F6 Newton das "Ultimative" Gerät?

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Sternentaler

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Hallo,

habe diesen Thread auf Anregung von KlausTietzel erstellt und hoffe auf rege Teilnahme.
Er beruht auf eine Frage in einem anderen Beitrag.
Hier das ursprüngliche "Posting"

Moin Moin,

hier wird öfter 6" f6 oder 8" f6 als ultimatives Gerät erwähnt.
wie steht es dann um diese Geräte:

http://www.teleskop-service.de/Orion/luxus.htm#150

http://www.teleskop-service.de/Orion/luxus.htm#200
jeweils auf ADM.

Sicher das sind keine billige Einsteigergeräte, aber wären das die "Ultimativen-eierlegende-woll-milch-säue"??

Meine Frage ist nicht ohne Eigennutz, ich möchte mir nämlich ein Teleskop zulegen. Weiß nun aber nicht ob ich eines von denen nehmen soll und wenn dann welches? Oder besser das:

http://www.teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Komplettgeraete/gsovorschau.htm#2001000
auf einer EQ6.

Ich lese nun seit gut einem Monat hier im Forum mit und habe auch die Seiten von den "Brothern" sowie unzählig anderer studiert, bin mir aber immer noch nicht 100% sicher, da es zu viele Meinungen zu den unterschiedliche Systemen gibt.

Ich bedanke mich bereits im Vorfeld für eure Antworten.

cio

sternentaler

P.S. Ich beschäftige mich schon etwas länger mit Atronomie und hatte Anfangs ein No-Name 70 mm Refraktor auf "Wackeldackel" Gabelmontierung und später die "Lidl Maede ETX 70 Autostar Kreissäge". Habe nun genug von diesen Halbherzigen Lösung und möchte sozusagen den Bund fürs Leben eingehen (zum 2. Mal ;-))
 
Hallo Klaus,

dieser 6" F/6 Newton, jener den Du als ersten Link gesetzt hast, ist das einzige Ergebnis eines Monsterthreads der vor einiger Zeit lief, die Grundidee und die ganze Entwicklung war jedoch anders gelagert als das Ergebnis glauben machen könnte.
Den Thread zu verlinken würde den Rahmen sprengen, daher Mal eine Zusammenfassung.

Der typische Astroeinsteiger von heute hat 2-300 € als Budgetansatz und fragt nach brauchbarem Gerät.

Die typischen Einsteigerangebote im Handel bieten ihm reichlich Gelegenheit dieses Geld loszuwerden.

Du selbst hast da ja wohl zwei Mal prächtig hingelangt....ich auch, keine Sorge. :blush:
Also was gibt es? Wckeldackel, "planetentaugliche" Kurz -FarbHofer, Plastiklager und Wellen, Elektronik die Objekte anfährt von denen die Optik nichts zeigt, nichts zeigen kann. Gute Einsteigeroptiken wie 114/900 werden als Kompletset grundsätzlich untermontiert angeboten, Upgrade ist teuer.
Der Anfänger muss leindensfähig sein und wird steigern wollen oder er gibt das Hobby auf.
In der Summe verschenktes Geld, Müllproduktion.....

Dann gibt es da noch den Fernost-Dobson, Einstiegsgröße 8" F/6 und im steten Preiskampf auf 300 € gefallen, ein bis zwei Beilegokulare inclusive.
Preislich also sehr nah dran an den typischen Einsteigervorstellungen, optisch inzwischen durch die Bank preis-/leistungsgerecht in Ordnung, mechanisch einfach und ausreichend, insgesammt sehr einfach zu verbessern, Anleitungen zur Selbsthilfe gibt es zu Hauf.
Das ist nun aber schon ein Riesenrohr, sperrig und nur teuer parallaktisch/fotografisch montierbar.

Nun kommt meine Definition eines visuellen Allroundteleskops ins Spiel, denn Anfänger/Einsteiger wissen noch nicht genau was sie wollen. Mond, Planeten, das ist klar, was aber Deep-Sky bedeutet ist dann schon nicht mehr so klar aber irgendwie auch interessant.
Also ist für Einsteiger ein Allrounder m.E. zukunftssicher im Sinne von Interesse/Begeisterung wecken und erhalten.

"Ein Allroundteleskop sollte m.E. in der Lage sein, zumindest die hellsten Objekte aller der visuellen Hobbyastronimie zugänglichen Klassen dem Beobachter so zu zeigen, dass er iher Natur anhand von Strukturen erkennen kann."

Dies führt unter unter den hier und heute anzutreffenden/erreichbaren Gegebenheiten zu einem Teleskop von mindestens 5" Öffnung.
Weiter sollte beim Minimalvergrößerung ein möglichst großes Gesichtsfeld zur Verfügung stehen und auch eine große AP bis 7 mm zu erreichen sein. Die Minimalforderung nach "beugungsbegrenzter Abbildung" ergibt sich schon allein aus der Tatsache, dass auch hohe Vergrößerungen naturgetreu möglich sein müssen (im Rahmen der Öffnungsvorgabe).

Bei der Mindestöffnung sind gute optische Qualität des kompletten Systems, die Beherrschung dieses Systems und sehr gute äußere Rahmenbedingungen zwingende Vorbedingung.
Mit 8" Öffnung tut man sich da wesentlich leichter und ein entspanntes Öffnungsverhältnis des Teleskops ist eine von mehreren Voraussetzungen, die auch für unerfahrene Beobachter die Möglichkeiten verbessern.

Im Bereich der Mindestöffnung von 5" bietet von der Geräteseite her eigentlich ein APO-Refraktor die besten Möglichkeiten, leider ist das halt auch die teuerste Variante, nicht nur für Anfänger mit begrenzten Mitteln ein Traum.
Also bleibt häufig ein Newton als Alternative, mit Monti auch schon kaum im Rahmen des typischen Finanzansatzes zu bekommen und schon so gut wie gar nicht mit dem für große Felder so nützlichen 2" OAZ. Mangelde Qualität in allen Teilen oder auch nur bei der Wackelmonti und (häufig überbewertet aber nicht unwichtig) hohe Obstruktion (Öffnungsabzug) führen dann gepaart mit typischen Anfängerfehlern zur Verfehlung des hochgesteckten Zieles.

Nun endlich der 6" F/6 Newton ins Spiel.

Im genannten Thread innerhalb weniger Stunden von Sternenfreunden virtuell aus größtenteils vorhandenen Zubehörkomponenten konfiguriert hätte er das Zeug, zu dem geforderten günstigen Einsteigerallrounder.
Erstausstattung als Dobson, parallaktisch ausbaufähig, fototauglich, Upgrades bis zu GoTo mit GPS.
Öffnungs- und brennweitentechnisch ausreichend, günstiger, kleiner, leichter, transportabler, besser montierbar als der größere Bruder 8" F/6.

Den F/6 Newtons allgemein kann man bescheinigen, dass sie noch okularfreundlich sind, sie vertragen teure Okulare brauchen sie aber längst nicht so zwingen wie schneller Geräte. Sowohl niedrige als auch hohe Vergrößerungen lassen sich mit normalen, moderaten Okulardesigns und Brennweiten erreichen. Sie vertragen im Gegensatz zu den schnellen Newtons auch mal eine leichte Dejustierung, was nicht bedeutet, dass man das Thema ausklammern kann. F/8 oder noch langsamer ist zwar dann fast jedem Okular recht, nur mit dem Nachteil, dass große Felder und große AP mit Klorollenblick "bestraft" werden und irgendwo ab F/12 gar nicht mehr möglich sind. Auperdem werden die Teile dann lang oder sehr kurz/kompakt und kompliziert (SC pp).

Das war der 6" F/6 Newton-Plan der User, der Plan der Hersteller sieht das aber so nicht vor. :/
Übrig geblieben ist der neu ins Programm genommene teure und sicher wertige 6" F/6 Orion-Newton.
Das ist m.E. ein Gerät für Leute, die bereits wissen was sie wollen, wenn es denn zu den Ansprüchen passt.

Gruß und CS
*entfernt*
 
So ein 6" F/6 Newton wäre genau mein Teleskop für meinen Astroeinstieg gewesen. Jetzt ist es ein 6" F/5 geworden mit dem ich auch glücklich bin, allerdings wäre der F/6 absolut perfekt gewesen und hätte meine Kaufentscheidung deutlich beschleunigt.

Martin
 
Hallo,

im damaligen Thread wurde ja praktisch alles gesagt, ich nutze ja einen 8" f/6 und weiss die vielen Vorteile zu schätzen, wer einfach mit wenig Geld und weniger Transportmöglichkeiten/-wille einsteigen will wäre optimal damit bedient. Ich würde so etwas sogar als Reisegerät in Betracht ziehen, wenn ich den 8" f/6 nebst Rockerbox ins Auto lege müssen Frau und Kinder daheim bleiben aber so ein kleines 900mm Röhrchen fände Platz...

Aber ich denk auch das wird nie und nimmer kommen in der Masse, wenn so etwas für um die 200€ angeboten würde (und so würde es sicher liegen wenn man extrapoliert) dann wäre ein Riesenmarkt weg. Vieleicht findet sich ja mal eine findige Firma die wenigstens Spiegelsets anbietet, dann haben zumindest die bastelfreudigen Einsteiger eine Möglichkeit für wenig Geld ein sehr geniales Gerät zu bekommen.

CS Benny
 
Hallo zusammen

Wir sind sicher nicht die ersten, geschweigen denn die einzigen, die 6" f/6 als ideales Einsteigergerät erkannt haben.
Hier lesen genug Händler (z.T. mit Eigenmarken) und Hersteller mit. Mich würde daher mal interessieren, ob man sich mit einem 'Traumgerät' aus eigenem Hause tatsächlich den Markt zerstören würde.
Nur weil es ein ideales Preis-Leistungsverhältnis hätte und sich in verschiedenen Kombinationen fast immer durchsetzen könnte (als Dob ~ 200€, mit EQ3 ~ 300€, mit ADM ~400€), würde man noch lange nicht auf allen anderen Einsteigerkombis sitzen bleiben.
Andererseits hätte man doch sicherlich einen riesen Vorteil, wenn man (zumindest vorerst) als einziger so ein Modell zu einem günstigen Preis anbieten könnte.

CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

als einziger zum günstigen Preis geht in der aktuellen Struktur nicht, denn günstig herstellen kann nur Fernost, Taiwan oder China, und diese bieten ihre Geräte natürlich jedem importwilligen Unternehmer an.
Ein solches Gerät würde also unter demselben Preisdruck stehen, wie alle anderen Geräte dieses Preisbereichs.

Clear Skies
Sven
 
hallo
könntet ihr bitte einen link zu einem der angepriesenen 6" F/6 Newton posten hab im i-net nix gefunden :blush: :blush:

 
Hi Robert

Die Links sind im ersten post; im "Antwort auf" Feld.
Oder einfach bei einem beliebigen Händler schauen, der Orion UK führt. (Zumindest wüsst ich sonst grad keinen Hersteller)

CS
Jürgen
 
Hallo Sven

Ich meinte durchaus eine Produktion des 6" f/6 in Fernost - im unteren und wohl auch mittleren Preissegment dürfte das ja üblich sein.
Ein konkurrezfähiges Teleskop für den "typischen" Einsteiger mit knappem Budget (eben maximal 200, 300 oder 500€)liesse sich in Europa wohl kaum herstellen.
Und da sehe ich eben nicht, wieso kein 6"f/6 im Programm ist: Die Produktionskosten wären nicht höher als bei 6" f/5 oder f/8 aber er wäre ausgewogener und einsteigerfreundlicher.

Sicher wäre man damit wohl nicht der Einzige auf dem Markt; zumindest wäre es recht teuer, die großen Bänder exklusiv laufen zu lassen, anstatt einfach einen anderen Aufkleber anzubringen.

Fürchten sich die Hersteller etwa, kaum mehr okularkritische oder teurer zu montierende Newtons abzusetzen?
Wenn sich ein Produkt ohne Mehrkosten verbessern lässt, wird das normalerweise ja auch getan. Weshalb man sich hierbei standhaft weigert, erschliesst sich mir nicht.

CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

na, das stelle ich doch nicht in Abrede. Ich meine, dass ein Händler vielleicht Interesse hätte, als einziger so ein Teil zu haben. Das wird schief gehen. Dann greift nämlich das Folgende:
Ein solches Gerät ist durch seine Leistung gefährlich. Das Teil wäre:
- relativ leicht justierbar
- mit einem Satz Plössl schon gut bestückt
- auf GP-Klasse-Montierungen sehr gut unterzubringen
- transportable, handlich
- auf 2" erweiterbar oder gleich so gebaut für Widefield schön (ergibt 3° wahres Feld)
- nicht zu hoch obstruiert
- ggf. sogar als Tisch-Dobson machbar. Man bedenke, 100mm mehr Brennweite also Länge als der 200/800 Reisedobson.

Was kommt dabei heraus?
1. Man kann relativ günstig ein Set kaufen, mit dem man erstmal fertig ist. Keine "Folgekäufe" durch irgendwelche unbrauchbaren Teile. GP-Klasse Monti, Tubus, 4 Plössl - fertig! Wer Spaß hat, kauf später noch Weitwinkel nach. Keine Doppeltkäufe von Ramsch, zum Beispiel kann man mit den üblichen 2" Weitwinkeln bis 150 Euro auskommen, und was an Plössls mitgeliefert würde, wäre sogar gleich brauchbar und müsste nicht per se ersetzt werden.

2. Die Leistung eines solchen Gerätes, dessen Optik drastisch unter 200 Euro kosten würde (man schaue auf 150/750 Preise, die höher sein müssen, wegen f/5), würde etliche andere Teleskope aus dem Markt kippen. Kleine China-Apos würden als "Universalteleskop" Einbrüche haben, und nur noch als spezielle Reiseteleskope oder Super-Widefield-Geräte wirklich gebraucht. (Wer volle APO-Ästhetik will, kauft wahrscheinlich eher noch edlere APO-Lösungen.) Eine ganze Menge Achromaten, die man so gern "Planetenteleskop" nennt, würde von der Optik abgehängt. Ein 5" Achromat, selbst als 127/1200, wird seine Probleme haben. Der 150/900 wäre frei von Farbfehler und mit einem Fangspiegel deutlich unter 40mm machbar (Celestrons 150/750 hat 40mm), somit Obstruktion unter 25%, das ist wirklich kaum zu bemerken.
Da das Gerät noch recht klein ist, stellt sich die Frage, ob man Angesichts von Montierung und Gewicht einen 5" oder 6" Mak wirklich braucht, zumindest einen solchen aus günstiger Herstellung. Stattet man den 150/900 mit passenden Okularen aus, toppt der den Mak.

Man bekäme also ein Teleskop, das nicht nur optisch, sondern auch preislich viel Eier, viel Milch und viel Wolle gäbe, und zwar mehr, als die üblichen Verdächtigen ansonsten.
Wenn man sich nun überlegt, wer wohl alles einen 5" oder 6" Mak mit einem 80mm Apo oder 100mm Achromaten für Widefield kombiniert hat, und dann mal ausrechnet, wieviel weniger der 150/900 selbst mit vernünftiger Montierung kostet, kommt man darauf, dass ein solches Gerät im günstigen Preissegment den Umsatz senken dürfte. Das kann kein Händler und auch kein Hersteller wollen.
Echte Konkurrenz bekäme so ein Gerät eigentlich nur vom 200/1200.

Clear Skies
Sven
 
Hallo leute,

eine Ergänzung zur m.E. perfekten Analyse von Sven:

Dieser 6" F/6 Allrounder würde bis zu einem gewissen Grad jede Art von Spezialisierung mit machen und könnte so, je nach Anspruch, schon dauerhaft als einzige oder Hauptoptik fungieren.
Wenn sich ein Hobbyastronom dann wirklich weiter spezialisiert oder auch vergrößert, wird ein solches Teleskop dennoch nicht überflüssig.

Ob nun als Reise-/Zweitgerät, Schnellspechtler, Leit-/und Weitfeldgerät für wesentlich größere Dobsons oder spezielle Fotooptiken, es behält seinen Platz, weil es eines sehr hohen Nutzwert hat.

Eine solch hohe Langzeitgebrauchsfähigkeit widerspricht aber in weiten Teilen den Mechanismen eines Massenmarktes die man durchaus hinterfragen, aber im Einzelfall schwerlich abändern kann.
Das Geschäft läuft ganz offensichtlich ohen diese "Neuerung" prächtig, sodass aus Hersteller-/Händlersicht kein Bedarf besteht etwas daran zu ändern.

Als kleines Beispiel mag die seit vielen Jahren kritisierte Fangspiegelfassung der GSO-Newtons dienen. Die zu enge Plastikfassung quetscht unter passenden Bedingung den FS ein und führt zu einem katastrophalen Einbruch der Abbildungsleistung, Fangspiegelasti durch Druck.
Dieses winzige, ohne Aufwand zu ändernde Detail ist seit Jahren ein Ärgernis, Gegenstand von Beschwerden und Diskussionen, Anlass für anspruchsvolle Besitzer der Geräte selbst Hand anlegen zu müssen. Jeder Händler weiß darum, wie auch um ALLES was in Foren thematisiert wird.

Es passiert nichts obwohl man sicher annehmen darf, dass Händler das Problem beim Hersteller thematisiert haben.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschaften"

Hi Zusammen,

hier hat Günther wieder ein paar Sätze gemacht, die man einrahmen sollte:
Eine solch hohe Langzeitgebrauchsfähigkeit widerspricht aber in weiten Teilen den Mechanismen eines Massenmarktes die man durchaus hinterfragen, aber im Einzelfall schwerlich abändern kann.
Das Geschäft läuft ganz offensichtlich ohen diese "Neuerung" prächtig, sodass aus Hersteller-/Händlersicht kein Bedarf besteht etwas daran zu ändern.
So funktionieren unsere Märkte, und sobald man Kunde im Massenmarkt ist, wird man sich damit herumärgern bzw. mit System nicht optimal bedient werden. Ausbrechen kann man daraus nur, wenn man selbst den Kugelschreiber als Einzelanfertigung kauft.

Es passiert nichts obwohl man sicher annehmen darf, dass Händler das Problem beim Hersteller thematisiert haben.
Das muss man einfach lernen: Was zunächst eine Beobachtung ist, wird dann zur Regel und es folgt die Erkenntnis, dass es so sein wird, solange der Massenmarkt funktioniert, das heißt so lange der Kunde derart hilflos ist, dass er den Kram kaufen muss.
Das wird ja auch noch gefördert, indem man den Kunden, der etwas besseres will an den Baumarkt verweist. Für Kunden mit richtig Geld gibt es Individualanfertigungen von Individualisten, die den Teleskopbau handwerklich so schätzen, dass man es aus heutiger Sicht Kunst nennt. So schafft der Massenmarkt eine saubere Trennung zwischen Kunst und Hand- ähm... Machwerk.

Clear Skies
Sven
 
Re: Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschaften"

Sven,
eine Kleinigkeit ist leider sehr wichtig - jeder Händler und Hersteller will ein paar Jahre von seiner Arbeit leben. Wenn er nun keine Idden hat, was er machen soll, nachdem er die heutige Nachfrage mit langlebigen Produkten dauerhaft gedeckt hat, ist es für ihn sicherer schon heute dafür zu sorgen, dass auch morgen noch Kunden da sind, die Geld ausgeben müssen, um ihre Bedürfnisse zu stillen.
Da es keine einfachere Lösung dieses Problems gibt, als den Preis für das hochwertige Gerät so hoch anzusetzen, dass der Hersteller auch länger davon leben kann - wird es wohl den billigen 6" F/6 nicht so schnell geben...

Grüße
Holger
 
Re: Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hi,

vielleicht sollten die engagierten Astro-Kollegen mal überlegen, ob sie nicht ein Konsortium bilden ... Geld reinstecken ('ne GmbH oder wenns breitergestreut werden soll 'ne AG gründen) und dieses "6-6er" bauen lassen und unter Eigenregie vertreiben ... ?

Mit einem muss man da allerdings rechnen ... andere Hersteller werden sich wahrscheinlich daraufhin weigern, das Sortiment zu "ergänzen" ... also hat man erstmal nur einen "Renner", auf den das ganze Business aufbaut.

Könnte mir vorstellen, dass sowas geht ... wenn man eine Manufaktur in China oder Umgebung findet, die bereit ist das Teil zu fertigen ... egal, ob man sich dadurch einige "zum Feind" macht.

Vielleicht zu blauäugig gesehen von mir ... aber viele nette kleine "Dinger" nahmen so ihren Anfang :)
 
Re: *entfernt* nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hallo Holger,

diese Argumentation folgt nun genau jenen angesprochenen Mechanismen das Massenmarktes die überdenkenswert aber schwer zu ändern sind.

Ein 70er FarbHofer mit GoTo ist billige Komplexität mit minimalem Gebrauchswert ohne jede Zukunftsperspektive.

Ein 6" F/6 Dobson wäre preiswerte Reduzierung auf das Wesentliche für hohen Gebrauchswert mit Ausbaufähigkeit für die Zukunft.

Diese Zukunftsfähigkeit eines Teleskops geht auch am Händler nicht spurlos vorbei, kann und wird ihm mehr bringen als die schnellen Dollars der Variante 1.

Derzeit ist der 8" F/6 Dobson als Einsteigergerät beliebt und die Leute bleiben in der Regel beim Hobby.
Das Zubehör in der Kiste wächst im Laufe der Jahre, der Wert übersteigt in aller Regel den Einstandspreis für den Dob um ein Vielfaches, es kommt ein Zweitrohr und die Fotografie wird Thema, das findest Du massenhaft in den Foren und auf den Treffen.
Ein kleinerer 6" F/6 hat, wie bereits angeführt dieses Potenzial auch.

Einige Leidenfähige, Besitzer von BigBoss und MiniGoTO, schaffen es auch in die Foren und ziehen das Hobby durch, das ist aber längst nicht die Masse dieser "Opfer".
Viel zahlreicher sind Jene, die so ein Teil frustriert einmotten oder bei IhhBäh verscherbeln.

Wenn Du Mal reginoal als sonderbarer "Sternengucker" bekannt bist, merkst Du das. Leute die Du kaum kennst, denen Du es nie zugetraut hättest, sprechen Dich an und erzählen, dass sie da was auf dem Dachboden stehen haben was einfach nicht funktionieren wollte und/oder die Erwartungen nicht erfüllte. Du könntest ja mal danach schauen, aber andererseits sei das Thema eigentlich durch.

Was haben Die dem Händler gebracht? Ein einziges Mal Geld für ein sehr knapp kalkuliertes, billigstes Einsteigerkomplettset.

Der Händler der sich davon auf lange Sicht nicht distanziert wird von Aldi und Lidl ohnehin platt gemacht wenn er nicht, im zweiten Schritt, an den Übriggebliebenen doch noch verdient.
Eigentlich könnte der Fachhändler durchaus auch Interesse am 6" F/6 Einsteigerdobson haben.

Gruß und CS
*entfernt*

PS: Ich musste den Adressaten ändern, Holger statt Ralf ist angesprochen.


 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hi Ralf

Ich denke nicht, dass sich der Sechssechser ohne größere Investitionen fertigen liesse. So Kampfpreise im unteren Marktsegment kann man nur durch hohe Stückzahlen oder Sklaverei erreichen.
Bestenfalls wäre es noch auf non-Profit Basis möglich, aber auch auf vielen Schultern verteilt wäre das Restrisiko recht hoch und ohne Gewinne wird wohl kaum jemand dieses Risiko tragen wollen.
Wenn keiner der 'Großen' daran Interesse hat, bleiben nur noch engagierte Spiegelschleifer übrig. Aber ich bezweifle, dass diese Selbstbauprojekte billiger sind, als der Orion (in diesem Fall müsste die Zeit fürs Hobby ja als Arbeitszeit berechnet werden...).

Ich sehe daher nur eine Möglichkeit:
Das Interesse der Produzenten und Händler müsste geweckt werden. Dass sich die Dinger verkaufen wie geschnitten Brot zweifel ich mal nicht an, aber es wird schwierig, aus dem 'Einmal-Kunden' einen Kunden zu machen, der die Kassen wenigstens durch Zubehör oder weitere Teleskope klingeln lässt (was ja so ein Sechssechser verhindern soll...)
Andererseits gibt es ja kaum einen besseren Kunden, der durch ein gutes Einsteigergerät auf den Geschmack gekommen ist und sich zur verbesserung seiner Ausrüstung automatisch in ein höheres Preissegment bewegt. Und der Wunsch nach mehr wird immer aufkommen, erst recht, wenn man nicht gleich zu Beginn eine Enttäuschung erlebt hat.
2x kauft man ja fast immer: entweder ist es eine Gurke + etwas 'Richtiges' oder ein vernünfiges Einsteigergerät + etwas 'Größeres'. Ich denke mal, die Margen wären bei der zweiten Variante größer.

Oder der Preis eines Komplettsystems müsste sich im Bereich eines f/5 mit ordentlichen Okularen oder eines f/8 oder 8"f/6 mit ordentlicher Montierung bewegen. Und da wären wir praktisch schon beim Orion...

CS
Jürgen
 
Re: Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hallo Günther,

Eigentlich könnte der Fachhändler durchaus auch Interesse am 6" F/6 Einsteigerdobson haben.

das sehe ich auch so. Nur die Einsteiger die auch dabei
bleiben werden sich weitere Teleskope und Zubehör kaufen.

Die von schlechten oder zumindest problematischen Katadioptern
oder Minischerben abgeschreckten Leute sind für das Hobby und
damit als Kunden den Händler verloren.

Wer dabei bleibt, der kauft sich für das Erstteleskop weiteres
Zubehör, vielleicht auch eine photographietaugliche Montierung.

Wenn er dabei bleibt dann später je nach Entwicklung ein Teleskop
mit großer Öffnung, oder ein hochwertiges Liebhaberteleskop.

Insgesamt versenkt er viele hundert Euro in Okulare, dazu noch
Filter, Zubehör für die Sonnenbeobachtung, ...

All das machen nur wenige Leute die mit Schrott angefangen sind
weil die meist schon abgesprungen sind.

Deshalb glaube ich, daß ein bezahlbares aber gutes Erstteleskop
auch für den Händler wünschenswert sein kann.

MfG,Karsten
 
Re: Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hallo,

nun ergibt sich natürlich die Frage, welches ist DAS Einsteigerteleskop?

Das 6"f6 oder das 8"f6?

Ich denke, wer rein visuell beobachten möchte, der wird zum 8" f6 greifen und ihn als Dobson nehmen.
Wer sein Gerät unbedingt parallaktisch montieren möchte, für den wäre aus finanziellen Gründen das 6" f6 das wiederum bessere Gerät.

Ergo hätten beide Gerät ihren Markt und ließen sich verkaufen, ohne daß man dem meist noch unwissenden Kunden einen Wackeldackel aufschwatzen müsste.

Nur leider scheint es so, als wolle man da weder in China noch in Taiwan an diese Sache herangehen. Der Umsatz mit den 8" f6 reicht denen absolut aus, sodaß ich kaum glaube, daß ein solches Gerät in absehbarer Zeit kommen wird.

Andererseits glauben einige Händler, ihren (unwissenden) Kunden Kombinationen aufschwatzen zu müssen, die eben aus kalkulatorischen Gründen Wackeldackel sind und sie gehen vom Trugschluß aus, derjenige würde dann später nachrüsten. Doch Fehlanzeige, leider wandern diese Geräte dann rasch auf den Speicher und der Händler ist sein Kunde los. Vielleicht sollte man erst einmal die Hänler "erziehen", solchen Schwachsinn nicht anzubieten (?). Dann würde ggf. von seitens der Händler der Wunsch laut, daß ein solches Gerät auf den Markt müsse.

CS
Winfried
 
Re: *entfernt* nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hallo Winfried,

der 8" F/6 ist schon derzeit der visuelle Allrounder mit gutem Poenzial für den Einsteiger.
Letztlich geht es aber darum, dem untentschlossen interessierten Sternenfreund ein kompakteres Einsteigerteleskop mit besserer/günstigerer Transportabilität und Montierbarkeit darunter zu setzen.

Es gibt da halt ein "Loch" zwischen den kleineren "Spezialteleskopen" und dem Allrounder mit 8" in dem bis zu den erwähnten Monsterthread nur der 6" F/5 mit 1 1/4" OAZ stand.
Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass dieses Teil seitdem mit 2" OAZ verfügbar ist, was zumindest Mal die Fotografen freut.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hallo,

einer der besten Möglichkeiten so ein Gerät "publikumswirksam zu promoten" wäre wenn mal ein (oder besser mehrere) engagierter Selbstbauer so was hinstellen und die Leute durchgucken lassen (auf Treffen, in Vereinen ect.). Im Selbstbau (inkl. Schliff) ist sowas denke ich auch als Einzelanfertigung im Budget eines 8" f/6 zu bauen. Auf Highendbauteile muss und sollte man dann natürlich verzichten, also einen geschrottelten 6" f/8 schlachten, Tubus kürzen, gebrauchten 2" Zahntrieb OAZ dran... ect. Das hat dann nix mit Produktion zu tun und wird auch keine Druck aufbauen aber auf dieses Weise kann man mal die Vorzüge live vorführen und ausgiebiger dokumentieren und damit ein breiteres Interesse wecken. Ein Bekannter sitzt schon seit ein paar Monaten auf einem alten 6" f/8 TAL auf den er bei ebay reingefallen ist (OAZ defekt, Spiegel ziemlich mitgenommen) dem werd ich mal den Tubus abschwätzen, dann ist schon mal FS-Spinne, Tubus und Spiegellagerung da ;)

Grüße Benny
 
Re: Günther nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hallo!

Als ich vor ein paar Jahren wieder in die Astronomie eingestiegen bin, habe ich fast ein halbes Jahr gebraucht, um mich zu entscheiden, welche Optik nun für mich die optimalste Lösung ist. Da ich nach wie vor kein Auto mein Eigen nenne, musste die Optik und alles darum hoch transportabel sein, aber klein genug, um meine Mitfahrgelegenheit selbst nicht einzuschränken. Dazu kamen diverse Zuneigungen in Sachen Fotografie, die seinerzeit aber noch nicht im Vordergrund standen.

Ein 8"f/6-Dobson kam aus diesen Gründen schon allein wegen seiner Größe nicht in Frage. Weder als transportables Gerät noch aus der Sicht der Folgekosten einer brauchbaren parallaktischen Montierung für die Fotografie.

Letztlich habe ich mir einen 6"f/5-Newton gekauft!
Dazu eine GP und diverses Kleinzeug als Komplettpaket.
Mit der Zeit entstand der Wunsch, den 6er so einfach wie möglich zu benutzen und frei nach den Motto: "Back to the roots!" bekam er eine Rockerbox, die man wie einen Rucksack auf den Rücken tragen konnte. Noch die Okularkiste in die Hand und ab in die Pampa...

Inzwischen ist ein 10"f/5-Dobson dazu gekommen. Und auch diesen habe ich auf transportabel umgebaut. Günther, du kennst ihn vom ATB letztes Jahr.

Hätte es seinerzeit den 6/6 bereits gegeben und wäre dieser noch dazu bezahlbar gewesen, dann wäre ich wahrscheinlich auf diesen angesprungen und hätte mir wahrscheinlich infolge dessen all den Ärger mit den Umbauten und Selbstbauten und all das dazu notwendige Geld sparen können. Ehrlich gesagt kann ich mir jetzt nicht wirklich vorstellen, war alles anders gelaufen wäre. Für mich ist der Zug 6/6 abgefahren, ich habe was ich wollte, eine Fotomaschine(die nach wievor hoch transportabel ist) und einen transportablen 10"er.

Wie Günther schon schrieb, es gibt ein Loch zwischen den kleinen Spezialisten und 8"-Allrounder'n, aber ganz offensichtlich besteht von seiten der Händler und der Hersteller kein wahres Interesse, dieses zu schließen. Der ORION ist nicht wirklich eine Lösung.

Soweit meine Sicht zum Thema.
Grüsse,
Matthias
 
Re: *entfernt* nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hallo Matthias,

klar ist natürlich, dass den wirklich "Infizierten" auch die größten Hindernisse nicht aufhalten können.
du hast Dir auch die nötige Info vorab geholt, die extermen "Aussteigerteleskope" gemieden und trotzdem war die Entscheidung nicht leicht.
Den 10" F/5 kenne ich nur vom Ansehen. Dursehen kann ich hoffentlich Dieses jahr. Bin schon angemeldet. :cool:

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: *entfernt* nennt ganz wichtige "Markteigenschafte

Hi Benny,

ich bin in der Südost-Dobsonecke, wenn Du nach Nordwest gehst, hat der Platz eine akustische Begrenzung.
Kann in der Dunkelheit von Vortel sein. :totlach:

Gruß und CS
*entfernt*
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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