f/4 Gerät mit Barlow=f/10 Gerät??

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Der_Michael

Aktives Mitglied
Hallo!
Wenn man einen f/4 Newton zur Fotografie einsetzt und dann damit auch mal was gucken möchte und ne Barlow benutzt, sind die Ergebnisse, die mit diesem Gerät erreicht werden, mit einem Newton zu vergleichen, der die längere Brennweite von vornherein hat? Oder ist das Bild schlechter?
Würd emich über viele Antworten freuen!
MFG Michael
 
Hallo Michael,
klar sind die Ergebnisse vergleichbar.
Bei diesem Vergleich würdest du dann feststellen, dass die Aufnahmen durch die Borlow deutlich schlechter sind, als bein dem langbrennweitigem Gerät.
Grund 1: zusätzliches Glas (das der Barlow) im Lichtweg wirkt sich immer negativ auf die Abbildung aus.
Grund 2: Die Barlow vergrößert zwar das Bild, nicht aber die Auflösung.

Gruß
Andreas
 
dagegen...

Hi Andreas,

schätze ich anders ein.
Also: Visuell wird sich der obstruktionsbedingt schlechtere Kontrast des f/4 nicht verbessern, bei guter Barlow-Qualität aber auch nicht bemerkbar verschlechtern.

Fotografisch aber fällt der Kontrastverlust nicht auf und nur bei hochauflösenden CCDs käme man in Vergößerungsbereiche, die Probleme bereiten. Die hätte dann aber auch der langbrennweitige Newton.
Da F/4-Newtons mit Komakorrektor Spotdurchmesser unter 15nm abliefern können, die dann von einer 2x-Barlow auf 30nm gebracht würden, braucht man sich für chemisches Material überhaupt keine Gedanken zu machen. Für CCD kommt es auf den Chip und auf die eigenen Ansprüche an.

Was die Auflösung angeht: Klar, die Barlow verbessert die Auflösung nicht, aber ein ordentlicher F/4 und ein ordentlichter f/8 gleicher Öffnung liegen mit ihrer Auflösung sehr! nahe beieinander.
Bleibt zu bemerken, daß es im Vergleich zum f/8 erheblich schwieriger ist, einen ordentlichen f/4 zu bauen.

Clear Skies
Sven
 
Re: dagegen...

Hallo zusammen,

ich würde sagen, die Abbildungsqualität hängt stark von der verwendeten Barlow ab. Bei den supergünstigen Einsteiger-Barlowlinsen ist 100%ig mit einer Bildverschlechterung zu rechnen. Mein erstes Teleskop, Quelle Newton, hatte als Bonus noch eine einlinsige Barlow dabei (24,5)... Trotz Newton wurde das Bild farbig, damals habe ich es einfach so "als normal" akzeptiert (eine achromatische Barlow war etwas besonderes), aber aus heutiger Sicht!

Wenn Barlow, dann würde ich eine von TeleVue/Baader/AP empfehlen. Die neue GSO-Barlow (2") macht einen guten Eindruck (habe ich auf der Photokina in der Hand gehabt), aber ob die Barlow auch optisch gut ist, kann ich nicht sagen.

Negativ macht sich im direkten Vergleich nur die schlechtere Kontrastleistung des f/4 bemerkbar.

Viele Grüße
+ Clear Skies

Michael
www.astrohoppe.de
 
Hallo Michael <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Nur der VISUELLE aspekt:
Der Nachteil der großen Obstruktion (Kontrastverluste), die durch f/4 und durch die Fotoptimierung entsteht wirst du mit einer z.B. 2-fach Barlow nicht ausgleichen können. Da ist der f/8 Newton besser.


Was sich aber verbessert ist das Komaverhalten. Du wirst so
wenig Koma haben wie bei f/8 ( 2-fach Barlow). Ausserdenm kannst du Okulare mit längerer Brennweite und dadurch besseren Einblickverhalten verwenden. Die verwendeten Okulare können dann auch "etwas preiswerter" sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Aus diesem Grund macht es durchaus Sinn, bei hohen Vergrösserungen eines f/4 Newtons immer eine GUTE Barlow
zu verwenden! Für sehr geringe Vergrösserungen (z.B. DS) würde ich die Barlow dann herausnehmen.

Soweit meine Einschätzung!

Gutes Seeing <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Arno Imig



 
Hallo!
Ist denn die schlechtere Kontrastleistung des f/4ers auf den Fangspiegel oder die kurze Brennweite zurückzuführen? Den Fangspiegel könnte ich verstehen, aber mit der Barlow ist das ja anders oder nicht? Wovon hängt das ab?
MFG michael
 
Hi Arno,

nein, die Barlow-Linse verringert keineswegs Koma. Sie vergrößert letztendlich nur das komabehaftete "Primärbild". Allerdings führen die dadurch schlankeren Strahlenbündel beim Okular zu weniger Astigmatismus ausserhalb der Achse. Das geebnete Bildfeld verbessert die Randabbildung zusätzlich. Ob das aber insgesamt besser ist als beim f/8-Newton dürfte sehr stark von der verwendeten Barlow (Linsenzahl, Faktor, Baulänge) abhängen.

@ Michael: Für das schlechtere visuelle Abschneiden ist die Obstruktion und damit der Lichtverlust=Kontrastverlust entscheidend. Als eine Art Sekundärfaktor aber tritt das Okularproblem auf, weil ein f/4-System harte Anforderungen ans Okular stellt - was die Abbildung zum Rand hin angeht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Du hast natürlich recht. Das Koma im Primärfokus ist nun mal vorhanden und hässt sich auch mit einer Barlow nicht mehr wetmachen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
Ich hatte nur letzten bei einen Versuch den starken Eindruck, als ein 2" Okular mit Barlow deutlich Randschärfer war als ohne Barlow. Das es dafür andere
Erklärung gibt ist mir neu, aber..........absolut einleuchtend <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> .
Man lehrnt nie aus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

CS + Gutes Seeing

Arno Imig
 
Hi Michael,

da überschätzt Du die Obstruktion gewaltig.

Also zum einen, was Sterne angeht, schiebt sie wohl mehr Licht in den 1. Beugungsring. Bei schlechtem Seeing werden die Sterne dadurch etwas vergrössert, weil alles verwischt wird. Beim flächigen Objekt (Planet) verwischt dann dieser Effekt ein wenig Details = er kostet Kontrast.
Auf den Kontrast wirkt es sich zusätzlich aus, weil einfach Licht fehlt. Beispiel: Zwischen Weiss und Schwarz kann man gut 10 Abstufungen an Grau erkennen. Wenn nun aber das Teleskop durch die Obstruktion als hellstes nur noch ein 80% Grau liefert, dann sind die Unterschiede zwischen den 10 Stufen nicht mehr so deutlich.
Das wirkt sich aus, wenn es um die Erkennung von Details geht, die sich ohnehin nur schwach von der Umgebung abheben.
Ein fotografisch ausleuchtender 8" F/4 hat ca 75mm Obstruktion, die ihn von der Lichtsammelfläche auf etwas über 7 Zoll herabbringt. Das heisst, man muß da schon in Fläche rechnen und nicht den üblichen Wert 200=37% Obstruktion anwenden.

Insgesamt hat also Obstruktion schon ihren Einfluß, der aber weit hinter dem Einfluss von Optikqualität und Seeing steht.

Clear Skies
Sven
 
Das wirkt sich aus, wenn es um die Erkennung von Details geht, die sich ohnehin nur schwach von der Umgebung abheben.
Ein fotografisch ausleuchtender 8" F/4 hat ca 75mm Obstruktion, die ihn von der Lichtsammelfläche auf etwas über 7 Zoll herabbringt. Das heisst, man muß da schon in Fläche rechnen und nicht den üblichen Wert 200=37% Obstruktion anwenden.
Das wirkt auf mich so, als ob du die Lichtsammelfläche für den Kontrast verantwortlich machst. Lt. Faustformel nach Zmek ist doch der effektive Kontrastdurchmesser mit der linearen Obstruktion zu berechnen?
 
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