Fangspiegel "einfach" tauschen

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AstroTJ

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Hallo,

auch auf die Gefahr hin, dass es mal wieder eine "dämliche" Frage ist, aber trotzdem:

Da ich bei der rein visuellen Beobachtung durch mein Teleskop doch gern etwas mehr Kontrast (Mond, Planeten) hätte, ist es möglich bei meinem 8" f/6 Skywatcher Newton, welcher jetzt einen FS mit 50mm kl. Achse hat, diesen einfach durch einen Orion Fangspiegel - 35mm kleine Achse - 97% Refl. zu ersetzen OHNE gleich 'nen neuen OAZ bzw. längeren Tubus anschaffen zu müssen?

Gruß,

Thomas

P.S.: Der OAZ ist der Standart von Skywatcher (siehe Foto)
Falls es auch noch von Relevanz ist: Mein größtes Übersichtsokular ist ein TSWA 2" 32mm.

Link zur Grafik: http://www9.pic-upload.de/16.01.12/rptrwkshwj95.jpg
 
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Klar geht das.

Aber ohne weiter Anpassungen geht dir warscheinlich Öffnung verloren, weil der Fangspiegel nur noch einen Teil des Strahlenbündels vom Hauptspiegel erfasst. Du gewinnst also etwas Kontrast und verlierst Auflösungsvermögen. Das wäre dann m.E. eine sinnlose Aktion.
Ob dieser Fall eintritt, kannst du mit den üblichen Programmen zur Newton-Berechnung herausfinden. Damit kannst du auch berechnen, was an Durchmessereinsparung beim Fangspiegel möglich wäre, ohne weitere Umbaumaßnahmen (der FS ab Werk ist ja meist etwas zu groß)
 
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Hallo Thomas,

ich hab das mal eben durch mynewton gejagt. Bei Fokussierer minimale Bauhöhe hab ich mal 60 mm angesetzt und für gewünschte Ausleuchtung 7 mm als absolutes Minimum eingegeben (selbst für Mond u. U. zu knapp. Selbst hiermit komme ich auf 43 mm Minimumdurchmesser für den FS. Bei 10 mm Ausleuchtung (100% des Feldes) bist Du bei gut 45 mm Minimumdurchmesser. Mit dem 50er liegst Du gut. Vor allem ist ggf. der Rand zu insgesamt 2 mm nicht verspiegelt, sodass Du effektiv 46 mm hast. Perfekt! Wozu was ändern. Wenn Du was ändern willst, würde ich tatsächlich eher nen anderen Fokussierer (niedrigere Bauhöhe dranbauen). Oder einen besseren gleichgroßen FS.

Watkin:

öhm, Auflösungsermögen einbüßen? Ist es nicht eher so, dass nur das Bild dunkler wird bei eiem zu kleinen Sekundärspiegel?

Schöne Grüße,
Norman
 
Hallo Norman,

> öhm, Auflösungsermögen einbüßen? Ist es nicht eher so, dass nur das Bild dunkler wird bei eiem zu kleinen Sekundärspiegel?

ein zu kleiner Fangspiegel fängt das Licht vom Hauptspiegelrand nicht mehr ein. Das wirkt dann so, als sei oben auf der Öffnung ein entsprechend breiter Ring angebracht, der die Öffnung verengt.
Also versetzt man den Hauptspiegel weiter vom Fangspiegel weg und erhält dadurch auch eine nähere Fokuslage zum OAZ.

Gruß,
Markus
 
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hallo Markus,

das ist mir schon klar. Aber durch Abblenden geht ja auch keine Auflösung verloren, sondern nur Helligkeit.

cs,
Norman
 
Hallo Norman

Sobald der Hauptspiegel abgeblendet wird - und das ist egal wo die Blende sitzt - wird auch die Auflösung herabgesetzt weil eben die "theoretische " Auflösung direkt mit der Öffnung zusammenhängt.
Übrigens zeigt die Erfahrung, daß man durch Verkleinern des Fangspiegels auch mal Kontrast verlieren kann nämlich wenn die Randzone des Fangspiegels nicht hunderprozentig poliert ist.
Beim Kontrast wird Thomas mehr mit anderen Maßnamen erreichen wie Tubusbelüftung, Tubusisulierung etc..

gruß Felix
 
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Hallo Norman,

vor lauter Hin- und Herüberlegen bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob sich die Auflösung verringert.

Zum einen:
Das Abblenden mit einem Ring an der Öffnung engt die Öffnung ein. Vom quasi Unendlichen fallen die Lichtstrahlen alle parallel zum Tubus und parallel in den Tubus. Der Spiegelrand wird abgeschattet. Schräg einfallendes Licht, das den Spiegelrand dennoch erreicht, gelangt aber erst gar nicht zum Fangspiegel.
Ein zu kleiner Fangspiegel fängt ein Stück vom Rand des Hauptspiegels nicht ein. Das kommt dann auf's selbe raus.

Zum anderen:
Der Fangspiegel wirkt sich wie eine Aperturblende aus (oder?). Bei Fotooptiken für DSRLs spricht auch niemand davon, daß sich durch Schließen der Blende (analog dem Verkleinern des Fangspiegels) die Auflösung reduziere (außer durch Beugung bei zu sehr geschlossener Blende).
Auch bei Fotoptiken wird durch die Blende der Rand des Lichtkegels abgeschnitten, der durch die Optik verläuft. Dennoch erhält der Sensor/Film Licht von jedem Punkt der Vorderlinse des Objektivs (oder?).
Ergo: kein Auflösungsverlust.
Richtig?

Gruß,
Markus
 
Na ich danke Euch erstmal für eure Mühe, aber ich werde das Vorhaben doch erstmal hinten anstellen... ist mir alles bissl zu kompliziert.

Gruß,

Thomas
 
Hallo Kurt und Felix,

okay, dann will ich das mal glauben - bin eh weniger der theoretisch Versierte ;) . Ich meine aber schon Gegenteiliges gehört zu haben in punkto Abblendung und Effekt auf die Auflösung. So ist das mit dem Halbwissen... deshalb ja eingangs meine vorsichtige Formulierung/ Frage ;)

Ach und dann muss ich noch was korrigieren. Bei dem 50 mm- Spiegel abzüglich insgesamt 2 mm Rand hab ich effektiv 46 geschrieben, was natürlich 48 sind.

Schöne Grüße,
Norman
 
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Hallo Thomas,

...Da ich bei der rein visuellen Beobachtung durch mein Teleskop doch gern etwas mehr Kontrast (Mond, Planeten) hätte, ist es möglich bei meinem 8" f/6 Skywatcher Newton, welcher jetzt einen FS mit 50mm kl. Achse hat, diesen einfach durch einen Orion Fangspiegel - 35mm kleine Achse - 97% Refl. zu ersetzen OHNE gleich 'nen neuen OAZ bzw. längeren Tubus anschaffen zu müssen?..

angenommen du vermeidest beim Umbau die Vignettierung des vom Hs kommenden Strahlenbündels. Dann würde die Obstruktion von 25% auf 17,5% reduziert werden. Lt. Simulationsprogramm "Aberrator" ergibt sich dadurch noch nicht einmal 10% Kontrastgewinn. Mein Rat: vergiss es!

Du kannst aber auch übungshalber mit einer einfachen Blende aus deinem 8“ ein 3“off axis Teleskop ohne Obstruktion machen. Diese off Axis Öffnung kannst du mit beliebiger Obstruktion betreiben. Erzähl und bitte danach ob du einen Unterschied zwischen 0%, 17,5% oder 25% Obstruktion bemerkt hast.

Gruß Kurt
 
Hallo Helly

Doch - auch bei Fotooptiken gibt es Unschärfe durch zu starkes Abblenden.
Das war bloß früher in der Chem. Fotografie noch nicht so das Thema, da man bei den normalen Anwendungen : 10 x 15 Abzug wohl auf Blende 100 abblenden müssen um etwas zu bemerken.
Für die Profis war aber das schon ein Thema: Bei Blende 11 ist das Beugungsscheibchen etwa 12 Mikrometer groß - bei Blende 22 aber schon 24 mikrometer also auf großen Abzügen durchaus schon sichtbar.
Bei den heutigen Kompaktdigitalen mit Winz -Chip mit 3 Mikrometer Pixeln darf man nur noch auf etwa 5,6 abblenden bevor die Schärfe wieder abnimmt. das heißt die Optik muß schon sehr gut sein weil man sie durch Abblenden nicht mehr verbessern kann.

Gruß Felix
 
Hallo Thomas,

Hintenanstellen? Ad acta legen! Dein FS ist nahezu perfekt dimensioniert. Für Planeten wie Deepsky. Kein Grund, sich die Rübe zu zerbrechen. Fertig. :cool:

Kurt: na ich weiß nich, eine Reduzierung der Obstruktion von 25 auf 18 soll kaum Sichtbares bewirken? Das werden Leute wie Martin Birkmaier deutlich anders sehen...
Aber gute Idee mit dem Off-Axis-Vergleich, da kann das jeder selber testen.

cs,
Norman
 
Hallo Felix,

Zitat von bachmaier:
Doch - auch bei Fotooptiken gibt es Unschärfe durch zu starkes Abblenden.
Unschärfe durch Beugung wegen zu kleiner Blende hatte ich ausgeschlossen. Niemand käme auf die Idee, den Fangspiegel derart zu verkleinern, um aus seiner f/6 Optik eine f/16 (APS-C) oder f/22 (KB) zu machen.
An Fotooptiken kommt auch niemand auf die Idee, unterschiedliche Okulare dranzuklemmen, um zu sehen, ob man mit der Kamera mit ihrem jeweils auflösenden Sensor bei entsprechender Blende den jeweiligen Doppelstern noch trennen kann oder nicht. Vielleicht spielt die Aperturblende eine Rolle für die Auflösung aufgrund Öffnungsverlust, vielleicht aber auch nicht. Ich kann's nicht beantworten.
Bei normalen Fotooptiken jedenfalls ist kein Abfall der Auflösung von z.B. f/2.8 auf f/4 erkennbar, eher ganz im Gegenteil (hat aber wieder andere Gründe).

Viele Grüße,
Markus
 
Zitat von Norman:
Hallo Thomas,

... Oder einen besseren gleichgroßen FS.

Schöne Grüße,
Norman

Okay, angenommen ich würde den vorhandenen nur durch einen Orion Fangspiegel - 50mm kleine Achse - elliptisch - 97% HiLux tauschen. Würde das schon ein helleres Bild bringen, oder nur wenn ich den HS auch mit 97% HiLux hätte?

Gruß,

Thomas

 
Hallo Thomas,

mit besser meinte ich nicht nur besser verspiegelt, sondern auch von der Glätte bzw. Oberflächengenauigkeit her. Du wolltest ja auch Kontrastgewinne, welche sich u. U. mit einem glatteren Fangspiegel realisieren lassen.

Wie hoch Dein Fangspiegel reflektiert, weiß ich nicht. Da musst Du Deinen Händler fragen.
Für den Fall, dass Deiner 92% reflektiert und der Orion 97, hast Du eben ein 5% helleres Gesamt-Bild. Wenn der Hauptspiegel ausgetauscht würde mit den gleichen prozentualen Unterschieden, verdoppelt sich der Lichtgewinn.

Ein Schritt nach vorn ist ein besser reflektierender Sekundärspiegel also immer, sofern die anderen Eigenschaften natürlich gleich gut bleiben. Fragt sich nur, ob man das bissel sieht und den Aufwand Wert ist. Ein Anfänger wird den Unterschied von 5% Helligkeit nicht sehen behaupte ich mal.

Schöne Grüße,
Norman
 
Hallo Thomas,

ich würde eine solche Maßnahme so angehen, dass ich einen FS wählen würde, der
1. eine garantierte, gute Qualität aufweist
2. etwas kleiner ist, also z.B einen FS mit 46 mm kleine Achse
3. eine höhere Reflektivität aufweist
Alle drei Punkte zusammen werden Dir ohne größere Tubus-/OAZ-Umbauten am ehesten einen deutlichen Schub in der Abbildungsqualität bringen (Chancenoptimierung).

Gruß
*entfernt*
 
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