Fangspiegel im "Bild"

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Sheepy

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Hallo Sternfreunde,

bitte nicht lachen über meine Unkenntnis, oder schimpfen, wenn die Frage schon 100 Mal beantwortet wurde ...

Beim Spielen mit meinem FirstScope (76/300) stellte ich fest, dass bei längerbrennweitigen Okularen (so ab 20 mm aufwärts - 17 mm geht gerade noch) der Fangspiegel und seine Halterung ganz deutlich zu sehen sind. Bei "höheren" Vergrößerungen scheint der Effekt zu verschwinden. Meine Vermutung wäre, dass dabei der Fangspiegel zwar immer noch abschattet, aber wegen des engeren Fokusbereichs nicht mehr (mehr oder weniger scharf) sichtbar wird.
Soweit kann ich mit den Umständen leben - "Spielen" s.o.
Was aber passiert, wenn ich mir ein Newton als Übersichts-Scope zulegen will? Kann z.B. bei 500 mm Brennweite auch nur relativ (kurze) Okulare sinnvoll einsetzen? Oder von welchen Faktoren hängt der beobachtete Effekt noch ab?

Ich bedanke mich schon jetzt bei denen, die Verständnis und Geduld aufbringen, mir zu antworten und wünsche allen klare Nächte

Sheepy
 
Hallo Sheepy,
ja, genauso ist es. Dieser Effekt begrenzt die Vergrößerung im Bereich der niedrigen Vergrößerungen etwas.
Beim Refraktor tritt er natürlich nicht auf.
Meistens sollte man beim Newton nicht schwächer vergrößern als eine Austrittspupille von ca 4-5 mm (Austrittspupille ist der helle Fleck
in Okular, der die Öffnung vorne hiter dem Ohular abbildet; sie liegt etwas über der Augenlinse). Dann ist der FS und die Halterung so klein,
dass sie nicht mehr störend sind.

Viele Grüße Michael
 
Hallo Sheepy,

was hast du denn gespielt? Den Effekt sieht man normalerweise eher mit einer Kamera. Nicht höher als 4-5mm AP zu gehen ist jedenfalls nicht allgemein gültig. Da gehe ich regelmäßig ohne merkliche Abschattung drüber. Bei so einem kleinen billigen Reflrktor ist natürlich eine übergroße Obstruktion möglich. War denn der Deckel ganz ab? Die sind manchmal zweigeteilt.

VG Klaus
 
Hallo!

Also ich verwende an meinem Firstscope regelmäßig ein 32mm Plössl Okular zur Übersicht und habe dabei keinerlei Probleme.
Ich sehe ein klares und helles Bild damit, ohne dass ich etwas vom Fangspiegel wahrnehme.
Von daher ist es wohl kein allgemeines Problem von geringen Vergrößerungen am Firstscope.

Genau so kann ich an meinem f/4,2 problemlos sogar mit dem 55mm TeleVue Okular beobachten.
Okay, das ist dann eine AP von 13mm und nicht sinnvoll, aber zum Spaß hab ich es ausprobiert und auch da seh ich immer noch ein scharfes Bild und nichts vom Fangspiegel.

Meist benutze ich zur Übersicht im f/4,2 das 31mm Nagler okular (knapp über 7mm Austrittspupille) und das klappt super.

In Summe: Ich hatte noch an keinem meiner Dobson-Teleskope das was du beschreibst, nicht mal bei einer AP von 13mm
Woran das Problem bei dir liegt, kann ich dir aber leider auch nicht sagen.

Grüße, Mario
 
Hallo,

den Fangspiegelschatten sieht man natürlich nur bei hellem Hintergrund (Mond, Tagbeobachtungen). Hat irgendwas mit der Größe der Augenpupille zu tun.

Gruß, Gerd
 
Hi
der Fangspiegel ist immer im Bildfeld. Wenn Du nicht nachfokussierst, wird er bei manchen Okularen deutlich sichtbar und bei anderen nicht sichtbar sein. Das ist eine Frage der Fokuslage der Okulare, die unterschiedlich sind. Am Himmel fokussierst Du ja auch unenedlich.
Nachts spielt die Pupille für diesen Effekt keine Rolle.
Am Tag kann es dagegen zu dem Effekt kommen, wenn die AP aus dem Teleskop übergroß wird.
CS
 
Hallo zusammen

und vielen Dank für Eure Antworten, wenn auch inzwischen mir aufgefallen ist, dass ich wohl eher ein theoretisches Problem beschrieb. Denn Vergrößerungen um 10 ... 12 fach sind eigentlich der "Geschäftsbereich" vom Fernglas und nicht der des Mini-Newton.

Aber damit Ihr seht worum es geht - und um sicher zu sein, dass mir meine Augen keinen Streich gespielt haben - habe ich heute Nachmittag mal die Handy-Kamera an 3 verschiedene Okulare gehalten. Und das kam dabei heraus (korrigiert mich, wenn ich mich beim Rechnen vertan habe):
  • links: Baader Classic Plössl 32 mm, Vergrößerung 9,4-fach, AP 8,1 mm
  • mitte: (Reverse) Kellner 25 mm, Vergrößerung 12-fach, AP 6,3 mm
  • rechts: TSWA (Erfle?) 17 mm, Vergrößerung 18-fach, AP 4,3 mm
pl32.jpgrk25.jpgtswa17.jpg

Damit scheint klar zu sein: Die Abschattung hängt mit der Brennweite des Okulars zusammen und - wie Michael schrieb - APs > 4 ... 5 mm sind problematisch. Warum der Effekt bei Marios FirstScope nicht auftritt - keine Ahnung. Eventuell haben Okulare auch bei gleicher Bauart (Plössl) und Brennweite (32 mm) unterschiedliche Fokuslagen?!?

Was ich allerdings nicht verstehe ist, wie sich die Umgebungshelligkeit auf den Fangspiegelschatten auswirken soll. Natürlich sieht man ihn vor dunklem Hintergrund nicht (so sehr), aber deswegen ist er doch nicht weg!?!

Die "Spielerei" war übrigens das tatsächliche Gesichtsfeld meines SkyMax mit dem von Stellarium errechneten zu vergleichen. Also auf Maßstab in knapp 10 Metern Entfernung gehalten und dann Trigonometrie rekapitulierrt. Als ich mit dem Mak durch war (stimmte hinreichend genau ;) ) kam das FirstScope dran und da fiel mir der "Schatten" auf.

Und ja, Klaus, der Deckel war jeweils vollständig entfernt. Trotzdem danke für den Hinweis. In meinem Alter kommen solche MIssgeschicke :rolleyes: häufiger vor und da freut man sich über jeden hilfreichen Tip :y:

Auf baldige CS hoffend grüßt alle
Sheepy
 
das habe ich auch am SW newton, da stimmt der Abstand von der Handy Kamera nicht, spiel mal mit den Handy am Okular rum, irgendwann ist das weg.
 
Warum der Effekt bei Marios FirstScope nicht auftritt - keine Ahnung. Eventuell haben Okulare auch bei gleicher Bauart (Plössl) und Brennweite (32 mm) unterschiedliche Fokuslagen?!?

Ich kann es auch nicht erklären, aber ich nehme an dass es genau um diese Fokuslage oder die Position der Feldblende geht.
Bei mir ist es ein Denkmeier 32mm Plössl und ein 24mm TeleVue Panoptic - bei beiden sehe ich im Firstscope keine zentrale Verdunkelung im Bild.

Grüße, Mario
 
Was ich allerdings nicht verstehe ist, wie sich die Umgebungshelligkeit auf den Fangspiegelschatten auswirken soll. Natürlich sieht man ihn vor dunklem Hintergrund nicht (so sehr), aber deswegen ist er doch nicht weg!?!
Hallo,

wenn es hell ist (wie bei Tag- oder Mondbeobachtung) wird die Pupille kleiner. Bei gleicher AP bzw. Vergrößerung sieht man nur noch den inneren Teil des aus dem Okular kommenden Lichtstrahls.

Beispiel: Pupillenöffnung 2 mm, AP 4mm.
Dann siehst Dur nur die (innere) Hälfte des Lichtstrahls (= ein Viertel der Fläche). Da der Fangspiegel in der Mitte liegt, wird er also eine immer größere (relative) Fläche einnehmen, je kleiner die Pupillenöffnung ist bzw. je heller das Objekt oder sein Hintergrund ist. Wäre der Fangspiegel-Durchmesser halb so groß wie die Öffnung, würdest Du dann nur noch den Fangspiegel sehen.

Hoffe, das stimmt...

Freundliche Grüße
Christian

P.S. Bei meinem 114/500 bin ich beim ersten Durschauen mit 25mm-Oku am Tag auch erschrocken und dachte, das Gerät sei defekt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

endlich konnte ich den Fangspiegelschatten auch mal in einer halbwegs klaren Nacht und dunklem (was halt so bei uns in der Vorstadt so "dunkel" ist :cry:) Himmel betrachten. Und - auch wenn die helleren Sterne problemlos "durchkommen" - er ist da! Hätte mich anderenfalls auch gewundert ...

Die Erklärung zu hell/dunkel von Christian klingt zwar zunächst schlüssig, ist aber meiner Ansicht nach nicht ganz richtig. Ich kenne mich zwar mit der Anatomie des Auges (Stäbchen/Zäpfchen?) nicht besonders aus, aber die Pupille = Irisblende regelt doch nicht das Gesichtsfeld, sondern den Lichteinfall in das Auge!?! Ansonsten könnte man ja bei großer Helligkeit fast nur noch geradeaus schauen?!?

Analog wird doch auch in der Fotografie der Bildwinkel (u. a.) durch die Brennweite des Objektivs bestimmt und bleibt trotz unterschiedlicher Blendeneinstellung derselbe, oder?

Und - Respekt, Mario! - auf die Idee, das FirstScope mit Okularen zu bestücken, die um Größenordungen teurer sind als der Spielzeug-Newton selber, muss man erstmal kommen :y::ROFLMAO:

Grüße und CS
Sheepy
 
Und - Respekt, Mario! - auf die Idee, das FirstScope mit Okularen zu bestücken, die um Größenordungen teurer sind als der Spielzeug-Newton selber, muss man erstmal kommen :y::ROFLMAO:
Naja - ich nehme halt die Okulare die ich für meine großen Telekope nehme auch für das kleine Firstscope.
z.B. Delos:
Mini-Dobson.jpg

Aber ich mach ja auch Astrofotografie mit dem Firstscope auf EQ-Plattform und ZWO ASI Kamera. :p
Kleiner Dobson a.jpg
Orionnebel 67mm 7-12-2020 Kopie.jpg

Grüße und viel Erfolg mit dem Fangspiegelproblem,
Mario
 
Die Erklärung zu hell/dunkel von Christian klingt zwar zunächst schlüssig, ist aber meiner Ansicht nach nicht ganz richtig. Ich kenne mich zwar mit der Anatomie des Auges (Stäbchen/Zäpfchen?) nicht besonders aus, aber die Pupille = Irisblende regelt doch nicht das Gesichtsfeld, sondern den Lichteinfall in das Auge!?! Ansonsten könnte man ja bei großer Helligkeit fast nur noch geradeaus schauen?!?

Analog wird doch auch in der Fotografie der Bildwinkel (u. a.) durch die Brennweite des Objektivs bestimmt und bleibt trotz unterschiedlicher Blendeneinstellung derselbe, oder?
Hallo,

es hat nichts mit Stäbchen und Zäpchen zu tun. Und auch nichts mit dem eigenen Gesichtsfeld. Das ändert sich nicht. Aber der Ausschnitt, den man betrachtet, der wird kleiner.

Es ist dasselbe wie beim Vergrößern mit dem Okular. Da betrachtest Du mit zunehmender Vergrößerung bzw. kleinerer Okularbrennweite einen immer kleineren Ausschnitt.

Das ist doch exakt das, was Deine drei Bilder zeigen !! Oder warum glaubst Du, wird der Fleck immer größer bzw. kleiner ?? :unsure: :oops: :rolleyes:
(Dein Objektiv hat sich mit dem Okularwechsel ja auch nicht geändert...)

FG
Christian
 
Das ist doch exakt das, was Deine drei Bilder zeigen !! Oder warum glaubst Du, wird der Fleck immer größer bzw. kleiner ?? :unsure: :oops: :rolleyes:
Huch, es ja umgekehrt!! :rolleyes: Der Fleck auf den Bildern wird mit geringerer Vergrößerung größer o_O:oops:
Vielleicht schreibt mal jemand, der etwas Ahnung von Fotografie hat... :sneaky:

Aber was den visuellen Effekt betrifft, sollte meine Interpretation aber richtig sein, oder doch nicht? :unsure:

Freundliche Grüße
Christian
 
Hallo!

Ich kann den Effekt leider auch nicht wirklich erklären.

Aber ich muss meine Aussage von oben korrigieren.
Ich habe gerade mein Firstscope unter Tags ausprobiert und mit dem 32mm Plössl (also 9fache Vergrößerung bzw. AP 6,4mm) sehe ich unter Tags auch eine leichte Abschattung in der Mitte. Weit nicht so stark wie bei Sheepys Bildern sondern eher so wie bei seinem 17mm Okular (sein rechtes Bild), aber sie ist da.
In der Nacht bemerke ich die Abschattung aber nicht.
Mit dem 24mm Panoptic hingegen seh ich keine Abschattung in der Mitte.

Grüße,
ich wollte das nur richtigstellen,
Mario
 
Ist wohl nicht so einfach...

Weise Bücher sagen, die Austrittspupille ist ein Abbild der Eintrittspupille. :y:
Ergo, so wie das Licht dort hineinkommt, kommt es hinten auch wieder heraus.
Ist vorne eine Spinne mit zentraler Abschattung, ist es auch hinten an der AP so.

Man darf nur nicht vergessen:
- die Austrittspupille ist wie ein "Lichtscheibchen" hinter der Augenlinse des Okulars,
- und die Lichtstrahlen jedes Objekts, das sich im Gesichtfeld befindet, verlassen die AP als Bündel paralleler Strahlen.
(siehe auch: TELESCOPE EYEPIECE)

Ohne unsere Augenlinse, die diese Büschel wieder zu einzelnen Punkten auf unserer Netzhaut vereint, sieht man an der AP also nur ein helles Scheibchen aus Licht, natürlich mit dem Fangspiegel und der Spinne. Und wenn man ein wenig Abstand zur AP hat! Denn wenn das Auge dort ist, wo es hingehört, nämlich mit unserer Augenlinse in der Ebene der AP, dann sieht man den FS und die Spinne nicht mehr wirklich. Da sind nämlich von jedem Gegenstandspunkt (Stern) so viele parallele Strahlen im Austrittsbüschel der AP, dass die Obstruktion nur mehr eine Helligkeitsminderung bewirkt, sich aber nicht abbildet.

Kann man gut ausprobieren. Geht man mit dem Auge 10-20 cm hinter das Okular, sieht man den FS perfekt. Nähert man sich der AP aber an, dann wird das Gesichtsfeld größer und gleichzeitig beginnt der FS heller zu werden. Ist man dann an der AP, sieht man den FS nicht mehr. Hier ein kurzer Shot auf eine AP meines 114/900 mit einem 20mm Plössl. Entfernung ca. 15cm. Auch wenn man ein wenig seitlich guckt bildet sich der FS samt Spinne ab - solange das (scheinbare) Gesichtsfeld des Okulars halt noch was hergibt.

Just my 2 cents.

lg
Niki
 

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Hallo (und nochmal ich),

so schlimm wie auf den Handy-Bildchen ist die Abschattung visuell tatsächlich nicht. Aber sie sollten ja auch nur den Effekt und die Abhängikeit von der Okular-Brennweite demonstrieren.

Ein Erklärungsversuch meinerseits: Bei abnehmender Brennweite des Okulars wird der Fokusbereich ("Schärfentiefe" würde der Fotograf sagen) immer kleiner. Der Fangspiegel erscheint dann schließlich so unscharf, dass er überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird. Abgesehen davon spielen sicher noch andere Komponenten mit rein - z. B. Fokuslage/Feldblendenposition, s.o. UND auch noch der Abstand des Auges von der AP, wie Niki oben deutlich demonstriert. Danke übrigens für den Link zu telescope-optics.net. In einer ruhigen Stunde werde ich versuchen, das alles wenigstens ansatzweise zu verstehen.

Und wo mir Mario bislang Respekt abnötigte, erntet er jetzt basses Erstaunen. Astrofotografie mit ZWO Kamera und dem FirstScope auf der EQ-Plattform. Ich finde das Setup - Ihr entschuldigt den pubertären Ausdruck - einfach geil! :ROFLMAO:

Grüße und CS
Sheepy
 
Hallo Niki,

das klingt interessant und macht den "merkwürdigen" Begriff der Austriitspupille verständlicher.

Die von Dir beschriebenen Effekte gelten dann aber unabhängig von der Größe der AP. Hier geht es ja um den besonderen Fall, dass die AP kleiner als die Pupillenöffnung ist.

Weise Bücher sagen, die Austrittspupille ist ein Abbild der Eintrittspupille. :y:
Ergo, so wie das Licht dort hineinkommt, kommt es hinten auch wieder heraus.
Ist vorne eine Spinne mit zentraler Abschattung, ist es auch hinten an der AP so.

Wenn die Pupillenöffnung des Auges kleiner als die Austrittspupille ist, sehe ich nur einen Teil der Austrittspupille. Falls ich genau in die Mitte der AP sehe, sollte auch die Abschattung des FS mehr Fläche (von dem was ich sehe) einnehmen, als wenn ich die AP komplett sehen kann. (Natürlich könnte man auch statt der Mitte den Rand der AP betrachten ... wie sieht es da aus??)

Zum Vergleich: Wenn ich einen Fleck an der Wand durch eine Kloppapierrolle beobachte, fällt er mir mehr auf als ohne durch die Rolle zu sehen. Weil ich eben nur noch einen Ausschnitt der Wand sehe (und den Fleck vollständig).

Wie sich das mit den Fotos verhält, würde mich auch interessieren... obwohl ... wenn es heller ist (Okular mit großer Brennweite) wird automatisch die Blende kleiner und somit erfolgt derselbe Effekt wie beim Auge. Könnte das stimmen?? :unsure:

Auf jeden Fall ein interessantes Thema!

Freundliche Grüße von
Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn die Pupillenöffnung des Auges kleiner als die Austrittspupille ist, sehe ich nur einen Teil der Austrittspupille. Falls ich genau in die Mitte der AP sehe, sollte auch die Abschattung des FS mehr Fläche (von dem was ich sehe) einnehmen, als wenn ich die AP komplett sehen kann. (Natürlich könnte man auch statt der Mitte den Rand der AP betrachten ... wie sieht es da aus??)
Wir reden von dem Fall, dass sich Deine Augenpupille an der AP des Okulars befindet, also wo sie hingehört. Wenn Deine Augenpupille kleiner ist als die AP, dann verschenkst Du sozusagen eine gewisse Lichtmenge, die zwar außen noch in der AP wäre, aber die Du nicht in Dein Auge lässt.

Bei dem Thema "Mitte" schauen und die "Abschattung mehr sehen" hast Du eine falsche Vorstellung. Wie ich oben geschrieben habe (ist nicht so leicht mit Worten zu erklären) ist es eben NICHT so, dass Du quasi durch einen engeren Tunnel schaust, wenn Deine Augenpupille (also die Iris) kleiner ist als die AP. Du kannst die ganze optische Apparatur also nicht "durchtunneln" indem Du die Iris zuziehst.

Stell Dir die AP als eine Fläche vor, bei der aus jedem Stern parallelle Lichbündel wurden, die durch diese Scheibe austreten. Dieser Satz ist wichtig. Man sollte sich folgende Zeichnung dazu ansehen:


Ein Stern OBERHALB der optischen Achse wird also zu einem kreisförmigen, flächigen Bündel paralleler Lichtstrahlen, der aus der AP kommt, und zwar genau gegenüber der Position des Sterns, also in diesem Fall dann UNTERHALB der optischen Achse. Dieses Lichtbündel fällt nun in Dein Auge (egal, wie groß deine EP, Eintrittspupille = Iris) ist, und Deine Augenlinse macht daraus wieder einen Lichtkegel, der auf Deiner Netzhaut einen Stern macht. OBERHALB. ;)

Siehe dazu nochmals


eben jetzt mit dem Auge dahinter.

Wenn Du also deine Eintrittspupille EP Deines Auges genau dort platzierst, wo die AP des Okulars ist, fällt IMMER Licht von JEDEM Stern in Dein Auge, aber wenn Deine Iris kleiner ist als die AP, DANN EBEN WENIGER. That's it. Das hat nix mit der Vorstellung zu tun, wenn man die Iris schließt, sieht man nur den "inneren Teil" der Abbildung. Das ist definitiv eine falsche Vorstellung. Das funktioniert bei einer Klopapierrolle, aber nicht bei diesem optischen "train", also der gesamten optischen Kette.

lg
Niki
 
Hallo Niki,

danke für die Erklärung. Aber macht es wirklich keinen Unterschied, ob das Objekt im Unendlichen (Stern) oder ganz nah (Fangspiegel) am Spiegel liegt?

Anders gefragt: Wie erklärst Du Dir den hier geschilderten und von mir auch selbst erlebten Fall, der nur dann aufzutreten scheint, wenn die AP größer als die Pupillenöffnung ist? Warum wird dieser Effekt umso deutlicher, je größer die AP bei gleicher Pupillenöffnung ist?

Es ging ja hier um die Klärung dieser besonderen Frage. Offenbar sind alle bisherigen Antwortversuche falsch. :mad:
Es bleibt interessant... :oops:

Freundliche Grüße
Christian
 
Tja. Die Antwort steht hier:

Secondary Mirror Obstruction - Reflectors - Cloudy Nights post #3

Sie überzeugt mich jedoch nicht ganz. :coffee:

Ich halte die Beispiele vom TO hier Fangspiegel im "Bild" für ein Zusammenspiel dreier Faktoren:

- es ist Tag
- es ist nicht auf unendlich fokussiert, was am Nachthimmel aber der Fall ist
- es wurde mit einer Kamera aufgenommen, die selbst wiederum sowohl Blende als auch Fokus einstellt

so schlimm wie auf den Handy-Bildchen ist die Abschattung visuell tatsächlich nicht. Aber sie sollten ja auch nur den Effekt und die Abhängikeit von der Okular-Brennweite demonstrieren.
Das klingt für mich logisch. Denn das Auge ist etwas anderes, als eine Kamera, die auch noch vor oder hinter de AP selbst noch scharfstellt.

Den Effekt, den FS samt Spinne visuell massiv zu sehen kann man problemlos mit Defokussieren hinbekommen. Ziele auf den Mond und defokussiere, bis das Bild im Okular nur mehr den FS samt Streben vor einem weißen Hintergrund zeigt. So war das ja immer wieder wenn auf der Sternwarte die ersten Gehversuche am Mond mit kleineren Spiegeln gemacht wurden und wenn man nicht im Fokus war, da kam es nicht auf die Brennweite an, das geht m.E. eigentlich immer.

Den genauen Sachverhalt mit der Kamera hinten kann ich in meinem Hirn leider im Moment nicht nachstellen... im obigen Fall war auf endliche Objekte in der Umgebung fokussiert, da verhält sich das Teleskop samt Okular nochmal anders. Vielleicht findet sich jemand, der diesen Fall strahlenoptisch gut verständlich darlegen kann... :cool:

lg
Niki
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Niki,

danke für den Link. Den Beitrag hatte ich nicht gelesen. Ist ja echt witzig! Der Beitrag bestätigt also genau das, was ich gemeint habe!

:):y::sneaky:

"When your pupil is 6mm wide, the shadow is a small percentage of the overall pupil of your eye. And it's hard to detect the shadowing against a dark background anyway. But, look at the moon, and your pupil instinctively stops down to a daytime size, maybe 2.5mm. Now the shadow is a whopping percentage of the view seen by your eye."

Mit größerer AP und kleinerer Pupillenöffnung sieht man den Fangspiegel immer größer. Auch meine Vermutung, dass man vielleicht daran vorbeisehen kann, wird bestätigt:

"If the exit pupil is significantly larger than the pupil of your eye, you can actually move your head slightly sideways and still see the whole field of view while looking "around" the shadow."

Dann bin ich beruhigt... :cool:


Den genauen Sachverhalt mit der Kamera hinten kann ich in meinem Hirn leider im Moment nicht nachstellen... im obigen Fall war auf endliche Objekte in der Umgebung fokussiert, da verhält sich das Teleskop samt Okular nochmal anders. Vielleicht findet sich jemand, der diesen Fall strahlenoptisch gut verständlich darlegen kann... :cool:

Vielleicht lag ich da mit meiner Vermutung auch richtig... :sneaky:

Ich halte die Beispiele vom TO hier Fangspiegel im "Bild" für ein Zusammenspiel dreier Faktoren:

- es ist Tag
- es ist nicht auf unendlich fokussiert, was am Nachthimmel aber der Fall ist
- es wurde mit einer Kamera aufgenommen, die selbst wiederum sowohl Blende als auch Fokus einstellt

Ich denke auch, dass die ersten beiden Punkte den Effekt verstärken können. Der dritte Punkt könnte eine Erklärung für den Foto-Fall sein. Die kleinere Blende führt zu einer größeren "Bedeckung" durch den Fangspiegel.

Nun kann ich beruhigt schlafen gehen. Der Fall ist gelöst! :p

Freundliche Grüße
Christian
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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