Randschärfe im Vordergrund. Dabei muß das Nobilem natürlich weiterhin den alten Kundenkreis ansprechen. Das heißt auch, ein Mitteltrieb ist Pflicht. Man sollte also mit den Leuten von Docter-Optik reden und schauen, inwieweit sich unsere Wünsche mit denen der "normalen" Kundschaft und der Geschäftspolitik unter einen Hut bringen lassen. Tauglichkeit für Brillenträger ist sicher für alle Anwendungen interessant. Perfekte Randschärfe wird schon schwieriger. Ich kenne keinen Ornithologen, der darauf soviel Wert legt wie Sterngucker. Man muß also sehen, ob sich eine verbesserte Randschärfe und ein großzügiger AP Abstand mit den alten Objektiven und Prismen realisieren lassen. Wenn sich Docter dann noch beschwatzen läßt, die alte Belederung aufzulegen (parallel zu einer gummierten Version) und ausgefeilte Gummiaugenmuscheln mit Rastung zu produzieren, dann hätten wir vielleicht ein Fernglas, was in Details deutlich verbessert ist und weiterhin eine breite Kundschaft anspricht. Ein supertolles Astroglas wird uns Docter bestimmt nicht bauen, schon gar nicht bei unserer Wirtschaftslage. Ein Upgrade dürfte aber auch im Sinn von Docter-Optik sein. Noch dazu, wenn sich der Kundenkreis um Sterngucker erweitern läßt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Ferngläser testen - Veranstaltungstipp

Noch ein Tipp für ambitionierte Tester. An einem Wochenende im Frühjahr gibt es in Norddeutschland eine zweitägige Fernoptikmesse, die in dieser Form wohl einmalig in Deutschland ist. Es handelt sich um die sogenannten Naturkundlichen Tage:
http://www.umwelt.schleswig-holstein.de/servlet/is/8082/net.html

Die Firmen Leica, Zeiss, Swarovski, Nikon und Minox sind dort mit ihrem vollständigen Fern- bzw. Sportoptikprogramm vertreten, vom Taschenglas bis zum Spektiv. Eine gute Gelegenheit, einmal so legendäre Gläser auszuprobieren wie etwa das Zeiss 20x60S, Leica 10+15 Duovid und neue Ultravidmodelle, Swarovski EL, Canon 18x50 IS usw. Ein Händler bereichert das Testangebot um weitere Modell wie etwa IS-Gläser von Canon. Gegen Hinterlegung einer Sicherheit (z.B. Ausweis) kann man verschiedene Gläser auch für ein paar Stunden ausleihen und im Freiland testen. Das gibt schon bessere Eindrücke als nur ein kurzer Blick im Fotogeschäft. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich ggf. auch etwas über Nacht ausleihen kann. Zwar wendet sich diese Messe in erster Linie an Naturfreunde und Ornithologen. Fujinon, Docter und Steiner waren letztes Jahr nicht vertreten. Für einen Vergleichstest müsste man diese Gläser also mitbringen. Dennoch hat hier so mancher einmal die Gelegenheit einmal Gläser zu testen und zu vergleichen, die er nur vom Hörenundsagen kennt. Ich denke, auch Astrofreunde sind dort sehr willkommen.

Ein weiterer Vorteil dieser Veranstaltung ist die personelle Beteiligung der Firmen. Man hat also die Möglichkeit, mit (größtenteils) kompetenten Firmenvertretern zu sprechen und einmal Fragen aus erster Hand klären zu lassen, die man schon immer klären wollte. Ich werde mir dieses Jahr z.B. von Swarovski einmal die Gründe für die Preisgestaltung der EL-Ferngläser erläutern lassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

Es gibt noch einen etwas kleineren Ableger dieser Veranstaltung Ende April in Wedel bei Hamburg, die ebenfalls einen Besuch wert ist: die vogelkundlichen Tage in der Wedeler Marsch. Dort sind Leica und Zeiss plus ein Fotohändler vertreten, der aber Modelle der Marken Swarovski, Canon, Nikon, Steiner usw. zur Verfügung stellt.

Steve
 
Re: Ferngläser testen - Veranstaltungstipp

Hallo,

wer auch mal "alles auf einem Haufen" sehen will, der kann ja das ITV (Internationales Telekoptreffen Vogelsberg) besuchen. Die Händler haben ihre besten Stücke mitgebracht und das nicht nur Ferngläser - vom kleinen APO bis zum 20-Zöller ist so ziemlich alles vertreten. Wer will kann drei Tage und drei Nächte alles durchtesten. Und wer sich mit Experten unterhalten möchte, der wird mit Sicherheit dort einige treffen.
Also, bis zum nächsten ITV...

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
VdS-Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau

http://www.teleskoptreffen.de
http://zellix.bei.t-online.de (Nirostas Teleskopbauseite)
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau (Fachgruppe Selbstbau)
http://www.vds-astro.de/fg-amateurteleskope (Fachgruppe Amateurteleskope)
http://www.vds-astro.de (Vereinigung der Sternfreunde)
 
Re: Ferngläser testen - Veranstaltungstipp

Hi,

auf den Teleskoptreffen stehen doch meist eher die Großfeldstecher im Mittelpunkt. In diesem Thread und meist interessanterweise auch sonst in diesem Forum geht es aber um die handlichen und universal einsetzbaren Geräte. Ist es auf dem ITV möglich, adhoc mal eben einen Test von sagen wir z.B. Nikon SE 12x50 gegen Leica Ultravid 12x50 gegen Zeiss Victory 12x56 zu machen? Oder von Swarovski 15x56 SLC gegen Zeiss 15x60B/GA T gegen Leica Duovid 10+15x50 gegen Minox 15x58 ED BR? Zeiss 20x60S gegen Canon 18x50 IS? Oder einfach nur Swarovski EL 10x42 - Zeiss Victory II 10x40 - Leica Ultravid 10x42 - Nikon SE 10x42 - Nikon HG 10x42 - Swarovski SLC 10x42 usw. usf. Natürlich sind auf dem von mir oben genannten Treffen auch die 10x50/52/56/58 Gläser von Swarovski, Leica, Zeiss, Minox und anderen vorhanden.

Und es ist eben etwas möglich, was in diesem Thread auch gefordert wurde, nämlich der direkte Kontakt zum Hersteller. Gibt es dies alles auch auf dem ITV?

Steve
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben