Das Nobilem 10x50 II
Hallo Frank,
Du hast ja die richtigen Verbindungen! Dann sehen wir mal, ob Herr Zellhuber interessiert ist.
Was das Nobilem anbetrifft, kann ich mich auf Erfahrungen mit zwei Modellen stuetzen: 1. das angesprochene
10x50 (in der Version, die momentan auf dem Markt ist) und 2. das 8x50 der fruehen 90er, das praktisch baugleich
mit dem Octarem ist. Leider wird dieses 8x50 heute nicht mehr gebaut. Ich habe uebrigens einen interessanten
Artikel aus der Jenaer Rundschau von 1985, in dem ueber die Konstruktion des Octarem und Dodecarem berichtet
wird. Herr Sebastian Rabus hat ihn mir gescannt und als .jpg Files gemailed. Hier ist er:
http://de.geocities.com/holger_merlitz/octarem/
Zurueck zum Nobilem 10x50 II. Wenn ich das existierende Nobilem 10x50 mit dem etwas aelteren Nobilem
8x50 und dem Fujinon 10x50 vergleiche, dann fallen mir die folgenden Vorschlaege ein:
1) Sichtfeld: Das Fujinon hat 65 Grad, das Nobilem 10x50 hat etwa 68 Grad (118 m auf 1000, nicht 128 m!),
und das Nobilem 8x50 hat 59 Grad (130 m auf 1000). Ich meine, das neue 10x50 II sollte mindestens 65 Grad
haben, um zur Spitzenklasse zu gehoeren. Man darf auch nicht zu viel verlangen, da wir ja auch eine gute
Randschaerfe und ein moderates Gewicht fordern werden.
2) Randschaerfe: Hier zeigt Fujinon, was der Masstab ist. Durch eine extra Linse (field-flattening, daher das
'F' in Fujinon FMTR-SX) wird eine super Randschaerfe erreicht. Das ist der grosse Trumpf des Fujinon,
und hier muesste das Nobilem II nachlegen. Uebrigens scheint das 8x50 etwas randschaerfer zu sein als das 10x50,
Ersteres hat allerdings auch ein kleineres Sichtfeld.
3) Austrittspupillen-Schnittweite: Beim Fujinon 20mm, beim Nobilem 8x50 19mm, beim Nobilem 10x50 15mm. Es ist
nicht leicht, bei kurzbrennweitigen Okularen eine grosse Schnittweite zu bekommen, daher schneidet das 10x50
wohl schlechter ab als das 8x50. Aber Fujinon kann's, und wir sollten daher auch fuer das Nobilem 10x50 II
fordern: 20 mm Schnittweite!
4) Verguetung: Auch hier ist Fujinon spitze, mit einem patentierten Elektronenstrahl Verfahren (daher
das 'SX' im Namen). Aber die Oberflaechenverguetung ist bei Docter auch sehr gut, und mehr geht halt nicht,
ohne eine neue Fabrik zu bauen.
5) Farbstich: Das aeltere 8x50 hat einen leichten Gelbstich, der im 10x50 nicht mehr zu sehen ist. Ob man da
etwas geaendert hat, oder ob der Gelbstich etwas mit der Verfaerbung des Linsen-Kitts zu tun hat, weiss
ich nicht. Aber ein Top-Glas muss heutzutage neutral sein.
6) Streulicht Unterdrueckung: War beim 8x50 noch nicht so toll, beim 10x50 aber bereits deutlich besser.
Docter benutzt jetzt einen besseren Lack fuer die Innentuben , und hier ist das Nobilem 10x50 sogar besser
als das Fujinon. Also: Weiter so.
7) Gehaeuse/Gewicht: Ich glaube, wir sind uns einig, dass wir nicht 100% Gelaende-Tauglichkeit verlangen
sollten, um das Gewicht nicht zu gross werden zu lassen. Daher: Keine Gummierung! Hier kann das neue
Nobilem 10x50 II sich auch positiv vom Fujinon absetzen, das mit 1.5 kg einfach zu schwer ist. Falls machbar,
sollten wir 1.2 kg als realistischen Wert anstreben.
8) Nicht zu vergessen: Mitteltrieb. Ist bereits im Nobilem 10x50 vorhanden, nicht aber im Fujinon.
Soweit meine Vorschlaege.
Gruss,
Holger