Farbfernsehen mit dem Doppel C11

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

portaball

Aktives Mitglied
Nachdem ich schon seit einigen Tagen vorbereitet bin war es heute Nacht endlich so weit.
Ich konnte mit dem Doppel C11 auf den Orionnebel halten:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c11-26.jpg

Ich nutzte dafür meine 32mm Kasai mit 85° Feld, welche mir bei 95facher Vergrösserung und einer AP von 2,9mm 0,9° wahres Feld zeigen

Der Anblick war absolut atemberaubend, feinst strukturierte Nebelschwaden im gesamten Gesichtsfeld und meine geheimen Erwartungen wurden nicht enttäuscht - manche Bereiche schimmerten klar und deutlich grünlich und das obwohl der Himmel gestern ganz sicher nicht perfekt war.
Farbe gab es allerdings nur mit beiden Augen, beim Vergleich mit einem Auge und einem C11 Tubus war alles grau in grau.

Eigentlich hatte ich vor, mir das auch noch mit dem Doppel C8 bei 70x, ebenfalls 2,9mm AP und 1,2° anzusehen, allerdings bin ich gesundheitlich etwas angeschlagen und wollte deshalb nicht auch noch mitten in der Nacht die EMS umbauen und kollimieren.

Sobald ich wieder fit bin und das Wetter mitspielt werde ich darüber berichten...
Auf jeden Fall muss ich mir auch noch einen Satz Nebelfilter besorgen ;-)

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

man hört hört ja viel Gutes über Doppelteleskope. Ist ja auch irgendwie logisch dass sich das Gehirn aus dem Mehr an Informationen auch mehr zusammenreimt. Mir ist das leider zu teuer. Was ich mich schon länger frage ist ob nicht irgendeine Technik möglich ist mit der man ähnliche Resultate mit einem Rohr erzielt. Mir ist klar dass das bessere wahrgenommene Bild auf den leicht unterschiedlichen zwei Eingangsbildern beruht. Aber könnte man ähnliches nicht erreichen, wenn man in einem Binoaufsatz ein Bild etwas später ankommen lässt? Zugegebenermaßen weiß ich aber auch nicht wie man das schlau bewerkstelligen könnte. Ist nur ein Denkanstoß.

VG und weiter viel Spaß beim Doppelspechteln.

Klaus
 
Hallo Klaus,

darüber streiten sich die Geister.
Manche sagen, es macht keinen Unterschied ob ein Tubus oder 2 Tuben, und ein grösserer Tubus mit einem Binoansatz zeigt das selbe.
Meine Erfahrung ist eine Andere.

Gestern konnte ich einige Wolkenlücken nutzen und mit dem Doppel C8 auf M42 halten.
Natürlich ist es kein Vergleich Seite an Seite und ich kann auch nicht garantieren, dass die Bedingungen identisch waren, gefühlt waren sie aber sehr ähnlich.

Als erstes fällt natürlich das weitere Feld im Doppel-8 auf, was mir persönlich gut gefällt.
Andererseits ist die Farbe in M42 weg und auch der Nebel selbst zeigt nicht mehr diese sehr feinen, fast fotoartigen Strukturen wie im Doppel-11

Was ist nun besser?
Das ist sehr schwer zu sagen, auch der Anblick im Doppel-8 ist schon sehr sehr nett, im Doppel-11 ist er halt der Hammer - mit dem Pferdefuss des engeren Feldes.
Man merkt deutlich, dass das 11er doch noch mal etwa ne halbe Magnitude tiefer geht, was sich bei schwächeren Objekten (M1, Flammennebel) klar bemerkbar macht.

Ich werde mir überlegen müssen, was mir wichtiger ist und ob ich es rechtfertigen kann Beide zu behalten.
Natürlich spielt auch das Gewicht des Doppel-11 eine Rolle, auf meinem Grundstück mit Hanglage und Treppen kann ich es wirklich nur am Fenster einsetzen, wodurch sich aber nur ein sehr kleiner Himmelsausschnitt nutzen lässt...

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

Deine Projekte begeistern!

Hätte ich Deine Erfahrung gemacht, würde ich vermutlich immer dem C11 Doppel hinterhertrauern...

Zum Einsatz am Fenster und dem "überall" genannten Wabern / Fenster-Seeing: Hast Du den Raum auskühlen lassen oder wird das Wabern beim Sternegucken durch's offene Fenster übertrieben...?
 
Hallo Peter,

Ich denke üblicherweise gibt es beim Beobachten aus Fenstern von Wohnräumen ganz sicher Probleme.

Dieser Raum ist aber ein vom Haus getrenntes Nebengebäude bestehend aus Garage unten und Abstellraum oben und im gesamten Gebäude gibt es keine Heizung.
Bevor ich beobachte lasse ich zusätzlich noch für ein paar Stunden Tür und Fenster offen, dann habe ich im Raum ganz sicher die selbe Temperatur wie draussen.
Dadurch gibt es kein Fenster seeing, davon habe ich mich mehrfach durch Sterntests mit Refraktoren vergewissert und als positiven Nebeneffekt sind meine Instrumente auch immer perfekt ausgekühlt.

Ja, ein binokulares C11 ist schon der Wahnsinn, aber es gibt halt auch noch andere Faktoren.
Meine Beobachtungspriorität liegt ganz klar auf Weitfeld und nicht auf der Jagd nach faint Fuzzies.
Deshab stehen die Zeichen auf Trennung, was mir im Prinzip aber schon beim Bau klar gewesen ist.
Ich habe es nicht gebaut, weil ich es als mein zukünftiges Beobachtungsinstrument gesehen habe, sondern weil sich mir die Möglichkeit geboten hat und ich mir selbst beweisen wollte, dass es machbar ist.

Grüsse Jochen
 
Alles klar, da hast Du echt "komparative Standortvorteile"...

Dann umso mehr Spaß mit dem C8 Bino!

Wünsche Dir ein (auch wetterbedingt) ruhiges Wochenende.
(Ist ja fast zum Weinen, dass die Astronomische Dämmerung so früh endet, aber man aufgrund der Wolkendecke doch nichts beobachten kann.)
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben