Fangspiegel befestigen

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Spiegelteam

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Hallo Freunde der Nacht,

derzeit lasse ich gerade den 5"-Sital-Fangspiegel meines 15"-Keller-Newtons belegen. Ich bin mir derzeit nicht sicher, wie ich das Teil zukünftig befestigen soll. Die ganze Zeit war der Spiegel gefasst in ein "Blechkleid", das den Spiegel auf die Spiegelhalterung drückte. Das Eigengewicht des Spiegels selbst jedoch führt immer wieder mehr oder minder zu Dekollimierungen, die mich ziemlich nerven. Jetzt hat ein Bekannter zu mir gesagt, ich solle mal den Fangspiegel auf die Fangspiegelhalterung (ist ein knapp 1cm breiter oval Metallrand hinter dem Spiegel) mit einem Metall/Glas-Kleber festkleben. Meine Angst ist (neben der Möglichkeit, dass der Spiegel irgendwann mal auf den Hauptspiegel fällt), dass durch das völlig fixieren des Spiegels Temperaturänderungen zu Spannungen und damit zu Leistungsminderungen führen können. Es geht mir hier ausschließlich um die Astrofotografie. Was sind Eure Meinungen, wie würdet Ihr den Fangspiegel für die Astrofotografie anbringen?

Danke und Gruss,
Volker
 
Hallo Volker,

völlig fixieren darfst Du den Spiegel auf keinen Fall, sonst sind Verspannungen vorprogrammiert. Ich empfehle dir, den Spiegel mittels 3 Silikon-Blobs aufzukleben. Diese Blobs sollten einen ausreichende Dicke von ca. 2-3 mm (aber nicht mehr!) aufweisen. Bedenken, dass der Spiegel irgendwann runterfällt, habe ich nicht - inzwischen ist das Aufkleben vermittels Silikon (oder Silikonkleber) fast schon Standard - auch bei größeren Geräten. (wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du den Fangspiegel noch zusätzlich mit einer nicht gespannten Schnur befestigen - auf Seiten der Fassung einfach mit einem Knoten, auf Seiten des Spiegels mit Epoxydharz. Dann kann der Spiegel sich lösen und würde trotzdem nicht runterfallen)

Gruß, Patrick
 
Bohren

Hallo!

Mal eine unkonventionelle und vielleicht entsetzlich blöde Idee von einem Anfänger, aber:

Der Spiegel ist doch quasi ein Zylinderschnitt und hat doch demnach eine kreisförmige Rückfläche, die aus dem Teleskop herauszeigt, oder?

Jetzt kommt es(nicht hauen): Kann man dort vorsichtig eine etwa 5 - 10mm tiefe Bohrung anbringen und mit einem Kleber eine kleine Gewindestange anbringen, so dass man den Spiegel an der Fangspiegelspinne mittig anschrauben kann, gerade so fest, dass er mit drei anderen Schrauben justiert werden kann?

Das ist vielleicht eine blöde Idee, aber auf diese Weise hätte man eine Verliersicherung und könnte den Spiegel trotzdem justieren.

Wenn der Spiegel aber dünn ist, dann geht das natürlich nicht, ich bin bei meinen Überlegungen von einem dicken massiven Zylinderschnitt-Spiegel ausgegangen...

Grüße
Thomas
 
Oha, ich würde mich nicht darauf verlassen, daß eine mit Epoxy angeklebte Schnur den Ruck aushält, den ein 5zölliger Fangspiegel beim Abfallen produziert, selbst wenn es nur eine kurze Schnur ist...
Mit kleinen Blechwinkeln ist er sicher besser gesichert. Die Befestigung kann dabei ja trotzdem mit Silikonkleber erfolgen.
Soweit meine Bedenken. Nun noch eine Frage: Was spricht dagegen, den Fangspiegel mit mehr als drei Punkten aufzukleben? Wenn sie dick genug sind, sollten sie doch die Ausdehnung des Fangspiegels ermöglichen, ohne ihn zu verformen, oder?
 
Re: Bohren

Hallo Thomas,

klingt eigentlich garnicht so blöd. Allerdings habe ich noch nie von einem Fangspiegel gehört, der aus dem Vollen gefertigt wurde.
Ich denke, wenn jemand so etwas herstellen würde, müsste er auch die Bohrung und das Gewinde vor dem Polieren (ich geh mal von einem massiven Aluteil aus) einbringen, da sonst wahrscheinlich ein Hubbel/eine Delle auf der Fläche entstehen würde.
 
Hallo Stephan,

um ehrlich zu sein, Epoxydharz hält dermaßen viel aus, da sollte nun wirklich nichts passieren. Man kann die Schnur ja ein bisschen schlängeln und wickeln und dann einen großen Haufen Epoxy drüberschütten, bevor das kaputtgeht geht die Welt zugrunde (als Schnur muss man ja auch nicht grad nen 100er Faden hernehmen... *grins*

Ehrlich gesagt, ob etwas gegen mehr als 3 Punkte spricht, weiß ich nicht. Die einzelnen Blobs sind dehnbar, da hast Du Recht, deswegen denke ich dass es klappen könnte (vorausgesetzt das Silikon ist dick genug - 1 mm reicht nicht, hab ich ausprobiert und hatte nen Astigmatismus davon). Aber ich kann dir sagen, was für drei Punkte spricht: Es REICHT. Mehr braucht man einfach nicht. Stathis hat z.B. seinen 4-Zoll Fangspiegel mit drei Silikonblobs geklebt und es hält bombenfest.

Wie gesagt, man kann es auch klassisch mit einer Fassung lösen, aber sich mehr Aufwand anzutun, eine größere Obstruktion in Kauf zu nehmen und davon noch nichtmal nen Vorteil zu haben, das seh ich nicht recht ein.

Patrick
 
Re: Bohren

Hallo Thomas,

Der Spiegel ist doch quasi ein Zylinderschnitt und hat doch demnach eine kreisförmige Rückfläche, die aus dem Teleskop herauszeigt, oder?
Nö, normalerweise ist die Rückseite wie die Vorderseite elliptisch, nur eine Scheibe aus einem Zylinder.
Bohren, wenn man's nicht vor dem Schleifen tut, kann dazu führen, daß sich etwaige Spannungen im Material umverteilen und den Spiegel verformen. Abgesehen davon stell ich's mir schwierig vor, den Spiegel zum Bohren vernünftig einzuspannen, so daß die Spiegelfläche heil bleibt.

Spiegel mit eingebauter Halterung gibt's meines Wissens (nur hörensagen - kann auch Unfug sein) beim Herrig-Teleskop, aber da wird die Halterung bereits beim Guß in den Rohling eingebaut.

Warum eigentlich nicht Gürtel und Hosenträger: Spiegel aufkleben und Metallwinkel zur Sicherheit, sollte doch bei der Spiegelgröße von der Fläche und den Beugungseigenschaften nichts ausmachen?

Gruß
Schicko
 
Re: Bohren

Hi Thorsten!

Der Fangspiegel von meinem Winzreflektor ist aus dem Vollen gefertigt.
Okay, das ist auch nur ein "Spiegelchen" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Wie meinst Du das mit dem Hubbel..? Meinst Du, wenn man bohrt, drückt sich quasi unmerklich Material in Richtung Spiegelfläche und erzeugt einen Hubbel....?
Wird also zum Hubbel-Teleskop. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Hm...
Ich glaub ehrlich gesagt nicht, dass das bei Glas der Fall ist. Bei Metall wäre das möglich, aber Glas...Nein, ich denke nicht. Wenn man mit wenig Druck bohrt, kann das eigentlich nichts passieren. Ich kenne jetzt die Abmessungen des Spiegels nicht, aber ich würde nicht bis 5mm unter die Spiegelfläche bohren. Oder durch..

Ich wollte übrigens die Gewindestange nur in der Bohrung verkleben, und deren Gewinde nur nutzen, um dann den Spiegel an der Spinne zu befestigen.

Oder habe ich Dich mißverstanden? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Don´t let you be misunderstood!

Wie läufst Du denn üverhaupt wieder rum? RASIER DICH MAL! Is ja schlim.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Grüße
Thomas
 
Re: Bohren

Hi Schicko!

Ich wußte nicht, dass der Spiegel lediglich eine Zylinderscheibe ist.
Aber wahrscheinlich wären Zylinderschnitte zu schwer bei dieser Größe.

Stimmt, dann sollte man das Bohren besser lassen.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Oder man macht es per Ultraschall, quasi fast ohne Druck. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Der Spiegel meines Bresser Venus 76/700er Newton besitzt sogar eine Halteklammer, der kann gar nicht rausfallen.

Bis dann!

Grüße
Thomas
 
Hallo Patrick,

vielen Dank für Deine Ausführungen, sehr interessant! Das mit den lediglich 3 Blobs ist eine gute Idee, ich hatte auch Bauchschmerzen dabei, den ganzen Spiegel aufzukleben. Welches Silikon kannst Du mir empfehlen? Und was mich auch noch interessieren würde, wo bekomme ich Epoxydharz? Super wär´s man bekäme beides im Baumarkt...

Danke auch den anderen Mitlesern für die Antworten!

Gruss,
Volker
www.spiegelteam.de
 
Oha, ich würde mich nicht darauf verlassen, daß eine mit Epoxy angeklebte Schnur den Ruck aushält
Kannst du aber. Das hällt wie verrückt. Die Sicherheitskleine ist aber überflüssig wie ein Gürtel zum Hosenträger, denn der Sililonkleber hält auch wie verrückt. Mann muss nur auf folgendes achten:
- Frische Tube
- Fettfreie Flächen
- lange genug fest werden lassen (mindestens 2 Tage)

Ich verwende schwarzen Aquariums Silikonkleber. Normaler Bausilikon geht aber auch (Patrick hat den genommen)
Was spricht dagegen, den Fangspiegel mit mehr als drei Punkten aufzukleben?
Das ist statisch überbestimmt und kann den Fangspiegel verspannen. In der Praxis wird er dieses auch tun - ob man das sieht, hängt von den Temperaturunterschieden und der Dicke der Blobs ab.

Fazit: 3 Silikohnblobs und ruhig schlafen
 
Nun gut, ich laß mich diesbezüglich gern belehren. Rein gefühlsmäßig würden mir bei einem 5zölligen Fangspiegel die drei Klebepunkte nicht reichen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Noch eine Frage zur Anordnung der Klebepunkte - diese sollten doch sicher so positioniert werden, daß die Statik stimmt?! Sprich, wenn ich den Spiegel am Rand klebe, "hängt" er in der Mitte durch - oder ist das bei den kleinen Glasstückchen weniger wichtig?
 
Re: 3 Punke

Das ist wie bei gutem Wein: 3 Gläser (hier Punkte) ist genau richtig, 4 können schon zu Verspannungen im Kopf (im Glas) führen. Ein Vollrausch (hier vollflächig aufkleben) sollte unbedingt vermieden werden.

Wer es immer noch nicht glauben will, muss es halt selbst probieren.
Prost - Gia mas
 
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