Explosion am Abendhimmel

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Subzwerg

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Hallo,

da ich bislang weder in diesem Forum, noch in anderen Medien zu meiner Beobachtung etwas fand, wende ich mich an euch. Was haben meine Frau und ich gesehen? Am 01.09.2015, gegen 21:05 Uhr habe ich eine außergewöhnliche Beobachtung am noch hellen Abendhimmel gemacht. Ich schaute in Richtung Süd und bemerkte einen besonders hellen Stern recht hoch am Himmel. Von der ungefähren Position hätte es die Wega sein können, dachte ich. Aber dieser Stern war viel größer und heller. Von der Leuchtkraft eher vergleichbar mit der voll beleuchteten Venus. Zudem konnte ich eine langsame, aber deutlich wahrnehmbare Bewegung in Richtung Westen ausmachen. Kurzerhand peilte ich mit 6" Newton und 25 mm die helle Erscheinung an und sah ein Planetenscheibchen im Inneren mit grauem Wolkenband, nach außen wurde es greller weiß, am Rand bläulich. Weitere Strukturen konnte ich nicht ausmachen. Das Objekt wurde innerhalb weniger Sekunden von 2, 3, 4 sichtbaren Trabanten in unterschiedlicher Größe und in gleicher Umlaufrichtung umrundet. An bestimmten Positionen der Umkreisung blitzten regelmäßig Flares auf. Jetzt holte ich meine Frau hinzu. Diese schnell rotierenden Trabanten verblüfften auch sie. Als ich wieder durchs Okular schaute, leuchtete es noch heller auf, dann trudelten mehrere kleine Trabanten ineinander, die in einer Explosion oder Leuchtfontaine zersprangen, ähnlich einem Feuerwerk. Jetzt entstand ein Teppich aus leuchtenden, glimmernden, funkelnden Partikeln unterschiedlicher Größe, der sich langsam spiralierend in Richtung Westen bewegte. Es sah aus, wie eine kleine Milchstraße. Leider zogen dichtere Wolken auf, und nachdem sie den Blick wieder frei machten, war nichts mehr davon zu sehen.
Am nächsten Tag zeigte sich exakt gegen 20:47 Uhr wieder dieser besonders helle Stern an ähnlicher Stelle, doch etwas östlicher und zenitnah. Diesmal klemmte ich zusätzlich meine Webcam an den 6" Newton. Durch das 7 mm Okular konnte ich diesmal dies dunkelgraue Wolkenband (?), das etwa 1/3 der Gesamtfäche ausmachte sehen. Trabanten rotierten wieder wie beschrieben, aber diesmal ein stück Weit neben dem hellen Objekt. Insgesamt bewegte es sich diesmal Richtung etwa NW. Eine Wolkenfront versperrte den weiteren Blick. Ärgerlich, daß die aufgenommene Videodatei beschädigt und nicht abspielbar ist. Hat jemand eine Idee, wie man solch einen Dateifehler ausbügeln könnte. Die Datei hat jedenfalls über 200 MB aufgezeichnet.

Wo kann man gemeldete aktuelle Himmelsereignisse finden? Wo kann man live Sternwartenbilder zur Region Rheingau-Taunus finden, oder Zeitlich zurückverfolgen? Irgendwer muß es doch auch gesehen haben.

Ich möchte anmerken, daß weder Alkohol noch pathologische Sehstörungen für das beschriebene Ereignis verantwortlich sind.

Vielen Dank im Voraus.
 
Hallo Frank,

im welchem Format liegt die Video Datei vor? Vielleicht hilft ja folgende Software, um die Datei zu lesen:

- virtualdub
- vlc Player

Sternfreundlicher Gruß

Günther

 
Hallo Frank,

Informiere dich doch mal nach den Startorten und Startzeitpunkten von Wetterballons, in deren Erscheinung finde ich einen Teil deiner Beschreibung wieder.

Frohe Grüße,
Martin
 
Hallo Günther,

das Video hat avi Format. Die Datei legte sich nach Aufnahmeende automatisch als "video xx-1-- 2-9-2015 at 20-47-38.avi" wie gewohnt im Videoordner ab. Weder Windows Mediaplayer, noch VLC-Player können sie lesen. Aufgenommen habe ich mit Philips SPC 900 NC Webcam, gesteuert über VB-Webcam V2.2. Hab hier und da schon mit diesem Problem zu tun gehabt, aber in diesem Fall ist´s schon sehr ärgerlich. Die gesamte Angelegenheit läuft über nem 12 jährigen Gericom-Teenager auf xp. Bisher lief die Kombination bis auf wenige Dateizicken rund und stabil.

Vielen Dank für Deine Unterstützung.





 
Hallo Frank,

da hast du einen Wetterballon gesehen. Ich habe einen vom Vordertaunus aus am 25.08. mit unserem 16" Meade ACF live gesehen. Ich konnte ihn live platzen sehen und habe die abstürzende Nutzlast noch einige Minuten verfolgen können. Das war nicht die erste Beobachtung dieser Art; in den letzten ein, zwei Jahren haben wir das etwa ein halbes Dutzend Mal zufällig gesehen, ohne die Beobachtung geplant zu haben.

Nähere Infos zu solchen (recht häufigen) Starts findest du hier:

http://www.radiosonde.eu/RS00-D/RS02H-D.html

CS,

Olaf
 
Hallo Martin,

Dein Wetterballon Hinweis hat mich gleich gezielt weiter suchen lassen. In einem Nachbarforum fand ich Beschreibungen von 2009, die sich in weiten Teilen mit meinen Beobachtungen decken. Hier der Link: http://www.astronomie.info/forum/viewtopic.php?p=22769

Aber auch genauere Daten zu Starts und sogar zum vermutlichen Platzen der Ballone ist einsehbar.
Hier der Link: https://www.calsky.com/cs.cgi

Den Deutschen Wetterdienst werde ich zwecks Daten zu Wetterballone nochmal genauer durchstöbern müssen.

Dir nochmal vielen Dank für den Hinweis.
 
Hallo Olaf,

Deine Beschreibung beruhigt mich und lässt mich hoffen, noch öfter auch ungeplant in den Genuß dieses Schauspiels zu kommen.

Vielen Dank auch für Deinen Link.

Beste Grüße aus dem Rheingau-Taunus.
 
Hallo Olaf,

habe auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) meine Beobachtung geschildert und erhielt folgende Antworten:

DWD: Startzeiten für Radiosonden abends gegen 18:45 Uhr MESZ, offizielle Auswertezeit 18 Uhr GMT (UTC). Eher selten sei, eine Sonde mehr als zwei Stunden nach dem Start im Taunus noch zu beobachten, meistens halten die Ballons nicht so lange, es sei aber möglich. Darüber hinaus passten alle anderen geschilderten Beobachtungen nicht zu einer Radiosonde. Zum einen die Zugrichtung, an diesem Abend lag vom Boden bis in größere Höhen West- bis Nordströmung vor. Zum anderen seien die Leuchterscheinungen, die wie eine Explosion aussahen untypisch für das Platzen von Radiosondenballone. Dies geschehe in der Regel ohne jegliche Feuerentwicklung. Daher sei eine Radiosonde als Ursache eher unwahrscheinlich.

DWD weiter: Der Sonnenstand könne von der Uhrzeit passen und stromaufwärts liege der Startort Essen. Eine Sonde von dort dürfe es in den über 2 Stunden bis in den Taunus leicht geschafft haben. Nur das Driften nach Westen passe nicht so ganz.

Eines ist mir erst jetzt zur einfach nicht passenden Windrichtung aufgefallen. Spiegelteleskope zeigen bekanntlich ein auf dem kopfstehendes und seitenvertauschtes Bild. Diesen Aspekt habe ich erst durch die wiederholte Erwähnung zur seltsamen Driftbewegung des beobachteten Phänomens hinterfragt. Hier habe ich offenbar die durchs Okular gesehene Richtung angegeben. Mea culpa.
Was haben wir gesehen? Eine Radiosonde von Essen kommend und deren Zerplatzen im rechten Augenblick zum Sonnenstand, der nur den Anschein eines explosionsartigen Eindrucks machte? Die sehr kleinteiligen Einzelteile der zerplatzten Ballonhülle reflektierte glitzernd im Sonnenlicht?

Wie auch immer, die zufälligen Beobachtungen waren jedenfalls wunderschön und werden unvergessliche Augenblicke bleiben.

Danke auch ans Forum.
 
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