Miop wrote:
>also ich bin ebenfalls der Meinung, daß verdünnte
>Salpetersäure besser ist als konzentrierte. Nicht nur wegen
>der geringeren Gesundheitsgefahr (Ätzen, Dämpfe).
>Zitat "Holleman-Wiberg" (Die Bibel der anorganischen
>Chemie): "In Salpetersäure löst sich Silber leicht, in
>konz. Salpeter- oder Schwefelsäure erst bei erhöhter
>Temperatur (Bildung einer schwerlöslichen Schutzschicht von
>AgNO3 bzw. Ag2SO4). [...]
Das ist in der Tat richtig. Da es in erster Linie darum
ging, ob es sich um Silber oder Al handelt, hatte
ich den Rest nur skizziert und diesen Punkt in der
Eile etwas nachlässig beschrieben.
In der Praxis dürfte eine halbkonzentrierte Salpetersäure
Silber vermutlich bei Raumtemperatur am besten lösen.
Damit habe ich schon Kupfer/Silber-Proben (überwiegend
Cu-Pulver) in der Analytik aufgelöst. Innerhalb von wenigen
Sekunden lösen die sich damit auf.
Nennenswerte Mengen nitroser Gase dürften bei einem
normalen Teleskopspiegel deshalb nicht entstehen, da die
Silberschicht nur hauchdünn (vielleicht 100 Nanometer, 68
nm gelten bei Born/Wolf bereits als dicke Schicht mit den
optischen Eigenschaften einer unendlich dicken
Silberscheibe) ist.
Daher wird nur eine sehr geringe Stoffmenge Silber gelöst.
(Beim Versilbern landet die Hauptmenge des eingesetzen
Silbernitrats nämlich im schwammigen Produkt, das sich
auf der Oberfläche absetzt, wenn man es nicht während des
Versilberns mit Verbandwatte wegwischt).
Trotzdem sollte man das im Freien machen.
>Gegen Ätzalkalien [z.B. >Natronlauge] ist Silber besonders
>widerstandsfähig, [...]"
Richtig, das wäre sinnlos.
>Ich glaube, daß man Silber auch in einer Mischung von
>Wasserstoffperoxid und Ammoniak lösen kann, hab das aber
>auf die schnelle nicht in der Literatur gefunden, sollte
>aber aufgrund der Redox-Potentiale möglich sein.
Möglich wäre sicherlich ein Auflösen mit einer
Ammoniumperoxodisulfatlösung (etwa als Ätzmittel bei
Conrad etc. erhältlich), wenn es nötig ist, das
Silber zu entfernen. Auf eine Erneuerung der
Silberschicht habe ich kürzlich bei mir jedoch verzichtet.
Ein Polieren reichte völlig und versilberte
Vorderflächenspiegel, die nach dem Brashear-Verfahren
versilbert wurden, lassen sich lt. Lit. bis zu 50 Mal
trocken polieren.
>Daß manche den Rohling vor dem Versilbern mit konz.
>Salptersäure reinigen, soll vermutlich eine Entfettung
>bewirken, da dieses dann oxidiert und gelöst wird.
Ja, das wird für den reinen Glasrohling in der Fachliteratur
empfohlen.
>Das könnte man aber auch mit einem Lösungsmittel wie z.B.
>Aceton o.ä. versuchen.
Das ist leider sehr problematisch. Oft sind selbst in
reinem Aceton geringe Mengen von Verunreinigungen gelöst,
so dass man so nach meinen Erfahrungen das Problem bei
einem frisch polierten Rohling nur verschlimmert.
Entsprechend rät auch die Literatur davon ab.
Ich habe vor Jahren vor dem Versilbern nur konz. HNO3 zur
Reinigung der Glasoberfläche des polierten Rohlings
eingesetzt.
Das war jedoch, wie sich jetzt zeigte, evtl. nicht ganz
ausreichend.