"Farbfernseher" im Selbstbau ?

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MichaelMeier

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Hallo liebe Sternfreunde,

ich hätte Gelegenheit sehr günstig an ein Leitz (?) Projektor-Objektiv zu kommen.
Daten : 100/400 mm - also ein 4 Zöller mit f4
Aufschrift auf dem Objektiv : "EPIS 1:4 / 400 mm - Lens made in Germany".

Theoretisch ergebe das sicher einen extremen Farbfernseher. Könnte man es wagen, in Kombination mit einer 2x Barlow und Gelbfilter trotzdem einen RF-Refraktor daraus zu basteln ?..Oder wie ist eigentlich die Korrektur dieser Objektive gerechnet ?? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />

CS Michi
 
Hallo Michi,

ich denke das ist ein Versuch wert... Selbst wenn es einen großen Farbfehler hat (und das denke ich...) kannst du dabei nur lernen. Zur Not hat du dann einen 100mm Sucher <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Ich habe mal das Objektiv eines Microfilmlesegerätes ausgebaut. Das Teil hatte mal über 10.000DM gekostet, aber die Optik war unter aller [zensiert]!

Aber dein Obejtiv stammt nicht zufällig aus einem Projektor für nicht-transparente Vorlagen? Da werden nämlich gerne Apos verbaut...

Torsten
 
hallo Micha,

ich hatte mal ein solches EPIS-Objektiv.

Der Farbfehler ist ziemlich gewaltig.
Das lässt sich nur abgeblendet verwenden.
Dafür ist es dann aber ziemlich gross und schwer.
Der Einsatz wäre nur fotograhisch für Grossfeldaufnahmen sinnvoll.
Da gibt es aber bessere Teleobjektive.

clear skies

Wolfgang
 
Hallo,

die Episkop-Objektive sind spezialisiert auf die Projektion einer relativ grossen ebenen Fläche bei eher geringer Auflösung. D.h. als Teleskop missbraucht man kann zwar ein sehr grosses Feld abbilden aber wenn man es versucht zu vergrössern wird es schnell unscharf. Ich habe bei mir auch so ein Objektiv herumfliegen, allerdings ein 800mm. Gibt bei geringer Vergrößerung einen nettes lichtstarkes Übersichtsbild, kann aber im Prinzip wirklich nur bei der absolut minimalen Vergrösserung verwendet werden. Was noch am ehesten interessant sein könnte: Einen Tubus zu basteln, in den man in die sehr grosse Schärfeebene einfach ein Blatt Fotopapier einlegt und dann mal sehen was man so belichten kann...

grüsse, Chirstian
 
hallo Chirstian,

Fotopapier ist eher extrem licht-unempfindlich.
Wenn, dann sollte man Planfilm nehmen.

clear skies

Wolfgang
 
Hallo,

ich habe auch etlichen solchen "Optikschrott" im Keller liegen, so z.B ein APO-Rodagon 240 f/5,6 Ich habe es fotografisch getestet und bin entäuscht. Macht auf KB schon recht schnell Koma - Astrofotgrafie ist damit wenig interessant. Visuell ist es bei einer relativ großen AP (niedrige Vergrößerung) recht brauchbar. Das Objektiv ist aber doch relativ schwer und als Sucher wäre eine Feldstecherlinse opisch gesehen ähnlich gut. Meine Meinung deshalb: Wenn man "Optikschrott", der durchaus mal etliche tausend Mark gekostet hat, für ein paar Euro bekommen kann, ist das in Ordnung. Das Experimentieren damit kann durchaus lehrreich sein.

Gruß Nirosta,
http://www.zellix.de (Nirostas Teleskopbauseite)
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau (Fachgruppe Selbstbau)
http://www.vds-astro.de/fg-amateurteleskope (Fachgruppe Amateurteleskope)
 
"Wenn, dann sollte man Planfilm nehmen."
Habe da mal ein bisschen rumgegoogelt. Wäre wohl das richtige, und diverse Planfilmpackungen gibts auch zu erträglichen Preisen bei ebay zu ersteigern ... aber ich bräuchte dann erst mal die Ausrüstung um die Negative selber zu entwickeln. Habe bisher halt nur die Standardausrüstung für S/W Vergrösserung, Negative habe ich nie selbst entwickelt, habe dafür also auch weder die chemie, noch die erfahrung.... da kommt dann doch noch einiges zusammen.

Aber jedenfalls danke für den Tipp, werde mal die Augen offenhalten.
 
Re: "Farbfernseher" im Selbstbau ? Im Prinzip...

Hallo Michi,

die Idee ist nicht neu und wurde schon mal gebaut, weiß jetzt aber nicht mehr von wem und wann. So ich mich recht
entsinne kam es auch darauf an, wie rum das Objektiv eingebaut wurde. Mit der Hinterseite nach vorn war das Bild
wohl besser. Trotzdem reichte es nie zu mehr als zu einem lichtstarken RFT.

Was die hier in anderen Beiträgen erwähnten Objektive aus Mikrofilmlesegeräten o.ä. betrifft, diese Dinger sind
ganz speziell dazu berechnet, ebene Objekte möglichst gut auf eine ebene Fläche abzubilden, mit endlichen Ding-
bzw. Bildabstand, die nur in engen Grenzen veränderbar sind. Bei Abbildungen aus dem Unendlichen versagen sie darum.
Ein extremes Beispiel sind hier die irrwitzig teuren Objektive, die in der Chip-Produktion verwendet werden:
Sehr viele fast perfekte optische Flächen, super Vergütung - aber funktionieren nur bei einer bestimmten Wellenlänge
und Projektionsmaßstab.

Grüße
Dixon
 
Hallo Christian,

zum Ausprobieren einer Optik, ob sie für Mittel- oder gar Großformat tauglich ist, würde ich ich nicht enpfehlen, gleich Planfilm zu kaufen. Da tut's auch ein 400er Kleinbildfilm, den man in (fast) jedem Fotoladen bekommt. Man muß sich halt noch eine Vorrichtung basteln, in welche der Film gespannt wird. Damit ließe sich die Optik auch ohne große Kosten prüfen, für welches Filmformat es für astronomische Zwecke tauglich ist.

Allerdings ist auch mir kein f/4-Objektiv vom "Optikschrott" bekannt, das auch im Mittel- oder gar Großformat brauchbare Astrofotos bringt. Mit f/9-Objektiven sollen aber einige Leute schon mal etwas im Großformat gemacht haben...

Das Entwickeln von Filmen ist nicht schwierig, da gibt es Bücher...

Gruß Nirosta,
www.zellix.de
www.vds-astro.de/fg-selbstbau (Fachgruppe Selbstbau)
 
Hallo Christian,

schaue doch mal im Nachbarboard hier
nach. Daniel hat aus zwei Episkopobjektiven ein 117mm Bino gebaut und ist von der Abbildungsleistung begeistert. Daniel ist kein Neuling und kann Teleskope durchaus bewerten.

Ich weis nicht, ob Du hier ein ähnliches Objektiv hast, vielleicht mailst Du einfach mal Daniel an.

Viele Grüße

Achim
 
Re: "Farbfernseher" im Selbstbau ? / Planfilm

Hallo,

Mich in irgendwelche kosten stürzen nur zum Ausprobieren wollte ich ja auch vermeiden.

Was den Test mit KB angeht, eine Spiegelreflexkamera hatte ich schon mal dran. Funktioniert, aber die Auflösung ist eben nicht so gut, und mit KB wird die Stärke des Objektivs - das grosse Feld - nicht richtig ausgenutzt. Visuell ist es halt schon eindrucksvoll, was es für einen grossen Ausschnitt zeigt. Nun, es bleibt eine Spielerei, die in jedem Fall Spass macht, und wenn für irgendwelche optischen Zwecke nichts dabei herauskommt, auch nicht schlimm.
 
Hallo Achim,

was Daniel für sein Bino beschreibt zB bezüglich eines Blicks auf die Plejaden kann ich auch nachvollziehen - halt aber nur mit einem Objektiv. Deswegen denke ich auch dass es schon Sinn macht bei niedrigen Vergrößerungen mit dem Ding rumzuspielen.
Ein 230mm Bino wird es damit aber ganz bestimmt nicht geben, die Montierung dafür müsste dann wohl eher aus dem Bereich Artillerie stammen...

christian
 
Hallo,
Planfilm kannst Du im Dunkeln auch einfach mal in offenen Schalen (die Du normalerweise fürs Fotopapier nimmst) entwickeln. Du musst halt drauf achten, dass die Temperatur der Bäder in den offenen Schalen nicht zu sehr absackt. Hier kann auch eine schlichte Pappe oben drauf gelegt helfen.
Anschließend ist es sicher am besten, den Film zu scannen und fertige Bilder auszudrucken. Ansonsten bleibt bei Planfilm i.d.R. nur die KOntaktkopie, weil Vergrößerer für diese Formate zwar mittlerweile billig gebraucht zu haben sind, aber einfach zuviel Platz brauchen...
Du brauchst zum Fotografieren aber noch eine Planfilmkassette, die den Film aufnimmt und dafür sorgt, dass er wirklich plan in der Fokusebene liegt. Und dann musst Du dieses Kassette natrülich noch mechanisch stabil befestigen. Am einfachsten wäre sicher (aber leider ist das dann nicht ganz billig) ein internatonales Rückteil zu besorgen (ebay?) und dass dann hinten an den Tubus, oder was auch immer Du um das Objektiv herum baust, zu befestigen. Jedenfalls ist das ein billiger Weg eine Astrokamera für 9 x 12 cm oder so zu erhalten. Und die Bilder vom nächstenhellen Kometen werden sicher eine Wucht.
Gruß,
René
 
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