Fernglas-Aufhängung

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Hartmut Rainer

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Im Oktober 2022 habe ich einen Thread gestartet zum Thema Fernglasmontierung, weil ich nicht weiterkam mit meinen Stativvarianten, und das schon bei einem TS Optics 20x80T.

https://forum.astronomie.de/threads/fernglas-mit-stativ-problemen.333063/page-2

Da habe ich sehr viele tolle Anregungen bekommen, vom Kinderschlauchboot (Liegesitz mit Ellbogenstütze) bis zur selbstgebauten Parallelogramm-Montierung. Seitdem habe ich vieles davon ausprobiert und für mich die Lösung gefunden, die mich am meisten zufrieden stellt, wenn ich keine Fotos machen möchte: Die Fernglasaufhängung mit Gegengewicht. Ich benutze die jetzt vor allem mit einem APM 20x110 (5,6 kg).

Fernglasaufhaengung.jpg


Man braucht zwei Aufhängepunkte, zwei Umlenkrollen, ein Seil, ein Gegengewicht und einige Haken/Karabinerhaken. Wenn das Gegengewicht (ich benutze einen Wasserbeutel) gut austariert ist, hängt das Fernglas gleichsam schwerelos im Raum, fast vollständig frei bewegbar/auszurichten bis in die Zenitnähe mit geringstem Kraftaufwand.

Der Phantasie sind für die zwei Aufhängepunkte keine Grenzen gesetzt, ich habe schon einen Deckenbalken in meiner Loggia, einen T-Galgen im Außenbereich, ein Stativ mit Fotogalgen und einen Hängesesselständer (Foto) verwendet. Die Kinderschaukel im Garten kann auch herhalten oder ein ausladender Ast am Waldrand.

Weitere Bauerklärungen und Beispiele findet ihr im Kapitel 3.2 auf meiner Website
https://www.amateur-teleskope-astronomie.de
 

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Eine sehr coole Idee!

Damit bekommt man das Glas ganz sicher sehr genau gewichtslos.
Aber wie ist es mit dem ruhig halten?
Jedes Stativ oder Parallelogramm schränkt ja auch die Bewegunsgfreiheit ein und stabilisiert das Glas dadurch.
Hier kann es sich ja immer noch frei in alle Richtungen bewegen.
Kann man das durchs Handhalten komplett ausgleichen?

Ich hatte auch schon mit Fernglashalterungen von Oben experimentiert, allerdings mit hydraulischen Stangenelementen.
Das war nicht sehr erfolgreich.

Grüße Jochen
 
Mit (mindestens) drei einzelnen Strängen und jeweiligen Gewichten sollte eine halbwegs stabile und freihändige Ausrichtung möglich sein?
 
Dann werden aber Schwenks wieder schwierig, es müsste sich dann wie beim Parallelogramm der komplette Galgen mitbewegen.

Mir gefällt die Idee nur das Gewicht zu kompensieren, ähnlich wie beim Einbeinstativ.

Grüße Jochen
 
Hallo Jochen, bei den ersten Versuchen war ich eher frustriert wegen des Wackelpuddings, aber inzwischen habe ich das ruhige Halten raus, es ist eine Kombination aus Glas an den Augenhöhlen stützen (Augenmuscheln ausgeklappt, ohne Brille) und mit den Händen halten. Im Unterschied zum Einbeinstativ, was ich auch ausprobiert habe, kommt mir nichts in die Quere. Was auch das Problem bei Parallelogrammmontierungen für mich ist. Bei höheren Vergrößerungen als 20 sehe ich Probleme, weshalb ich auch nicht das 40x110 gewählt habe (mal abgesehen von der kleinen AP).

Hallo Markus, probier das mal aus mit mehreren Strängen und poste ein Foto, wenn das klappt, ich kann mir das nicht so richtig vorstellen, die Stränge müssten ja an verschiedenen Stellen am Glas ansetzen und durch den einen Ansatz vorne, den ich gewählt habe, hab ich schon eine Grundneigung in gewünschter Richtung erreicht.

CS
Hartmut
 
Hallo Hartmut,
werde ich machen. Dein Konzept entspricht ja grundsätzlich den Kameraaufhängungen (z.B. Flycam Flowline).
Was ich bislang mit dem vorhandenen Material daheim aufgehängt habe sieht man im beigefügten Foto. Das 20er Glas ist meines Erachtens aber ein wenig zu schwer für dieses Konstrukt.
 

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Hallo Markus, danke für das Bild. Mit Stangen und Kugelköpfen habe ich lange rumprobiert, von der Seite, mit Gelenken von oben, viele Varianten, da kam mir immer was in die Quere beim Betrachten, oder die Scher- und Hebelkräfte haben das Glas im entscheidenden Moment kippen lassen. So kam ich zur Seilaufhängung mit Gegengewicht, da kommt mir nichts in die Quere, höchstens mal das Gegengewicht in den Nacken, wenn ich ungünstig sitze.

Es ist wohl so, beides kann man nicht haben, optimale Flexibilität/Freiheit und stabiles Bild. Ich hab mich für die Flexibilität beim Fernglas entschieden. Wenn ichs mal starr haben möchte und mit Nachführung, nehme ich fürs Glas die Reisemontierung GTiX von Skywatcher. Aber meist, vor allem bei den kurzen Wolkenfenstern zur Zeit, schätze ich die Flexibilität höher ein. Ich bin leidenschaftlicher Starhopper ...

Gruß - Hartmut
 
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