Hallo Michal,
hm... ich glaube die bisherigen Beiträge ergeben noch keine brauchbare Antwort auf die Frage.
1. Der Okular-Einsteckdurchmesser 1,25" oder 2" hat nichts mit der Erkennbarkeit von Koma zu tun. Koma beim Newton hat die interessante Eigenschaft, quasi mit der Vergrößerung immer gleichauf zu liegen. Das bedeutet, dass man durch mehr Vergrößerung eben auch Koma mit vergrößert und somit am Rand des kleineren Bildausschnitts Koma gleich stark erkennt, wie zuvor bei weniger Vergrößerung und größerem Ausschnitt.
Koma ist somit vom Gerät (Öffnungsverhältnis) und vom scheinbaren Gesichtsfeld abhängig. Bei zwei Okularen gleicher Brennweite zeigt jenes mit mehr Gesichtsfeld dann auch mehr Koma, weil ja stärker von Koma betroffene Randbereiche des Bildfeldes sichtbar werden.
2. Bildfeldkrümmung findet man beim Okular wie auch beim Teleskop. Es hat aber wieder nichts mit dem Einsteckdurchmesser des Okulars zu tun. Beim Newton hängt die Bildfeldwölbung von der Brennweite und dem je nach Öffnungsverhältnis leicht veränderten Astigmatismus ab. Das ist vorgegeben. Ein 2" Okular aber nimmt einen größeren Teil des Bildfeldes auf - jedenfalls wenn es ein "echtes" 2" Okular ist, das eine Feldblende von mehr als 28mm hat (was die mechanische Obergrenze bei 1,25" Okularen ist). Somit hat ein 2" Okular zunächst mal eine schwierigere Aufgabe vor sich. Die Fokusdifferenz zwischen Rand und Mitte des Feldes wird ja größer.
In der Praxis nun gibt es sehr große Unterschiede bezüglich der Randabbildung von Okularen an schnellen Newtons. Bezüglich der Bildfeldwölbung kann man schon herauslesen, dass es 1,25" Okulare leichter haben und so findet man auch wesentlich mehr Okulartypen, die bei 1,25" und entsprechender Brennweite eine gute Leistung abliefern. Übrigens ist das Hauptproblem der Okulare an schnellen Optiken (egal welcher Konstruktion) noch gar nicht erwähnt worden: Okularastigmatismus. Das muss das Okulardesign leisten. Koma wird bei f/5 erst sichtbar, wenn ein Okular auch bei f/5 bezüglich des Okularastis gut korrigiert ist.
Rein von der Optik her kann man Koma mit einem Okular "beheben". Jedoch findet man mit dieser Fähigkeit praktisch keine Produkte. Die bereits erwähnten Pretoria-Okulare, gerechnet von Heinz Klee, sind quasi das stets genannte Beispiel. Meist wird argumentiert, dass ein Okular welches Koma kompensiert, automatisch an komafreien Systemen die Koma umgekehrt ins Bild einführt. Das ist zwar prinzipiell richtig, geht aber an der Realität vorbei, weil man in der Praxis kaum auf komafreie Geräte stößt, die ein Öffnungsverhältnis hätten, welches dann diesen Effekt sichtbar werden ließe. Will sagen: Ein f/6 Apo mit perfekter Bildfeldebnung und den wunderbarsten Spots am Feldrand würde ja mit einem solchen Okular auch nur die umgedrehten Komaschwänzchen eines f/6 Newtons zeigen können - und die sind nur bei genauem Hinsehen bemerkbar.
Wie dem auch sei, in der Praxis findet man diese Okulare nicht. Bislang hat wohl kein Investor Lust, solche Okulare "nur für Newtons" auf den Markt zu bringen.
Und damit weiter zu real existierenden Okularen. Es gibt für den f/5 Newton tatsächlich nicht viele 2" Okulare, von denen man eine ansprechende Randabbildung erwarten kann. Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass man eher nur Okulare mit "leicht nachlassender Randabbildung" vorfindet. Ein Komakorrektor verbessert dies, allerdings bei f/5 im wesentlichen nicht bezüglich Koma, sondern weil diese Korrektoren auch die Bildfeldwölbung positiv verändern.
Somit würde ich sagen, dass man eher und günstiger ein 1,25" Okular findet, welches am f/5 Newton eine tadellose Randabbildung abliefert, als ein 2" Okular. Und weil es in Wahrheit nicht um Einsteckdurchmesser, sondern um Feldblendendurchmesser geht, sind eben logischerweise Okulare mit langer Brennweite, mit entsprechend mehr Feld, und dennoch guter Abbildung schwerer zu finden. Jenseits der 30mm gibt es nicht viele Produkte aufzuzählen - unterhalb von 10mm gibt es eine gute Auswahl.
Also... um es kurz zusammenzufassen: Nö. Kann's nich'.
Clear Skies
Sven