Fernglas für Einsteigerin

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

dstern

Neues Mitglied
Hallo Ihr Sternengucker,

habe mir jetzt mal einige Ferngläser angeschaut u. komme überhaupt nicht klar mit den verschiedenen Eigenschaften. Villeicht hat ja jemand lust, bei dem vielen Schnee da draußen, mir das Wichtigste zu erklären?!

Grüße Daniela
 
Hi,

okay, ich sitze hier ebenfalls staunend vor dem Fenster und kann den ersten wirklichen Schnee seit Jahren nicht fassen.

Hier meine kurze Fernglaseinführung:

Auf den Ferngläsern stehen meistens zwei Zahlen, z.B. 10 x 50.

Die erste Zahl gibt die Vergrößerung an, hier 10-fach, die zweite den Durchmesser der beiden Objektive in mm, also hier hat jedes der beiden Objektive 50mm Durchmesser.

Und dann gibt es noch irgendwo versteckt eine Angabe zum Sehfeld. Da könnte z.B. stehen 130m auf 1.000m. Das bedeutet, in 1.000 Metern Entfernung kann man einen Gegenstand mit der Breite von 130 Metern vollständig ins Gesichtsfeld bringen. Man kann das auch in Grad umrechnen, ist aber erst mal nicht so wichtig.

Tja, das wärs, ohne direkt zu ausführlich werden zu wollen.

Ein 8 x 50 Glas wäre vermutlich optimal für die Freihandbeobachtung, für höhere Vergrößerungen und Objektivdurchmesser brauchst Du dann schon ein Stativ. Aber mit 8 x 50 kann man schon sehr viel sehen, mehr als viele Leute mit ihren 8" Dobs jemals gesehen haben.

Ausfühlicher über einzelne Marken und Preise kann man sich z.B. dort informieren.

Hier bei a.de gibts übrigens auch eine Fernglaseinführung, verfasst von Frank Schäfer(?).

Viele Grüße
Andreas
 
Hi Daniela,
noch ne Ergänzung zu Andreas. Es gibt 2 verschiedene Typen von Ferngläsern.
Zum einen die "winkeligen", die sog. Porrogläser und die mit den graden "Tuben" - die Dachkantgläser.
Wichtig ist m.E. das Sehfeld, welches nicht zu klein gewählt werden soll, damit der Vorteil der Ferngläser nicht verloren geht. Ebenso sollte das Glas nicht zu schwer sein, wenn Du freihändig beobachten willst. 10x50 wäre hier für freihändig das Maximum.
Der Augenabstand sollte nicht zu gering sein. Das ist besonders für Brillenträger wichtig.
Am besten beobachten läßt es sich meines Erachtens in einer Gartenliege, sofern kein Stativ vorhanden ist.
Ich hoffe das hilft Dir etwas weiter für den Anfang.
CS
 
Hallo Daniela,

von den 8x50 Gläsern gibt es nicht so viele; Du solltest auch 8x40 Gläser in Betracht ziehen, ideales Allround-Glas, da leistungsfähig und noch relativ klein und davon gibt es genug, auch z.B. bei ebay;
Gruss Rolf
 
Hallo, für den Anfang nimmst du ein Glas der Größen 7x50, 10x50, oder evtl. auch 8x56 bzw. 9x63, welche aber schon recht groß und schwer werden. 8x40 wäre ein Kompromiss, wenn du am Anfang nicht so viel Geld investieren willst. Damit sieht man schon mehr als mit dem nackten Auge. Es gibt auch einige sehr feine (und teure) 7x42-Gläser, die meist den Vorteil haben ein sehr großes Sehfeld zu erfassen. Alles darunter, wie z.B. 8x30 bringt meiner Ansicht nach am Nachthimmel so wenig Vorteile, dass man so ein kleines Glas nicht für astronomische Beobachtungen einsetzen sollte (hängt aber auch ein wenig von den Bedingungen [aufgehellter Himmel] ab). Je höher die Vergrößerung, desto schwieriger wird die freihändige Beobachtung. Meine "Grenzvergrößerung" freihändig ist maximal 8- bis 9-fach. Mit höhervergrößernden Gläsern, z.B. einem 10x50 sehe ich dann nicht unbedingt mehr als mit meinem 7x50. Diese Grenzvergrößerung muss jeder für sich selbst ausprobieren. Für die höhervergrößernden Gläser hilft dann nur noch ein Stativ. Wenn die Sache Spaß macht kommt dann schnell ein Großfernglas hinzu, z.B. 10x70, 15x70, 11x80, 20x80 etc. Das geht sinnvoll aber alles nur noch mit Stativ oder einer anderen Feststellvorrichtung.
 
Hallo Daniela,

da die Kommentare bisher leider zum Teil aussehen, als ob die Verfasser aus eigener schlechter Erfahrung mit anderen
Gläsern Empfehlungen für Gläser, die sie nicht kennen, abgeben, möchte ich Dir die homepage von Frank Schäfer
mal nahelegen (siehe hier im Forum) und aus meiner Erfahrung sagen:

es ist eigentlich vor allem eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen:

maximales Gesichtsfeld bringt ein Weitwinkelglas 7x35 mit ca. 9,3° realem Sehfeld. Das entspricht etwa dem
üblichen Sehverhalten bei Konzentration auf die Ferne und führt zu optimalem Finden aller Objekte -
Anpeilen - Fernglas vor die Augen - drin. Auch zum Kennenlernen der Sternbilder mit schwächeren Sternen
ist das optimal. Frank ist ein Fan von 8x40, die es leider selten als Weitwinkelgläser gibt und die dann so
etwa 1-2° weniger haben als die 7x35er. Ein 7x35 mit Naheinstellmöglichkeit ca. 3m ist ein fast optimales
Allroundglas (auch für Vögel, Schmetterlinge etc.) leider gibt es da zur Zeit nur das Olympus DPSR
(habe ich und finde ich immer noch sehr gut - bzw DPS 1 mit asphärischer Linse, das ich nicht kenne)
und das Minolta Activa, das ich nicht kenne. Olympus so 65-80€ im Internet, Minolta mindestens das
Doppelte (mit bessrer Technik, ob man das auch sieht weiß ich nicht). Angucken Olympus DPSR bei
Pro Markt (jetzt Makro Markt).

maximales Finden von speziell Messier Objekten (vor allem Sternhaufen) freihändig bringt eher ein 10x50
(auch hier muß es ein Weitwinkel sein mit so 6,5° realem Gesichtsfeld). Hier ist wohl neben dem (technisch
eher etwas rückständigen) Olympus DPSR das Nikon Action VII zu empfehlen (zur Zeit bei Karstadt 100€).
Das 10x50 ist kein allroundGlas - es ist groß und sperrig und bringt bei Tag nicht viel Rechtfertigung dafür.

Als moderner "Hochleistungskompromiß" für Leute, denen 350€ keine Probleme machen, würde ich heute
auch das Canon 10x30 IS empfehlen, das (bis auf nicht existente Wasserdichtigkeit und fehlenden Nahbereich)
eines der besten Ferngläser ist, die man so bekommen kann (mit Stabilisator d.h. freihänig jedem anderen
Glas überlegen)

Was teureres würde ich am Anfang auf keinen Fall kaufen, bis Du weißt welche Größe Du hauptsächlich brauchst!

Gruß
 
Hallo

Deine Argumente kann ich gut verstehen.
Ein handliches Fernglas ist sicher nicht sehr schwer und Handlichkeit ist doch sehr wichtig für entspanntes Beobachten. Ein Stativ hilft in jedem Fall.
Hinzu kommt, dass die Geschmächer verschieden sind. Dem einen liegt das ein besser als dem anderen. Deswegen erachte ich es als wichtig ein Fernglas auch zu testen und es auch mit anderen zu vergleichen.
Ich selbst würde jedoch nicht ein grosser Unterschied zwischen 42, 50 und 56 mm machen. Die Unterschiede sind von der Abmessung her gering und auch im Kostenfaktor kaum entscheiden. Ich selbst beobachte lieber mit einem etwas grösseren Vergrösserung und denke 10 fach lässt sich noch von Hand halten, jedoch muss man sich bewusst sein, dass eine Ermüdung dann doch schneller Eintritt.
Um das ideale Fernglas zu bestimmen denke ich, gibt es keine generelle Regel. Vielmehr ist es möglich durch Quervergleiche das passende Glas zu finden. Da gibt es individuelle Vorlieben wie Vergrösserung, Lichtsammelvermögen, Preis, Handling oder auch Gewicht.
Für meine Freundin und mir stellte sich ein 10x50 Fernglas von Minolta damals als beste Lösung ein, mit einem sinnvollen Kompromiss obiger Faktoren.

Viele Grüsse

Thomas Knoblauch
 
Hallo Thomas,

auch ich empfinde das 10x50 Porro als idealen Kompromiß für Astro und freihändig, natürlich kann man auf Stativ dann mit noch größeren/schwereren Gläsern auch nochmal deutlich mehr sehen - die Frage ist eigentlich eher
" was will ich eigentlich sehen?" Falls die übliche Antwort lautet "alle Messier Objekte" würde ich wohl sagen, daß man an optimalem Standort (Südeuropa bis Nordafrika) mit einem 10x50 wahrscheinlich alles sieht, daß aber bei uns wohl nicht alles geht. Da bereits das 10x50 eigentlich ein fast reines Astro- und Nachtglas ist, kann man dann auch gleich aufs Stativ gehen und ein 20x60 Tento nehmen - das zeigt dann nochmal deutlich mehr. Und für noch mehr gibt es dann die Teleskope. Aber es gibt auch die 40er Dachkantgläser für "immer dabei", die sind gegenüber den 50er und 60er Gläsern mit ca, 600-800g noch sehr universell einsetzbar und zeigen schon das meiste, was auch die "großen" zeigen.
Da das Kennenlernen des Himmels und der Sternbilder aber für den Anfänger das Wichtigste ist und 2-3 Jahre
dauert würde ich da auch für ein 7x35 oder 8x40 WW Porro viele Argumente sehen! (inclusive der Nutzung für normale Naturbeobachtung)

Gruß
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben