f5 Newton und 2"Okulare

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dobmicha

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N'Abend,
Kann ein 2" Okular bei einem f5 Newton Koma und Bildfeldkrümmung positv beeinflußen ?

Gruß
Micha
 
Hallo Micha,

Es gab früher mal die komakorrigierenden Pretoria-Okulare von University Optics. Wie gut die waren kann ich nicht sagen, auf jeden Fall sind sie (wenn überhaupt) nur noch antiquarisch erhältlich.

Wenn Du 2"-Okulare verwenden willst hilft gegen die Koma aktuell nur ein Komakorrektor. Bei höheren Vergrößerungen und 1,25" kanst Du auch zur komagorrigierenden Barlow von Gerd Düring greifen. Oder zu einer alten Klee-Barlow von UO.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Michael,

wenn dich Koma sehr stört und du randscharfe Ergebnisse erzielen willst und keine Kompromisse eingehen willst, dann geht meiner Erfahrung nach, kein Weg an TeleVue vorbei.

Diese funktionieren an meinem f/4 hervorragend.

Wieso muss es 2" sein?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michal,

hm... ich glaube die bisherigen Beiträge ergeben noch keine brauchbare Antwort auf die Frage.

1. Der Okular-Einsteckdurchmesser 1,25" oder 2" hat nichts mit der Erkennbarkeit von Koma zu tun. Koma beim Newton hat die interessante Eigenschaft, quasi mit der Vergrößerung immer gleichauf zu liegen. Das bedeutet, dass man durch mehr Vergrößerung eben auch Koma mit vergrößert und somit am Rand des kleineren Bildausschnitts Koma gleich stark erkennt, wie zuvor bei weniger Vergrößerung und größerem Ausschnitt.
Koma ist somit vom Gerät (Öffnungsverhältnis) und vom scheinbaren Gesichtsfeld abhängig. Bei zwei Okularen gleicher Brennweite zeigt jenes mit mehr Gesichtsfeld dann auch mehr Koma, weil ja stärker von Koma betroffene Randbereiche des Bildfeldes sichtbar werden.

2. Bildfeldkrümmung findet man beim Okular wie auch beim Teleskop. Es hat aber wieder nichts mit dem Einsteckdurchmesser des Okulars zu tun. Beim Newton hängt die Bildfeldwölbung von der Brennweite und dem je nach Öffnungsverhältnis leicht veränderten Astigmatismus ab. Das ist vorgegeben. Ein 2" Okular aber nimmt einen größeren Teil des Bildfeldes auf - jedenfalls wenn es ein "echtes" 2" Okular ist, das eine Feldblende von mehr als 28mm hat (was die mechanische Obergrenze bei 1,25" Okularen ist). Somit hat ein 2" Okular zunächst mal eine schwierigere Aufgabe vor sich. Die Fokusdifferenz zwischen Rand und Mitte des Feldes wird ja größer.

In der Praxis nun gibt es sehr große Unterschiede bezüglich der Randabbildung von Okularen an schnellen Newtons. Bezüglich der Bildfeldwölbung kann man schon herauslesen, dass es 1,25" Okulare leichter haben und so findet man auch wesentlich mehr Okulartypen, die bei 1,25" und entsprechender Brennweite eine gute Leistung abliefern. Übrigens ist das Hauptproblem der Okulare an schnellen Optiken (egal welcher Konstruktion) noch gar nicht erwähnt worden: Okularastigmatismus. Das muss das Okulardesign leisten. Koma wird bei f/5 erst sichtbar, wenn ein Okular auch bei f/5 bezüglich des Okularastis gut korrigiert ist.

Rein von der Optik her kann man Koma mit einem Okular "beheben". Jedoch findet man mit dieser Fähigkeit praktisch keine Produkte. Die bereits erwähnten Pretoria-Okulare, gerechnet von Heinz Klee, sind quasi das stets genannte Beispiel. Meist wird argumentiert, dass ein Okular welches Koma kompensiert, automatisch an komafreien Systemen die Koma umgekehrt ins Bild einführt. Das ist zwar prinzipiell richtig, geht aber an der Realität vorbei, weil man in der Praxis kaum auf komafreie Geräte stößt, die ein Öffnungsverhältnis hätten, welches dann diesen Effekt sichtbar werden ließe. Will sagen: Ein f/6 Apo mit perfekter Bildfeldebnung und den wunderbarsten Spots am Feldrand würde ja mit einem solchen Okular auch nur die umgedrehten Komaschwänzchen eines f/6 Newtons zeigen können - und die sind nur bei genauem Hinsehen bemerkbar.
Wie dem auch sei, in der Praxis findet man diese Okulare nicht. Bislang hat wohl kein Investor Lust, solche Okulare "nur für Newtons" auf den Markt zu bringen.

Und damit weiter zu real existierenden Okularen. Es gibt für den f/5 Newton tatsächlich nicht viele 2" Okulare, von denen man eine ansprechende Randabbildung erwarten kann. Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass man eher nur Okulare mit "leicht nachlassender Randabbildung" vorfindet. Ein Komakorrektor verbessert dies, allerdings bei f/5 im wesentlichen nicht bezüglich Koma, sondern weil diese Korrektoren auch die Bildfeldwölbung positiv verändern.
Somit würde ich sagen, dass man eher und günstiger ein 1,25" Okular findet, welches am f/5 Newton eine tadellose Randabbildung abliefert, als ein 2" Okular. Und weil es in Wahrheit nicht um Einsteckdurchmesser, sondern um Feldblendendurchmesser geht, sind eben logischerweise Okulare mit langer Brennweite, mit entsprechend mehr Feld, und dennoch guter Abbildung schwerer zu finden. Jenseits der 30mm gibt es nicht viele Produkte aufzuzählen - unterhalb von 10mm gibt es eine gute Auswahl.

Also... um es kurz zusammenzufassen: Nö. Kann's nich'.

Clear Skies
Sven
 
Ähhhhhhhhhhhh
also lieber ein hochwertiges Weitwinkel 20mm Okular in 1,25"
als ein durchschnittliches 2" mit 26mm ????????

Heut Nacht schlaf ich schlecht :-)
Gruß
Micha
 
Hallo Micha,

bei f/5 definitiv, wenn man auf den Rand achtet. Achtet man auf den Rand nicht, ist eigentlich fast alles egal... Übrigens gibt es ja auch 2" Okulare, deren unterste Linse in 1,25" passen würde. Show-Verpackung...
Um mal konkret zu werden: Ein 22mm LVW oder ein 24mm Panoptic machen in 1,25" bei f/5 viel Spaß.

Allerdings muss man sich auch die Frage stellen, warum man denn kein 2" Okular in hochwertig beschaffen will. Es muss nicht top notch ein 31mm Nagler sein. Man kann auch über ein 28mm UWAN oder ein 24mm aus dem Bereich Meade Serie 5000 / Maxvision / Explore Scientific 82° nachdenken.

Clear Skies
Sven
 
Danke Sven :super:

Gruß
Micha
 
Hallo fquadrat,

ja, ich habe mich auch für den Spaß entschieden. Den direkten Vergleich habe ich mehrmals an schnellen Optiken gemacht und es ist einfach immer noch einen Ticken besser gewesen. Ich habe aber auch gesehen, dass es unter dem T5 Nagler noch eine Klasse gibt, mit der man für deutlich weniger Geld immer noch prima beobachten kann. Das wäre eben UWAN 28mm und in meinem Fall das 30mm Maxvision, wie es seinerzeit via Teleskopwerkstatt kam.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

das stimmt natürlich, aber damals (2011) hatte ich einfach einen Grund, Geld auszugeben, und einen anderen, genau dieses Okular zu kaufen. :biggrin:

Grüße

fquadrat
 
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