F/6 in Stadtnähe?

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pauly

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Hallo,

ich bin auf der Suche nach einem neuen Teleskop und hatte ursprünglich was in Richtung 8" f6 im Sinn - vorzugsweise Newton (habe noch eine GP-E rumstehen), Dobson würde aber auch gehen.

Nun ist mein Beobachtungsort nicht der allerbeste (so Mag 4.x) und ich habe gelesen, daß man unter diesen Bedingungen mit f8 besser bedient sei. Von der Theorie her schon klar, nur: würde man auch mit dem schnelleren System noch gut Beobachten können?

Das Problem ist, daß man 8" f8 eigentlich gar nicht bekommt (würde auch nicht auf meine GP-E passen) - Newton's gehen bis f6 und SC/MK fangen erst ab f10 an und sind i.R. preislich deutlich höher angesiedelt. Ich müsste dann wohl auf 6" gehen...

Also, was meint ihr?

Gruß,
Pauly
 
Hallo,

Dieses Problem stellte sich mir vor einiger Zeit auch; Meinungen dazu gab es die unterschiedlichsten - meist die von Dir angefuehrten, und schliesslich kaufte ich doch einen 250 Newton f4,8 ... und: bin nach wie vor begeistert von der Leistung auch unter Stadthimmel. Kein zu heller Hintergrund, x-fach mehr Objekte zu sehen, Aufloesung begeistert mich usw. Alle Ratschlaege, dass grosse Lichtstaerke oder grosser Durchmesser in der Stadt nichts bringen sind meiner Meinung nach seltsam. Klar koennte man unter dunklerem Himmel mehr ausnuetzen und in der Stadt sieht man keine schwachen Galaxien - aber je mehr Durchmesser desto besser - ob Stadt oder Hochgebirge...
Besorg Dir den dicksten Brummer, den Du Dir leisten willst/kannst - wirst nicht enttaeuscht sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

MfG Anton Gabriel
 
Hallo Pauly!
Natürlich geht 8" f6 auch in der Stadt! Bei deep-sky muss man da, wenns um die lichtschwächeren Galaxien geht etwas Abstriche machen - da ersaufen die Objekte im aufgehellten Stadthimmel - aber hellere deep-sky Kandidaten wie alle Messier- Objekte sind i.d.R. kein Problem. Offene Haufen Doppelsterne, Planeten, Mond und Sonne sowieso nicht.
Und wenn Du den Newton wirklich am dunklen Himmel ausreizen willst - so ein 8zöller ist noch gut zu transportieren.
Was zögerst Du noch?
Sternklare Nächte
Berthold vom WIDATO
www.widato.de
 
Moin Pauly,

hab selbst jahrelang mit einem 8"f6 am Rande des Rheinmaingebietes beobachtet. Da geht schon eine ganze Menge. Der Unterschied von f8 zu f6 ist nicht so gewaltig.
 
hallo pauly,

ich habe einen 7"f8 und einen 8"f4 und beobachte damit
ebenfalls aus der stadt (4m5-5m0).

ich sage dir: es sind sehr schöne beobachtungen damit
möglich und der himmelshintergrund ist bei der selben
austrittspupille auch bei beiden geräten gleich hell od. dunkel.

sprich: ob du mit einem 8"f4 50fach vergrößerst oder
mit einem 8"f8 50fach, das objekt und der hintergrund
sind absolut identisch.

da du nur eine GP-E hast, würde ich an deinerstatt
sogar zum 8"f4 (zb. GSO 200/800) greifen, da dieser
auf der GP-E noch ausreichend stabil montiert ist.
bei 8"f6 läufst du hier schon ans limit. ob das noch
spaß macht ist dann geschmacksache.

das wichtigste für den stadtbeobachter: NEBELFILTER!

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Von der Theorie her schon klar, nur: würde man auch mit dem schnelleren System noch gut Beobachten können?

Wenn ich ehrlich bin, ist es mir aber nicht klar. Meinst du die höhere Vergrößerung langsamerer Systeme, die die Helligkeit des Himmelshintergrundes auf eine größere Fläche verschmiert? Kann man das nicht eh mit kurzbrennweitigen Okularen bei schnelleren Systemen wieder kompensieren?
Und wenn die Flächenhelligkeit der Galaxie kleiner gleich der des Himmelshintergrundes ist, dann hilft doch auch eine andere Brennweite des Teleskops nicht weiter, oder?

6 Zoll f/6 in der Stadt und auf dem Land sind schon ein krasser Unterschied, gerade wieder bei M15 bewundert. Muß aber nicht wundern, wenn die Lichtglocke der Stadt in 20 km so hell ist wie ein 2/3 Mond und Schatten werfen läßt. M9 stand da gerade in dieser Lichtsuppe und war nur ein Schimmerchen. *grusel*
 
Hallo Leute,

super Dank für die Tipps. Wahrscheinlich werde ich mich in Richtung 8" Dobson orientieren. F4 scheint mir doch etwas zu gewagt...

@Hugo_Holzbein: den Hinweis bezüglich f8 für schlechte Beobachtungsorte habe ich in der Tipps Section von amateurastronomie.com aufgeschnappt. Demnach soll ein schnelles System den Himmelshintergrund relativ zu den Beobachtungsobjekten stärker aufhellen (Warum?).

Gruß,
Pauly
 
Ja, sogar f5.

Hallo,

was man so alles liest....


Ich hatte einen 8"-f6 und habe damit in Stadtnähe beobachtet. Und mit meinem 8"-f5 kann ich sogar vom Hinterhof aus (mitten aus Düsseldorf raus!) super spechteln, ehrlich!

Sehr wichtig ist auch die Feuchtigkeit in der Luft, wenn die zu hoch ist, erscheint der Himmel natürlich weitaus heller, und dann geht es nicht mehr so gut (mit anderen Rohren aber auch nicht).

Also, ich würde es wagen.


Grüße
Thomas
 
welches öffnungsverhältnis das gerät hat, spielt
in bezug auf die hintergrundhelligkeit keine rolle.

die helligkeit des hintergrundes wird von der
größe der austrittspupille bestimmt und hängt
daher, bei gleicher öffnung, nur von der verwendeten
vergrößerung ab!

du kannst also ein f4-system ganz genauso
nehmen, welches außerdem den vorteil hat, daß
du dann unter wirklich dunklem himmel auch mal
ganz niedrige vergrößerungen verwenden kannst,
die mit f6 gar nicht machbar sind.

vorteil von f6: um randscharfe abbildung zu bekommen
genügen einfachere okulare.

der kompromiss wäre dann f5.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Moin Tom!

> du kannst also ein f4-system ganz genauso
> nehmen, welches außerdem den vorteil hat, daß
> du dann unter wirklich dunklem himmel auch mal
> ganz niedrige vergrößerungen verwenden kannst,
> die mit f6 gar nicht machbar sind.

Na, das halte ich aber für ein ziemlich "weiches" Argument. Bei 8" ist der
Brennweitenunterschied von f/4 zu f/6 gerade mal 400 mm. Der f/6 hat dabei
den kleineren Fangspiegel (wichtig für den Kontrast, falls man doch mal auf
die Planeten gehen will - in der Stadt bestimmt ein häufiges Ziel) und ist
nicht so justieranfällig. Der Einsatz von f/4 erfordert die aufwendigeren
Okulare, besonders im Bereich niedriger Vergrößerungen. Was soll's - möchte
man niedrige Vergrößerungen - sagen wir mal 6 mm AP (33fach etwa), dann
braucht der f/4 ein 25 mm-, der f/6 ein 40 mm-Oku. Beides gibt es in 2" mit
vernünftig großem Gesichtsfeld. Alles in allem wäre der f/6 für mich das
universellere Gerät, gerade was die Vorteile in der Konstruktion angeht.
 
universeller nur dann, wenn man die visuelle seite
betrachtet. sollte man später mal in die astrofotgrafie
einsteigen wollen, bietet der f4 die besseren vorraussetzungen.

aber schaumal: der 8"f6 soll dann auf einer GP-E
eingesetzt werden. das ist schon ein ziehmlich kitzlige
angelegenheit, erst recht, wenn man auch mal ein auge
auf die planeten werfen will. wie da das fokussieren
bei 300fach dann aussieht, daran will ich lieber nicht
denken.

daher nochmal ein tip an den fragestellenden:
wenn du dich wirklich für den f6 entscheidest, gönne
dir eine stärkere monti dafür. konkret würde ich
mir eine gebrauchte EQ6 holen, die für gut
500-600 EUR zu bekommen ist.

entscheidest du dich für den f4 so genügt auch
die GP-E und du bist damit auch transportabler. dadurch
ist die überwindung geringer, mal rauszufahren unter
einen wirklich guten himmel um so richtig was zu sehen!

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Moin Tom!

> sollte man später mal in die astrofotgrafie
> einsteigen wollen, bietet der f4 die besseren vorraussetzungen

Ja, sicher ist der f/4 für (chemische) Fotografie besser geeignet. Sowas
halte ich aber immer noch für eine Spezialanwendung, was nicht eben mal
so hopplahopp geht: Da brauchste ein Leitrohr, da muß die Monti eventeull
sogar stabiler sein und in beiden Achsen motorisiert. Bei den heutigen
Preisen kann man immer noch auf f/4 ausweichen, wenn man's denn irgendwann
mal braucht.

Zur Montierungsfrage: Lies' mal oben genau - da steht sowas wie "Dobson
ginge auch". 300fach läßt sich mit einem gut gelagerten Dob vis. gut nachführen,
in dem Bereich sehe ich da keine Probleme.
Einen 8" f/6 würde ich allerdings auch nicht mehr auf eine GP setzen. Eine
günstige Alternative wäre vielleicht noch die TAL-2M-Monti - ich kenne da
mindestens zwei Beispiele, wo solche langen Optiken gut darauf montiert
sind. Zur Not hält die Monti auch noch 10" aus.
 
ja du hast recht, wenn er einen dobson auch nimmt
könnte er die GP verkaufen und sich für's gleiche
geld einen GSO-dobson bestellen.

eigentlich die einfachste möglichkeit, außer er
will die GP nicht hergeben. hmm, dann wäre vielleicht
noch ein schnellspechtelteil eine nette sache.
so ein 4"f10 FH vielleicht, der würde auf die GP
gut passen und ist keine schlechte ergänzung zum dobson,
vor allem wenn man an die sonne und ein herschelprisma denkt.
dann noch einen 80/480 v. GSO als reisegerät auf
der baaderBP60 und einen kleinen 4"Mak als reiseplanetengerät,
sowie ein ... ach, wenn einkaufen nur nicht so schön wär...

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Tom,

genau so hatte ich mir das vorgestellt: erst mal einen dobson (GSO 8") und auf die GP irgendwann mal einen Refraktor. Verkaufen will ich sie auf keinen Fall, da sie
- so gut wie neu ist
- ich sie sehr billig bekommen habe
- sie einfach gut ist!

Gruß,
Pauly
 
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