Ferngläser für Deep Sky

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Cihan

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Hallo Freunde,

Ich habe bei einer suche, einige Beitrage von Herr Hanz und Herr Frank Schäfer gelesen, über Deep Sky Ferngläser.

Bei einem Beitrag schreibt Herr Schäfer, auch ein kleines Refraktor nicht schlecht ist.

Ein Forummitglieder schreibt, er beobachtet von seinem Standort aus, lieber mit kleinen Refraktoren mit Filter.
Weil da schreibt diese Forummitglieder, er kann Pelikannebel, Nordamerikanebel oder Cirrusnebel oder ähnliches, mit Fernglas sehr schwer beobachtet habe. Weil er in Stadtrand wohnt.

Jetzt bin ich wieder durcheinander, da ich ein Miyauchi kaufen möchte, werde ich solche Deep Sky objekte nicht sehen?

Heißt das, soll ich zuerst mit Geradsichtigere Fernglas anfangen bevor ich ein teuere investition mache?

Ich kann jetzt ein Miyauchi 15*60 kaufen. Aber jetzt bin ich wieder unsicher geworden.

Was empfiehlt euch zu mir?

Ich frage besonders an Herr Hanz und Herr Schäfer.

Mit freundlichem Grüßen

Cihan
 
Hallo Cihan,

> Heißt das, soll ich zuerst mit Geradsichtigere Fernglas anfangen bevor ich ein teuere investition mache?

das hängt davon ab, was die teurere Investition ist und unter welchen Bedingungen Du beobachtest. Beobachtest Du in Stadtnähe oder auf dem Land? Ist das Miyauchi die teurere Investition? Was wäre dann die billigere?

Es gibt ja noch viel mehr zu sehen als Pelikannebel, Nordamerikanebel oder Cirrusnebel. Nordamerika- und Cirrusnebel sehe ich übrigens recht gut mit meinem Miyauchi 15x60. Nur dazu braucht man einen einigermaßen dunklen Himmel und wohl auch etwas Übung. Auf den ersten Blick klappt das nicht immer. Besser gänge es mit Nebelfilter, aber die passen an dem kleinen Miyauchi leider nicht. Deutlich einfacher sind diese Objekte mit einem 7x42, 8x40 oder 10x50 Fernglas zu beobachten. Hier gilt aus meiner Sicht genau das, was ich in einer Antwort an hanz an dieser Stelle geschrieben habe. Für schwache und ausgedehnte Gasnebel braucht man ein Fernglas mit möglichst großem Sehfeld, einen möglichst dunklen Himmel und eine kontrastreiche Optik mit nicht zu kleiner Austrittspupille.

Für das Miyauchi gibt es ja genug andere Deep-Sky Objekte, wo man sich austoben kann. Offene Sternhaufen gibt es haufenweise, ein paar helle Kugelsternhaufen und eine ganze Menge hellerer Gasnebel liegen im Bereich der kleinen Optik. Eins sollte man aber nicht vergessen: mit kleinen Optiken braucht man Geduld und Übung, bevor man auch was sieht. Und dazu gehört auch immer ein möglichst dunkler Beobachtungsplatz. Wenn es Dir eher um das schnelle Erfolgserlebnis oder überhaupt erstmal um einen Einstieg in die Deep-Sky Beobachtung geht, dann solltest Du über eine größere Optik nachdenken. Ein geradsichtiges Fernglas oder auch ein Spektiv/Teleskop mit 100mm Öffnung wären eine Alternative. Nur brauchst Du dafür ein solides Stativ, einen soliden Panoramakopf oder eine Montierung und für ein Großfernglas besser gleich eine Parallelogramm-Montierung. Wir hatten das Thema schon oft, Beobachten muß auf Dauer Spaß machen und dazu gehört auch ein bequemer Einblick. Hier hat das Miyauchi seine Vorteile, insbesondere dann, wenn man hoch oben beobachtet. Ein Spektiv oder ein kleines Teleskop mit Winkeleinblick sind genauso bequem, nur halt nicht binokular. Beim geradsichtigen Großfernglas braucht man entweder eine gelenkige Wirbelsäule (auf Dauer nicht die Empfehlung schlechthin) oder eben eine vernünftige Montierung (Stichwort Parallelogramm-Montierung).

Die Frage ist: willst Du ein möglichst kompaktes und leichtes Instrument um auf Wanderschaft zu einem dunklen Standort zu gehen oder kannst Du das Gerät im Garten aufbauen? Geht es um Kompaktheit und möglichst einfachen Transport, so sind ein kleineres Miyauchi oder ein leichtes 100mm Spektiv eine feine Sache. Bist Du im heimischen Garten, dann kannst Du ein größeres Teleskop mit Montierung oder auch einen Dobson ins Auge fassen. Wenn's bei mir zu einem dunklen Standort geht, dann sind Miyauchi und ein 7x42 Fernglas seit kurzem eine tolle Kombination. Das Miyauchi hat seine Stärken bei größeren offenen Sternhaufen, helleren Gasnebeln und Galaxien. Das 7x42 Fernglas ist für die großen Sternwolken der Milchstraße und natürlich auch für Nordamerika- und Cirrusnebel der ideale Partner.

Egal was Du nun als größeres Instrument anschaffst, irgendwann kommt bestimmt der Wunsch nach einem guten Fernglas mit großem Sehfeld und ausreichend dimensionierter Austrittspupille. Womit Du am besten anfangen solltest, das mußt Du allein entscheiden. Ich würde wahrscheinlich mit einem Teleskop oder Spektiv anfangen und das Fernglas später ergänzen. Noch wahrscheinlicher würde ich wohl mit beidem anfangen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo Herr Schäfer,

Ich habe bereits ein Teleskop. Es ist ein 6" Dobson.

Aber zu hause habe ich auch ein 10*50 Lidl Fernglas, und es macht schon spaß mit dem Fernglas den Himmelbeobachten. Ich beobachte mit meinem Zeit, 70% mit Fernglas. Wegen spontane spechteln.

Als Fernglas habe ich Miyauchi 20*77 im Auge. Mit zusätzlichem 30mm Okular und ein gutes Stativ, ungefähr 1550 Euro. Das wollte ich meinen als teuere investition.

Oder doch ein Spektiv mit Stativ?
Ich habe ein Meade gesehen, Bresser Astro Spektiv 45°, 32*110mm, mit Bino Aufsatz. Und mann kann okulare auch wechseln.

Was meinen Sie?
Gruß
Cihan
 
Hi Cihan,

Ich kann jetzt ein Miyauchi 15*60 kaufen. Aber jetzt bin ich wieder unsicher geworden

also wenn du das günstig mit Stativ bekommst, schlage zu, du wirst es nicht bereuen. Ich habe schon mal durch 2 solcher 15x60 Miyauchis geguckt und war begeistert.

Gruß

Lots
 
Rein theoretisch würde bei 110mm Öffnung, die auf zwei Augen verteilt wird be jedem Auge 77mm Öffnung ankommen.

Grüße,
Florian
 
> Ich beobachte mit meinem Zeit, 70% mit Fernglas. Wegen spontane spechteln.

Hallo Cihan,

wenn schon ein Dobson da ist, dann ist das Thema Teleskop ja geklärt. So wie ich das verstehe, bleibt die Frage nach einem größeren Fernglas/Spektiv auf einem Stativ oder einem kleineren Fernglas für Freihandbeobachtungen und das ganze vorwiegend für den spontanen Einsatz.

Die Antwort von meiner Seite ist natürlich klar: beides <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Aber nun mal im ernst. Ich würde für den genannten Zweck auf jeden Fall bei binokularer Beobachtung bleiben, es macht einfach mehr Spaß. Also kein normales Spektiv. Das Gerät von Bresser kenne ich nicht, ich würde das Miyauchi trotzdem klar vorziehen. Der Grund ist einfach: beim Miyauchi weiß ich, was mich erwartet, bei Bresser nicht. So wie es aussieht, verwendet das Bresser Spektiv einen Binoansatz vom Typ "Volksbino", welcher im Okularforum bis jetzt keine guten Kritiken bekommen hat. Ich bin daher etwas skeptisch, was die optische Leistung des Meade/Bresser Astro Spektivs betrifft. Aber das ist kein Grund, das Teil von der Wunschliste zu streichen. Übrigens gibt es ein ähnliches Spektiv mit 90mm Öffnung von Soligor. Auch das scheint hinten ein "Volksbino" zu nutzen.

Der Vorteil von Wechselokularen mit 1,25" Anschluß ist natürlich ein gutes Argument. Ich würde aber vor einem eventuellen Kauf genau nachforschen. Wie steht es um die Qualität der Optik? Kann man überhaupt höhere Vergrößerungen sinnvoll einsetzen? Wie groß ist das maximal nutzbare Sehfeld? Wenn ich annehme, daß die 110mm Optik das gleiche Öffnungsverhältnis hat wie das 90mm Soligor Spektiv, dann bringt mir das Meade/Bresser (wenn überhaupt) etwas mehr als 2 Grad am Himmel. Sollte der Binoansatz hinten deutlich weniger freien Durchlaß als 26mm haben, dann kann das maximale Sehfeld noch weiter schrumpfen. Das wäre für großflächige Objekte von Nachteil. Das 20x77 Miyauchi bringt Dir immerhin 2,5 Grad.

Insgesamt halte ich das Miyauchi 20x77 für die bessere Idee. Da Deep-Sky im Vordergrund steht, sind die maximale Vergrößerung von 30x und der leichte Farbfehler kein Problem. Nun bleibt noch die Frage: Miyauchi oder was anderes? Ein Großfernglas mit geradem Einblick wäre für mich keine Alternative. Ich bin ein fauler Hund und ich will entspannt beobachten. Irgendwelche Sonderkonstruktionen für einen bequemen Einblick mit so einem Großfernglas sind nicht das, was mir vorschwebt. Das Miyauchi 15x60 ist beim Einblickkomfort einfach Spitze. Es ist schön leicht und kompakt, so daß ein einfaches Berlebach Stativ vom Typ Report vollkommen ausreicht. Den ganzen Krempel kann ich mit einer Hand transportieren und so bin ich schnell einsatzbereit. Das ist genau das, was ich unter einem "Schnellspechtel-Scope" verstehe.

Neben so einem Miyauchi wäre auch ein gutes Fernglas für Freihandbeobachtungen eine perfekte Ergänzung zu Deinem Dobson. Ein 7x42, 8x42 oder 10x50 hätte halt den Vorteil des großen Sehfelds. Aber eigentlich ist so ein Fernglas auch eine perfekte Ergänzung zum Miyauchi. Das bringt mich wieder zu dem Punkt, daß man eigentlich beides haben muß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Wenn Du die 70% Beobachtungszeit, die Du bisher mit dem Lidl Glas verbracht hast, in Zukunft mit einem "Schnellspechtel-Scope" nutzen willst, dann ist das Miyauchi aus meiner Sicht die sinnvollere Anschaffung. So ein Gerät ist genau dann am richtigen Ort, wenn es schnell gehen muß und man keine Lust hat, den Dobson aufzubauen. Später, wenn sich der Kontostand wieder erholt hat, kannst Du Dir immer noch ein gutes Fernglas vom Typ 7x42 oder 8x42 mit großem Sehfeld und möglichst guter Optik zulegen. Auch wenn Du das Miyauchi hast, ist so ein Fernglas immer noch eine sinnvolle Ergänzung. Nun würde ich mich noch fragen, ob 1550 Euro ein angemessener Preis ist. Ein neues 20x77 inklusive 30x Okularen kostet nach Liste 1146 Euro. Mit etwas Verhandeln bekommt man es vielleicht für 1100 Euro. Ist das angebotene Stativ so gut, daß es den Aufpreis wert ist? Das wäre halt noch zu klären. Und man könnte sich überlegen, ob das neue China-Bino vom TS (also das 20x88 mit 90 Grad Winkeleinblick) eine Alternative ist. Zur optischen Leistung und der mechanischen Qualität kann ich nichts sagen, da muß man die ersten belastbaren Berichte abwarten. Was mich an dem Gerät stört, ist das hohe Gewicht. Bei 6,5kg Lebendgewicht braucht man schon ein stabiles Stativ und das wiederspricht meiner Vorstellung vom "Schnellspechtel-Scope". Das Miyauchi 20x77 ist mit 2,5kg deutlich leichter und man kommt mit einem einfacheren Stativ um die Runden. Dafür kostet es halt genausoviel wie das China-Bino.

Um die Sache nochmal auf den Punkt zu bringen: als Ergänzung zu einem 6" Dobson würde ich mir ganz persönlich ein kleines, aber gutes Fernglas mit Winkeleinblick fürs schnelle, unkomplizierte Spechtelvergnügen suchen. Ob es in Deinem Fall ein Miyauchi, ein China-Bino oder ein Spektiv mit Binoansatz wird, das kannst nur Du allein entscheiden.

Frank.
 
Herr Schäfer,

Ich habe von Wolfi ein 15*70 TS Fernglas bestellt. Im moment ist die sache erledigt, mal sehen was es leistet im Deep Sky bereich. Aber auf jeden fall ich warte es mit ungeduld und freue mich.

Mit freundlichem Grüßen

Cihan
 
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