wasguggsuda
Aktives Mitglied
Zwar kam ich gestern gegen halb sieben sehr spät für Sonnenbilder nach Hause, aber da der Himmel zwischen einigen Wolken klar wirkte und allfällige Kondensstreifen dort wenig verwirbelten, baute ich dennoch schnell das Gerät auf. Kaum waren die beiden am Sonnenrand wegdrehenden Aktiven Regionen abgelichtet, waren aber auch schon die nächsten Wolken da.
Während eine hübsche Dreierparade Haufenwolken die unaufhaltsam dem Nachbardach entgegensinkende Sonne verdeckte, verging eine unendlich erscheinende Viertelstunde ... dann wurde gerade noch rechtzeitig der Webcamblick auf die Sonne wieder frei. Es blieb noch Zeit für zwei erneute einminütige Sonnenrandvideos, bei etwas besserem Seeing wegen der unter den Wolken erfolgten Luftabkühlung, und für gerade mal 10sec=100 Videobilder der geschrumpften AR0789.
Hier also die Dienstagssonne (NASA-Weißlichtsonne 12.07.), vorweg die besseren, weil späteren Bilder, hier immer auf 90% und eingefärbt - zuerst die große und sehr interessant "brodelnde" AR0786, ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1853_30_120_1000_ar10786_sumreg10h2_0600exp_rgbc0012_r050g100b010_c100_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd020030000000000000_bl40_090la_sh05sh05_rgb.jpg
... ein Vergleichsbild des Big Bear Solar Observatory ist dort in dessen ftp-Archiv zu sehen.
Dann der Einzelfleck der AR0780 ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1854_40_120_1000_ar10788_sumreg10c2_0600exp_rgbc0012_r050g100b010_c100_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd020030000000000000_bl40_090la_sh05sh05.jpg
... mit einem schönen Lichtbrücken-Einschub, und schließlich die stark geschrumpfte AR0789 ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1855_38_120_1000_ar10789_0000_0050_sumreg60c2_0050exp_rgbc1101_r050g100b010_c100_b100_r100g100b100_gc055045_hist005255_wd005020015000000000_bl40_090la_sh05sh05sh05sh05.jpg
... mit kleinen Lichtbrücken in den winzigen Fleckchen.
Die vorstehenden späteren Bilder waren wieder im ONR-Modus der ToUCam740K aufgenommen.
Im Vergleich hier noch die im Werksmodus, allerdings bei dem schlechteren Seeing, vor dem Wolkendurchzug aufgenommenen Bilder ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1840_32_120_1000_ar10786_sumreg10c2_0600exp_rgbc1010_r050g100b010_c085_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd000015000015000015_bl40_090la_sh05sh05sh05.jpg
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1841_50_120_1000_ar10788_sumreg10c2_0600exp_rgbc0000_r050g100b010_c085_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd000015000015000015_bl40_090la_sh05sh05.jpg
... die zwar die gleichen Details zeigen, aber in diesen, und vor allem zur Sonnenmitte hin in der Granulationsabbildung, klar mehr unter dem Seeing leiden.
Die Bearbeitungsparameter in Registax3 waren zwar so ziemlich gleich, jedoch erlaubt der ONR-Modus aufgrund der nicht durch die Webcamelektronik vorgeschärften Bilder den ausschließlichen Einsatz der "feineren" Wavelet-Regler 1 und 2 (20/30), während der Werksmodus sehr viel mehr Rauschen produziert und hier nur die Kombination der "gröberen" Wavelets 2, 4 und 6 mit 15/15/15 erlaubte (beides für Irfanview: Anschließendes Blur=40, 90% Verkleinern mit Lanczos-Methode, plus iteratives Schärfen, 3-4x 05).
Allerdings bringt der ONR-Modus eine horizontale Detailstreifung mit sich, die zwar bei vorsichtiger Schärfung weitgehend unauffällig bleibt, jedoch mit der Neigung der ToUCam zur Horizontalstreifung bei sehr kurzen Belichtungszeiten an Feinstrukturen wie der Sonnengranulation unschön zusammenwirken kann (meine Hypothese: wegen der Chipstruktur/schnelles Auslesen).
Ausprobieren der Modi und der Waveleteinstellungen lohnt sich aber immer!
Ach ja, die Schärfung von Sonnenbildern: Überschärfte Sonnenrandbilder sind eindeutig zu erkennen - da wird nämlich Rauschen zu vermeintlicher Granulation, die aber garantiert nicht "real" ist:
Als ich vor eineinviertel Jahren ernsthaft mit der Sonnen-Webcamfotografie anfing, fiel mir sehr schnell auf, daß nicht nur meine Bilder bei ordentlichem Schärfen eine Art "Granulation" bis hin zum Sonnenrand zeigten. Diese war aber nicht nur zu gleichmäßig für die am Rand der Sonnenkugel eintretende perspektivische Verkürzung der Details, sondern nach etwas Nachdenken schlichtweg unmöglich. Denn wenn die Sonnengranulen typischerweise einen scheinbaren Durchmesser von einer Bogensekunde haben, was schon nahe an Auflösungsgrenzen liegt, muß dieser Durchmesser ja in der perspektivischen Verkürzung jedenfalls in von Gerät und Seeing eher schwer erreichbar kleine Größen sinken, auch wenn verschiedentlich sogar von "visueller Granulation bis zum Sonnenrand" berichtet wurde.
Vor einiger Zeit fragte ich beim Dutch Open Telescope (DOT) - Sonnenobservatorium (La Palma/Utrecht), was denn nun eigentlich am Sonnenrand abzulichten sei, und erhielt (sehr dankbar) zur Antwort, daß aufgrund des geometrischen Effekts der perspektivischen Verkürzung schon 100 Bogensekunden vom Sonnenrand entfernt die Breite einer Granule auf nur noch 0,44 Bogensekunden schrumpfe, bei 50" Abstand vom Rand seien es nur noch 0,3". Das aufzulösen sei auch für professionelle Sonnenteleskope keine ganz einfache Aufgabe. Dazu setze man adaptive Optik oder - wie beim DOT - aufwendige geeignete Bildverarbeitung (Speckle Restoration) ein. In beiden Fällen müsse aber bereits das atmosphärische Seeing hervorragend sein.
Damit nicht genug, so wurde weiter ausgeführt: Weiter sei die Granulation ein lokales Phänomen auf der Sonne, das nur in bestimmten Höhenschichten der "Sonnenatmosphäre" sichtbar ist. Betrachte man die Sonne z.B. im Licht der H-alpha Linie des Wasserstoff oder einer Linie des ionisierten Calciums, so sehe man von der Granulation nichts mehr. Der Grund dafür sei, daß das Licht dann aus einer weiter oben liegenden Schicht komme, in der keine Granulation mehr existiere.
Betrachte man also die Sonne am Rand, dann schaue man schräg in die "Atmosphäre" hinein, und der Sehstrahl müsse einen längeren Weg zurücklegen, um in dieselbe (geometrische) Höhe vorzudringen. Ähnlich wie im dichten Nebel sei das aber nicht möglich, das Licht bleibe sozusagen stecken, und man sehe nur solches aus einer etwas höher gelegenen Schicht. Der Effekt sei nicht sehr groß, aber doch stark genug, um den Kontrast (gleich Unterschied zwischen den hellen und dunklen Stellen der Granulation) zu vermindern, wodurch ein Erkennen weiter erschwert werde.
Als Beispiel zum Erscheinungsbild der Granulation und seine Veränderung mit dem Abstand von der Scheibenmitte wurde auf eine DOT-Bildserie vom 18. Juni 2003 hingewiesen:
http://hst33127.phys.uu.nl/DOT/Data/2003_06_18/index.html
Dem kann ich nur noch einen Hinweis auf eine tolle weitere DOT-Bildserie vom 15.07. letzten Jahres anfügen, in dem eine AR am Sonnenrand in in grün, blau und "Calcium"-Dunkelviolett aufgenommenen Schwarzweissfotos zu bewundern ist:
http://hst33127.phys.uu.nl/~pit/DOT/Data/2004_07_15/index.html
Übrigens - das DOT hat eine "regular resolution" von 0,2" (nullkommazwei!).
Wie ein Trostpflaster wurde aber abschließend angemerkt, daß der Rand der Sonnenscheibe nicht komplett konturlos sei. Man sehe dort schon auch Strukturen, die sogenannten (Rand)Fackeln. Das seien kleine, magnetische Elemente, die zum Rand hin heller werden. Möglicherweise würden auch diese als Granulation missgedeutet. (Gemeint sind wohl "Supergranulation"/Faculae, die dann vor allem im Calcium-Licht deutlich hervortreten - aber auch auf meinen obigen Grünlicht-Bildern auszumachen sind)
Damit wurde das Grübeln zur Gewißheit - "Granulation" am Sonnenrand ist fast immer nur schlichte Überschärfung. Wenn also die Bildschärfung behutsam genug erfolgt, stellt ein granulationsloser Sonnenrand wohl eher ein Qualitätsmerkmal der Bildbearbeitung dar, auch wenn nicht nur auf vielen Anfänger-, sondern auch auf etlichen Fortgeschrittenen-Bildern, sogar solchen, die nach internationalem Renommee streben, anderes zu sehen ist ...
Nach all diesen Granulationsbetrachtungen zum Abschluß noch ein passendes Bild, nämlich eine "Granulationsprüfung" des obigen AR0789-Bildes "nach Art des Hauses"(gif-Animation 268kB!):
Dazu wird erst die eine, dann die andere Hälfte eines Sonnenvideos genutzt, diese werden nach einem wie üblich möglichst guten Einzelbild etwa aus der Mitte des Gesamtvideos ausgerichtet und gleich verarbeitet, so daß zwei bearbeitete Summenbilder der jeweiligen Videohälfte herauskommen. Werden diese "geblinkt" oder als Schielstereo nebeneinander gestellt, so kann man schon schön vergleichen, was nur geschärftes Rauschen, und was tatsächliche und ggf. herausgearbeitete Granulation ist - am eindrucksvollsten geht das aber mit einer Animation der Bilder wie in der oben verlinkten gif-Datei.
Verwendet wurde zwar "nur" ein völlig unkultiger <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und noch nicht mal wenigstens teurer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Chinarefraktor, der trotz Abblendung auch nicht einmal ein "echter" FH ist, und eine billige Webcam statt der immer öfter anzutreffenden Super-Digitalspiegelreflexkameras - aber die Granulation, die ist hier wohl echt. Und dazu reichten 2x30 von 2x50 Videobildern, zuletzt schon vom Schornstein des Nachbardaches rechts leicht abgeschattet ...
Kommentare oder Anregungen sind wie immer sehr erwünscht!
Gruß+cs,
Dietmar
Während eine hübsche Dreierparade Haufenwolken die unaufhaltsam dem Nachbardach entgegensinkende Sonne verdeckte, verging eine unendlich erscheinende Viertelstunde ... dann wurde gerade noch rechtzeitig der Webcamblick auf die Sonne wieder frei. Es blieb noch Zeit für zwei erneute einminütige Sonnenrandvideos, bei etwas besserem Seeing wegen der unter den Wolken erfolgten Luftabkühlung, und für gerade mal 10sec=100 Videobilder der geschrumpften AR0789.
Hier also die Dienstagssonne (NASA-Weißlichtsonne 12.07.), vorweg die besseren, weil späteren Bilder, hier immer auf 90% und eingefärbt - zuerst die große und sehr interessant "brodelnde" AR0786, ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1853_30_120_1000_ar10786_sumreg10h2_0600exp_rgbc0012_r050g100b010_c100_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd020030000000000000_bl40_090la_sh05sh05_rgb.jpg
... ein Vergleichsbild des Big Bear Solar Observatory ist dort in dessen ftp-Archiv zu sehen.
Dann der Einzelfleck der AR0780 ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1854_40_120_1000_ar10788_sumreg10c2_0600exp_rgbc0012_r050g100b010_c100_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd020030000000000000_bl40_090la_sh05sh05.jpg
... mit einem schönen Lichtbrücken-Einschub, und schließlich die stark geschrumpfte AR0789 ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1855_38_120_1000_ar10789_0000_0050_sumreg60c2_0050exp_rgbc1101_r050g100b010_c100_b100_r100g100b100_gc055045_hist005255_wd005020015000000000_bl40_090la_sh05sh05sh05sh05.jpg
... mit kleinen Lichtbrücken in den winzigen Fleckchen.
Die vorstehenden späteren Bilder waren wieder im ONR-Modus der ToUCam740K aufgenommen.
Im Vergleich hier noch die im Werksmodus, allerdings bei dem schlechteren Seeing, vor dem Wolkendurchzug aufgenommenen Bilder ...
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1840_32_120_1000_ar10786_sumreg10c2_0600exp_rgbc1010_r050g100b010_c085_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd000015000015000015_bl40_090la_sh05sh05sh05.jpg
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker03/2005_07_12_1841_50_120_1000_ar10788_sumreg10c2_0600exp_rgbc0000_r050g100b010_c085_b100_r100g100b100_gc055045_hist005256_wd000015000015000015_bl40_090la_sh05sh05.jpg
... die zwar die gleichen Details zeigen, aber in diesen, und vor allem zur Sonnenmitte hin in der Granulationsabbildung, klar mehr unter dem Seeing leiden.
Die Bearbeitungsparameter in Registax3 waren zwar so ziemlich gleich, jedoch erlaubt der ONR-Modus aufgrund der nicht durch die Webcamelektronik vorgeschärften Bilder den ausschließlichen Einsatz der "feineren" Wavelet-Regler 1 und 2 (20/30), während der Werksmodus sehr viel mehr Rauschen produziert und hier nur die Kombination der "gröberen" Wavelets 2, 4 und 6 mit 15/15/15 erlaubte (beides für Irfanview: Anschließendes Blur=40, 90% Verkleinern mit Lanczos-Methode, plus iteratives Schärfen, 3-4x 05).
Allerdings bringt der ONR-Modus eine horizontale Detailstreifung mit sich, die zwar bei vorsichtiger Schärfung weitgehend unauffällig bleibt, jedoch mit der Neigung der ToUCam zur Horizontalstreifung bei sehr kurzen Belichtungszeiten an Feinstrukturen wie der Sonnengranulation unschön zusammenwirken kann (meine Hypothese: wegen der Chipstruktur/schnelles Auslesen).
Ausprobieren der Modi und der Waveleteinstellungen lohnt sich aber immer!
Ach ja, die Schärfung von Sonnenbildern: Überschärfte Sonnenrandbilder sind eindeutig zu erkennen - da wird nämlich Rauschen zu vermeintlicher Granulation, die aber garantiert nicht "real" ist:
Als ich vor eineinviertel Jahren ernsthaft mit der Sonnen-Webcamfotografie anfing, fiel mir sehr schnell auf, daß nicht nur meine Bilder bei ordentlichem Schärfen eine Art "Granulation" bis hin zum Sonnenrand zeigten. Diese war aber nicht nur zu gleichmäßig für die am Rand der Sonnenkugel eintretende perspektivische Verkürzung der Details, sondern nach etwas Nachdenken schlichtweg unmöglich. Denn wenn die Sonnengranulen typischerweise einen scheinbaren Durchmesser von einer Bogensekunde haben, was schon nahe an Auflösungsgrenzen liegt, muß dieser Durchmesser ja in der perspektivischen Verkürzung jedenfalls in von Gerät und Seeing eher schwer erreichbar kleine Größen sinken, auch wenn verschiedentlich sogar von "visueller Granulation bis zum Sonnenrand" berichtet wurde.
Vor einiger Zeit fragte ich beim Dutch Open Telescope (DOT) - Sonnenobservatorium (La Palma/Utrecht), was denn nun eigentlich am Sonnenrand abzulichten sei, und erhielt (sehr dankbar) zur Antwort, daß aufgrund des geometrischen Effekts der perspektivischen Verkürzung schon 100 Bogensekunden vom Sonnenrand entfernt die Breite einer Granule auf nur noch 0,44 Bogensekunden schrumpfe, bei 50" Abstand vom Rand seien es nur noch 0,3". Das aufzulösen sei auch für professionelle Sonnenteleskope keine ganz einfache Aufgabe. Dazu setze man adaptive Optik oder - wie beim DOT - aufwendige geeignete Bildverarbeitung (Speckle Restoration) ein. In beiden Fällen müsse aber bereits das atmosphärische Seeing hervorragend sein.
Damit nicht genug, so wurde weiter ausgeführt: Weiter sei die Granulation ein lokales Phänomen auf der Sonne, das nur in bestimmten Höhenschichten der "Sonnenatmosphäre" sichtbar ist. Betrachte man die Sonne z.B. im Licht der H-alpha Linie des Wasserstoff oder einer Linie des ionisierten Calciums, so sehe man von der Granulation nichts mehr. Der Grund dafür sei, daß das Licht dann aus einer weiter oben liegenden Schicht komme, in der keine Granulation mehr existiere.
Betrachte man also die Sonne am Rand, dann schaue man schräg in die "Atmosphäre" hinein, und der Sehstrahl müsse einen längeren Weg zurücklegen, um in dieselbe (geometrische) Höhe vorzudringen. Ähnlich wie im dichten Nebel sei das aber nicht möglich, das Licht bleibe sozusagen stecken, und man sehe nur solches aus einer etwas höher gelegenen Schicht. Der Effekt sei nicht sehr groß, aber doch stark genug, um den Kontrast (gleich Unterschied zwischen den hellen und dunklen Stellen der Granulation) zu vermindern, wodurch ein Erkennen weiter erschwert werde.
Als Beispiel zum Erscheinungsbild der Granulation und seine Veränderung mit dem Abstand von der Scheibenmitte wurde auf eine DOT-Bildserie vom 18. Juni 2003 hingewiesen:
http://hst33127.phys.uu.nl/DOT/Data/2003_06_18/index.html
Dem kann ich nur noch einen Hinweis auf eine tolle weitere DOT-Bildserie vom 15.07. letzten Jahres anfügen, in dem eine AR am Sonnenrand in in grün, blau und "Calcium"-Dunkelviolett aufgenommenen Schwarzweissfotos zu bewundern ist:
http://hst33127.phys.uu.nl/~pit/DOT/Data/2004_07_15/index.html
Übrigens - das DOT hat eine "regular resolution" von 0,2" (nullkommazwei!).
Wie ein Trostpflaster wurde aber abschließend angemerkt, daß der Rand der Sonnenscheibe nicht komplett konturlos sei. Man sehe dort schon auch Strukturen, die sogenannten (Rand)Fackeln. Das seien kleine, magnetische Elemente, die zum Rand hin heller werden. Möglicherweise würden auch diese als Granulation missgedeutet. (Gemeint sind wohl "Supergranulation"/Faculae, die dann vor allem im Calcium-Licht deutlich hervortreten - aber auch auf meinen obigen Grünlicht-Bildern auszumachen sind)
Damit wurde das Grübeln zur Gewißheit - "Granulation" am Sonnenrand ist fast immer nur schlichte Überschärfung. Wenn also die Bildschärfung behutsam genug erfolgt, stellt ein granulationsloser Sonnenrand wohl eher ein Qualitätsmerkmal der Bildbearbeitung dar, auch wenn nicht nur auf vielen Anfänger-, sondern auch auf etlichen Fortgeschrittenen-Bildern, sogar solchen, die nach internationalem Renommee streben, anderes zu sehen ist ...
Nach all diesen Granulationsbetrachtungen zum Abschluß noch ein passendes Bild, nämlich eine "Granulationsprüfung" des obigen AR0789-Bildes "nach Art des Hauses"(gif-Animation 268kB!):
Dazu wird erst die eine, dann die andere Hälfte eines Sonnenvideos genutzt, diese werden nach einem wie üblich möglichst guten Einzelbild etwa aus der Mitte des Gesamtvideos ausgerichtet und gleich verarbeitet, so daß zwei bearbeitete Summenbilder der jeweiligen Videohälfte herauskommen. Werden diese "geblinkt" oder als Schielstereo nebeneinander gestellt, so kann man schon schön vergleichen, was nur geschärftes Rauschen, und was tatsächliche und ggf. herausgearbeitete Granulation ist - am eindrucksvollsten geht das aber mit einer Animation der Bilder wie in der oben verlinkten gif-Datei.
Verwendet wurde zwar "nur" ein völlig unkultiger <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und noch nicht mal wenigstens teurer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Chinarefraktor, der trotz Abblendung auch nicht einmal ein "echter" FH ist, und eine billige Webcam statt der immer öfter anzutreffenden Super-Digitalspiegelreflexkameras - aber die Granulation, die ist hier wohl echt. Und dazu reichten 2x30 von 2x50 Videobildern, zuletzt schon vom Schornstein des Nachbardaches rechts leicht abgeschattet ...
Kommentare oder Anregungen sind wie immer sehr erwünscht!
Gruß+cs,
Dietmar