Fernglas mit Stickstofffüllung

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Ein Hallo an und ein Hallo an alle Techniker,

es gibt ja die guten Ferngläser und Okulare mit Stickstofffüllung.
Als alter Techniker kann ich mir nicht vorstellen, das die Stickstofffüllung nach Jahren noch vorhanden sein kann.
Hat jemand damit Erfahrungen? Als Laie sieht man ja nicht unbedingt, das sich die Füllung verabschiedet hat.

Schöne Nächte
Björn

 
Die Annahme ist völlig korrekt, selbstverständlich geht die reine Stickstoffbefüllung irgendwann in eine "Normalatmospähre" über. Wie schnell das passiert? Gute Frage, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass das jemand systematisch misst. Wichtig ist eher, dass man die Befüllung wieder auffrischen kann - und die ensprechenden Ferngläser dann auch über dafür verwendbare Anschlussmöglichkeiten verfügen.
Wo Ferngläser regelmäßig gewartet werden (sei es bei entsprechenden Herstellern oder Entanwendern), da gibt es natürlich auch entsprechende Möglichkeiten.

Gilt natürlich auch für stickstoffbefüllte Okulare, auch da hält die Befüllung nur begrenzte Zeit.

Gruß,
Stefan Korth
 
Hallo,

gibt es denn ausgesprochene Vorteile der Befüllung eines Fernglases mit Stickstoff? Pilzbildung? Was könnte es noch sein?
Ich glaube, mein Fernglas war auch mit Stickstoff gefüllt, aber einen Nachfüllstutzen hat es nicht. Vielleicht wird es auch in Stickstoff-Atmosphäre montiert. Das eigentümliche Bild von Monteuren in Taucheranzügen entsteht...

Grüße

*entfernt*
 
Hallo,

mir ist es noch nie vorgekommen, dass meine gut 30 Jahre alten nicht gefüllten und nicht gedichteten Ferngläser von innen beschlagen wären.
Zwei meiner ganz alten Zeiss-Gläser von 1916 hatten dann im Laufe der Jahre etwas trüben Belag auf den Prismen. Das ließ sich aber putzen.

Mein Zeiss Design Selection 10x25 (gedichtet) hatte auf einer Seite eine Trübung des Prismensatzes erlitten.
Das wurde aber im Rahmen der Garantie behoben. Nach Aussage des Zeiss Kundendienstes handelte es sich um Klebstoffausdünstungen.

Wer weiß, wenn es nicht gedichtet wäre, wäre vielleicht der Dunst ausgelüftet? :smiley61:

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo Björn,

das Thema ist hierzulande relativ, anderswo als absolut zu betrachten.
Auch teils überbewertet, teils auch unterschätzt.
Was nun?

Hier ein interessanter recht fundierter Beitrag:

Jülich Forum

Wenngleich auch das Nichtvorhandensein von Pilz, Belag oder sonstiges von Besitzern nicht gefüllter Gläser aufgeführt ist, heißt das in meinen Augen nur, bei jenen ist es bisher nicht aufgetreten. Was ja auch zu begrüßen ist.

Das heißt aber auch, niemand von uns kennt die Umgebungsbedingungen, auf denen sich solche Aussagen stützen.

ICH kann dir nur berichten, da ich gerade im Urlaub beispielsweise sehr viele Observatorien besuche, diese oft mit Seilbahnen oder anderen Zubringern erreiche: Die Höhenunterschiede, die damit verbundenen zeitlich komprimierten sich ändernden Druck,-Temp und Feuchtewerte können (gerade bei der Rückreise auf 0m ü. NN) dein FG schneller von innen "versauen" als dir lieb ist.

Und in Tropengebiete ist für mich ein umgedichtetes optisches Instrument unbrauchbar.

Ferner beobachte ich hierzulande sehr viel Natur, egal bei welchem Wetter. Bei oder nach starkem, oder leicht langanhaltenden Nieselregen beträgt die X-Sättigung = 100%. Ebenso ist auch hier ein FG ohne Wasserdichtigkeit und Stickstofffüllung für mich aßen vor.

Soll heißen, seitens des Anwender und der/seiner Anwendung ist der Sachverhalt zu bewerten.

 
Was mögliche Undichtigkeiten betrifft: Das gemeine daran ist, dass sie sowohl von alternden Dichtelementen als auch vom Fernglaskorpusmaterial herrühren können. Gerade Magnesiumgehäuse sollen da anfälliger sein als Aluminium.
Aber eigentlich...Nebensache, in der Tat ist das Thema in europäischen Klimazonen nicht stressig, eher in den Tropen. Kuriosum am Rande: Ich habe tatsächlich mehr verschimmelte "mitteleuropäische" Refraktoroptiken als Fernglasoptiken gesehen - sind wohl triefnass nach dem Beobachten direkt "druckverdeckelt" worden? Waren nicht viele, aber trotzdem...
Wie auch immer, sehe die Eingangsfrage als beantwortet, war vielleicht eher (nicht abwertend gemeint) akademisch? Der Hinweis auf´s Jülich-Forum ist für die Zusammenfassung, auch wenn man sich da wie üblich beim Querlesen durch die üblichen verbalen Hormonauswüchse einlassen muss.

Stefan Korth
 
Hallo,

danke für die vielen Info´s. Mein Fazit:
Also für unsere Breiten ist eine Sickstofffüllung, bei "normalem Umgang" mit der Optik und der Feuchtigkeit nicht notwendig. Klar Nieselregen und starke Vereisung sind etwas anderes.

Na dann klare Nächte
Björn

Ps.: Bei dem heutigen Wetter benötige ich auch eine Stickstofffülung gegen Feuchtigkeit ;)

 
Im Prinzip richtig, aber wie Holger Merlitz auch anmerkt - hauptsächlich die Dichtungen sind für die praktisch stattfindende Diffusion zuständig. Die altern natürlich, aber ok, da setzt es auch bei mir aus, keine Ahnung wie sich der Alterungsprozess quantitativ darstellen lässt.
Was bleibt, ist die Kernaussage: Die Schutzgasfüllung verschwindet mit der Zeit. Aber die meisten merken es nicht...

Stefan Korth
 
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