Farbunterschiede auf Ganymed - mit welcher Öffnung gesehen?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

donadani

Aktives Mitglied
Hallo Zusammen,

beim Ganymedtransit am 26.06. bin ich mir ziemlich sicher Farbunterschiede auf dem Trabanten durch einen 4-Zoll Apo wahrgenommen zu haben. Ich spreche natürlich nicht von detaillierten Strukturen sondern lediglich dem Wahrnehmen eines nicht einheitlich einfarbigen Scheibchens.

Ich weiß, dass das grenzwertig ist und jetzt bitte nicht wieder lange theoretische Vorträge, dass das nicht geht - das hatten wir schon an anderer Stelle.

Mich interessierten viel mehr die Erfahrungen anderer Beobachter über das "was geht" - sprich wer mit welcher Öffnung Farbnuancen auf Ganymed gesehen hat? Auf CN gibt es Berichte über Sichtungen von Albedo Strukturen mit 6" - wie sind hier die Erfahrungen der Planetenbeobachter?

Viele Grüße
Christoph
 
Hier ein Bericht von 1920:

Ich würde nie daran zweifeln, daß Beobachterberichte stimmen. Dieser ganze moderne Raumsondenkram - alles Lug und Trug. ;)

Gruß

*entfernt*
 
Ist ja gut Heiko - das habt ihr doch schon im "Cassini" thread breitgetreten... super Beitrag - danke!

Das Bild von Bobby mit 5" Mak hast Du schon gesehen oder?

Komm schon... Fake?, Schreibfehler? oder hat er die Farbe beim Nachbearbeiten reingemischt?
 
Haben die nicht 1920 noch Schwarz/Weiß beobachtet?

Absolut - irgendwann kam einer auf die Idee, daß man auch in Farbe beobachten kann und erst danach kamen die Farbkameras auf. Auch die planetare Raumfahrt kam erst so richtig in Schwung, als einer im Opernglas Ringe um Jupiter und kleine Krater auf dem Mars beobachtet hat. Und niemand wäre auf die Idee gekommen zum Pluto zu fliegen, wenn da nicht irgendein Amateur weitere Monde um Pluto und Eisvulkane mit einem Tschibotorpedo gesehen hätte (fotografisch ist der auch allerfeinste Sahne, das kann ich bestätigen - 3 Zoll Öffnung!!!). :)

Gruß

*entfernt*
 
Das Bild von Bobby mit 5" Mak hast Du schon gesehen oder?

Hallo Christoph,

ja habe ich. Der 5-Zöller sollte knapp unter 1" auflösen können. Das heißt bei der Größe von Jupiter etwas über 40 Linien über der Breite. Das Bild ist sicher geschärft und entrauscht. Sieht man mehr als 1/40 Durchmesser große Strukturen auf dem Jupiterbild? Ich würde sagen nein. Der Rest ist Bildbearbeitunggekrissel. Und Ganymed ist auch nicht unmöglich. Wenn ich ein paar unterschiedlich helle und farbige Pixel habe und das hochdrizzele und glätte bekomme ich einen schönen Gradienten. Das heißt aber noch nicht, daß ich das Ganymedscheibchen in seiner unterschiedlichen Beleuchtung super aufgelöst habe.
Also keine Überraschungen hier.

Gruß

*entfernt*
 
Heiko - es ging nie darum das Ganymedscheibchen "super" aufzulösen - sondern visuell Nuancen Farbunterschiede zu erkennen - vielleicht liest Du einfach mal die Fragestellung durch bevor Du irgendwelche Dinge behauptest und diesen thread vollspammst...
 
Hallo Heiko, Martin,

ich finde das Niveau mit dem ihr hier diskutiert wirklich katastrophal. Das ist äußerst unhöflich eine ernstgemeinte Diskussion sofort ins lächerliche zu ziehen.
Schämt euch und benehmt euch in Zukunft wie Erwachsenne und nicht wie Kinder.
Unabhängig davon ob man die Sichtung von Farbvariationen auf Ganymed nun mit 4“ für möglich hält oder nicht sollte man so fair sein und sachlich diskutieren.
Natürlich wäre auch eine optische Täuschung denkbar aber das kann man auch höflich sagen.

Grüße Gerd
 
Ich klink mich jetzt hier aus - Heiko, das ist nur peinlich! Man muss sich ja fast für dich schämen, was du hier veranstaltest!
 
Hallo Christoph,

mmh - hätte wohl zuerst die Suche bemühen sollen ;)

Hier ein Foto mit 5" Mak: Jupiter +Ganymed, GRF zentral 2020-07-20

...gibt es noch andere Sichtungen mit 4" ?
für mich sieht das in dem 1. Bild bei Ganymed wie der Effekt der atmosphärischen Dispersion oder einer falschen Einstellung beim ADC aus.
Man erkennt rechts einen Farbverlauf ins Bläuliche sowohl auf Jupiter als auch auf Ganymed.
Bei dem 2. Bild zeigt Ganymed einen braunen Ring und im inneren einen grünlichen Punkt.
Das sieht mir nicht natürlich aus sondern eher nach einem Artefakt durch stacken und schärfen.

Grüße Gerd
 
Vielleicht liegt es auch an ihr dass du keinen Durchblick hast. Für deine Aufnahmen auf AstroBin hast du sicher auch vom Hubble-Teleskop abgekupfert und Daten gedreht.

Mit deinem winzigen Gerödel ist sowas nicht möglich
Hallo ??? (wie heißt Du eigentlich)

Na, wenn das keine Adelung ist. Andere würden sich jetzt bei der Moderation wegen Unterstellung beschweren. Das mache ich aber nicht. Wer austeilt muß auch einstecken können.
Ich versuche hier Dinge richtig zustellen und ab und zu einen Denkanstoss zu geben. Ich behaupte nicht damit immer richtig zu liegen. Wenn mich einer glaubhaft von Gegenteil überzeugt, gebe ich zu, daß ich unrecht habe. Ich mache mein Späße aber versuche nicht persönlich anzugreifen und werde das auch in Deinem Fall nicht tun.
Zu Deiner Reaktion fällt mir aber nur der Spruch ein: "Ein betroffener Hund bellt!"

Gruß

*entfernt*
 
@Mods - ich fände es super alle posts ab #4 und mit Ausnahme #16 zu löschen.

Bin wirklich an ernsthaften Erfahrungsberichten interessiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Gerd - das Bild von Bobby kann ich natürlich nicht beurteilen - das muss er schon selbst machen.

Habe selbst den Gutekunst und kann daher ganz gut einschätzen wie sich atmosphärische Dispersion auswirkt - das was ich am 26. gesehen habe war jedenfalls keine. Klar war kurz nach drei Uhr in der Früh... wer weiß was ich gesehen hab... ;) - aber bin mir einfach sehr sicher. :)

Aber nochmal zum Thema Blendeffekt, den ich schon im Cassini thread angesprochen hatte - macht es bzgl. Erkennbarkeit feinster Details auf kleinstem Raum theoretisch keinen Unterschied ob der Hintergrund schwarz oder vergleichbar hell ist - ich denke doch - zumindest aus eigener Erfahrung - nicht nur bezogen auf diese Beobachtung.
 
Hallo Gerd,
ich brauche sicherlich von dir keine Belehrungen.
Meine Bemerkung bezog sich lediglich auf Heikos "1920" und sollte ein Witz sein.
Lass das bleiben in Zukunft.

Gruß Martin
 
Hallo Freunde der scharfen Beobachtung!

Ich hatte ja anfangs Bammel hier etwas zu posten, weil ich nicht als Anfängertrottel dastehen wollte, obwohl ich schon mehrere Jahrzehnte lang beobachte. Aber jetzt oute ich mich: Ich habe noch nie(!) Farbunterschiede auf Ganymed wahrgenommen - und das bei 18 Zoll.

Gehört zwar eigentlich in den Parallelthread: Ich sehe die Cassini-Teilung im 80 mm Refraktor selbst bei der derzeitigen ungünstigen Position, sobald das Seeing wenigstens im durchschnittlichen Bereich liegt.

Gruß
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

vermutlich hast Du vollkommen recht. Man sieht mit 80mm etwas an der Stelle an der die Cassini Teilung ist. Das hat keiner bestritten. Das hat verschiedene Gründe - Kontrast der dunklen Lücke, das Auge/Hirn das am Übergang von A- nach B-Ring eine Linie reininterpretiert, fotografisch der Gibbs -Effekt zwischen hellen und dunkleren Flächen beim Schärfen etc.. Aber um die Teilung aufzulösen reicht eine kleine Öffnung nicht. Du erkennst vielleicht auf 10m, daß auf einer Zeitung Text gedruckt ist, aber um den Text aufzulösen d.h. zu lesen, mußt Du näher ran (außer den Schlagzeilen).
Einige fühlen sich anscheinend in ihrer Beobachterehre gekränkt, wenn man das in den Raum stellt.
Damit reichts mir.

Gute Nacht

*entfernt*
 
Einige fühlen sich anscheinend in ihrer Beobachterehre gekränkt, wenn man das in den Raum stellt.

Nö da zähle ich mich nicht dazu weil ich weiss, was ich gesehen habe. Und da bin ich mit meinem Gerät nicht der einzige (s. zB. auch den Beobachtungsbericht auf mystarrynights.at). Auch denke ich nicht, dass da das Hirn wegen den Helligkeitsunterschieden irgendeine Lücke „reininterpretiert“. Das müsste ja auch bei allen anderen Helligkeitsunterschieden passieren (zB Jupiterbänder).

Peace! :coffee:

Zu Ganymed kann ich nichts neues beitragen, bleibe aber dran.
 
Hallo Christoph,

die Helligkeit hat Einfluss auf die Kontrastschwelle unserer Augen und damit auf die erreichbare Auflösung bei sehr schwachen Kontrasten.

Ich denke aber trotzdem das auch bei optimalen Lichtverhältnissen Farbverläufe auf Ganymed mit 4“ nicht erkennbar sind. Dazu wären die Kontraste viel zu schwach.
Wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb sinkt das Auflösungsvermögen je schwächer der Kontrast ist und die Kontraste auf Ganymed sind sehr gering.
Wenn er eine helle ausgedehnte Polkappe hätte die 40% der Scheibe bedeckt und die sich kontraststark zum Rest des Mondes absetzt dann würde ich sagen ok wäre sehr grenzwertig aber vielleicht zu erahnen aber für die schwachen Kontraste auf Ganymed denke ich das es nicht machbar ist.

Ich glaube dir das du da was beobachtet hast und das auch als absolut real empfunden hast aber ich halte eine optische Täuschung immer noch für das Wahrscheinlichste.
Unserer Wahrnehmung kann uns auch manchmal einen Streich spielen. Auch wenn es uns absolut echt vorkommt gibt es keine Garantie dass es immer genau so ist.
Ich weiß das was man mit eigenen Augen gesehen hat empfindet man aus der Alltagserfahrung heraus als die Realität. Es ist aber nicht immer so.

Grüße Gerd
 
Hallo Heiko,

vermutlich hast Du vollkommen recht. Man sieht mit 80mm etwas an der Stelle an der die Cassini Teilung ist. Das hat keiner bestritten. Das hat verschiedene Gründe - Kontrast der dunklen Lücke, das Auge/Hirn das am Übergang von A- nach B-Ring eine Linie reininterpretiert,
wie du genau weist ist die Cassiniteilung auch auf Fotos mit kleiner Öffnung gut zu erkennen.
Damit kann ausgeschlossen werden das da unser Gehirn hier nur etwas reininterpretiert hat.
Außerdem müsste unser Gehirn ja übersinnliche Fähigkeiten haben genau an der Stelle an der die Cassiniteilung real existiert nur etwas rein zu interpretieren von dem es eigentlich nach deinem Weltbild ja gar nichts wissen kann da es nach deinen Weltlbild nicht aufgelöst werden kann.

Aber um die Teilung aufzulösen reicht eine kleine Öffnung nicht. Du erkennst vielleicht auf 10m, daß auf einer Zeitung Text gedruckt ist, aber um den Text aufzulösen d.h. zu lesen, mußt Du näher ran (außer den Schlagzeilen).

Ein völlig falscher Vergleich?
Um zu erkennen das Text auf der Zeitung ist genügt es Details in der Größe der Buchstaben aufzulösen.
Um den Text lesen zu können müssen aber Details in der Größe der Linien aus denen die Buchstaben bestehen aufgelöst werden.

Einige fühlen sich anscheinend in ihrer Beobachterehre gekränkt, wenn man das in den Raum stellt.

Ich denke es kommen einige mit dem Gedanken nicht klar das es einen Sonderfall bei der Auflösung einer einzelnen Linie gibt die besser als die in allen anderen Fällen gültige Grenzfrequenz ist.
Daher muss eine obskure Theorie postuliert werden um ein unbestreitbar existentes Phänomen irgendwie ins eigene Weltbild einpassen zu können.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

die Helligkeit von Ganymed sinkt ja nicht, nur weil er vor Jupiter steht - entsprechend sinken die Kontraste auf dem Mond auch nicht. Nur der Hintergrund wird heller und das kleine Lichtpünktchen des Mondes blendet nicht und ist daher entspannter zu sehen.

Deine Ausführungen bzgl. Auflösung sind klar und trotzdem... ;)

Gruß
Christoph
 
Hallo Gerd,

wie du genau weist ist die Cassiniteilung auch auf Fotos mit kleiner Öffnung gut zu erkennen.

ich habe hier: Saturn Cassini Teilung gezeigt, wie in der Bildbearbeitung selbst ohne eine "Teilung" mit ein bißchen Schärfen eine dunkle Linie entsteht, die total artifiziell ist. Bilder sind in dem Zusammenhang kein Beweis. Die Schärfung könnte auch rein elektronisch sein, z.B. bei einer Videokamera.
Was ist der Sonderfall von dem Du sprichst, daß man sogar mehr als das optische Auflösungsvermögen der Optik auflösen kann? Hast Du Links dazu, die diese Behauptung untermauern? Trifft das auf normale Amateuroptiken zu oder sind das Spezialoptiken mit besonderer Bildbearbeitung? Würde mich mal interessieren.

Gruß

*entfernt*
 
Hi Christoph!
Nur der Hintergrund wird heller und das kleine Lichtpünktchen des Mondes blendet nicht und ist daher entspannter zu sehen.

Du meinst also, dass sich die Helligkeitsunterschiede besser - oder vielleicht erst überhaupt - wahrnehmen lassen, wenn Ganymed vor Jupiter steht? Das habe ich so noch nie probiert. Ich werde das mal auf meine To-Do-Liste für den 18-Zöller setzen. Um die Blendung zu reduzieren, verwende ich zwei separate Polfilter. Jupiter kann einem sonst schon Nachbilder auf die Netzhaut brutzeln. Die Strukturen sind mit reduziertem Licht deutlich besser erkennbar.

Aber bis sich mal die Gelegeheit ergeben wird, kann es natürlich dauern. Der Transit muss ja wenigstens einigermaßen zur Zeit der Kulmination stattfinden. Und dann muss noch das Wetter, das Seeing und der persönliche Terminplan passen. Schaun mer mal.

Nächste Gelegenheit: 19.09.2020 ca. 20:00 Uhr bis 22 Uhr

Gruß
Wolfgang
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

inzwischen artet das hier und im benachbarten Thread über die Cassini-Teilung in einen Glaubenskrieg aus. Im anderen Thread haben wir euch schon zur Ordnung gerufen Cassini-Teilung. Dasselbe gilt auch hier.

Wenn ihr nicht umgehend wieder sachlich werdet, wird der Beitrag geschlossen.

Euer Moderatorenteam
 
Hallo Wolfgang,

ja genau so meine ich das...

Danke für den Datums-Tipp - da werde ich dann auch mal wieder meinen Vierzöller aufstellen (vielleicht... ;) ).

Gute Jagd! :)

Gruß
Christoph
 
Hallo Freunde

Jetzt muß ich dann doch auch einmal meinen "Senf" dazu geben.

Es ist bestimmt schon 4-7 Jahre her, als ich gegen 1- halb 2 bei dichtem Bodennebel zu einem der seltenen Kallistodurchgänge los zog. Der Nebel war so dicht, daß ich kaum 20 Meter weit sehen konnte aber die Nebelbänke hatten nur eine Höhe von 2-2,5Meter über dem Boden und darüber war es kristallklar und die Luft stand! Der Jupiter stand damals deutlich höher als gerade jetzt.
Als Beobachtungsgeräte nutzte ich den 250er Schiefspiegler und den 105MM LZOS-Apo als Su.. eh.. Finder. Der Apo reichte bis zu einer Vergrößerung von 186-fach.
Am Schiefspiegler konnte ich mit einem 13MM Ethos die Vergrößerung an Jupiter in dieser Nacht bis auf 385-fach bei einer AP von 0,65 ausreizen.
Wie gesagt die Luft stand und das Seeing schwankte zwischen 8-9 in kurzen Momenten auch 10 nach Pickering was bei uns extrem selten ist. Aber selbst da wahren noch feine Luftbewegungen zu bemerken.
Bei dieser Vergrößerung kommt der Jupiter in der Wahrnehmung so groß herüber wie eine 2€-Münze (26mm Durchmesser) die man aus 20cm Entfernung betrachtet. Ganymed erreicht dabei einen scheinbaren Durchmesser von ca. 0.8-1mm und auf diesem kleinen Scheibchen waren durchaus deutlich Helligkeitschattierungen auszumachen!
So Etwas geht visuell allerdings nur mit einer Optik die ein Maximum an Kontrast bei sehr hoher Vergrößerung zur Verfügung stellt. Am kleinen Apo hat man dazu kaum eine Chance, da hat Ganymed hier gerade einmal einen scheinbaren Durchmesser von 0,4 maximal 0,5mm Durchmesser.
Ein Kallistotransit dauert recht lange und so gegen 5-5Uhr30 setzte langsam die Dämmerung ein, der Nebel löste sich langsam auf und das Seeing ließ deutlich nach. Damit war dann die ganze Herrlichkeit vorbei! Bis auf die Spiegel war danach alles ziemlich feucht vom Nebel.

Wenn ich von maximalen Kontrast rede dann heißt das bei mir:
-Ich kann Io oder Europa noch in ersten/letzten Viertel bis ersten/letzten Drittel vor der Jupiterscheibe erkennen. Über einem dunklen Band auch durchgängig. In der Jupitermitte wird mir der Helligkeitsunterschied zu gering.
-Ich kann Ganymed als hellgraue Scheibe vor Jupiter durchgängig ausmachen.
-Ich kann Kallisto leicht als mittel bis dunkelgraue Scheibe deutlich vor Jupiter erkennen.
-Schattendurchgänge sehen so aus, als hätte man ein Loch in Jupiter hinein geschossen.

Im 7-Zoll STF-Maksutov kann ich Io, Europa und Ganymed vor der Jupiterscheibe nicht mehr ausmachen (33% Obstruktion). Die verschmelzen sofort mit dem Hintergrund. Einen Kallistotransit habe ich bis jetzt damit noch nicht beobachten können.

Bei all diesen Eindrücken gebe ich zu bedenken, daß ich zu diesem Zeitpunk mein sechzigstes Lebensjahr bereits überschritten hatte und dem entsprechend schon etwas an meiner Wahrnehmungsfähigkeit eingebüßt habe.

Gruß an Alle
Peter
 
Hallo Peter,

interessant. :unsure:

Das hat mich jetzt interessiert. Wenn ich richtig gerechnet habe (was nicht der Fall sein muss ;)) dann ist die Situation wie folgt - die Ansicht in Deinem 13mm Ethos sollte in etwa so gewesen sein (muss man - klick - entsprechend vergrößern):

Bildschirmfoto 2020-08-31 um 15.20.38.jpg

(Quelle: Sternfreunde Münster - Okularrechner/Teleskoprechner, Auswahl von über 600 Okularen)

Wenn Jupiter der Erde am nächsten ist (588.518.023 km), dann beträgt seine scheinbare Größe etwa 50".
Ganymed (Durchmesser 5262,4 km) erscheint dann unter etwa 1,84".
Das entspricht der Größe einer 1-Euro-Münze in etwa 2.600 m Entfernung.

Dein Schiefspiegler sollte 250 mm Öffnung haben, Brennweite wohl 5.000 mm, denn mit einem 13mm Ethos ergibt das die genannten 385-fache Vergrößerung. Der Durchmesser eines Beugungsscheibchens beträgt dann ca. 1,12". Ohne Berücksichtigung des Seeing. Die maximale Auflösung (Rayleigh) beträgt bei dem Instrument wohl etwa 0,56".

Der Durchmesser Ganymeds beträgt also 1,84" und die Auflösung etwa 0,56". Ich könnte also theoretisch und salopp gesagt auf der Oberfläche 3,2 x 3,2 Details trennen, so der Kontrast stark genug wäre (etwa bei Doppelsternen) und das Seeing 0" ist, und das Beugungsscheibchen von 1,12" jedes Bildpunktes egal wäre.

Wenn man simuliert, wie detailreich die Abbildung des Mondes im Fokus wohl wäre, dann komme ich auf folgendes Bild. Da die Strukturen Dank des Auflösungsvermögens die Erkennung von maximal etwa 3 x 3 unterschiedliche Helligkeiten zulassen würden, habe ich in Photoshop einfach Ganymed auf 3 x 3 Pixel verkleinert, samt den Strukturen, die auf dem größeren Bild der Nasa zu sehen sind - siehe die kleine Abbildung rechts unten in der Ecke:

Jupiter und Ganymed Fokalbild 3x3px Auflöung.jpg


(Quelle: NASA, Ganymede and Jupiter)

oder größer:
Jupiter und Ganymed Detail 3x3 px.jpg


Das nun 385 x per Okular vergrößert wäre dann die maximal mögliche Ansicht des Mondes im Okular ohne Seeing und andere Einflüsse. Habe ich mich verrechnet? Mit Seeing müsste es etwas verwaschener sein...

Wenn man auf Ganymed tatsächlich "Helligkeitsschattierungen" sehen konnte, dann sind m.E. noch andere Mechanismen am Werk, die in den obigen Berechnungen nicht auftauchen - oder meine Idee es nachzustellen liegt daneben. Ich würde schätzen, man könnte bei optimalster Auflösung gerade noch 2 Flächen unterschiedlicher Helligkeit wahrnehmen, wenn der Kontrast entsprechend gegeben ist - was bei Ganymed nicht sehr ausgeprägt scheint.

lg
Niki
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Niki

Pixelige Simulationen sind das eine praktische Beobachtung das Andere und beides ist nur sehr, sehr schlecht mit einander vergleichbar. Jupiter hat bei der Opposition eine Größe von 44 bis 50 Bogensekunden Durchmesser je nach Entfernung. Ist die Opposition günstig, also 50" Durchmesser so kann die 250 mm Öffnung bei einem Auflösungsvermögen von 0,45 Bogensekunden theoretisch ein 111tel davon auflösen oder bei Ganymed rund ein Viertel vom Durchmesser . Auf einen scheinbaren, so wahrgenommenen Durchmesser von 26mm an Jupiter und 0,9mm an Ganymed gerechnet haben die feinsten Details theoretisch einen maximalen Durchmesser von rund 0,23mm oder feiner.
An der cassinischen Teilung und anderen Details an den Ringen geht in der Praxis auch mehr zu erkennen obwohl die Details teilweise noch schmaler sind als es das theoretische Auflösungsvermögen der Optik es erwarten läßt! Und auch an Ganymed geht in der Praxis mehr als die Theorie erahnen läßt. Außerdem habe ich nicht von scharfen Konturen geredet wie wir das bei der cassinischen Teilung empfinden sondern von deutlich wahrnehmbaren Schattierungen. Und auch der Planetenrand kommt bei 386-fach immer noch gut konturiert und nicht diffus!
Schau Dir mal eine 2€-Münze aus 20cm Entfernung genau an und Du wirst staunen was Du da alles an feinen Details erkennen kannst! Das ist dann schon mit 26mm eine ganz schön große "Murmel"!

Gruß

Peter
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben