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Hallo zusammen!
Einige Beobachtungsberichte der Nacht vom 19. auf den 20.8. gibts ja schon AAAAAAAAAAAAber - warum so wenige??
Diese Nacht war nach meiner Erinnerung die beste des Jahres und kaum einer will hier beobachtet haben und davon berichten? Gibts doch nich... Da muss ich wohl mal zusammen mit den wenigen hier die Fahne hochhalten und trotz Optikmangel ran...
Aus besonderen Umständen heraus bin ich nämlich derzeit leider Objektivlos - Okulare alleine nützen ja nix.
Was tun?
Der Blick auf den Kalender sagt: August, fast Neumond. Heißt: Milchstraße, Sternschnuppen.
Blick in die Zimmerecke zeigt: einsame Isomatte. Heißt: Ab in die Pampa, drauflegen und einfach so nach oben starren.
Bei so wenigen guten Nächten ist es im Prinzip fast schade, dass man sich der Milchstraße nie ernsthaft widmet - ist sie doch das schönste Objekt am Nachthimmel! Somit ist die abwesende Großoptik kein wirkliches Problem...
Zunächst hieß es natürlich der Lichtverschmutzung entfliehen - dazu gings an die Grenze von Sachsen-Anhalt zu Brandenburg ins Örtchen Medewitz. Nach anderthalb Stunden Zugfahrt war diese Etappe gemeistert und kurz vor 0 Uhr (nach 15min Fußweg auf ein weites Feld) begann sich das ergreifende Gefühl einzustellen, das man als Hobbysterngucker unweigerlich bekommt, wenn man seit langer Zeit mal wieder an einem guten Standort die Pracht der Milchstraße erlebt.
(Im Zenit herrschten hervorragende Bedingungen - ich habe 6m8 ermittelt. Am Horizont zeigten sich leider noch zahlreiche Lichtglocken, obwohl die meisten Städte mehr als 30 km weit entfernt waren. Kurzes Beispiel: Magdeburg mit 45 km Entfernung zeigte noch bis 30 Grad Höhe deutliche Aufhellungen. Das schadete dem Gesamteindruck jedoch nur bedingt.)
Mit Erschrecken stellte ich fest, dass gegenwärtig die Felder mit Mais bestanden waren. Och nöööööööööööööööööööööööööööö!!!
Wildschweingefahr!
Glücklicherweise fand ich noch einen ausreichend großen abgeernteten Feldabschnitt mit angrenzendem Grünland, sodass ich in akzeptabler Entfernung doch noch ein Plätzchen zum Hinlegen gefunden habe.
Einen so guten Himmel hatte ich seit etwa einem jahr nicht mehr stellte ich fest, während mir der warme(!) Wind um den Kopf strich. Mit meinem großen Rucksack schirmte ich das einzige direkte Licht vom Dorf ab, indem ich diesen in Kopfhöhe neben mich stellte.
Die Milchstraße war von dunklen Gebieten gesprenkelt - am eindrucksvollsten empfand ich sie, wenn das "W" der Cassiopeia auf dem Kopf steht und sich die Milchstraße von links nach rechts erstreckt - vermutlich weil man ein größeres Sehfeld hat in der horizontalen Ausrichtung.
Mein halbes Fernglas (gebrochen) war wieder dabei, womit ich die Milchstraße aufs Korn nahm - die Dunkelnebel waren sehr beeindruckend - besonders eine am Schwan angrenzende Region ließ in mir die Frage aufkommen, ob es auch einen nördlichen "Kohlensack" gibt? Der hochstehende Andromedanebel war umwerfend im 10x50 - ich meinte sogar, mir eines der Staubbänder einzubilden, aber wenn man weiß das es da ist, ist das so eine Sache...Der Cirrusnebel war ohne Filter in beiden Bögen leicht zu sehen - vor allem der Sturmvogel erschien mir wie ein fast gleißender Strahl, habe ich mit FG so auch noch nicht wahrgenommen...M 13 war direkt sichtbar, obwohl schon tief stehend - allerdings nicht dauerhaft sondern nur blickweise. M33 war indirekt einfach, aber direkt nicht zu erkennen.
Die Sternschnuppen ließen nicht lange auf sich warten, zeitweilig gab es alle 10 s eine - allerdings meist recht schwache. Lediglich eine stach dann heraus: in exakt der Richtung, in die ich gerade blickte, begann sich eine Sternschnuppe zu entwickeln, die einen Adrenalinstoß in mir erzeugte - langsam am Himmel entlangziehend, aber kontinuierlich heller werdend zog sie mich in ihren Bann und ich dachte GLEICH MACHTS PENG! Nein. Leider blieb sie heile und verschwand ohne längeres Nachleuchten. Trotzdem war der etwa -4m0 helle Zeitgenosse ein braunorangerotes Highlight der Nacht.
Zwischenzeitlich bekam ich Besuch von oben: ein dunkler Schatten zog etwa 2 m über mir eins, zwei Kreise und verunsicherte mich etwas...eine Fledermaus! Die wollte wohl mal kurz nach dem Rechten schaun, was da für glitzerndes Zeugs aufm Boden liegt (Isomatte mit Alu)...
Die ganze Zeit war es unglaublich still.
Ich konnte mein Blut strömen hören. Lediglich ein Bellen der dörflichen Hunde schallte zwischenzeitlich durch die Nacht. Und das war wirklich ein Schallen! Der Hund bellte etwa links von mir und das Echo hörte etwa 90 Grad versetzt irgendwo in meiner Blickrichtung des am Horizont liegenden Waldes auf.
es ist verblüffend, wie schnell 5 Stunden vergehen können - ohne Teleskop! Die Stunde während der Dämmerung schaltete ich das Radio in meinem Handy an und auf Lautsprecher - es lief gleich im ersten automatisch gewählten Sender eine tolle Sendung mit alten Guitarrenmusiken, zu denen ich mit meinen Füßen wippte, bis der Fahrplan der DB mich zum Aufbruch zwang. Ein Blick aus dem Zug auf die Elbe bei Dessau zeigte keinerlei Nebel - den Morgen zuvor war er noch teils 5-10 m hoch...Recherche um 6 Uhr per Handy und Videotextabfrage bei einer frühaufstehenden Verwandten ergab des morgens 80% Luftfeuchte - nicht soo schlecht für Flachland...
Entsprechend brilliant zeigte sich der Tag mit einem schönen blau und wärmstem Sonnenschein, von dem ich leider erst ab 16 Uhr was mitbekam...
In der Hoffnung auf weitere Berichte von euch von dieser Nacht grüßt
Norman
Einige Beobachtungsberichte der Nacht vom 19. auf den 20.8. gibts ja schon AAAAAAAAAAAAber - warum so wenige??
Diese Nacht war nach meiner Erinnerung die beste des Jahres und kaum einer will hier beobachtet haben und davon berichten? Gibts doch nich... Da muss ich wohl mal zusammen mit den wenigen hier die Fahne hochhalten und trotz Optikmangel ran...
Aus besonderen Umständen heraus bin ich nämlich derzeit leider Objektivlos - Okulare alleine nützen ja nix.
Was tun?
Der Blick auf den Kalender sagt: August, fast Neumond. Heißt: Milchstraße, Sternschnuppen.
Blick in die Zimmerecke zeigt: einsame Isomatte. Heißt: Ab in die Pampa, drauflegen und einfach so nach oben starren.
Bei so wenigen guten Nächten ist es im Prinzip fast schade, dass man sich der Milchstraße nie ernsthaft widmet - ist sie doch das schönste Objekt am Nachthimmel! Somit ist die abwesende Großoptik kein wirkliches Problem...
Zunächst hieß es natürlich der Lichtverschmutzung entfliehen - dazu gings an die Grenze von Sachsen-Anhalt zu Brandenburg ins Örtchen Medewitz. Nach anderthalb Stunden Zugfahrt war diese Etappe gemeistert und kurz vor 0 Uhr (nach 15min Fußweg auf ein weites Feld) begann sich das ergreifende Gefühl einzustellen, das man als Hobbysterngucker unweigerlich bekommt, wenn man seit langer Zeit mal wieder an einem guten Standort die Pracht der Milchstraße erlebt.
(Im Zenit herrschten hervorragende Bedingungen - ich habe 6m8 ermittelt. Am Horizont zeigten sich leider noch zahlreiche Lichtglocken, obwohl die meisten Städte mehr als 30 km weit entfernt waren. Kurzes Beispiel: Magdeburg mit 45 km Entfernung zeigte noch bis 30 Grad Höhe deutliche Aufhellungen. Das schadete dem Gesamteindruck jedoch nur bedingt.)
Mit Erschrecken stellte ich fest, dass gegenwärtig die Felder mit Mais bestanden waren. Och nöööööööööööööööööööööööööööö!!!
Wildschweingefahr!
Glücklicherweise fand ich noch einen ausreichend großen abgeernteten Feldabschnitt mit angrenzendem Grünland, sodass ich in akzeptabler Entfernung doch noch ein Plätzchen zum Hinlegen gefunden habe.
Einen so guten Himmel hatte ich seit etwa einem jahr nicht mehr stellte ich fest, während mir der warme(!) Wind um den Kopf strich. Mit meinem großen Rucksack schirmte ich das einzige direkte Licht vom Dorf ab, indem ich diesen in Kopfhöhe neben mich stellte.
Die Milchstraße war von dunklen Gebieten gesprenkelt - am eindrucksvollsten empfand ich sie, wenn das "W" der Cassiopeia auf dem Kopf steht und sich die Milchstraße von links nach rechts erstreckt - vermutlich weil man ein größeres Sehfeld hat in der horizontalen Ausrichtung.
Mein halbes Fernglas (gebrochen) war wieder dabei, womit ich die Milchstraße aufs Korn nahm - die Dunkelnebel waren sehr beeindruckend - besonders eine am Schwan angrenzende Region ließ in mir die Frage aufkommen, ob es auch einen nördlichen "Kohlensack" gibt? Der hochstehende Andromedanebel war umwerfend im 10x50 - ich meinte sogar, mir eines der Staubbänder einzubilden, aber wenn man weiß das es da ist, ist das so eine Sache...Der Cirrusnebel war ohne Filter in beiden Bögen leicht zu sehen - vor allem der Sturmvogel erschien mir wie ein fast gleißender Strahl, habe ich mit FG so auch noch nicht wahrgenommen...M 13 war direkt sichtbar, obwohl schon tief stehend - allerdings nicht dauerhaft sondern nur blickweise. M33 war indirekt einfach, aber direkt nicht zu erkennen.
Die Sternschnuppen ließen nicht lange auf sich warten, zeitweilig gab es alle 10 s eine - allerdings meist recht schwache. Lediglich eine stach dann heraus: in exakt der Richtung, in die ich gerade blickte, begann sich eine Sternschnuppe zu entwickeln, die einen Adrenalinstoß in mir erzeugte - langsam am Himmel entlangziehend, aber kontinuierlich heller werdend zog sie mich in ihren Bann und ich dachte GLEICH MACHTS PENG! Nein. Leider blieb sie heile und verschwand ohne längeres Nachleuchten. Trotzdem war der etwa -4m0 helle Zeitgenosse ein braunorangerotes Highlight der Nacht.
Zwischenzeitlich bekam ich Besuch von oben: ein dunkler Schatten zog etwa 2 m über mir eins, zwei Kreise und verunsicherte mich etwas...eine Fledermaus! Die wollte wohl mal kurz nach dem Rechten schaun, was da für glitzerndes Zeugs aufm Boden liegt (Isomatte mit Alu)...
Die ganze Zeit war es unglaublich still.
Ich konnte mein Blut strömen hören. Lediglich ein Bellen der dörflichen Hunde schallte zwischenzeitlich durch die Nacht. Und das war wirklich ein Schallen! Der Hund bellte etwa links von mir und das Echo hörte etwa 90 Grad versetzt irgendwo in meiner Blickrichtung des am Horizont liegenden Waldes auf.
es ist verblüffend, wie schnell 5 Stunden vergehen können - ohne Teleskop! Die Stunde während der Dämmerung schaltete ich das Radio in meinem Handy an und auf Lautsprecher - es lief gleich im ersten automatisch gewählten Sender eine tolle Sendung mit alten Guitarrenmusiken, zu denen ich mit meinen Füßen wippte, bis der Fahrplan der DB mich zum Aufbruch zwang. Ein Blick aus dem Zug auf die Elbe bei Dessau zeigte keinerlei Nebel - den Morgen zuvor war er noch teils 5-10 m hoch...Recherche um 6 Uhr per Handy und Videotextabfrage bei einer frühaufstehenden Verwandten ergab des morgens 80% Luftfeuchte - nicht soo schlecht für Flachland...
Entsprechend brilliant zeigte sich der Tag mit einem schönen blau und wärmstem Sonnenschein, von dem ich leider erst ab 16 Uhr was mitbekam...
In der Hoffnung auf weitere Berichte von euch von dieser Nacht grüßt
Norman