Fernglas oder kleines Scope?

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Florian_Krug

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Hallo Astro-Freunde!
Hab vor knapp einem halben Jahr mein Teleskop verkauft (EQ-6 und 8" Newton), da ich das Geld für mein Studium brauchte. Doch so ganz aufgeben will ich das Hobby nicht. Möchte mir deshalb ein (Groß-)Fernglas (hätte an soetwas wie http://www.teleskop-service.de/Fernglas/Fernglas/TS20100/TS20100.htm von TS gedacht) oder ein kleines, nicht all zu teures Teleskop (evtl. Dobson) zulegen. Die Gerätschaft sollte rasch aufzubauen und die bekannten Deep-Sky Objekte (Orionnebel etc.) zu sehen sein. Da ich nach wie vor studiere, sollte der Preis erschwinglich sein - sprich so um die 400,- EUR sind drinnen. Da ich mit Ferngläsern bisher noch gar nichts zu tun hatte, würde ich mich über viele Antworten, Empfehlungen etc. freuen!

Flo
 
Hi Flo,
eine übelegenswerte Alternative ist das Chinamännchen,
ein Skywatcher FH 70/500 auf Altaz.3 Montierung mit Alustativ.
Kostet z.Zt. beim Fernrohrland 149 Euro incl. 2 Okulare
10mm +25mm +Amiciprisma.
Vorteil: Vergrösserungswechsel möglich,
Beobachtung von Sonne, Mond und Planeten eingeschränkt möglich.
Optik ganz gut, das Okular 25mm +Amiciprisma haben bescheidene Qualität,
aber es sind ja dann noch 250 Euronen für sinnvolles und hochwertgeres Zubehör vorhanden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> .
Das Ganze wiegt unter 5kg und ist auch in einer Tasche durchaus mit einem Fahrrad transportabel.
Ich hab mir eines geholt, es ist nun mein Schnellspechtelscope im Garten.
Es gibt Leute die haben sich ein Bino damit gebaut, ein 2ter Tubus kostet 49 Euro!

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de
 
Danke für die Antwort. Das mit dem zweiten Tubus für Bino wär' schon interessant, doch denke ich, dass - wie du schon gesagt hast - die Qualität ziemlich mieß ist (sprich: man sieht nur das "notwendigste") und man für's Auf- und Abbauen doch mal schnell 20 Minuten brauchen könnte. Gut: 20 Minuten sind für den Ein oder Anderen nicht die Welt, doch ich bin eher ein spontaner Typ, der mal schnell rausgeht, kurz zu Saturn & Co. "Moin" sagt und dann wieder abbaut. Sprich: 10 Minuten maximale Aufbauzeit! Des Weiteren will ich unbedingt mal mit beiden Augen durch's Röhrchen schaun, Bino will ich also unbedingt. Bei einem Teleskop in der Preisklasse bis 400,- € weiß ich nicht, ob sich eine Zubehör rentiert, welche 1/4 (oder gar mehr) des Teleskop-Preises entspricht. Oder wie sieht's aus, z. B. bei den GSO-Dobsons? Die sind nicht recht teuer und sollen auch qualitativ nicht schlecht sein. Bei achromatischen Refraktoren bin ich überfragt, was es mit dem Farbfehler auf sich hat (bin Spiegel-Fan *G*). Wie gesagt: entweder Dobson/Spiegel mit Binokularanschluss oder ein Großfernglas. Mich interessiert: was ist sinnvoller (unter Berücksichtigung meiner Anforderungen)?
Freu' mich auf weitere Antworten!

Flo
 
Hallo Flo,
ich habe nicht geschrieben, daß die Optik ziemlich mies ist!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Lediglich teilweise das mitgelieferte Zubehör.
Mit ordentlichen Okularen und einem guten Zenithspiegel/Amiciprisma funzt dieses Röhrchen hervorragend,
sonst würde ich es Dir nicht empfehlen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Zum Aufbauen brauche ich gar keine Zeit, weil ich das Scope
am Stück incl. Monti und Stativ unter den Arm klemmen kann.

PS: Gutes Zubehör kostet oft genauso viel oder mehr als ein Teleskop,
und ist sinnvoll angelegtes Geld.

Der Wunsch Dobson +Binoansatz+ Okulare dazu ,lässt sich mit 400 Euro nicht realisiseren.

Dann kauf Dir besser ein gutes Fernglas.

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de

 
Hallo Florian!

10 Minuten fürs auf- und abbauen? Da kannst Du alles oberhalb 80mm Öffnung schon mal vergessen, denn die Optik braucht schon länger für die Temperaturanpassung.

Ich bin ansonsten der Meinung, dass man bei 400.- Euro Maximalbudget kein besseres Gesamtsystem als einen 6" Dobson kaufen kann. Nach Kauf auf Gurkenhaftigkeit prüfen. Ist die optik okay, hast du ein richtig gutes Scope, mit dem man schon was anfangen kann. Einen Binoansatz kann man später dann immer noch dazukaufen.

Den von Gerd vorgeschlagenen Chinachromaten würde ich mir nicht kaufen. Einsetzen würde ich den nur für Großfeldbeobachtungen.

Wenn du einen guten Refraktor willst, dann empfehle ich den Orion 80ED. Der ist dann aber mit einer ordentlichen Monti im Bereich von 1000.- Euro. Ausserdem zeigt er selbst mit perfekter Optikqualität öffnungsbedingt wesentlich weniger als ein guter 6" Dobson.


Gruß Harald
 
Hallo Flo,

zur Qualität des TS 20x100 Fernglases kann ich nix sagen, ich habe nur das TS 15x70 auf Fotostativ. Diese Kombination empfinde ich als unbefriedigend.
a)Bei Objekten in größerer Höhe wird der Einblick durch das geradsichtige Fernglas schnell seeehr unbequem.
b) Ich vermisse die Möglichkeit zur Feineinstellung, das finde ich beim Aufsuchen u. Nachführen recht hinderlich.
c) Bei bei meinem ( preiswerten )Fotostativ ist es so, daß nach dem Festklemmen das Fernglas noch ein kleines Stück nach unten absackt. Das nervt.

Leider haben mir diese Mängel sehr schnell die Freude an dem Fernglas verdorben, es steht meist ungenutzt in der Ecke. M.E. sollte man beim Kauf eines Großfernglases auch die Kosten einer guten Montierung einkalkulieren. Ein preiswertes Fotostativ, auch wenn "professionell" draufsteht, zähle ich da nicht dazu. Ein Großfernglas alleine macht noch nicht glücklich, habe ich feststellen müssen.

Für die Planetenbeobachtung, Du hast dies erwähnt, ist ein Fernglas nicht geeignet ( und auch nicht gedacht ). 20xVergrößerung sind hier einfach zu wenig.

Da bei einem Budget von ca. 400 EU die oben genannten Nachteile bei der Montierung kaum zu umgehen sind, halte ich in der gegeben Situation die Anschaffung eines kleinen Scopes für sinnvoller.

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty

 
Danke für eure Antworten! Das sind wirklich Argumente, die mich davon überzeugt haben, von einem Fernglas eher Abstand zu nehmen.
Ich denke auch, dass ich enttäuscht sein würde, wenn ich das erste mal durchschau' - bin ja einen 200/1000 Newton gewöhnt. War ein wirklich geiles Teil, problem war bei mir eben die Aufbauzeit.
Zum Argument "Auskühlzeit braucht das Gerät ja auch": stimmt, das ist mir klar! ABER das zähle ich nicht zur Aufbauzeit, da ich das Gerät in eine Hütte stellen kann, in welcher ohnehin Aussentemperatur-Bedingungen herrschen (ja, ich weiß: im Sommer wird's heiß - aber man kann in der Hütte kühlen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ).
Zu meinem Budget sei noch angemerkt: sollte das gute Stück (welches es auch immer sein wird) 200,- € mehr kosten, wärs auch nicht so tragisch (dann leb' ich halt mal ein bischen auf Spar-Flamme <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ).
Ich bin eh schon fast sicher, was ich mir zulegen werde: den GSO Dobson 200 von TS (http://www.teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Dobsons/dobson.htm#CLD8). Hab' einen Bericht gelesen, in welchem geschrieben wurde, dass das Preis-Leistungsverhältnis spitze ist, man also das Maximale für den Betrag erhält. An der Optik hab' ich keine Zweifel: war mit meinem 8" Skywatcher sehr zufrieden und ich denke, dass GSO durchaus vergleichbar ist (oder?). Lediglich die Rocker Box soll evtl. nicht so der Hammer sein - aber Mann bastelt ja gerne <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Sollten - wie beim Fernglas auch schon - Argumente gegen den Dobson vorliegen bzw. jemand anders mir eine gute Empfehlung geben können: ich bin noch für alles offen und freue mich über Eure Unterstützung!

Flo

PS: angenommen, das Budget ist nach oben hin offen (OK, sollte im Rahmen des Möglichen sein - muss kein ED-Apo sein, sondern an die Qualität meines Vorgängergerätes hinkommen) - welches Gerät ist empfehlenswert in Hinsicht auf die Transportablität/"Aufstellgeschwindigkeit"?
 
Hi,

wenn Du mit dem 8" Skywatcher zufrieden warst, warum dann nicht den 1200/200er Skywatcher Dobson kaufen? Ich habe das Teil, mit billigem Floatglasspiegel, und musste die Rockerbox nur minimal optimieren, damit sie geschmeidig läuft. Das Teil ist einiges billiger als der GSO, also bleibt Budget für Zubehör. Die Spiegelqualität konnte ich selber noch nicht vergleichen und erlaube mir auch noch kein abschließendes Urteil über mein Exemplar. Aber Serienstreuung haben die Geräte dieser Preislage alle, und meiner scheint zumindest keine Vollgurke zu sein. Und die Aufbauzeit und Handhabung eines Dobson ist genial schnell und einfach! Wenn ich da an die Fummelei beim Lidlscope denke...

CS,

Christof
 
Ein Argument gegen den GSO <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Hab' bei Fernrohrland mal nachgeschaut (bei TS konnte ich von Skywatcher keine Dobsons finden - hatte er aber mal; bin ich blind???): 350,- €. Der GSO bei TS hingegen 500,- € --> 150,- € mehr! Allerdings wird im GSO nicht Float-Glas sondern BK7 verwendet. Auch der Okularauszug (2" Crayford) soll - laut meiner Recherche - durchaus sein Geld wert sein (bei meinem Ex-Skywatcher war der Okularauszug nicht unbedingt der Hit, wakelte ein bischen und lies sich auch etwas schwerer drehen - ja, ich hab' auch Fett etc. versucht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Des Weiteren sind 2 Okulare (TS WA 42 und ein SP 12) sowie ein Mondfilter dabei - kostet ja auch was.
Auch schätze ich die nette Betreuung von Herrn Ransburg sehr (was jetzt nicht heißen soll, dass die anderen Anbieter unfreundlich wären!!!) und außerdem sind es von mir aus nach München nur 120 km, hol' mir solch große Sachen nämlich immer gerne persönlich ab <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Gegenargumente sind weiterhin erwünschenswert - will ja sicher sein, dass ich mich richtig entscheide!

Flo
 
Hi,

wahrscheinlich tun sich die Scopes nicht viel. Dann sollten Service, Preis und das mitgelieferte Zubehör ins Kalkül gezogen werden. Den GSO gibt es in einer Sparausstattung noch deutlich günstiger für 298 Euro, allerdings mit nur einem Okular und einem 30mm-Sucherchen. Bei meinem Skywatcher, der auch unter 300 Euro gekostet hat, lagen zwei 1,25" Plössl (10 und 25mm) sowie ein 8x50-Sucher bei. Die Plössl waren von guter Qualität, aber am Dobson bevorzuge ich Weitwinkel, weshalb sie gleich ins ebay gegangen sind. Der 50er Sucher ist auch sehr gut, aber ich habe ihn gegen den TS Winkelsucher plus einen Telrad ersetzt.

Der OAZ wackelt im Lieferzustand, hat Stellen wo Licht eindringt, und das schmatzende Klebefett nervte. Habe das Ding zerlegt, gegen Streulicht abgedichtet und das Klebfett mit Waschbenzin entfernt. Nach Neufettung mit Vaseline und sorgfältiger Justage läuft er jetzt ein wenig rau, aber shiftingfrei. Der Aufwand war minimal im Verhältnis zum Ergebnis! Ich habe kein Bedürfnis nach einem besseren OAZ, und ob es unbedingt ein Crayford sein muss, sei dahingestellt.

Die Fernost-Dobsons in dieser Preisklasse scheinen mir alle brauchbar zu sein. Hier und da sollte man Hand anlegen, es ist einfach und lohnt sich. Teure Hochrüstungen mit Suprax-Spiegel oder Crayford-Auszug halte ich nur bis zu einem gewissen Grad für sinnvoll, da gewisse Mängel wie die nicht verwindungssteife Rockerbox bleiben. Wer Qualitätsfanatiker ist, kann viel selber machen, sofern er einen guten Spiegel erwischt hat und es sich überhaupt lohnt. Oder man sollte gleich über eine höhere Qualitätsstufe für wesentlich mehr Geld nachdenken, wie die Edeldobsons von ICS. Da stimmt dann einfach alles, und der Lieferant steht für die Qualität auch gerade. Bei den billigeren Geräten sollte man hingegen mit Qualitätsabstrichen leben können.

Damit mich keiner falsch versteht: ich bin mit meinem Gerät zufrieden. Aber ich bin auch noch Anfänger und habe eine Menge Beobachtungsspaß mit einem nicht perfekten Gerät. Und mir macht es Freude, selber was sichtbar verbessern zu können.

CS,

Christof

 
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