Hi Guido,
ja, sagen wir mal der 127/1200 ist ein viel besserer allrounder als ein 120/840.
Der Unterschied ist halt, daß der 127/1200 weniger Farbfehler hat und dadurch schärfer abbildet. Dieser Farbfehler wird aber nur bei höherer Vergrößerung sichtbar, also bei der Beobachtung von Mond und Planeten. Das heisst, daß der 127/1200 hier konkret Vorteile gegenüber dem 120/840 hat.
Der 120/840 hat seine Vorteile beim maximal möglichen wahren Gesichtsfeld. Mit ca. 800mm Brennweite kann man mit einem 2" Okular so bis zu 3° wahres Gesichtsfeld erzielen, das sind 6 Vollmonddurchmesser. Mit 1200mm kommt man etwa auf 2°, also 4 Vollmonddurchmesser. Bei den (wenigen) Objekten, die größer als 4 Vollmonddurchmesser sind, ist also der 120/840 im Vorteil. Ein Beispiel ist der Nordamerikanebel, der im 120/1200 zwar zu sehen ist, aber nicht als ganzes. Schon bei 800mm Brennweite ist aber der Überblick schwierig, so groß ist der. Aber das gilt eben auch nur für wenige Objekte.
Ein weiterer Vorteil des 120/840 ist die Bildhelligkeit. Die Minimalvergrößerung einer 120mm Optik ist etwa 17x. Das bekommt man bei 840mm Brennweite (äh, war doch 840?)mit einem 50mm Okular noch hin. Bei 1200mm Brennweite bräuchte man ein 70mm Okular, und das ist zum einen sehr schwer zu bekommen, und zum anderen hat dieses Okular dann ein sehr kleines scheinbares Gesichtsfeld, also "Tunnelblick". Normalerweise beschränkt man sich mit 2" Okularen auf 50mm oder 55mm.
Bei 1200mm Brennweite erreicht man also als Vergrößerung 21x mit einem 55mm Okular. Das Bild ist etwas stärker vergrößert und dadurch etwas dunkler. Bei den allermeisten Objekten stört das nicht, aber bei einigen ganz besonders schwachen Nebeln werden diese dann so schwach, daß sie unsichtbar werden.
Das sind also die Unterschiede zwischen den beiden Geräten. Das 120/840 hat seine Vorteile bei geringer Vergrößerung, wo auch der Farbfehler nicht sichtbar wird. Bei höherer Vergrößerung (für Planeten und einige andere Objekte unumgänglich!) hat der 127/1200 deutliche Vorteile, weil der Farbfehler geringer ist und deshalb weniger stört.
Hm. Ich mache gerade mal Deine 1. Posting in einem 2. Fenster auf, OK beide Geräte haben 127er Öffnung, und ich habe halt mit 120 gerechnet. Ändert aber an dem dargestellten Sachverhalt nix, nur sind die Werte für die Okulare und Vergrößerungen etwas anders.
Was die Montierung angeht... hmm... also die LXD500 wird darunter nicht zusammenbrechen, man wird damit auch beobachten können, aaaabeeeer.... also die Montierung ist damit eigentlich schon überladen. Das ist auch beim 127/800 nicht viel besser. Es wird gehen, aber beim Scharfstellen wird es unangenehm wackeln, auch wenn man direktem Wind ausgesetzt ist. Mir währe wohler, wenn eine GP-Montierung darunter käme.
Vielleicht kannst Du die LXD-500 tunen, indem Du das Stativ verbesserst, da gibt's im Selbstbau-Board einige Vorschläge, einfach mal fragen oder die Suchfunktion benutzen. Wenn aber die Montierung Spiel in den Lagern hat, dann wirst Du Dich damit herumärgern, besonders wenn Du keine elektrische Nachführung hast. Scharfstellen mit wenig Wackeln ist in gewissem Rahmen Übungssache. Aber wenn man mit schlackerigen Achsen nicht ordentlich suchen kann, und beim von Hand nachstellen mit den biegsamen Wellen auch für einige Sekunden lang ein hüpfendes Bild hat, dann geht's einem nur noch auf den Wecker.
Bei einem von Hand nachgeführten Teleskop und 200-facher Vergrößerung läuft ein Stern ja binnen 60 Sekunden durch das Gesichtsfeld eines typischen Okulares. Da man aber doch lieber das Objekt nahe der Mitte hat, wird man alle 20 Sekunden mit der Handwelle nachstellen. Gehen von den 20 Sekunden dann mehr als 5 Sekunden ab, in denen das Bild "tanzt", kommt frust auf.
Clear Skies
Sven