Erste Beobachtung: Top - zweite Beobachtung: Flop

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grhansolo

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Hallo,

ich habe mein Skywatcher 8 Zoll Dobson seit ca. 3 Wochen. Bisher war ich zweimal schauen. Beim erstenmal hier direkt in der Nähe im Rheintal. Beim erstenmal konnte ich gleich Jupiter mit Strukturen und Monden, sowie den Saturn mit seinen Ringen prima finden und erkennen. Ein wirlich tolles Erlebnis.

Beim zweitenmal bin ich nun etwas weiter raus gefahren, auf einen Berg tief im Schwarzwald, der laut den Sternfreunden Ortennau als besonders guter Standort empfohlen wird. Ich habe gewartet bis der Mond eine halbe Stunde untergegangen war, anschließend habe ich losgelegt und wollte meine ersten Deep Sky Beobachtungen machen.

Gleich am Anfang habe ich festgestellt, dass der Himmel beim angelich so guten Standort irgendwie viel weniger schwarz als in der Rheinebene gewirkt hat. Könnt ihr mir sagen woran das gelegen haben kann? Eigentlich hätte der Himmel an diesem Standort doch viel dunkeler bzw. schwärzer sein müssen?

Hat das vielleicht daran gelegen, dass der Mond erst eine halbe Stunde hinter dem Horizont verschwunden war?

Kann es sein, dass das Seeing auf dem Berg im Schwarzwald viel schlechter war als eine Woche zuvor in der Rheinebene und das ich in der Rheinebene deshalb einen besseren Himmel hatte, obwohl die Rheinebene eigentlich schlechter ist als der Berg im Schwarzwald? Da fährt man eine Stunde tief in den Schwarzwald und sieht dort weniger als in der Rheinebene. Wie soll ich denn im Vorfeld wissen wie gut die Seeing Bedingungen sind so das ich entscheiden kann ob es Sinn macht eine Stunde in den tiefen Schwarzwald zu fahren?

Als ich mir auf dem Berg im Schwarzwald M31 angschaut habe war ich ziemlich entäuscht. Habe mir M31 einmal mit einem 32mm Omegon 2" Weitwinkelokular angeschaut und einmal mit einme 6mm 1,25" Omegon Okular. Bei beiden Okularen habe ich nur einen weißen milchigen Fleck erkannt, leider keine Spiralarme. Kann man mit einem 8" Dobson überhaupt Spiralarme bei M31 erkennen oder brauche ich dafür ein größeres Teleskop?

Welche Objekte wären basierend auf meinem Wissensstand die nächsten interssanten Objekte die ich mit dem Teleskop beobachten könnte? Habt Ihr Tipps? Ich hätte mir ja gerne einen Emisonsnebel, einen Reflexionsnebel einen Dunkelnebel oder einen planetarischen Nebel angeschaut, wenn ich allerdings M31 so schlecht erkennen kann, dann macht das Aufsuchen der anderen Nebel wohl noch weniger Sinn, da ich hier wohl noch weniger als bei M31 sehen würde. Fazit: 8" Dobson verkaufen und 12" Dobson kaufen, damit ich mehr erkennen kann.

Ich würde mich sehr über Rückmeldungen zu meinen, teilweise sehr frustierenden, Erfahrungen freuen.
 
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Hallo Robert,

ich biete schon mal 50,- für Deinen kompletten 8", aber nur wenn Du mir ihn auf den Hof stellst und 100,- danach für den 12"... ;)

Spaß beiseite:
Hier http://forum.astronomie.de/phpapps/...62/Re:_Ein_paar_Tipps_für_meine_e#Post1292962
hast Du ja schon jede Menge Tipps bekommen.

Klar kann der Himmel überall mal besser oder mal schlechter sein als bei Dir zuhause. Realistischere Messungen über die Himmelshelligkeiten bekommst Du mit einem SQM-L:
https://www.teleskop-express.de/sho...nse---Helligkeitsmessung-des-Nachthimmel.html

Musst halt Geduld haben und nicht gleich visuell (M31 mal ausgenommen) mit den schwierigsten Sachen wie Galaxien und Nebeln beginnen. Vermutlich hast Du visuell Anblicke wie von Fotos erwartet, die viele Stunden aufgenommen und tagelang nachbearbeitet wurden.
Ich würde Dir aber nun nicht zu einer Astro-Kamera etc. raten...

Jetzt ist Sternhaufen-Zeit, Saturn und Mond rufen, genauso wie diverse Mehrfach-Sternsysteme.

P.S: Heute scheint's klar zu werden. Ran an's Okular!

P.S2. Wenn schon Planetarer Nebel, dann den hellen M57 Ring-Nebel in der Lyra. Wirst staunen, wie klein der ist.
 
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Hi!
Zitat von grhansolo:
Gleich am Anfang habe ich festgestellt, dass der Himmel beim angelich so guten Standort irgendwie viel weniger schwarz als in der Rheinebene gewirkt hat. Könnt ihr mir sagen woran das gelegen haben kann? Eigentlich hätte der Himmel an diesem Standort doch viel dunkeler bzw. schwärzer sein müssen?

Hat das vielleicht daran gelegen, dass der Mond erst eine halbe Stunde hinter dem Horizont verschwunden war?
Kann daran gelegen haben, kann an hohe Luftfeuchtigkeit gelegen haben, kann auch andere Ursachen gehabt haben.

Kann es sein, dass das Seeing auf dem Berg im Schwarzwald viel schlechter war als eine Woche zuvor in der Rheinebene und das ich in der Rheinebene deshalb einen besseren Himmel hatte
Nein, denn das Seeing ist die Luftunruhe, nicht die Durchsicht oder Lufttrübung!

Als ich mir auf dem Berg im Schwarzwald M31 angschaut habe war ich ziemlich entäuscht. Habe mir M31 einmal mit einem 32mm Omegon 2" Weitwinkelokular angeschaut und einmal mit einme 6mm 1,25" Omegon Okular. Bei beiden Okularen habe ich nur einen weißen milchigen Fleck erkannt, leider keine Spiralarme. Kann man mit einem 8" Dobson überhaupt Spiralarme bei M31 erkennen oder brauche ich dafür ein größeres Teleskop?
Geht man von 1,2 m Brennweite aus, dürfte M31 das Gesichtsfeld gesprengt haben. Der weiße Fleck war wahrscheinlich der Kern. Um Spiralarme zu sehen, braucht es einen spitzenmäßigen Himmel mit extremer Durchsicht und möglichst ohne störendes Fremdlicht. Sinnvoll wäre wegen des größeren Gesichtsfeldes ein kleineres Teleskop.

Welche Objekte wären basierend auf meinem Wissensstand die nächsten interssanten Objekte die ich mit dem Teleskop beobachten könnte? Habt Ihr Tipps? Ich hätte mir ja gerne einen Emisonsnebel, einen Reflexionsnebel einen Dunkelnebel oder einen planetarischen Nebel angeschaut, wenn ich allerdings M31 so schlecht erkennen kann, dann macht das Aufsuchen der anderen Nebel wohl noch weniger Sinn, da ich hier wohl noch weniger als bei M31 sehen würde.
Erster Rat: Karkoschka kaufen. Der "Atlas für Himmelsbeobachter" ist praktisch.

Zweiter Rat: Bleib vorerst weg von Reflexionsnebeln, Dunkelnebeln, reinen H-beta-Objekten, M31, M33 und M101. Die meisten Reflexionsnebel sind zu schwach, die meisten Dunkelnebel zu ausgedehnt, die reinen H-beta-Objekte zu schwach und daher selbst mit Filter kaum sichtbar, M31 ist zu ausgedehnt für Dein Teleskop, M33 hat zu wenig Flächenhelligkeit und M101 auch.

Dritter Rat: An Emissionsnebeln gibt zur Zeit ganz nette in der Nähe zum Milchstraßenzentrum, besonders M8 und M17.

Ein Dunkelnebel ist verantwortlich für die Gabelung der Milchstraße im Schwan, dafür nimmt man die bloßen Augen.

Reflexionsnebel sind im Sommer keine relevanten zu sehen, einfach warten.

Dafür gibt es zwei Paradebeispiele für planetarische Nebel, nämlich M27 (Hantelnebel) und M57 (Ringnebel in der Leier).

Leichter zu finden sind offene und Kugelsternhaufen sowie Doppelsterne. Ein paar Vorschläge:

Doppelsterne: Albireo und epsilon Lyrae
Kugelsternhaufen: M5, M13, M15
Offene Sternhaufen: M11, h und chi Persei

Kannst mal Galaxien probieren: M51, M81, M82

Vierter Rat: Ein paar weitere Okulare wären nicht schlecht, z.B. mit ungefähr 15 mm Brennweite und etwa 10 mm Brennweite.

Viel Erfolg wünscht

fquadrat
 
Hallo Robert,

ich kann dir auch erstmal M57 in der Leier empfehlen. Er erscheint uns zwar nur doppelt so groß wie Jupiter, aber du wirst sofort an den Marlboromann erinnert wenn du ihn siehst - ein perfekter Rauchring.
M13 im Herkules, wie empfohlen ist auch gut zum Anfang, heller aber nicht so wirkungsvoll.

Gruß Helmut
 
Hallo,

vielen Dank für die prima Tipps, das macht wieder Mut :-).

Ein paar Fragen noch:

1. fquadrat schreibt folgendes:

Geht man von 1,2 m Brennweite aus, dürfte M31 das Gesichtsfeld gesprengt haben.

Ich habe in der Tat 1,2 m Brennweite. Ich habe mir extra ein 2" Weitwinkelokular von Omegon gekauft. Das Okular hat 70 Grad Gesichtfeld. Reicht das nicht aus um M31 komplett zu sehen?

2. fquadrat schreibt folgendes:

Der weiße Fleck war wahrscheinlich der Kern. Um Spiralarme zu sehen, braucht es einen spitzenmäßigen Himmel mit extremer Durchsicht und möglichst ohne störendes Fremdlicht.

Nun stellt sich die Frage, wann es Sinn macht die weite Fahrt in den Schwarzwald auf mich zu nehmen. Die weite Fahrt soll ja auch mit den Spiralarmen von M31 belohnt werden :-). Hier mal meine Checkliste, vielleicht kannst du diese erweitern oder berichtigen. Ich fahre nur dann an den dunklen weit entfernen Standort im Schwarzwald wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

- gutes Wetter vorhergesagt (logisch)
- Neumond (ein Mond hinter dem Horizont reicht nicht aus, da dieser den Himmel immer noch aufhellt, was für Deep Sky schlecht ist)
- nur im Frühling, Herbst und Winter (da im Sommer die Sonne teilweise niemals mehr als 18 Grad unter dem Horizont steht und es deshalb nicht richtig dunkel wird - Stichwort "astronomische Dämmerung")
- gutes Seeing (gibt es eine Seeing Vorhersage, wenn die Seeing Vorhersage schlecht ist würde die lange Fahrt in den Schwarzwald ja keinen Sinn machen)
- Luftfeuchtigkeit beachten (zu hohe Luftfeuchtigkeit verschlechtert die Bedingungen)

 
Meine Meinung: Mach nicht zuviel an M31 fest. Zählt für mich hinsichtlich ursprünglicher Erwartung zum tatsächlichem Seherlebnis eher zu den enttäuschenden Objekten...

Gruß Becky
 
Hallo Robert,

Ich habe mir extra ein 2" Weitwinkelokular von Omegon gekauft. Das Okular hat 70 Grad Gesichtfeld. Reicht das nicht aus um M31 komplett zu sehen?

Wie du oben schreibst hat das Omegon 32mm Brennweite. Die 70° sind scheinbares Gesichtsfeld. Das wahre Gesichtsfeld erhälts du Pi mal Daumen, wenn Du das scheinbare Gesichtsfeld durch die Vergrößerung teilst. Die Vergrößerung ist bei Dir 1200/32 = 37x
das macht also 70/37 ~ 2° wahre Gesichtsfeld. M31 hat aber mehr! So. Hinzu kommt das mit dem 32mm Okular Du eine AP von ca 5mm hast. Je nach Helligkeit des Himmels kann das schon viel sein und der Kontrast für die Spiralarme reicht nicht aus um sie zu sehen. Was Du dann siehst ist der helle Kern der Galaxie.

Soweit zur Theorie. M31, wie andere schon schrieben, ist auf Photos schön anzusehen, jedoch visuell eher enttäuschend weil schwierig. Es gibt, meiner Meinung nach viel schönere Galaxien (vor allem im Frühjahr, wenn Galaxienzeit ist).
Probier lieber mal Kugelsternhaufen, wie z.B. M13. Da kannst Du gerne mit der Vergrößerung höher gehen und der M31-Blues ist schnell verflogen.

Grüße

Matthias
 
Hallo Robert,

Deine Checkliste ist "Quark"; damit kommst Du nie zum Beobachten.

1 h Fahrzeit ist ja nicht die Welt;, muß selbst 45 min zu einem deutlich schlechteren Standort fahren.

=> Fahr' hin, wenn Du Zeit und Lust hast und das Wetter einigermaßen passt. Es gibt immer was zu sehen...

Bei Meteoblue.com und Clearoutside.com findest Du Seeingprognosen, aber die stimmen logischerweise auch nicht immer.
 
Hallo Robert,

Zitat von grhansolo:
- gutes Wetter vorhergesagt (logisch)
- Neumond (ein Mond hinter dem Horizont reicht nicht aus, da dieser den Himmel immer noch aufhellt, was für Deep Sky schlecht ist)
- nur im Frühling, Herbst und Winter (da im Sommer die Sonne teilweise niemals mehr als 18 Grad unter dem Horizont steht und es deshalb nicht richtig dunkel wird - Stichwort "astronomische Dämmerung")
- gutes Seeing (gibt es eine Seeing Vorhersage, wenn die Seeing Vorhersage schlecht ist würde die lange Fahrt in den Schwarzwald ja keinen Sinn machen)
- Luftfeuchtigkeit beachten (zu hohe Luftfeuchtigkeit verschlechtert die Bedingungen)
Deine Checkliste kannst du so halten, wird dich aber arg einschränken. Eine schmale, schon untergehende Mondsichel muss nicht zwangsläufig stören. Auch mäßiges Seeing muss kein Weltuntergang sein, gerade bei Deepsky-Boebachtung (feine Details bei planetarischen Nebeln z.B. mal ausgenommen). Auch die Luftfeuchtigkeit würde ich nicht zu eng sehen. Es gibt viele Standorte, wo diese regelmäßig bei weit über 80% liegt. Auch das Thema mit der astronomischen Dämmerung würde ich zumindest bis Mitteldeutschland als nicht allzu großes Problem ansehen. Hier in Leipzig kann man im Sommer von 00:00 bis ca. 02:00 gut beobachten, auch schwache und teils schwierige Objekte.

Da du noch Anfänger bist, empfehle ich dir, die klaren Nächte zu nutzen, auch wenn die Bedingungen nicht optimal sind. Ich habe schon bei durchziehenden Wolken aus der Stadt heraus einige schwächere Objekte beobachten können, obwohl in 100m Entfernung eine Straßenlaterne in Sichtweite war. Erst gestern stand ich direkt auf dem Gehweg unter Laternen und habe mit Erfolg Passanten den Kugelsternhaufen Messier 13 in einem 120mm Refraktor zeigen können.

Was Messier 31 betrifft: Ich konnte nach einigen Monaten unter Landhimmel regelmäßig die beiden großen Staubbänder im 8 Zoll Dobson bei 37-facher Vergrößerung sehen, selbst wenn Messier 31 noch nicht so hoch steht. Erfahrung im Beobachten erfordert einen langen Prozess, der sich über viele Jahre hinzieht. Daher mein Rat: Beobachte so oft es dir möglich ist. Versuche dir Ziele zu setzen, die dir einerseits Erfolg versprechen, dich aber auch etwas fordern. Objektvorschläge wurden schon gebracht. Ein Blick in meine Signatur könnte evtl. auch etwas von Nutzen sein ;)

Nachtrag: Ich persönlich schaue nie auf's Seeing, wenn ich Deepsky-Beobachtung plane :pfeif:

Viele Grüße,
Robert
 
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hallo ,
muss beipflichten für die ersten Eindrücke ist M31 visuell eher enttäuschend , ein Foto Objekt wenn man Beides im Kopf hat..und Erfahrung im beobachten wichtig
Aber M13 ist spätestens ab acht zoll Öffnung eines zumindest meiner Highlights finde ich und das bei jeder Vergrösserung
da sollte eigentlich jede Enttäuschung vorbei sein
selbst ein sehr erfahrener Fotograf schrieb vor kurzem hier
er könnte sich kaum auch visuell von M13 lösen
genauso empfinde ich das auch
also bei Frust schnell mal hinschwenken , lächel
CS Hans
 
Hi!
Zitat von grhansolo:
Nun stellt sich die Frage, wann es Sinn macht die weite Fahrt in den Schwarzwald auf mich zu nehmen.
Es hat immer dann Sinn, in den Schwarzwald zu fahren, wenn Du Objekte kleiner Flächenhelligkeit beobachten möchtest und der Mond nicht stört.

- gutes Seeing (gibt es eine Seeing Vorhersage, wenn die Seeing Vorhersage schlecht ist würde die lange Fahrt in den Schwarzwald ja keinen Sinn machen)
Für gutes Seeing brauchst Du nicht in den Schwarzwald, da sollte eine große Wiese mit viel Wald und keinen größeren Gewässern drumherum reichen.

Grüße

fquadrat
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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