Hallo,
ich hab zwar keins dieser neuerdings in digitaler Version genauso unbrauchbaren Teile wie früher in analog,
(zur Zeit ist z.B. das Pentax Digibino bei Media Markt zum Schleuderpreis. Wer jetzt denkt: Pentax= renommierter
Hersteller von Ferngläsern und Digikameras sollte sich als erstes mal überlegen was sowas dann kosten müßte:
zur Zeit Pentax Digiknipse ca. 300-500€ und Fernglas guter Qualität 200€ - und die Kombi ist unter 100€)
aber das Problem ist technisch sogar noch viel größer:
1) ist ein 10fach Fernglas je nach Größe des Chips mindestens mit einem 300er Tele vergleichbar, und da
ist das wackelfreie Halten schon nur noch bei Belichtungszeiten um 1/300 s und kürzer halbwegs möglich
(über die äquivalenten Brennweiten bei kleineren Chips können es auch etwas weniger sein, aber wohl
nie unter 1/100 s für 100mm), dafür reicht das Licht meist nur in praller Sonne für die kleine Öffnung der Optik
(Fernglasöffnung ist nämlich auch noch meist viel größer als die der Kamera).
2) Kann man mit den blöden "Vollautomatiken" die in den Geräten eingebaut sind sowieso nicht sehen oder
gar beeinflussen, was die Kamera gerade macht - dadurch sind dann alle Aufnahmen gegen den Himmel oder
mit dunklem Hintergrund sowieso geschrottet, zusätzlich den verwackelten. Voraussetzung für gute
langbrennweitige Aufnahmen ist also unbedingt die Möglichkeit voll manueller Belichtungs- (und für Astro-
und ähnlich autofokusfeindliche Themen Entfernungs-) einstellung!!!
3) ist gerade für Teleaufnahmen die Qualität des Autofokus absolut entscheidend (jetzt könnte man zwar
annehmen, daß der beim Fernglas manuell eingestellte Fokus der eigentliche Vorteil dieser Systeme ist-
aber was die eingebaute Digikamera sieht, sieht man ja selbst nicht wirklich und je nach Blende kann die Schärfe
des mit dem Auge noch gut scharf sichtbaren Bereichs von dem was die Kamera noch scharf sieht ziemlich
differieren! Und die individuelle Fehlsichtigkeit kann die Kamera auch nicht nachvollziehen - es fehlt nämlich
normalerweise eine Abgleichmöglichkeit der Entfernungseinstellung von Fernglas und Kamera)
Meine Meinung: alles in allem Schrott schlimmster Unbrauchbarkeit! Schnell wieder verkaufen (e-bay)
Wenn Du wirklich Digitalfotos mit "Fernglasbrennweite" aus der Hand machen willst, schaff Dir eine Digikamera
mit langem Zoom und Stabilisator an (unbedingt erforderlich!!!), ich hab die Olympus 2100UZ und bin auch nach
3 Jahren immer wieder begeistert über die Qualität der Aufnahmen mit langem Tele bei schwachem Licht aus der
Hand. Da es die aber nur noch gebraucht gibt (ebenso wie die optisch baugleiche Canon IS) kommen heute nur
noch (neu) die Panasonic LumixFZ2 (zur Zeit für absolut verschenkte 285€ bei
www.directshopper.de )und die
Minolta A1 in Frage, alle anderen haben den absolut unersetzlichen Stabi nicht drin und liefern daher
nur vom Stativ oder bei kürzesten Belichtungszeiten scharfe Bilder! Ob der Stabi bei der Lumix wirklich gut ist,
weiß ich allerdings auch nicht - bei der Olympus 2100UZ kann man 1/10s noch mit der längsten Brennweite
von (KB-Äquivalent) 400mm ohne Probleme machen!!! (nur Objekte, die sich bewegen, werden dabei halt
natürlich trotzdem unscharf). Die Pixelanzahl ist dagegen nicht so entscheidend (Minimum sollte aber 2Mega sein).
Gruß