astro_alex80
Aktives Mitglied
Hallo,
in vielen Threads zum Thema Gain-Einstellungen und Nutzung von Low Gain oder High Gain Auslesemodi kommt immer wieder der Punkt, man müsste das mal, jenseits der Theorie, in der Praxis vergleichen.
Das habe ich gemacht und die verfügbare Deepsky Time gestern genutzt, zur Ermittelung der besten Einstellungen für mein nächsten Belichtungsprojekt (Barnard 22 Mosaik).
Aufnahmeequipment:
- QHY268M mit Astronomik Filtern
- TOA 130 mit 0,7 Reducer auf 10m GM1000
Es wurde der DSO Mode bei Gain 0 und HGC Mode bei Gain 56 verglichen.
DSO Mode Gain 0
FW ~85.000 e-
RN 7,8 e-
1,3 e/ADU
HGC Mode Gain 56
FW ~22.000 e-
RN 1,6 e-
0,33 e/ADU
Für beide Modi habe ich im Vorfeld eine Sensoranalyse in SharpCap durchgeführt, zur Nutzung des Exposure Calculator Plugins in N.I.N.A.
Das Exposure Calculator Plugin von Stefan Berg (Hauptentwickler/Erfinder von N.I.N.A.) ermittelt die optimale Belichtungszeit abhängig von read noise und sky glow basierend auf folgenden Grundlagen/Berechnungen:
Recommended Exposure Time = 10 * read noise squared / light pollution rate
where light pollution rate is defined as: (median ADU of a subframe - median of the bias) * electrons per ADU / the length of the exposure
(Quelle: Plugin Beschreibung)
Im DSO Modus waren das 45,xx Sekunden > belichtet wurden 60 Sekunden
im HGC Modus waren das 7,xx Sekunden > belichtet wurden 10 Sekunden
(Ermittelung zum Start der Aufnahmeserie, mit Objekt im Bild)
Aufnahmezeitpunkt, 01.02. ab 20:30h bis Mondhöhe -1° (ca. 01:05) mit einer kurzzeitigen 8 min Unterbrechung und dem üblichen Overhead (Dithering, Autofokus, Recenter, Meridian-Flip).
SQM laut ASTAP 18,9 mag zu Beginn der Serie und 19,2 zum Ende, also nicht sehr vielversprechende Werte für einen Dunkelnebel.
Die Belichtungen entstanden an der Costa del Sol, Dachterrasse in ca. 30m Höhe und in unmittelbarer Meeresnähe, also bei weitem keine Sierra Nevada Bedingungen.
Temperatur zum Aufnahmestart 12,6°C und 72% RH, um 01:05h 9,9°C und 78% RH) - also wirklich nicht gut.
Aufgenommen wurde ausschließlich mit L-Filter in durchlaufender Rotation mit dem Ziel großmöglichste Vergleichbarkeit zu schaffen:
18 x 10 sek HGC Mode gefolgt von 3 x 60 sek DSO Mode und wieder von vorn.
Herausgekommen sind dabei:
104 x 60 sek = 6.240 Sekunden
624 x 10 sek = 6.240 Sekunden
unklaibrierte Integration mittels WBP-Script in PI mit PSF Signal Weighting.
numerische Ergebnisse aus PI:
SNRView Script:
SNR = 52.75 db, K masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_10_00s_FILTER_L_mono_integration
SNR = 51.21 db, K masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_60_00s_FILTER_L_mono_integration
NoiseEvaluation Script:
masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_10_00s_FILTER_L_mono_integration
Scaled Noise Evaluation Script v2.1.1
Ch | noise | count(%) | layers |
---+-----------+-----------+--------+
0 | 4.094e-01 | 64.78 | 4 |
---+-----------+-----------+--------+
masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_60_00s_FILTER_L_mono_integration
Scaled Noise Evaluation Script v2.1.1
Ch | noise | count(%) | layers |
---+-----------+-----------+--------+
0 | 4.128e-01 | 67.08 | 4 |
---+-----------+-----------+--------+
Subframe Selector:
Unkalibrierter Stack da ich für die Aufnahmen im DSO Mode noch keine Flats habe.
Die mache ich normal erst einige Zeit nach Sonnenuntergang zur Vermeidung von eventuellem Streulicht.
Ich gehe aber nicht davon aus, dass der Unterschied zwischen beiden Modi erheblich ausfällt, ob regelkonform kalibriert oder nicht.
Reiche die Ergebnisse nach korrekter Kalibrierung aber gerne nach und stelle auch gerne die Stacks zur Verfügung.
So wie es aussieht sind, rein von der Statstik her, die kürzeren Belichtungen im HGC Mode etwas im Vorteil.
Nicht unerwähnt bleiben sollte und wir reden hier von einer Monokamera:
104 x 60 Sek = 5,05 GB Speicher
624 x 10 Sek = 30,3 GB Speicher plus erheblich längere Laufzeit für Weighting, Registrierung, Integration
Ebenfalls, da mich etwas gewundert hat, dass von den 4:30h potentieller Aufnahmezeit nur ~ 3:30h belichet wurden (Ausschuss 3 Frames à 10 Sek).
Zwischen den Aufnahmen liegen 2 Sekunden (Bilddownload + Platesolving wegen mögl. Drift) das macht bei total knapp 730 Aufnahmen 24 Minuten (!) verlorene Belichtungszeit.
Durch Autofokusläufe sind auch nochmal gut 20 Min verloren gegangen (die Länge pro Durchlauf und Häufigkeit muss ich noch optimieren) + Flip + Unterbrechung.
Was ist Eure Meinung zu dem Vergleich und den Werten?
Natürlich ist ein solcher Dunkelnebel unter einem 18,9 mag Himmel, mit den geschilderten Bedingungen am Meer eine Herausforderung, eventuell sogar Sinnlosigkeit und vielleicht nacht ein solcher Gain / Modi-Vergleich an einem helleren, kontrastreicheren Objekt mehr Sinn.
Viele Grüße,
Alexander
in vielen Threads zum Thema Gain-Einstellungen und Nutzung von Low Gain oder High Gain Auslesemodi kommt immer wieder der Punkt, man müsste das mal, jenseits der Theorie, in der Praxis vergleichen.
Das habe ich gemacht und die verfügbare Deepsky Time gestern genutzt, zur Ermittelung der besten Einstellungen für mein nächsten Belichtungsprojekt (Barnard 22 Mosaik).
Aufnahmeequipment:
- QHY268M mit Astronomik Filtern
- TOA 130 mit 0,7 Reducer auf 10m GM1000
Es wurde der DSO Mode bei Gain 0 und HGC Mode bei Gain 56 verglichen.
DSO Mode Gain 0
FW ~85.000 e-
RN 7,8 e-
1,3 e/ADU
HGC Mode Gain 56
FW ~22.000 e-
RN 1,6 e-
0,33 e/ADU
Für beide Modi habe ich im Vorfeld eine Sensoranalyse in SharpCap durchgeführt, zur Nutzung des Exposure Calculator Plugins in N.I.N.A.
Das Exposure Calculator Plugin von Stefan Berg (Hauptentwickler/Erfinder von N.I.N.A.) ermittelt die optimale Belichtungszeit abhängig von read noise und sky glow basierend auf folgenden Grundlagen/Berechnungen:
Recommended Exposure Time = 10 * read noise squared / light pollution rate
where light pollution rate is defined as: (median ADU of a subframe - median of the bias) * electrons per ADU / the length of the exposure
(Quelle: Plugin Beschreibung)
Im DSO Modus waren das 45,xx Sekunden > belichtet wurden 60 Sekunden
im HGC Modus waren das 7,xx Sekunden > belichtet wurden 10 Sekunden
(Ermittelung zum Start der Aufnahmeserie, mit Objekt im Bild)
Aufnahmezeitpunkt, 01.02. ab 20:30h bis Mondhöhe -1° (ca. 01:05) mit einer kurzzeitigen 8 min Unterbrechung und dem üblichen Overhead (Dithering, Autofokus, Recenter, Meridian-Flip).
SQM laut ASTAP 18,9 mag zu Beginn der Serie und 19,2 zum Ende, also nicht sehr vielversprechende Werte für einen Dunkelnebel.
Die Belichtungen entstanden an der Costa del Sol, Dachterrasse in ca. 30m Höhe und in unmittelbarer Meeresnähe, also bei weitem keine Sierra Nevada Bedingungen.
Temperatur zum Aufnahmestart 12,6°C und 72% RH, um 01:05h 9,9°C und 78% RH) - also wirklich nicht gut.
Aufgenommen wurde ausschließlich mit L-Filter in durchlaufender Rotation mit dem Ziel großmöglichste Vergleichbarkeit zu schaffen:
18 x 10 sek HGC Mode gefolgt von 3 x 60 sek DSO Mode und wieder von vorn.
Herausgekommen sind dabei:
104 x 60 sek = 6.240 Sekunden
624 x 10 sek = 6.240 Sekunden
unklaibrierte Integration mittels WBP-Script in PI mit PSF Signal Weighting.
numerische Ergebnisse aus PI:
SNRView Script:
SNR = 52.75 db, K masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_10_00s_FILTER_L_mono_integration
SNR = 51.21 db, K masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_60_00s_FILTER_L_mono_integration
NoiseEvaluation Script:
masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_10_00s_FILTER_L_mono_integration
Scaled Noise Evaluation Script v2.1.1
Ch | noise | count(%) | layers |
---+-----------+-----------+--------+
0 | 4.094e-01 | 64.78 | 4 |
---+-----------+-----------+--------+
masterLight_BIN_1_6252x4176_EXPOSURE_60_00s_FILTER_L_mono_integration
Scaled Noise Evaluation Script v2.1.1
Ch | noise | count(%) | layers |
---+-----------+-----------+--------+
0 | 4.128e-01 | 67.08 | 4 |
---+-----------+-----------+--------+
Subframe Selector:
Unkalibrierter Stack da ich für die Aufnahmen im DSO Mode noch keine Flats habe.
Die mache ich normal erst einige Zeit nach Sonnenuntergang zur Vermeidung von eventuellem Streulicht.
Ich gehe aber nicht davon aus, dass der Unterschied zwischen beiden Modi erheblich ausfällt, ob regelkonform kalibriert oder nicht.
Reiche die Ergebnisse nach korrekter Kalibrierung aber gerne nach und stelle auch gerne die Stacks zur Verfügung.
So wie es aussieht sind, rein von der Statstik her, die kürzeren Belichtungen im HGC Mode etwas im Vorteil.
Nicht unerwähnt bleiben sollte und wir reden hier von einer Monokamera:
104 x 60 Sek = 5,05 GB Speicher
624 x 10 Sek = 30,3 GB Speicher plus erheblich längere Laufzeit für Weighting, Registrierung, Integration
Ebenfalls, da mich etwas gewundert hat, dass von den 4:30h potentieller Aufnahmezeit nur ~ 3:30h belichet wurden (Ausschuss 3 Frames à 10 Sek).
Zwischen den Aufnahmen liegen 2 Sekunden (Bilddownload + Platesolving wegen mögl. Drift) das macht bei total knapp 730 Aufnahmen 24 Minuten (!) verlorene Belichtungszeit.
Durch Autofokusläufe sind auch nochmal gut 20 Min verloren gegangen (die Länge pro Durchlauf und Häufigkeit muss ich noch optimieren) + Flip + Unterbrechung.
Was ist Eure Meinung zu dem Vergleich und den Werten?
Natürlich ist ein solcher Dunkelnebel unter einem 18,9 mag Himmel, mit den geschilderten Bedingungen am Meer eine Herausforderung, eventuell sogar Sinnlosigkeit und vielleicht nacht ein solcher Gain / Modi-Vergleich an einem helleren, kontrastreicheren Objekt mehr Sinn.
Viele Grüße,
Alexander