Fangspiegelfassung zu eng (Lightbridge)?

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Etamin

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Hallo Sternfreunde,

seit 2 Wintern plage ich mich mit einem Problem. Im Sommer erzeugt meine 12-Zoll-Lightbridge gute Bilder von Planeten, Sternen und Doppelsternen. In der kalten Jahreszeit hingegen, sehen alle Sterne zwar rund aber aufgebläht aus. Man stellt scharf, erreicht aber keine Schärfe, die Sternabbildungen werden noch bevor sie richtig scharf sind, wieder größer.

Man sagte mir, dass dies mit dem gefassten Fangspiegel zu tun haben könnte. Den kleinen metallenen Halter (siehe Bild), der zur Sicherheit am Fangspiegel angebracht ist, hatte ich schon einmal abgeschraubt. Da hat sich nichts verbessert.

http://forum.astronomie.de/phpapps/...load/Number/20961/filename/halteklammer02.jpg

Hat schon einmal Jemand, der diesen Fehler ebenfalls festgestellt hatte, diesen durch Abschleifen der Fangspiegelfassung wirklich beseitigen können?

Gruß, Günther.




P.S.
Auf der folgenden Seite lag es ja offenbar nicht daran.

http://www.astrotreff-deep-sky.de/ATDS_postst7796_Asti--das-alte-GSOFangspiegelproblem.aspx

Da war das Fehlerbild auch anders.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Günther!

> Den kleinen metallenen Halter (siehe Bild), der zur Sicherheit am Fangspiegel angebracht ist, hatte ich schon einmal abgeschraubt. Da hat sich nichts verbessert.

Nein, ist auch klar: Zum einen ist der GSO-FS nochmals in der Fassung verklebt (wie im verlinkten Beitrag zu lesen war) und zum anderen ist die seitliche Halterung das Problem. Der Kunststoff zieht sich bei Kälte zusammen und drückt auf den FS. Das muß beseitigt werden. Die beste Methode ist auch die, wie im Artikel beschrieben: Seitenwand abdremeln und Silikon-Plopps setzen. Keine Bange, die halten, ich hab das auch schon so gemacht. Man nimmt natürlich Silkon aus dem Aquarienbau.
Das FS-Problem scheint aber nicht alle GSO zu treffen: meine damalige 12" Lichtbrücke hatte keine Probleme, auch der GSO 8" f/6, den ich danach im Einsatz hatte, nicht.

Wo ich das Ganze noch mal lese: "Aufgeblähte Sterne" deuten mir eher auf ein HS-Problem hin. Änderung der Korrektur des Spiegels, nicht ausreichend ausgekühltes Material? So ein 12" LB braucht 'ne ganze Weile, bis er sich im Winter an die Temperaturgegebenheiten angepaßt hat. Da bringt der mickrige werksinstallierte Lüfter in der Mitte, der auch noch auf die Spiegelmitte bläst, eher gar nichts und ist kontraproduktiv, wenn der Spiegelrand nicht gleichmäßig mit runterkühlt.
 
Hallo Günther,


ich schließe mich Micha an: wenn der FS engeklemmt wird ist das selten symetrisch, normalerweise ist Asti die Folge eines eingezwängetn Fangspiegels.

Die aufgeblähten Sterne hören sich für mich nach einem noch nciht ganz ausgekühlten HS an, würde dieser durch die HS-Fassung eingezwängt sind je nach Aufbau der HS-Zelle und Anzahl der seitlichen Punkte meistens dreieckige Sterne die Folge.

Wenn kein Lüfter installiert ist kannst Du zum Test mal einen normalen Ventilatior neben dem Teleskop hinstellen und Richtung HS blasen lassen um dessen Auskühlung zu beschleunigen. Wenn das was bringt kannst Du selber abwägen ob der Einbau eines Lüfters oder eine längere auskühlzeit für dich in Frage kommt.

Ich habe beste Erfahrungen mit einem Lüfter gemacht, sehr kurze Auskühlzeit und Null Tubusseeing machen einen Newton erheblich "alltagstauglicher". Schöne ruhige Mond- bzw. Planetenbilder sind nach etwa 20 Minuten, spätestens 30 Minuten möglich egal wie groß die Tempraturdifferenz war.


Viele Grüße Felix
 
Hi Günther,
falls Du Dein Teleskop bei teleskop-express gekauft hast kannst Du ein Fangspiegel-Upgrade beauftragen, siehe hier.

Habe meinen auch hingeschickt. War aber etwas teurer als die 50 Euro. Kann mal ein Bild machen vom "upgegradeten" Fangspiegel.
 
Hallo Günther,
Man stellt scharf, erreicht aber keine Schärfe, die Sternabbildungen werden noch bevor sie richtig scharf sind, wieder größer.
Typisches Zeichen von sphärischer Aberration (=SA = Über- oder Unterkorrektur).

Musst Du ein paar Stunden auskühlen lassen, oder vortemperieren, oder mit Lüfter *vor* der Beobachtung lüften.

Es ist schon schwer genug für so einen dicken Glasklotz einer fallenden Nachttemperatur zu folgen.

Viele Grüße
Kai


 
Hallo an alle,

danke erstmal für Eure Kommentare. Die Hauptspiegeltheorie hatte ich ja auch erst, da das Bild rund und "nur" aufgebläht war. Allerdings lasse ich den Spiegel immer 3-4 Stunden auskühlen, bis ich den Dobson nutze. Wir hatten das auf dem letzten Astro-Stammtisch diskutiert und waren zu der Vermutung gekommen, dass die Fangspiegelfassung auch für eine gleichmäßige Rundum-Quetschung verantwortlich sein könnte, was ein ähnliches Fehlerbild bewirken würde.

Nun wollte ich dies aber ungern ausprobieren, wenn ich danach (wie im oben verlinkten Artikel) dann doch keinen Erfolg hätte.

Der untere Tubus hat einen (blasenden) Lüfter, den ich bisher aber nur selten eingesetzt habe, da ich den Spiegel ja eigentlich lange genug auskühlen lasse. Außerdem verschlimmert der Lüfter das Bild zunächst, da er die Mitte ja schneller abkühlt als die Ränder. Da haben wir eine glasklare Überkorrektur. Ich sollte ihn wohl wenden. 20 bis 30 Minuten "Belüften" wären akzeptabel.

Mein Verdacht ist, dass der Spiegel trotz 4 Stunden im Freien bei schnell fallenden Temperaturen in der ersten Hälfte der Winternacht einfach nicht hinterher kommt mit dem Abkühlen.

Bevor ich mich am FS zu schaffen mache, wollte ich daher ja mal gern einen bestätigten Fall, bei dem diese Reparaturmaßnahme geholfen hat.

@Soffel: Hat das Upgrade was gebracht?

Gruß, Günther.

Im Übrigen haben wir auch einen 8-Zoll-GSO-Newton mit identischer Fangspiegelfassung, bei dem dieses Problem nicht auftritt. Dessen Hauptspiegel ist wohl aber schon nach einer Stunde ausgekühlt (hat auch 'nen Lüfter, der aber nie benutzt wird).
 
Servus,
ein Freund hat einen 12" GSO, identische Fangspiegelfassung. Bei Kälte Asti. Haben die Fassung modifiziert, jetzt ist der Sterntest unauffällig. Ob das bei Dir hilft kann ich nicht sagen, weil ich mit Deinem Gerät noch keinen Sterntest gemacht habe.

CS

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

natürlich weiß ich, dass es bei mir auch anders sein kann. Trotzdem habe ich jetzt mal einen konkreten Fall.

Wie sahen die Sterne denn vor der Modifikation aus?

Gruß, Günther.
 
Servus Günter,
die Sterne waren intra- und extrafokal leicht oval, beim Durchfahren des Fokus änderte das ovale Sternscheibchen seine Ausrichtung, ein Klassiker....

Cs

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

und das ist bei mir ja eben nicht der Fall. Alles rund, nur aufgebläht.

Danke, Günther.
 
Hallo Günther,

ich mein... der Knackpunkt ist doch eigentlich: Wie sehen die Beugungsringe aus? Und wie sieht es aus, wenn Du eine helle Funzel wie Aldebaran mal noch viel weiter unscharf drehst?
Man kann Tubus-Seeing dann ziemlich gut sehen. Man sieht zuweilen sogar atmosphärisches Seeing. Das gibt Dir und uns doch viel mehr Erkenntnis darüber, was so alles auszuschließen ist.

Dass die Reparatur der Fangspiegelhalterung erfolgreich ist, kann ich anhand von einer ganzen Reihe an Beispielen bestätigen. Aber dass es Dein Problem ist, da wäre ich auch vorsichtig. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die ovale Fangspiegelfassung trotz dieser Form einen so gleichmäßigen Druck ausüben soll, dass der Spiegel sich sphärisch wölbt. Das wäre doch ein riesen Zufall.

Aber wie sieht's denn mit der Hauptspiegelfassung aus? Da arbeitet bei Temperaturdifferenzen nunmal Metall gegen Glas und ich würde vorschlagen, mal eine der seitlichen Führungsschrauben um eine definierte halbe Umdrehung zu öffnen. Meinetwegen mit Bleistift die Position markieren. Wenn damit das Problem gelöst ist, saß der Hauptspiegel verspannt. Ein Dreieck wird daraus übrigens auch nicht unbedingt sofort. Sollte sich aber beim leichten Defokus in den Beugungsringen zeigen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

müsste er sich nicht sogar "ellipsoid" wölben, um ein rundes Bild zu ergeben?

Helle Sterne wabern, wenn ich deutlich aus dem "Fokus" gehe. Es ziehen auch runde Bläschen durch das Bild. Die Lightbridge hat aber nur einen kurzen unteren Tubus. Wenn ich die Hand in den Strahlengang halte, wird es nicht viel schlimmer.

Es wabert aber auch unablässig im Frühling oder Sommer, wenn ich sonst ein klares Bild habe. Daher habe ich es auf das allgemeine Seeing geschoben. Nur selten ist das Seeing so, dass man den GRF auf Jupiter schon kurz nach dessen "Aufgang" sehen kann.

Gruß, Günther.
 
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