Fehlerhafte Aufsuchkarten für Kleinplaneten

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Balkonaut

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Hallo!
Gestern habe ich zum zweiten mal versucht, Juno aufzusuchen und war recht frustriert, weil ich mir sicher war an der richtigen Stelle zu gucken, die ich in Stellarium angezeigt bekam, aber keinen Juno sah. Das gleiche Spiel, wie bei meinem ersten Versuch. Dann habe ich mir die Aufsuchkarte auf Astronomie.de angeguckt und da war Juno an einer anderen Stelle verzeichnet. Ich konnte Juno aber auch da nicht finden. Irgendwann ist mir dann im Okular eine "Stern" aufgefallen, der da nicht hingehört. Schliesslich habe ich dann noch die Aufsuchkarte von Calsky angeguckt und da war er dann tatsächlich an der Position eingezeichnet, an der ich ihn beobachtet habe.
Ich dachte, dass solche Karten sehr zuverlässig sind, aber hier waren von drei Karten zwei nicht korrekt. Ist so etwas normal?

Grüsse

Henning
 
Moin Henning!

Ob sowas "normal" ist, mußt Du die Leute fragen, welche die Karten veröffentlichen oder die Programme schreiben. Bei Asteroiden, die so lange wie (3) Juno bekannt sind, verschieben sich die Bahnelemente nicht so dermaßen, daß man den Kleinplaneten nicht mehr findet. Möglich, daß der Fehler woanders lag - falsches Datum? - oder es waren wirklich asbach-uralte Daten.

Auf die verwendeten Bahndaten würde ich ohne weiteres auch nicht blind vertrauen. Ab und zu ist es doch mal sinnvoll diese zu aktualisieren. Bei Stellarium muß man das, soviel ich weiß, leider immer noch von Hand machen, andere Astro-Programme aktialisieren solche Daten mittlerweile über's Netz. Stellarium ist zwar schön anzuschauen, aber wenn's um Genauigkeit gerade bei solchen Sachen geht, dann sollte man sich doch auf die etwas professionelleren Programme verlassen.

Die aktuellen, verbindlichen Bahndaten stellt das MPC zur Verfügung, die Datensätze sind z.T. schon für diverse Astro-Programme aufgearbeitet: http://www.cfa.harvard.edu/iau/Ephemerides/SoftwareEls.html
 
Hi Henning,

1. Überprüfen ob der Zeitpunkt der Berechnung des Ortes auch für Deine Beobachtungszeit gilt. In aller Regel errechnen die professionelleren Systeme die Ephemeride in UT. Bei MESZ mußt Du natürlich +2h dazuzählen!
2. Überprüfen für welchen Ort die Ephemeride angegeben ist. Standardmäßig erfolgt die Berechnung geozentrisch. Du beobachtest aber von einem topozentrischen Ort aus. Wer es ganz genau nimmt muß (mindestens) auch noch einen Übergang vom geozentrischen auf den topozentrischen Ort berücksichtigen. Daneben gibt es natürlich noch Refraktionsparameter und die tägliche Aberration zu berücksichtigen, diese Korrekturen sind aber für den Normal-User vernachlässigbar klein (allerdings auch nicht immer).

Ansonsten gilt was Winnie gesagt hat. Öfter mal die Bahndaten aktualisieren!. Wer es ganz genau wissen will benutzt Systeme wie JPL-Horizons den MPC-Ephemeridengenerator oder das Calculation-Module des ArtemisBBS. Alle genannten Systeme arbeiten mit numerischer Integration und mit den aktuellsten (täglich upgedateten), oskulierenden Bahnelementen wobei die JPL-Horizons Ephemeriden die genauesten sind. Wer also die absoluten Referenzkoordinaten benötigt benutzt das JPL-Horizons System!!!

Man muß aber bei der Beobachtung von NEO-Objekten und anderen Kleinplaneten in der näheren Umgebung von Planeten und großen Asteroiden Vorsicht walten lassen. Da kann selbst das JPL-Horizons System mächtig danebenliegen da es bei solchen Flybys zu Bahnstörungen kommt und erst eine neue Bahngeometrie für den Kleinplaneten ermittelt werden muß!.

Gruß Alex (VectorSCOPE)
 
Hallo Henning,

ich habe das Programm GUIDE8.0 im Einsatz. Bei fast 500 beobachteten KP's hatte ich kein einziges Mal Schwierigkeiten die Objekte zu finden.

Gruß Helmut (www.ATMN.info)
 
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