Eskimonebel finden

Maiko

Mitglied
Hallo,

ich verzweifle gerade an der Suche nach dem Eskimonebel. Meine Erstsichtung war im Frühjahr bei gutem Bortle 4 Himmel im 80mm Lomo Bino mit Rigelsucher. Ich meine, mich an eine helle, blaue Scheibe erinnern zu können, die gar nicht mal so klein war. Leider finde ich meine Beobachtungsnotitzen nicht zu der Nacht. Meine aber, hauptsächlich mit den Nagler 7mm bei 68 fach beobachtet zu haben. Gestern war dann der dritte Versuch hintereinander in dieser Saison, den Eskimonebel zu finden. Erneut erfolglos. Ich orientierte mich an der Drehbaren Sternkarte von Interstellarum, wie im Frühjahr. Zusätzlich Karten im Internet und den Deep Sky Atlas von Interstellarum. Nutzte dieselben Sterne zur Orientierung, wie im Frühjahr, wo ich ihn auf Anhieb fand. Diesmal immer wieder nichts. Achtete auch auf kleinere, sternähnliche Flecken, obwohl mir der Nebel im Frühjahr klar, hell und intensiv blau erschien. Okulare waren die Nagler 12 bei 40 fach und 2° Feld, wie häufig zum auffinden. Der Himmel war diesmal ein wenig schlechter, aber noch Bortle 4. Was kann ich noch tun? Bin ratlos. M57 und NGC 7662, der Schneeball, waren ein Klachs dieses Jahr (M57 schon lange)...

Danke,

CS Maiko
 
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winnie

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Moin Maiko!

Planetarische Nebel übersieht man leicht bei niedriger Vergrößerung. Man muß sich bei der Aufsuche schon klar sein, wo auf der Karte man sich befindet - mehr oder minder planloses Rumstochern im Zielgebiet reicht nicht.
Ich hab' hier mal eine kleine Aufsuchkarte fertiggemacht, die vor Jahren schon jemandem hier mit demselben Problem weitergeholfen hat. Markante Asterismen auf dem Weg von δ Gem bis zum Eskomonebel sind markiert. Villeicht hilft das.

ngc2392_krt.gif
 

Gerd_K

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Hallo,

Der Eskimonebel, NGC 2392 steht in der Nähe vom Stern "Wasat" in den Zwillingen.

NGC2392-1.jpg


Vom Stern "Wasat" aus gehend über den Stern "63" nach Süd-Osten gehend sollte der Eskimonebel leicht gefunden werden.

NGC2392-2.jpg


Ich selbst habe diesen Nebel mit 6" Öffnung als einen runden, etwas blauen Fleck beschrieben.

Viele Grüße
Gerd
 

Maiko

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Hallo,

danke schon mal. Bis jetzt hat zielloses Rumstochern gut geklappt;-) Wobei ich oft Orientierungssterne und Abstände und Winkel genutzt habe, um Objekte zu finden. Bei M57 und dem Schneeball habe ich dann aber tatsächlich konkrete Sterne in der nächsten Umgebung herangezogen, wohl bei PNs wichtig... den Offenen Haufen daneben sah ich - wie weit ist der Eskimonebel von Delta Gem entfernt?

CS Maiko
 

Specht

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Hallo Maiko,

ich benutze einen ganz einfachen 8x50-Sucher. Mein Weg zum Eskimonebel: Delta Gem bildet mit den Sternen 56, 61 und 63 Gem ein in jedem optischen Sucher auffälliges Drachenviereck. Der PN befindet sich nun etwas seitlich der Linie 61 Gem - 63 Gem.

salü, volker.
 

Specht

Mitglied
Ich komme mit einem klassischen 8x50-Geradsichtsucher (früher 6x30) besser zurecht als mit einem Leuchtpunktsucher o.ä. Es ist vielleicht auch nicht schlecht, ein ganz bestimmtes Kartenwerk zu benutzen, beispielsweise die Uranometria 2000 oder auch der kostenlos downloadbare Tri-Atlas von Jose Torres. So entwickelt sich ein besseres Gefühl für Abstände und Gesichtsfeld, als wenn man oft zwischen verschiedenen Maßstäben wechselt.

Die helligkeitsbedingten Abstufungen der Sterndurchmesser sind bei unterschiedlichen PC-Programmen wie GUIDE, Cartes du Ciel, Stellarium etc. meist verschieden, was am Okular auch irritieren kann. Hier finde ich CdC vorbildlich realitätsnah. Beim Umstieg nach Jahren zu GUIDE hatte ich so meine Schwierigkeiten, bin dann auch prompt wieder zu CdC zurückgekehrt.

Je nach Lichtverschmutzung können Filter helfen. Obwohl diese Filter gern kontrovers diskutiert werden, helfen mir hier am Na-verseuchten Stadtrand (fst≈5.0mag) ein Lumicon Deep-Sky-Filter bzw. ein Astronomik CLS, die ich gern im Ü-Okular habe. Natürlich kann man auch über einen UHC- oder einen [OIII]-Filter nachdenken. Gut gg. einen hellen Himmelshintergrund ist auch eine hohe Vergrößerung. Ich bin manchmal erstaunt, was damit völlig ohne Filter hier am Stadtrand alles geht.

salü, volker.
 

Maiko

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danke auch für diese Tipps. Die richtige Karte ist ein Thema. Allerdings muss ich sagen, dass die klassischen Sucher nicht mein Ding sind. Deshalb die Rigel an all meinen Rörchen...

CS

Maiko
 

Gucki79

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Hallo,

Der benachbarte Sternhaufen NGC 2420 ist ebenfalls eine Beobachtung wert. 🙂 Hübsch auch in kleineren Instrumenten.

Viele Grüße, Björn
 

klawipo

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Hallo Maiko,

Lothar hier aus dem Forum hat mir mal Filter (zB UHC) empfohlen für das Aufsuchen planetarischer Nebel. Großartig beherzigt habe ich dies mangels Gelegenheit allerdings noch nicht. Geduld und indirektes Sehen sollten auch zum Erfolg führen.

Das Bortle 4, welches ich bei Light Pollution Map oder Clear Outside angezeigt bekomme, reicht von Faintest Star (in meinen Augen) knapp über 5 bis gut über 6mag. Das ist also recht grob. Ein guter Bortle 4 Himmel ist jedenfalls um Welten beeindruckender als ein schlechter.

VG Klaus
 

Maiko

Mitglied
huhu,

ich würde sagen, im Frühjahr war der Himmel Richtung 6mag, auf dem Hügel, wo ich vor kurzem suchte, eher 5mag... Wintermilchstraße aber deutlich sichtbar, falls das hilft... zusätzlich stufe ich den Eskimo jetzt als schwieriger als den Schneeball ein, den ich mit Respekt im zweiten Anlauf im Ed120er Bino bei 75 fach fand. Der Eskimo war im Frühjahr wohl mit Glück sofort im Okular. Vielleicht hat sich in meine Erinnerung auch etwas vom benachbarten 14"er reingemischt. Weil im 80er Bino sollte er auch bei 68 fach nicht so viel mehr zeigen, als der Schneeball...

CS Maiko
 
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Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Maiko,

Mit dem Rigel

.............. Deshalb die Rigel an all meinen Rörchen...
dürfte es unter Bortele 4 gehen, wenn man die beiden 5,1/5,2 mag Sternchen 63 und 56 Gem mit bloßem Auge sieht, die mit Wasat (55 Gem) ein etwa gleichschenkliges Dreieck bilden. Sie sind auf der von Foxi eingebrachten Karte zu sehen und benannt.
Denkt man sich nun eine Linie von 56 zu 63 von der bei 63 etwa im rechten Winkel eine Linie vom Sternblild weg weist, stellt man dort den Punkt ein der ein Drittel der Streckenlänge zwischen 56 und 63 entspricht. Ab etwa1,5° Feld bleibt 63 Gem als Orientierungsstern am Feldrand sichtbar.

Mit 0,8 ' ist der Eskimo ein Drittel kleiner als der bekannte Ringnebel (1,2') und auch etwas lichtschwächer. Daran kannst du abschätzen ab wann Du ihn flächig wahrnimmst.

Gruß
*entfernt*
 
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winnie

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Moin Maiko!

> wie weit ist der Eskimonebel von Delta Gem entfernt?

An den hier gezeigten Karten sind Maßstäbe eingezeichnet. Nimm ein Lineal und miß selbst!
 

Maiko

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Hallo Wini,

ach ja, wie schön doch der gute, alte A.de Style mit vielen freundlichen Ratschlägen ("nimm doch das Lineal") ist, vermisse ich auf CN, wo s so langweilig friedlich ist;-)

Hallo Gerd,

danke für den Ausschnitt, das habe ich gesucht!

CS Maiko
 

Maiko

Mitglied
Ich hab ihn! Heute war es soweit: Mit den Binoptic Lomo 80mm ging es raus. Nach etlichen Objekten nahm ich die Suche auf. Kann das Eiern und Stochern nicht bleiben lassen: Landete beim benachbarten Sternhaufen, wusste dieses Mal aber wie es weiter ging: Strecke zu Wasat halbieren, Sternkette mit 63 Gem finden, ein Grad nach Süden - und schon hatte ich ihn bei 40 fach in den Nagler 12mm bei 2° TG. In den Nagler 7mm bei 68 fach etwas schwieriger, ging aber auch. Viel kleiner und schwächer, als in der Erinnerung bei der Erstsichtung im April, wo der Himmel aber auch dunkler war... Heute sah ich erst kurz vorm Einpacken 63 Gem mit bloßem Auge, er hat ja 5,22 mag... Position zu Wasat im Rigel einprägen, fertig. Danke ans Forum und frohes Neues!

CS

Maiko
 
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Anette_Aslan

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Hallo in die Runde,
habe mit dem Objekt auch oft so meine liebe Not, deshalb Winnie lieben Dank für die tolle Karte! Neulich habe ich eine Aufnahme mit dem 102/500mm FH gemacht, Sterne leider verzogen aber den türkisblauen Nebel sieht man und hat sogleich im Auge, wie er zu den Asterismen steht. So mickerig sieht er leider in kleineren Teleskopen aus, da ist man schnell mal drüber weg ohne was zu sehen.
LG von Anette
 

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