Experiment: Deshittification eines Kurznewton?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Hendi*

Aktives Mitglied
Hallo alle,

ich habe für ein paar Experimente eine richtig schlechte 114/1000 Meade OTA, so ein Newton mit integrierter Barlow im OAZ (Bird-Jones).
Das Instrument, im folgenden Absonderlichkeit genannt, ist am OAZ eine kleine Zumutung, Spiegel am Rand angefressen.
Das mitbekommene Okular ist auch nicht das allertollste, aber ich hab ja andere da.
Beobachtet habe ich, auch mangels Montierung, mit der Absonderlichkeit noch nicht so viel, aber es ist schon sehr matschig rübergekommen.
An anderen Teleskopen habe ich schon ein paar Verbesserungen angebracht, dabei war die Absonderlichkeit zum Teil das Übungsobjekt.
Irgendwie hat es sich damit dann doch ein bischen Ehre verdient und aus dem Grund plane ich eine Deshittification.

Sichere Ideen:
  • Velours-Attacke zum schwärzen
  • Spiegel abblenden
  • OAZ behandeln gegen Geschlacker
  • Rockerbox bauen
Damit wäre es schon ein bischen weniger absonderlich.

Als Hauptproblem gilt ja die Linse, die diese Optik virtuell optisch verlängert.
Die ist nicht nur Glas (oder, ich wage es kaum zu sagen, Plastik?) im Weg der Reflexionen, sondern die macht die Kollimation auch noch schwieriger, als es ohnehin schon ist.
Der Spiegel ist bei der Bauform sphärisch, was aber bei der Öffnung ohnehin als akzeptabel gilt.
Nun die magische Frage:
Möchte ich die berüchtigte Korrekturlinse entfernen, den Tubus zerschneiden und auf die "richtige" Länge erweitert wieder zusammensetzen?
Oder ist das auch nicht besser als doch nur Linse raus, reinigen, kollimieren, Linse wieder rein?
Was spricht dafür, was dagegen? Eingesetzt werden würde die improved Absonderlichkeit schon.

Viele Grüße und CS,

Hendrik
 
Hallo Hendrik

Das entfernen der Korrekturlinse wird Dir nichts bringen denn dieser Bird-Jones- Korrektor, so nennt sich diese Linse, hat die Aufgabe die sphärische Abberation vom F5-Hauptspiegel ("Kugelspiegel") zu korrigieren wobei die Brennweite des F5-Spiegels wie mit einer Barlowlinse verlängert wird um bei einem kleineren Öffnungsverhältnis von F8,8 eine größere Tiefenschärfe zu erreichen. Die Tiefenschärfe nimmt mit dem Quadrat des Öffnungszahl zu was mit dazu beiträgt die sphärischen Aberrationen des Hauptspiegels abzumildern. Wenn Du also diesen Korrektor entfernst bleibt ein Teleskop übrig mit ca. 570-600mm Brennweite und untolerierbarer sphärischen Aberration. Du müsstest also den Tubus noch etwas einkürzen um wieder in den Fokus zu kommen denn der Bird-Jones- Korrektor verlagert die Bildebene etwas nach draußen. Ohne den Korrektor liegt die Bildebene ein gutes Stück weiter innen.
Meine Empfehlung: Lass das Teil so wie es ist und suche Dir zum beobachten was besseres. Das Teil taugt mehr zum anschauen als zum durchschauen.

Gruß Peter
 
Mal abgesehen von der Umsetzung : Alleine der Titel dieses Threads verdient schon einen Oscar … :ROFLMAO: :y:

Gruß
Sascha
 
Hallo Hendrik

Das entfernen der Korrekturlinse wird Dir nichts bringen denn dieser Bird-Jones- Korrektor, so nennt sich diese Linse, hat die Aufgabe die sphärische Abberation vom F5-Hauptspiegel ("Kugelspiegel") zu korrigieren wobei die Brennweite des F5-Spiegels wie mit einer Barlowlinse verlängert wird um bei einem kleineren Öffnungsverhältnis von F8,8 eine größere Tiefenschärfe zu erreichen. Die Tiefenschärfe nimmt mit dem Quadrat des Öffnungszahl zu was mit dazu beiträgt die sphärischen Aberrationen des Hauptspiegels abzumildern. Wenn Du also diesen Korrektor entfernst bleibt ein Teleskop übrig mit ca. 570-600mm Brennweite und untolerierbarer sphärischen Aberration. Du müsstest also den Tubus noch etwas einkürzen um wieder in den Fokus zu kommen denn der Bird-Jones- Korrektor verlagert die Bildebene etwas nach draußen. Ohne den Korrektor liegt die Bildebene ein gutes Stück weiter innen.
Meine Empfehlung: Lass das Teil so wie es ist und suche Dir zum beobachten was besseres. Das Teil taugt mehr zum anschauen als zum durchschauen.

Gruß Peter
Hallo Peter,

mein beim oberflächlichen herumschmökern in Foren angeeignetes Halbwissen sagt "Wenn der Korrektor nicht zwischen HS und FS liegt ist es kein echter Bird-Jones, sondern ein Newton mit Barlow." -
jedenfalls habe ich gerade mal den OAZ der Absonderlichkeit entfernt und das Element an der Innenseite ist unvergütetes Plastik.
Das entfernen einer Barlowlinse, noch dazu eines solchen Prachtexemplars erscheint mir bis jetzt nicht schädlich.
Also erstmal raus. Zu der SA: Sphärische Spiegel bis 115 mm scheinen auch keine Seltenheit zu sein, und den Rand des Spiegels abdecken muss ich sowieso.
Mal schauen wann ich zum testen komme.
Mal abgesehen von der Umsetzung : Alleine der Titel dieses Threads verdient schon einen Oscar … :ROFLMAO: :y:

Gruß
Sascha
Danke danke! :-)

Gruß und CS

Hendrik
 
in Foren angeeignetes Halbwissen sagt "Wenn der Korrektor nicht zwischen HS und FS liegt ist es kein echter Bird-Jones, sondern ein Newton mit Barlow.
Jones-Bird.
Und der Fangspiegel ist als Planspiegel ein optisch passives Element.
Ob der Korrektor als optisch aktives Element nun davor oder danach kommt ist vollkommen egal. Der Korrektor muss lediglich seinem Abstand zum Hauptspiegel entsprechend designt sein.

Und ein "Newton mit Barlow" ist etwas ganz anderes.
Dafür muss auch der Newton selbst vor der Barlow schon gut abbilden.
Eine Barlow vergrößert zwar, wie in vorherigen Posts schon gesagt, die Wellenoptische Schärfentiefe, in der dann mehr Fehler verschwinden, jedoch vergrößert eine Barlow vorhandene Fehler im selben Maße, sodass sie an der Abbildung des Gerätes nichts ändert.
Mit einer Barlow allein kann man weder SA eines Kugelspiegels noch den Farbfehler eines Achromaten in irgendeiner Weise positiv beeinflussen.

das Element an der Innenseite ist unvergütetes Plastik.
Deswegen der schlechte Ruf

Das entfernen einer Barlowlinse, noch dazu eines solchen Prachtexemplars erscheint mir bis jetzt nicht schädlich.
In diesem Falle aber dennoch.

Zu der SA: Sphärische Spiegel bis 115 mm scheinen auch keine Seltenheit zu sein
Ja, bei 114 F/8 geht das auch noch.
Jedoch nimmt der Einfluss des Fehlers mit dem Quadrat des Öffnungsverhältnisses zu.

LG
Olli
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben