Erste Beobachtung mit Teleskop

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ovy200_1000

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Hallo Astronomiefreunde,

ich habe vom Weihnachtsmann (meine Frau) ein Teleskop (Skywatcher Teleskop N 200/1000 Explorer BD NEQ-5) geschenkt bekommen.

Gestern hatte ich dann die Möglichkeit dies auf unserer Südterrasse aufzubauen und endlich meinem Hobby nachzugehen.

Aus den Beschreibungen des Teleskops habe ich entnommen, dass hiermit Deepsky-Objekte mit ersten Details gesehen werden können.

Ich habe dann mein Glück beim Andromedanebel (M31) und Pferdekopfnebel versucht und, ohne es spannend machen zu wollen, habe nicht viel sehen können.

Jetzt die Frage an Euch...was mache ich falsch? Beobachtet habe ich mit einem Omegon LE Planetary Okular 6mm 1,25'' und 10mm Super Plössl.

Danke für Eure Tips.
 
Hallo Christian,

ein 8-Zöller ist ein tolles Gerät.

Der Pferdekopfnebel ist allerdings kein Einsteigerobjekt. Da musst du wirklich dunklen Himmel haben, dann siehst du mit Filterhilfe vielleicht eine Einbuchtung in dem Nebel (IC 434).

Ich weiß zwar nicht wie hell Ibbenbüren ist (du hast das Pech, dass Richtung Süden der Ruhrpott ist), aber neblige/diffuse Objekte machen aus der Stadt raus wenig Spaß. Darum kann ich auch hier nur den vielzitierten Tipp geben: Noch wichtiger als die Öffnung ist ein möglichst dunkler Himmel. Einige nehmen dafür sogar eine Stunde Anfahrt in Kauf. Darum heißt es bei Neumond raus auf's Land. Erst ab einem Himmel mit einer Grenzgröße von 6,0mag macht die Beobachtung von winzigen Galaxien und lichtschwachen Nebeln wirklich Spaß.

Selbst bei den hellen Galaxien sieht man bei Stadtlicht nur die Kernbereiche. Bei M 31 (und den beiden Begleitern) und dunklem Himmel kann man angedeutet auch die beiden Staubbänder wahrnehmen. Dann fällt auch NGC 206 innerhalb der Galaxienscheibe auf und außerdem kann man sich mit einer genauen Karte auf die Suche nach M 31-Kugelsternhaufen machen.

Aus lichtverschmutzten Gebieten sind natürlich neben Mond und Planeten am ehesten Sternhaufen (M 35, M 41, die drei Messiers im Fuhrmann, M 46 mit Planetarischem Nebel, Doppelsternhaufen im Perseus) lohnenswert.

Auch den Orionnebel (M 42) kannst du aus der Stadt raus versuchen. Der ist wirklich hell und nicht so diffus wie eine Galaxie. Aber du wirst Augen machen, wenn du den mal unter dunklem Himmel gesehen hast.
 
Hallo Christian,

vielleicht darf ich noch anmerken, dass du zu hoch vergrößerst. Mit deinem "kleinsten" Okular, dem 10mm, hast du eine Vergrößerung von 100x und nur einen Himmelsausschnitt von gerade mal einem drittel Grad (grob gerechnet). Mit dem 6er ist es noch extremer. Andromeda bekommst du ja dann nicht mal in der Gänze in dein Gesichtsfeld, das macht natürlich keinen Spaß. Auch den Orionnebel hast du dann nur im Detail, aber nicht in seiner gesamten Schönheit. Fang erst mal mit kleinen Vergrößerungen an und taste dich langsam an die höheren ran. Manche Objekte machen nur Spass mit einer geringen Vergrößerung.

Viele Grüße
Markus
 
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Ich nochmal kurz: auf der Seite http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php kannst du deine Teleskopdaten eingeben, verschiedene Objekte auswählen und mit verschiedenen Vergrößerungen "spielen". Es gibt einem dann einen groben Eindruck von dem, was man zu sehen bekommen wird. Und Andromeda mit 10 oder 6mm sieht gar net toll aus ;)

Viele Grüße
Markus
 
Moin Christian!

Das Equipment ist ja mehr als ausreichend, um schöne DSO-Beobachtungen zu machen. Du hast aber leider zwei typische Anfängerfehler gemacht: Zu hohe Vergrößerung und falsche Objektauswahl.

Tip: Besorge Dir bspw. den Karkoschka "Atlas für Himmelsbeobachter" (Kosmos Verlag), den Vizi "Sternatlas" ( Händlerlink ) oder den "Deepsky-Reiseatlas" (Oculum Verlag). Da sind die Objekte nach Schwierigkeitsgrad geordnet und beschrieben. Neben dem immer wieder sehenswerten Orionnebel wimmelt der Wintersternhimmel nur so von Offenen Sternenhaufen, die für Dein Teleskop leicht erreichbar sind.
 
Hallo Zusammen,

vielen Dank schon mal für die vielen Tipps und Rückmeldungen. Der Hinweis auf die Seite der Sternenfreunde-Münster ist gut. So kann man sich als Einsteiger mal ein Bild davon machen, was einen erwartet.

Vielleicht könnt ihr mir ja noch sagen, welche Okulare ich noch gebrauchen könnte.
 
Hallo Christian,

als Anhaltspunkt kann man ja auch mal auf die oben verlinkte Seite sehen. Als minimale Vergrößerung spuckt es dir ein Okular mit 34,5mm aus. Evtl. käme dann eines mit 32mm in Frage, so als Übersichtsokular? Ich bin allerdings zu unerfahren, um da detaillierte Okularempfehlungen zu geben. Eventuell hilft dir ja das: http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html Sind eben nur Vorschläge für f6-Geräte und nicht für f5. Aber evtl. hilft es ja ganz gut, um die Problematik zu überreißen.

Ich wünsch dir noch ein glückliches Händchen bei der Okularwahl!
Markus
 
Hallo Christian,

so ein vorgeschlagenes 32mm ist nicht schlecht, wenn es aber schon ein Okular für immer sein darf, kann ich nur das 35mm Panoptic empfehlen. Das möchte ich nicht missen. Und an f/5 sollte das auch noch eine gute Figur machen.
 
Hallo Christian,

Ibbenbüren ist nun nicht so weit von Münster entfernt. Vielleicht magst Du bei den Treffen unserer Anfängergruppe vorbeischauen: jeden dritten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Naturkundemuseum (läuft noch bis April); der neue Kurs startet im September. Termine / Infos zum Anfängerkurs

Der Einstieg ist auch für Nichtmitglieder jeder Zeit möglich und das Ganze kostet Dich keinen Cent.

Okulare:
Ein gutes Übersichtsokular ist anschaffenswert! Ich beobachte seit über 20 Jahren mit einem Newton 200/1000 und es ist mir noch nicht gelungen, den Himmel "leerzufischen" :) Für Deep-Sky (große Gasnebel) benutze ich ein TV 32mm Widefield, AP6.4mm (Vorgänger der Panoptic, mein Tipp: das 35er Panoptic); für Galaxien, Planetarische Nebel ein 17er Nagler, AP3.4mm und ein 11er Nagler (AP2.4mm) für kleinere Deep-Sky Objekte. Sieht man von Planeten ab, benötigt man nicht mehr und: lieber teurere Okulare, die man im Laufe der Jahre dazu kauft, als ein Set Billigheimer, die bei f=5 auf Dauer unbefriedigend sind (Einsteiger stört das zu Beginn eher nicht)!

Dunkler Himmel:
Aus Ibbenbüren heraus macht DS keinen Spaß, aber nur ein paar Kilometer südlich am Fuß des Teuto findest Du die dunkelsten Ecken des Münsterlandes (SQM 21.3), da haben wir auch schon mal den Triangulumnebel (M 33) mit bloßem Auge gesichtet.


clear skies
Michael


@Nico:
Ich weiß zwar nicht wie hell Ibbenbüren ist (du hast das Pech, dass Richtung Süden der Ruhrpott ist)
Vom Ruhrgebiet sieht man von dort nichts... . Alles was etwas stört sind Osnabrück im NO und Münster im W.
 
Hallo Nico,

den Wert hat Andreas Hänel vom Planetarium Osnabrück (Leiter der VdS-Fachgruppe Darksky) gemessen. Ich ermittele bei Beobachtungen immer die fst im Kleinen Wagen. Der Schnitt liegt bei 6.0 bis 6.3, ganz selten mal bei 6.7. Ein Faktor ist, dass einige der umliegenden Gemeinden ab 1 Uhr die Straßenbeleuchtungen dimmen. Bei sehr feuchter Luft oder Pollenflug sinkt die fst auch schon mal auf 5.5m.

Gruß
Michael

PS: ist ein SQM-L
 
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Hallo,

Sky Quality Meter für SQM habe ich im Netz ja rasch gefunden, für fst habe ich aber keine vernünftige Bedeutung in astronomischem Zusammenhang gefunden. Könnte mich bitte jemand aufklären? Ich vermute etwas mit "faint star".

Gruß, Günther.
 
Hallo Günther,

fst steht für "faintest star", schwächste mit bloßem Auge sichtbare Sterne. In manchen Publikationen werden für jede Jahreszeit verschiedene Himmelsregionen angegeben, die man hierfür nutzen kann. Ich beschränke mich immer auf den Kleinen Wagen, wenn dieser nicht gerade seine untere Kulmination durchläuft (alternativ: Cepheus). Sterne im Zenit nutze ich nicht, da hier immer wieder andere Sternbilder durchlaufen und ich so in meinen Beobachtungsnotizen einen besseren Vergleich über größere Zeiträume habe.

Google liefert diese schöne Erläuterung von Andreas Hänel ganz oben in den Suchergebnissen.

Diese deutsche Seite ist auch gut.

Google "faintest star"



Gruß
Michael

 

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Danke. Wäre das Wort Grenzgröße benutzt worden, ... aber es muss ja heutzutage immer alles englisch sein. ;)

GG
 
Hallo Nico,

...mal nicht zu viel versprechen und realistisch bleiben... Sicherlich kann man auch mit einem guten 8" bereits einige hübsche Sachen sehen. Ich möchte da Christian wirklich nicht die Freude am neuen Teleskop nehmen. Für Kugelsternhaufen bei M31 unter nicht komplett dunklem Himmel ist das allerdings selbst für einen erfahrenen Beobachter schon ein wenig grenzwertig. Entweder brauchst du da für die helleren einen ca. 10-12" oder einen super Himmel besser als 7 mag. Ich spreche auch vom ansatzweise "Unterscheiden" von den schwachen Vordergrundsternen. Gleichzeitig muss auch noch das Seeing relativ gut sein, sonst ist's mit der Unterscheidung gar nix, da die Sterne sonst zu sehr aufgebläht sind.

P.S.: Für einen Anfänger ohne Beobachtungserfahrung ist das von mir Dargestellte ohnehin kaum zu machen. Natürlich ist es schon richtig zu ermutigen und die potenzielle Leistungsgrenze des Teleskops ein wenig zu beschreiben...nur, man sollte dabei halt realistisch bleiben, sonst schadet es vielleicht eher als es nützt. ;)

Viele Grüße
Werner
 
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Hallo.

Sicherlich kann man auch mit einem guten 8" bereits einige hübsche Sachen sehen.

Mit acht Zoll Öffnung kann man sehr viele, auch sehr schwache Objekte beobachten.

Wie auch Nico schon schrieb:

Noch wichtiger als die Öffnung ist ein möglichst dunkler Himmel.

ist ein dunkler Himmel sehr wichtig.

Für Kugelsternhaufen bei M31 unter nicht komplett dunklem Himmel ist das allerdings schon ein wenig grenzwertig.

Davon ist ja auch nicht die Rede, siehe oben:

Bei M 31 (und den beiden Begleitern) und dunklem Himmel

Die hellen Kugelsternhaufen sind machbar, ich habe sie schon selbst mit acht Zoll beobachtet. Wichtig ist eine genaue Karte, die gibt es im WWW zur genüge.

Für einen Anfänger ohne Beobachtungserfahrung ist das von mir Dargestellte ohnehin kaum zu machen.

Jeder "Anfänger" lernt von Beobachtung zu Beobachtung dazu. Die Erfahrung kommt mit der Zeit.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Gerd,

ja, klar kann man viele schwache Objekte sehen, habe ich doch gar nicht bestritten...Auch Christian wird dies selbstverständlich in nicht allzu langer Zeit alles sehen, davon bin ich überzeugt.

Mag auch sein, daß du als erfahrener Beobachter Kugelhaufen in M31 unter sehr guten Bedingungen mit 8" "gesehen" hast. Aber mal ehrlich...was hast du denn gesehen? Einen super schwachen Punkt, den du so gut wie nicht von den Vordergrundsternen unterscheiden kannst und welchen du mit einer Aufsuchkarte identifiziert hast. Konntest du diesen Punkt aber klar flächig erkennen und von den gleich schwachen Vordergrundsternen unterscheiden...? Darum ging es mir u.a. Und bitte schau dir noch mal den Bericht von Christian genau an...da ging es um ganz elementare Dinge, o.k?!

Gruß
Werner


 
aber sicher doch...du konntest es KLAR erkennen. ;)




 
Wenn du es so KLAR erkennen kannst, benötigst du keine Aufsuchkarten, wofür? Denn du kannst es ja von den Vordergrundsternen "klar" unterscheiden.

Ich beobachte diese Kugelsternhaufen in M31 schon eine ganze Weile in größeren Instrumenten unter sehr guten Bedingungen und kenne denn Anblick ziemlich gut. Du solltest hier besser nichts suggerieren, was einfach nicht sehr realistisch ist. Ich habe auch schon sehr oft durch viele verschiedne 8" Teleskope geschaut, habe selber eines besessen und kenne das Potenzial recht gut.

Gruß
Werner
 
Ich will ja hier nicht rumstrebern, aber ihr wißt schon noch, um was es eigentlich ging in diesem Thread?

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Zusammen,

es wurde jetzt schon häufiger hier der dunkle Himmel angesprochen.

Darf ich davon ausgehen, dass der Himmel bei mir recht dunkel ist, wenn ich die Andromedagalaxie mit bloßem Auge als diffuse Stelle am Himmel erkennen kann?
 
Hallo Christian, hallo Tobiasz,

wenn neben M31 dann noch h und chi Persei mit bloßem Auge zu sehen sind, kann man schon recht zufrieden sein. ;)

Gruß,
Stefan
 
Hallo Christian,

die Sichtung von M31 mit dem bloßen Auge ist kein verläßliches Maß für die Qualität der Transparenz, bzw. des dunklen Himmels. M31 kann man bereits bei weniger gutem Himmel sichten. Bei sehr klarer Luft gelingt dies sogar bereits am schon deutlich lichtverschmutzten Vorstadthimmel. Die weiter oben dargestellten verschiedenen Helligkeiten z.B. im kleinen Wagen sind ein weit besseres Maß für die Bestimmung der Transparenz. Die Qualität kann man mittels verschieden Skalen in Klassen einteilen, z.B. die Bortle Skala. Die besten 2 Klassen (Bortle 1 u.2) sollen in Mitteleuropa nicht mehr auftreten, wobei es Ausnahmenächte wie auf dem ITT 2011 auf der Emberger Alm geben kann, welche noch auf ca. Bortle 2 kommen.

Wenn du die Himmelsqualität mit dem bloßen Auge an Deep-Sky Objekten festmachen möchtest gibt es andere Objekte, welche aussagekräftiger sind. Wenn du z.B. in der Lage bist, M33 mit dem bloßen Auge zu sichten, kannst du davon ausgehen, daß der Himmel schon recht dunkel ist. Bei außergewöhnlich dunklem Himmel + sehr geübtes Auge gibt es in USA Berichte über z.B. Sichtungen von M81.

Bitte beachte dabei auch, daß eine Beobachtung mit dem "bloßen Auge" ein subjektives Maß ist, denn nicht jeder sieht gleich gut. Abhilfe kann hierbei die ordnungsgemäße Verwendung eines Sky-Quality-Meter schaffen, welches eine genauere Bestimmung zuläßt.

Gruß
Werner
 
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