Fangspiegel montieren

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ti_dabbelju

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Hallo Zusammen!

Ich habe mir eine Federbelastete Fangspiegelhalterung gebaut,
mit der ich hoffentlich gut kollimieren kann.

Das Problem sehe ich aber darin, den Halter zunächst in die richtige
Position einzubauen.

Folgendes könnte passieren:
A) Die Entfernung Fangspiegelmitte zum OAZ stimmt nicht, weil das Gewinde nicht genau entlang der opt. Achse verläuft.
B) Durch verdrehtes Anbringen liegt der Spiegel seitlich zur opt. Achse versetzt.
C) Verkippen um die opt. Achse bewirkt einen irgendwie schief hängenden Fangspiegel.

Diese Parameter sind natürlich durch die Montage beeinflussbar, aber
wie kann ich das beim Zusammenbau geeignet messen?

Tobias.

P.S. ich liefere am besten noch Skizzen nach...
Später.
 
Hallo,
Ich empfehle dir, falls Du vor hast, den Fangspiegel aufzukleben, bevor Du die Spinne einbaust. Der Fangspiegel ist etwa 1- 1,5 cm dick und das muß man beim Einbau berücksichtigen.
Grüße Martin
 
Hallo Tobias,

mir scheint, daß Du Dir unnötige Sorgen machst. Denn bis auf ein kleines Problem (auf das ich noch zurückkomme) werden eigentlich alle Tolerenzen beim späteren Kollimieren auf vernachlässigbare Werte gebracht, also praktisch eliminiert. Das setzt nur voraus, daß Deine Fangspiegel- und Hauptspiegelhalterung die zum vollständigen Kollimieren nötigen Freiheitsgrade (Verstellmöglichkeiten) bieten.

1. Die Okular- und die Hauptspiegelachse müssen nicht notwendigerweise einen rechten Winkel bilden (es gibt auch „schiefe“ Newtons, die absichtlich so gebaut werden, um den Einblick für besseren Komfort mehr nach hinten zu verlagern). Die Gesichtsfeldblenden-Ebene ist nach dem Kollimieren dennoch automatisch rechtwinklich zur optischen Achse.

2. Die Hauptspiegelachse fällt nach dem Kollimieren automatisch mit der Okularachse (natürlich unter Berücksichtigung der Spiegelung am Fangspiegel) zusammen.

3. Was bei den üblichen Fangspiegelhalterungen als das eingangs genannte Restproblem bleiben kann, ist ein auch nach dem vollständigen Kollimieren nicht mit dem optimalen exzentrischen Versatz (Offset) angeordneter Fangspiegel. Das bedeutet jedoch keinen Schärfeverlust, sondern „nur“ eine nicht ganz symmetrische Vignettierung, also einen in einer Richtung etwas stärkeren Helligkeitsabfall zum Rand als zur entgegengesetzten Richtung. Es wäre daher, wenn Du auf bestmögliche Abstimmung Wert legst, eine gute Idee, eine Möglichkeit der Verschiebung des Fangspiegels innerhalb seiner Ebene vorzusehen (ich habe so eine Fangspiegelhalterung bisher noch nirgendwo gesehen, werde aber eine solche in meinem geplanten 10"-Dobson realisieren). Die Richtung der Verschiebbarkeit, die ich hier meine, ist die 45°-Richtung des Fangspiegels in Deiner Zeichnung.

Die Verschiebemöglichkeit des Fangspiegels längs der Stabachse, die in Deiner Zeichnung mit „Schraube“ bezeichnet ist und (annähernd) mit der Hauptspiegelachse zusammenfällt, ist zwar ein Ersatz für die fehlende Verschiebemöglichkeit, die ich realisieren werde, aber sie funktioniert nur mit dem Schönheitsfehler, daß dann die Hauptspiegelachse nach dem Kollimieren nicht mehr mit der Achse des mechanischen Tubus zusammenfällt, sondern schräg zu ihr verläuft (daher entsteht dann sogar ohne Offset bezüglich des mechanischen Tubus ein optischer Offset, den man äußerlich nicht bemerkt). Wenn der vordere Tubusdurchmesser (bzw. Hutdurchmesser) sehr knapp dimensioniert ist, kann das eine ähnliche Vignettierung durch den Tubusrand bewirken, die ein korrekter Offset am Fangspiegel verhindern sollte. Ich denke, daß darüber bisher noch viel zu wenig nachgedacht wurde.

Die übliche Sorgfalt und Verwendung von Winkelmesser und Schablonen (z.B. 45° für Fangspiegelhalter) sowie exaktes Messen beim Bauen der Teile sollte normalerweise ausreichen, um die Toleranzen am Ende nach dem Zusammenbau so niedrig zu halten, daß sie durch korrektes Kollimieren auf ein nicht mehr wahrnehmbares Maß reduziert werden.

MfG Walter E. Schön
 
Hallo Tobias,

Du kannst das Problem mit der Offset-Verstellung so lösen, ohne erheblichen Mehraufwand:
Link zur Grafik: http://www.biophysik.uni-freiburg.de/Reiner/ATM/8_zoll_travel/secondary4_small.jpg

Deine Konstruktion ist etwas anders als meine, ich verzichte auf eine extra Höhenverstellung (die Du auch nicht unbedingt brauchst, da Dein Halter ja auch "custom-made" für Dein Teleskop ist, und man somit alles so bemaßen kann, dass die Höhenjustage auch über die Justierschrauben gemacht werden kann). Auch bei Deiner Lösung kannst Du aber den Block, durch den Du die Zentralschraube führst, ebenfalls verschiebbar machen entlang der beiden Spinnenstreben. Ich habe das einfach über Längslöcher in der Spinne und kurze Gewinde im zentralen Block gemacht. Ich hoffe, das ist auf dem Bild einigermaßen zu erkennen.

Grüße
Reiner

Weitere Bilder gibts hier
 
Hallo Walter,

1. Die Okular- und die Hauptspiegelachse müssen nicht notwendigerweise einen rechten Winkel bilden
Nun, ein rechter Winkel wird, denke ich, schon entstehen, mein in A) beschriebenes Problem bewirkt also allenfalls einen Offset, der nach deinen Ausführungen dann nur eine unterschiedliche Vignettierung hervorruft, richtig?

Da es sich um einen 114er handelt, ist ja der Offset vernachlässigbar und ich sollte so montieren, dass die Fangspiegelmitte etwa mit der Hauptspiegelachse übereinstimmt.

Ich ziehe dann den Schluss, dass eine Montierung der Halterung mit den Hilfsmitteln Lineal und Geo-Dreieck völlig ausreicht und der Rest kaum bemerkbar sein wird.

Ich denke, bei einem später zu bauendem größeren Spiegel muss ich dann versuchen zu verstehen, was du mir da geschrieben hast... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß,
Tobias.
 
Hallo Reiner,
Auf dem Bild etwas schwer zu erkennen, da der Bereich dunkel ist, aber ich kann mir vorstellen, was du meinst. Wie in der Antwort an Walter erwähnt, werde ich den Offset vernachlässigen und zur korrekten Montage in der richtigen Höhe einfach die Schenkel des Halteblechs spreizen oder etwas zusammendrücken.

Auf deiner Webseite habe ich mir übrigens die Anregung für den flach bauenden Fokussierer geholt. Nach Fertigstellung werde ich hier im Forum mal Bilder veröffentlichen.



Hier ein Bild meines Dobson, der sich gerade im Bau befindet:
Link zur Grafik: http://tobweb.gmxhome.de/astro/dobson_kollage.jpg


Viele Grüße,
Tobias.
 
Hallo Tobias,

es ist erfreulicherweise wirklich so, daß der nach der Fertigstellung (und auch später noch öfter) nötige Kollimationsprozeß so gut wie alles in Ordnung bringt, ja selbst falschen oder fehlenden Offset, wenn man eine relativ zum mechanischen Tubus (der in Deiner Konstruktion physisch gar nicht existiert) leicht schräge optische Hauptspiegelachse akzeptiert. Aufs Kollimieren darfst Du jedoch selbst bei sorgfältigstem Bau nicht verzichen. Sehr ausführliche Infos dazu findest Du (in englischer Spracher) hier:

http://home.earthlink.net/~flyj/mccluney.html

Wenn Du bei Google die Stichwörter „Newton Kollimation“ oder Newton Kollimieren“ oder die entsprechenden englischen Wörter „Newton Collimation“ eingibst, findest Du viele weitere einschlägige Infos.

Zum Offset ist noch anzumerken, daß dazu keineswegs die Spinne asymmetrisch angeordnet werden muß, sondern daß es genügt, den Fangspiegel entsprechend verschoben auf seiner Halterung zu befestigen oder die Halterung gegenüber der Spinne zu verschieben. Bei Deiner speziellen Konstruktion könnte man auch die Halterung der beiden Spinnenstreben an der Grundplatte fürs Okular so bauen, daß eine Verschiebung um wenige Millimeter möglich bleibt. Wenn dann alles fertig ist, kann damit der Offset genau nach Berechnung (am einfachsten mit dem Programm Newt) anhand der Ist-Werte eingestellt und die Halterung fixiert werden, z.B. durch festes Verkleben, damit sie sich nicht mehr verändern kann.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Bezug 3D Software (Offtopic)

Hi ti_dabbelju,

ich sehe des öfteren hier bzw. bei astrotreff immer solche schönen 3D animierten Bilder zur grafischen Darstellung.
Mit welchem Programm macht ihr das eigentlich? Ist es free oder habt ihr das gekauft?
Ich würds auch ganz gerne haben.

MfG
Nils
 
Re: Bezug 3D Software (Offtopic)

Hallo Nils,
Meine Bilder sind mit Pro/Engineer entstanden.
Jetzt sehe ich in deinem Profil, du bist Student, ich weiß aber nicht was für einer.
Pro/E ist ein CAD Programm wie es im Maschinenbau eingesetzt wird. Normalerweise hat jede Uni irgendein CAD-Programm, von dem man meistens Studentenversionen bekommen kann. So war das auch bei mir.
In diesem CAD-Programm wird ein maßgetreues, komplettes Modell "gebaut", an dem man direkt sehen kann, ob später alles zusammenpassen wird. Man kann also sehr genau vorausplanen und spart sich hoffentlich spätere Änderungen. Ist alles fertig, erstellt man von jeder Komponente automatisch Maßzeichnungen und sägt und bohrt einfach stur nach Plan. Eine sehr hilfreiche Sache...
Freeware-CAD-Programme kann ich keine empfehlen, alle, die ich ausprobiert habe, sind sehr beschränkt und bieten allenfalls 2-D und nicht 3-D-Konstruktion.
(Und das mit dem 3-D ist ja das "Schöne"... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> )
Gruß,
Tobias.
 
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