Erste Deep-Sky-Nacht - Sichtbarkeit von Galaxien?

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gambler

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Hallo Astro-Freunde,

ich habe seit 2 Monaten mein erstes Teleskop (SkyWatcher 200/1200 Dobson, 25 mm Plössl, 10 mm Plössl, 6 mm TSSWM, UHC-Filter, 8x50-Sucher).

Ich habe damit auch schon ein paar Erfahrungen zu Planeten- und Mondbeobachtung im Garten (unter Stadthimmel) gesammelt, die mich überzeugt haben. Jetzt bin ich gestern kurz nach der Abenddämmerung mal raus aufs Land gefahren, um mir mal ein paar DS-Objekte anzuschauen.

Den Orionnebel habe ich bei 48x und 120x mit UHC-Filter sehr schön sehen können. Das hat mich überzeugt. Ich wollte mir dann noch ein paar Galaxien ansehen und habe mir dafür folgende Objekte ausgesucht und auch gefunden:

M31, M33, M51, M81, M82 (und M1 als planetarischen Nebel).

Insgesamt fand ich die Beobachtungsergebnisse aber jetzt nicht so überragend. M51 habe ich z.B. relativ lange beobachet und meine Augen waren auf jeden Fall vorher schon lange ans Dunkel adaptiert. Ich habe auch immer wieder mit direktem/indirektem Sehen "gespielt", mal das eine Auge, mal das andere usw. Ich habe bestimmt mindestens 20 Minuten versucht, alles was ging aus der Galaxie herauszubekommen. Ich habe die zwei Kerne mit einem verwaschenen "Drumherum" gesehen, von irgendeiner Struktur war aber nix zu erkennen.

Das Gleiche ergab sich bei M31 und M33 (nur verwaschene Flecken).

Selbst M1, M81, M82, die ja relativ zenitnah standen, waren irgendwie verwaschen.

Jetzt meine Fragen an die Profis unter euch: Wie gut kann man diese Objekte mit meiner vorhandenen Optik denn überhaupt wirklich sehen? Sind Strukturen oder Abgrenzungen gegen den Himmel sichtbar?

Seeing, Transparenz und Dunkelheit des Himmels kann ich noch nicht so gut einschätzen, die Milchstraße war aber als leicht verwaschenes Band sichtbar, d.h. es muss schon relativ dunkel gewesen sein. Mondlicht gab es auch keins. Es ging ein schwacher Wind, d.h. Seeing war wahrscheinlich nicht sonderlich gut. Aber bei 48x dachte ich, dass das noch nicht so viel ausmacht. Zur Transparenz kann ich leider nicht viel sagen, jedenfalls war der Himmel zur Dämmerung wolkenlos und auch nachts gab es keine Wolken. Aber ob da jetzt Dunst war oder nicht - kA...

Über ein paar Tipps und Anregungen wäre ich dankbar.:)

mfg
gambler
 
Servus.

Da fehlt dir scheinbar noch etwas Erfahrung bim beobachten. Aus den Galaxien lässt sich so einiges mit 8 Zoll herausholen.

Wichtig neben einen dunklen Himmel ist auch die Transparenz. Für Details braucht es eine gute Durchsicht.

M 31 ist sehr ausgedehnt und jetzt schon recht Horizontnah. Die dunkle Teilung der Arme ist abwer machbar. Hier gilt es die gesamte Galaxie durchaus mit verschiedenen Vergrößerungen abzufahren.

In Messier 33 gibt es eine Fülle an Details zu sehen.

Meine Beobachtung dazu, bei der ich nicht alles was machbar gesehen habe (8 Zoll, f 4):

NGC 598 - Messier 33
Galaxie
NGC 592
H II Region
NGC 588
H II Region
NGC 604
H II Region
Sternbild Dreieck.
Vergrößerungen 57 und 91x.
Teilweise O III Filter.
Vergrößerung 57x:
Große und heftig strukturierte Galaxie. Einfach zu sehen.
Großer, etwas hellerer Kern. Unzählige helle und dunkle Strukturen und Schattierungen in den Bereichen um den Kern und in der Scheibe. Ausgefranste und strukturierte Ränder.
Den Nordarm kann ich in einem Bogen nach Osten zu NGC 604 verfolgen.
NGC 604 ist eine kleine flächige Aufhellung an einem schwachen Stern.
Ansätze vom Südarm.

Vergrößerung 91x:
Der Nordarm ist jetzt gut definiert. Sehr strukturiert und knotig.
NGC 604 ist deutlich flächig.
Der Südarm ist jetzt einzeln Wahrnehmbar. Ich kann ihn drei Kerndurchmesser verfolgen.
NGC 588 und NGC 592 sind flächige Einzelobjekte. NGC 588 ist schwächer als NGC 592.
NGC 604 reagiert auf dem O III Filter. Er ist dann deutlich flächiger und besser definiert.

Leichter Wind ist in der Nacht manchmal gar nicht so schlecht, er kann die Luft frei vom Wasserdampf blasen.

M 1 ist ein Supernovaüberrest - hier hilft ein O III Filter.

Das beobachten musst eben noch ein bisschen üben, die Details kommen so nach und nach.
Mit 8 Zoll gibt es einiges zu sehen, ich habe damit so einiges an Galaxien beobachten können:
http://www.gerd-kohler.eu/Objekte/Galaxien.html

Gruß
*entfernt*
 
Hi gambler,

ich habe seit 2 Monaten mein erstes Teleskop

Gut, du erwartest am Anfang einfach zu viel. Dein Teleskop ist ausreichend groß um z.B. die Spiralenstruktur in M51 sehen zu können, solange der Himmel gut ist. Aber das indirekte sehen will erlernt sein, 2 Monate bei vllt 2-3 Nächte sind einfach zu wenig. Normalerweise dauert es mindestens 1/2 Jahr und 20 Nächte um das Auge zu schulen. Selbst nach einem Jahr und mehr lernst du immer noch dazu und selbst nach 5 oder 10 Jahren wird sich dein Auge noch verbessern.


Diese Okulare sind leider ungeeignet für einen Dobson. Plössl Okulare bilden zwar scharf auf der Achse ab und haben ein helles Bild (falls gute Okulare), da nur 4 Linsen, aber sie sind an einem f/6 Dobson nicht mehr randscharf und haben nur ein kleines Gesichtsfeld.

Seeing, Transparenz und Dunkelheit des Himmels kann ich noch nicht so gut einschätzen

Das kommt mit der Zeit. Das Seeing lässt sich an den helleren Sternen gut einschätzen. Sind die "ruhig" dann ist das Seeing gut, flackern sie stark, da eher nicht. Das Seeing ist meistens in Höhen über 50° wesentlich besser als in Horizontnähe. Die Qualität des Himmels kann man anhand der Grenzgröße der schwächsten gerade noch indirekt erkennbaren Sterne einschätzen, z.B. im Kleinen Wagen .

Ein Tipp vielleicht: Man sollte die Objekte wenn irgend möglich an ihrem höchsten Punkt (Kulmination) beobachten, Horizont nahe beobachten frusten nur. Je höher ein Objekt über dem Horizont steht umso besser.

An deinem Beobachtungsplatz, wenn du dort öfters mal raus fährst, wirst du bald merken in welcher Richtung es am dunkelsten ist. Am besten nur in dieser Richtung beobachten. Optimal ist es, wenn es zufällig von Nordost über Süden bis Südwest wäre, aber das ist meistens anders.

Für einen Dobson sind Deep Sky Objekte optimal zu beobachten wenn sie zwischen 30° und 70° Höhe stehen. Zu hoch im Zenith ist auch suboptimaö,zwar meistens dunkel, aber der Dobson lässt sich dort schwer nach führen.

Gruß
Lots
 
Hallo,

danke für die Antworten, das hilft mir schon mal weiter. Ich bleibe auf jeden Fall am Thema DS dran und werde es bestimmt bald wieder versuchen (so es das Wetter zulässt - heute ist schon wieder alles grau in grau hier).

Diese Okulare sind leider ungeeignet für einen Dobson. Plössl Okulare bilden zwar scharf auf der Achse ab und haben ein helles Bild (falls gute Okulare), da nur 4 Linsen, aber sie sind an einem f/6 Dobson nicht mehr randscharf und haben nur ein kleines Gesichtsfeld.
Was wären denn beispielsweise gute Okulare für meinen f/6-Dobson? (mittlere Preisklasse)

mfg
gambler
 
Zitat von gambler:
Was wären denn beispielsweise gute Okulare für meinen f/6-Dobson? (mittlere Preisklasse)

hier erfährst du eigentlich alles was du über Okulare wissen musst:
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html

Ich denke deine Erwartungshaltung ist wahrscheinlich zu groß, ich kann deine Enttäuschung bezüglich Galaxiendetails aber gut nachvollziehen ich weiss noch dass ich auch einigermassen ernüchtert war ob dem Erkennbaren. Wenn du aber einen wirklich dunklen Himmel hast und noch dazu mit geeigneten Okularen arbeitest dann wirst du mit ein wenig Beobachtungserfahrung mehr sehen als am Anfang. Was man da mit welcher Öffnung in Richtung Deepsky in etwa so sehen kann erfährst du am einfachsten aus Zeichnungen.
 
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