Facharbeit: Nachbau von galileischem Fernrohr

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Caveman1991

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Hallo zusammen,
da ich sehr an Astronomie interessiert bin, schreibe ich meine Facharbeit übder diesem Bereich, das Thema ist ein Nachbau eines galileischen Fernrohrs.

Die Linsen dafür werde ich bestellen, den Rest vermutlich selber bauen, jedoch habe ich noch einige Frage:

Ist es egal (natürlich außer bikonvex/bokonkav) was für Linsen man nimmt? Oder gibt es besondere die besser geeignet sind?
Jemand aus der Sternwarte, die ich regelmäßig besuche, sprach davon, dass man aufpassen müsse, dass sich mit dem Teleskop auch die Entfernung sehen lasse. Also dass ich ein Objekt, dass weiter hinten ist auch so sehe. Ist da was dran und wie sorgt man dafür?

Leider habe ich noch nie ein Teleskop selbstgebaut und wäre deswegen über Ratschläge jeder Art dankbar.

Die Idee ist, mit dem Fernrohr die galileischen Monde zu beobachten und wenn möglich auch zu fotografieren.

Caveman
 
Hallo,

wenn Du das Galileofernrohr nacjbauen willst, sollte klar sein, welche Linsenform Du benötigst. Andernfalls ist es zwar ein Fernrohr, aber kein Nachbau mehr.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Caveman,

im "richtigen Leben" bin ich Wissenschaftshistoriker und einer meiner Forschungsschwerpunkte der letzten Jahre sind Replikationen wissenschaftlicher Instrumente. Die Frage ist, was die Arbeit zeigen soll. Gerade vom Gallilei- Fernrohr gibt es Repliken en masse, sowohl wissenschaftlich (so ziemlich jedes Technik- oder Optikmuseum - Wien, München, London, Jena usw. - hat mehrere davon rumzuliegen) als auch kommerziell gefertigt. Der spannende Punkt ist aus meiner Sicht gerade die Replikation der Gläser. Wir haben schon verschiedene Dinge hergestellt, indem wir Gläser nach historischen Gemengen geschmolzen haben. (Mit sehr unterschiedlichem Erfolg, gerade unser neuestes Projekt, Newtons Prismen gestaltet sich sehr difizil). Soweit ich weiß, hat Gallilei die Gläser nicht selbst geschliffen. Zu der Zeit kamen die Gläser überwiegend aus Holland, England oder Italien selbst, wobei die Glasmacher in Konkurrenz standen und die Herstellungsverfahren nicht schriftlich & standardisiert tradiert, ja sogar streng geheim gehalten wurden.


In Anbetracht der Glasproblematik und der Schwemme an Repliken fände ich die Replik eines der frühen Spiegelteleskope (z.B. nach Hadley) spannender. Die Speigel waren sphärisch, aus Metall & die Konstruktion komplett aus Holz, auch die Quellenlage ist hier besser. Dies sollte einfacher zu bewerkstelligen sein.

Davon abgesehen kann ich Dir zu Deinem Thema folgende Literatur empfehlen: Priestley, J. Geschichte und gegenwärtiger Zustand der Optik, vorzüglich in Absicht auf den physikalischen Theil dieser Wissenschaft. Aus dem Engl. übers. u. mit Anmerkungen begleitet von G. S. Klügel. 2 Tle. in 1 Bd. Leipzig, J. F. Junius, 1775.

Der Priestley ist am nächsten an der Zeit, wo die Teleskope gebaut wurden & damit fast zeitgenössisch zum 18. Jahrhundert, ist aber ziemlich teuer antiquarisch & wir haben ihn nocht nicht digitalisiert. Man kann sich aber Kopien per Fernleihe bestellen.

Viele Grüße,
Roman
 
@Nickquick
die linsenform ist ja klar. habe ich auch schon in klammern dazu geschrieben. Die Frage bezüglich der Linsen ist, was es sonst noch zu beachten gibt, da ich noch nie Linsen gekauft habe...

Den Vorschlag mit dem Bauset habe ich auch schon mal bekommen. Ich möchte die jedoch als letzten Ausweg nehmen und so erst versuchen die Lisen direkt vom Optiker/oder wo man sie sonst noch bekommen kann zu bekommen.

@Klaus und Kurt
Vielen Dank (natürlich auch an alle anderen) für die Informationen, ich werde sie mir durchlesen. Leider habe ich die Facharbeit bereits angemeldet und kann nun nichts mehr am Titel (Aufbau, Anwendung und Grenzen des galileischen Fernrohr's) ändern. Wirklich zeigen kann ich mit damit nichts, da die Facharbeit von der Schule (8-12 Seiten...) aus gestellt ist. Meistens handelt es sich dabei um Wiedergabe von Wissen, die Idee ist jedoch gewesen auch etwas praktisches mit einzubeziehen.
 
Bei Astromedia gibt es auch Linsensets. Samt verweis zur Lieferfirma. Vielleicht haben die ja die passenden Linsen.
 
Hallo Caveman,

sorry.. hab bissel schnell geschossen!!! :-) Ich dachte bei Facharbeit an Diplomarbeit! :-)

Dann bist Du mit den Tips hier bestens beraten!

Viel Spaß beim Basteln & viele Grüße,
Roman
 
So ich hab die Linsen nun doch bei Astromedia gekauft. Von dem Pappbauset möchte ich aber wirklich keinen Gebrauch machen. Deswegen werde ich mir wohl beim Baumarkt zwei PVC-Röhren kaufen.

Um die Linsen zu befestigen habe ich zwei verschiedene Ideen:

a)
Ich befestige einen Ring oder so in der Röhre und lege die Linse herein, von der anderen Seite kommt dann noch ein zweites solches Objekt und die Linse wird eingeklemmt.

b)
Ich verpasse der Röhre drei Gewinde und klemme die Linse dann mit Plastikschrauben ein.

Das ist die Idee für beide Linsen, um das Teleskop scharf stellen zu können hatte ich folgende Vorstellungen:

A)
Ich verpasse beiden Röhren ein Gewinge um sie in einander verdrehen zu können.

B)
Ich nehme so ein Band, das man mit einer Schraube festziehen kann (keine Ahnung wie die heißen...) und quetsche die Röhren damit zusammen.

C)
Ich lasse mir noch etwas komplizierteres einfallen.



Hat jemand schon einmal mit diesen Methoden Erfahrungen gesammelt / noch bessere Ideen? Welcher Weg wäre zu empfehlen und gilt es dabei sonst noch was zu beachten (halt auch so Kleinigkeiten, wie die Verwendung von Plastik- anstatt von Metallschrauben)?

Schonmal danke im Vorraus,
ich werde vom Ergebniss (wenn möglich) auf jeden Fall Bilder uploaden.

Caveman
 
hallo caveman,

für ein galilei fernrohr mit einem linsensatz von astromedia lohnt sich der aufriss mit einer hochwertigen fokusierung nicht. ich habe mit schülern das kleine galilei fernrohr gebaut und mit etwas geduld ist die schiebefokusierung mittels der pappröhren voll ausreichend. wenn du anderes rohrmaterial nimmst, erreichst du sicher ein besseres ergebnis, zumal schiebefokusierer die satt laufen sich gut betätigen lassen wenn mann das okularrohr drehen kann.
wie bei jedem fernrohr werden die leistung und grenzen deines galilei fernrohres von der öffnung und vergrößerung abhängen. hinzu kommt beim galilei fernrohr das problem des kleinen gesichtsfeldes, das nicht vom okular bestimmt wird, sondern von dem winkel unter dem man das objektiv vom okular aus sieht. deshalb hatten galilei ferngläser (ich habe eine reiche sammlung guter exemplare)große objektive kurzer brennweite und schwache vergrößerungen, obwohl auf diese weise meist licht an der augenpupille vorbei ging. natürlich haben gute gläser dieser bauart zum teil hervorragend korrigierte achromatische objektive; die kannte galilei natürlich noch nicht. wenn du ein kleines rohr mit z.b. einem feldstecherobjektiv und einer zerstreuungslinse als okular baust, ist das immer noch ein galilei fernrohr auch wenn galilei das so nicht hätte bauen können.

viel erfolg bei deinem projekt! gerhard
 
Caveman,



wenn das Thema ein Nachbau eines galileischen Fernrohrs ist, solltest Du auch eines so bauen wie Galilei! mit gleichen Materialien und in der gleichen Bauweise der Linsenfassung und des Auszuges so wie indem "Bastelset".

Du kannst versuchen ein Größeres von Ihm nach zubauen und die nötigen Unterschiede zum "Bastelset" beschreiben.

Das wäre eine Herausforderung die man dann bewerten könnte, ein Fantasiegebilde mit PVC Rohren, würde ich als Aufgabe verfehlt bewerten.

Ich sah solch einen Nachbau mit 72 mm Frontlinse, von einem Schullehrer aus dem Jahre 1952, im Pariser Observatorium wo es zum Anschauungszweck ausgestellt war.
Ich will damit sagen so was baut man nicht mal eben nur zum Selbtszweck, sondern dann kann es auch einem oben beschriebenen Zweck dienen, in dem man Es vielleicht mal öfters bei Teleskoptreffen zum durchschauen präsentiert!

Dabei wirst Du feststellen, dass Du dabei am meisten lernst, was Disziplin, Genauigkeit und Ausdauer angeht.

Vielleicht sponsert Dir dann einer der Aussteller die Präsentationen dort.

Gute ineinanderschielbare Papprohre bekommt man im guten Bastelgeschäften oder übbers Internet.

Gruß Günter
 
so das fernrohr ist fertig. ich habe mir einfach zwei fassungen für die linse drehen lassen und die rohre sind in einander verschiebbar.

@Schmitti
die ganze theorie dahinter ist mir auch bewusst. die eigentliche arbeit besteht ja daraus die theroie/physik zu erklären

@G2_Astro
Das Fernrohr ist dabei praktisch nur der Bonus. Das Thema ist mit dem Lehrer extra so forumliert, dass ein Nachbau nicht gefordert ist (deswegen die Formulierung Aufbau, Anwendung und Grenzen des Galileischen Fernrohrs [wie ich grad gesehen hab, habe ich das nicht im ersten Post geschrieben gehabt...]). Daher ist das schon in Ordnung so, auch wenn es anders natürlich noch besser wäre...


Ein kleines Problem besteht aber noch...
Die Objektiv Brennweite beträgt 780mm, die okular Brennweite -65mm, demnach ergibt dass eine Vergrößerung von 12x. Jedoch ist das was ich gesehen habe, nicht 12x vergrößert, vielleicht 2x. Hat da jemand von euch eine Erklärung für?

Fotos kommen noch nach, sobald ich sie geschossen hat.
 
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