Fernglas-Mitteltrieb zerlegen (Bresser Hunter 10x50)

Frickelbruder

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Hab mir gerade zum Angeln ein Bresser Hunter 10x50 geschossen, die Justierschrauben gefunden sowie schon mal grob eingestellt. Absolut unakzeptabel ist für mich aber noch die wacklige Okularbrücke. Also die okularseitige Abdeckung am Mitteltrieb ab, die Brückenarme gelöst, den Gummi vom Fokustrieb runter, die darunter zum Vorschein kommende Führungsschraube aus dem Zapfen rausgedreht und diesen rausgezogen.

Bresser Hunter 10x50_small.jpg


Überraschung: der Spritzguss-Zapfen hat gefühlt einen halben Millimeter Untermaß in der Hülse, in der es gleiten soll (eine grobe Messung sagt 0.3mm). Kein Wunder, dass das wackelt wie [zensiert]. Da hilft auch das etwas höherviskose Fett nix.

Um da jetzt weiter dran rumzufrickeln(TM) und dabei nicht immer das ganze Glas in der Hand zu haben, würde ich gern die Hülse ausbauen. Nur sehe ich nicht, wie ich die raus bekomme. Auf dem zweiten Bild ist zu sehen, dass die Schlitze in der Hülse vermutlich nicht für ein Drehwerkzeug vorgesehen sind, denn in dem sichtbaren Schlitz befindet sich ein kleiner Zapfen, der da als Verdrehsicherung dienen dürfte. Also Hülse rausdrehen ist wohl nicht. Das Stativgewinde hab ich auch rausgeschraubt, aber da ist nichts zu sehen, was hier weiter helfen würde. Wurde die Mitteltriebs-Hülse einfach eingepresst???

Verdrehsicherungszapfen_small.jpg


Ich bedanke mich schon mal für Eure Tipps und Erfahrungen
Ralph

Der Vollständigkeit wegen: gleiche Frage bei den Jülichs unter Bresser Hunter Porro Horror: Mitteltrieb zerlegen bisher ohne Ergebnis.
 
Schade dass niemand mitgelesen hat, der mal so ein Teil zerlegt hat. Aber so isses halt - das Leben ist eins der härtesten :LOL:
Also mit langsam steigender Gewalt weitergemacht...

Zunächst die Stativgewindeaufnahme nicht ganz bis zum Anschlag wieder eingeschraubt und mit sanften, harten Schlägen draufgeschlagen - in der Hoffnung, dass sich die Hülse bewegt. Hat sie auch, aber nur soviel, dass nun "oben" (da wo die Schlitze und der Verdrehsicherungsbolzen sind) an einer Seite vielleicht 0.1mm Luft war. Dann nix mehr. Dafür hat nun irgendwas beim Schütteln des Glases geklappert o_O

Na gut, dann eben den Verdrehsicherungsbolzen weggeschliffen. Mit dem Dremel selbstverständlich. Getreu meinem Leitspruch:
Wenn's nicht gedremelt ist, taugt's nix!

Bresser Hunter - Tag 02_01 - Verdrehsicherungszapfen abgeschliffen.jpg


Ja, das Bild habe ich erst gemacht, als ich die Hülse schon gelöst hatte. Und zwar mit einem 13er Maulschlüssel aus Dünnblech, welches ich noch ein wenig dünner geschliffen habe, damit er in die Schlitze passt, mein Linsen-Ring-Schlüssel war mir zu schade dafür:

Bresser Hunter - Tag 02_02 - 13mm Maulschlüssel.jpg


Nach einigem Drehen ohne dass die Hülse rauskam war klar: da ist kein Gewinde. Also von "unten" mit 'nem Holzblock gegen die Stativaufnahme gedrückt und mit dem Schlüssel oben hin und her gedreht. Und sie ergab sich doch...

Bresser Hunter - Tag 02_03 - Gesamtansicht nach Entfernung der Hülse.jpg


Außen war die Hülse großzügig mit dem gleichen Fett versehen, dass auch innen drin war. Den Drehknopf konnte ich nun einfach seitlich herausziehen. Man erkennt innen den Schraubengang, in dem die Führungsschraube des Zapfens gleitet. Auch an den Gelenkflächen zwischen den beiden Tuben wurde das gleiche Fett verwendet. Die beiden Tuben ließen sich nun einfach auseinanderziehen:

Bresser Hunter - Tag 02_04 - Gelenk (getrennt).jpg


Oben und unten je eine Passscheibe, aber nichts, was nach einer Federung aussieht, die eine konstante Andruckkraft herstellen würde. Die - meines Erachtens für den Gebrauch recht gelungene - Leicht-/Schwergängigkeit des Gelenks wird also vermutlich vor allem durch die Viskosität des Fetts bewirkt.

Übrigens: das Klappern ist verschwunden! Da hab ich wohl beim Schütteln den Zapfen in der Hülse stecken gehabt (alles entfettet) und gedacht, da hätte sich innen irgendwie ein Prisma gelöst. Schön, dass sich das erledigt hat, das erspart einiges an Fummelei und 'nen Hobbytag beim Justieren.

So, für heute war es das erstmal. Wenn/falls ich das Spiel zwischen Zapfen und Hülse in den Griff bekommen habe, gibt es noch 'ne Fortsetzung ;)
 
Na gut, dann eben den Verdrehsicherungsbolzen weggeschliffen.
Hey Ralph!

Gräme Dich nicht. Als ich das zweite Bild gesehen habe, dachte ich an exakt dieselbe technische Lösung wie Du: Zapfen weg (ich hatte eine Madenschraube auf dem Schrim) und die geschlitzte Scheibe nach oben rausdrehen.
Ich habe mich nur nicht getraut, Dir das ohne jeden eigenen Plan aus der Ferne vorzuschlagen. Zum Glück!

Schöne Grüße,
Urs
 
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