Fernglas Reperatur / Tuning

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michel21

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Hallo zusammen,


es ist mal wieder Bastelstunde angesagt.
Bastelobjekte sind in diesem Fall zwei 10x50 Gläser.
( Antares & Sotem )
Dazu nun ein paar laienhafte Fragen eines Unwissenden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Erst mal eine Werkzeugfrage. Welch ein Teil braucht man für diese Schrauben, (siehe Bilder) ?
Mal als Schlitz, mal nur mit zwei kleinen Löchern. Ist das Spezial-Werkzeug oder auch im Baumarkt erhältlich ? Und wie nennt man solch ein Tool ?

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Michbo/bild+097.jpg

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Michbo/bild+091.jpg

Am Sotem 10x50 ist das Fokusrad am Mitteltrieb defekt, möchte es deshalb lösen und sehen was Sache ist.
Leider gelingt es nicht mit meinem verfügbaren Werkzeug.

Wichtiger sind mir aber Tipps zum Antares 10x50. Dieses Glas liegt mir ein wenig am Herzen.
Denn es hat eine sehr gute Mechanik, eine recht "scharfe" Optik und, was mich sehr anspricht, einen besonders langen Fokusweg.
Es ist mein einziges Glas, (von z.Zt. 14), mit welchem ich auch ohne Brille am Nachthimmel in den Fokus komme. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Leider ist es leicht dejustiert, ziemlich verschmutzt von innen und vor allem leidet es stark unter Reflexionen.
Das möchte ich nun beheben.

Fragen hierzu :

1. Was kann/sollte man alles nachträglich schwärzen ? (Veluor-Folie und/oder schw. Mattlack)?
Bringt es z.B. etwas die Linsenkanten (Okus und Objektiv) zu schwärzen, wie es ja auch bei vielen Okularen gemacht wird ?
Hier noch ein Bild mit Fragen dazu :

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Michbo/bild+092.jpg

Der "Innenraum" ist überall nur hellgrau, dieses alles Nachschwärzen ?
Kann/sollte man etwas an den Prismen machen ? (Kanten färben/abdecken).
Auch die kleine Messingbrücke könnte Streulicht werfen, oder ?

2. Es befindet sich viel Schmutz im Antares. Wie kommt der da rein ? Evtl. schon einmal geöffnet worden oder einfach undicht, Bauart-bedingt ?
Gibt es Möglichkeiten es wenigsten Staubdicht zu machen, nach tuning und Reinigung ? Schon mal jemand sein Fernglas "abgedichtet"?

Würde mich über Tipps freuen, insbesondere was das Antares angeht.


Viele Grüße,

Michael

 
Hallo Michael,

Werkzeuge zum Lösen von Schlitzmuttern und -Schrauben: ein breiter Flachschraubendreher, oder ein entsprechend zugesägtes/gefeiltes Stahlblech passender Dicke.
Werkzeug zum Lösen von Schrauben mit Doppelloch: Verstellzirkel, wo anstelle von Mine und Spitze zwei Drahtstücke passender Dicke eingesetzt sind. Manchmal hilft auch eine kleine Kombizange beim Losdrehen.
Die Schraubringe für die Objektive kannst Du mit einem passend zugefeilten Blech lösen. Eventuell klappt es auch mit einem entsprechend umgebauten Verstellzirkel, wo Du statt der Spitzen Schraubenzieherklingen o. ä. anbringst.

Ein Satz erstklassiger Uhrmacherschraubenzieher ist beim Arbeiten an Ferngläsern erforderlich.


Prismenkammer reinigen: mit Staubsauger und weichem Pinsel. Dann mit Spiritus, Isopropylakohol oder warmem Seifenwasser. Schließlich mit destilliertem Wasser.
Wenn möglich, lass die Prismen in der Kammer, sonst musst Du sie neu justieren. Sie sind ab Werk justiert und diese Justage ist mit Kleber fixiert, bis Du sie auseinander nimmst...

Prismenkammer schwärzen: am besten und schnellsten mittels Schultafellack. Selbstklebendes schwarzes Velours absorbiert Licht besser, haftet aber nur gut auf fettfreien, glatten Flächen. Da die Flächen in der Prismenkammer meist raue, unbehandelte Druckgussflächen sind, löst sich das Velours möglicherweise mit der Zeit wieder vom Untergrund, rollt sich ein und ragt dann störend in den Strahlengang.

Auf Prismen solltest Du nichts tun: Mach sie so sauber wie möglich und lass es dabei bewenden. Die gewünschte Totalreflexion des Lichtes an den Prismenflächen funktioniert nur da, wo die Prismenfläche nur mit Luft in Kontakt steht. Steht sie mit etwas anderem in Kontakt (Fingerschweiß, Schmutz, Wasser. Öl, Fett, Abdeckblech) findet an der Berührungsfläche zu dem "Nicht-Luft"-Medium keine Reflexion statt. Das stört beim Beobachten sehr !!!

Die Haltebleche der Prismen kannst Du schwärzen, musst es aber nicht. Versuche statt dessen, Streulicht zu eliminieren!
Das meiste Steulicht entsteht hinter dem Objektiv, wo schräg zur optischen Achse einfallendes Licht an der Tubusinnenseite reflektiert wird, dann in die Prismen eintritt und, weil es unter einem anderen Winkel als der der optischen Achse auf die Prismenflächen fällt, von diesen nicht mehr total reflektiert wird, sondern als Streulicht in der Prismenkammer vagabundiert und störend im Okular auffällt.

Okularlinsen sind meist in Metall gefasst und darin justiert. Eine nachträgliche Schwärzung der Linsenkanten bedeutet den Verlust des herstellerseitigen Justierzustandes. Es sind in der Regel sechs Linsen!

Objektivlinsenkanten kann man problemlos mit Edding schwärzen.

Die Justage der Objektive für den Ausgleich des Bildversatzes sollte dann über die Exzenterringe der Objektivfassungen erfolgen.

Nimm Dir Zeit und Ruhe für die Arbeit und guck, dass Du dabei ausgeschlafen bist und gutes Licht hast. Ich empfehle Dir, Handschuhe aus Baumwolle zu verwenden (gibt´s im Fotofachgeschäft) zur Vermeidung von frischen Fingerabdrücken auf gereinigten und wieder eingebauten Linsen und Prismen...

Hoffe, das hilft Dir weiter ...

Grüße,

Günther
 
Hallo Günther,


ich danke Dir für Deine ausführliche Antwort.
Da steckt viel brauchbares drin.

Die Idee mit dem Zirkel ist gut, werde ich versuchen. Allerdings sitzen diese Muttern ziemlich fest, habe es schon mit einer Kombizange probiert.
Aber muß es dafür denn nicht auch ein richtiges Werkzeug geben ?

Die Okulare zu öffnen um die Linsenkanten zu färben werde ich mir wohl doch sparen. Es erscheint mir dann doch zu aufwändig.
Trotzdem würde es mich interessieren, ob es Sinn machen würde ?
Da man an die Objektivlinsen gut heran kommt, werde ich hier an den Kanten sicher noch etwas machen.

Mal sehen, ob die Reflexe nicht in den Griff zu kriegen sind...


Nochmals Danke, wünsche sonniges Wochenende,


Viele Grüße,

Michael
 
Hi Michael,

Die Okulare zu öffnen um die Linsenkanten zu färben werde ich mir wohl doch sparen. Es erscheint mir dann doch zu aufwändig.
Trotzdem würde es mich interessieren, ob es Sinn machen würde ?

Nicht leicht zu sagen, wenn man das Glas nicht vor sich hat.
Aber ich sage mal: Es wird sich eher nicht lohnen, außer Du willst evtl Dreck
in den Okularen ;-)

Ich habe nun schon auch ein paar Ferngläser/Okulare aufgemacht und bei ein paar
mal nur in einem Strahlengang mit Linsenkantenschwärzung optimiert. Ein Erfolg
war nicht sichtbar. Die Linsen dürften in der Regel recht satt oder stramm in
der Okularhülse sitzen. Diese enge Bindung Linsenkante-Hülse ist im Prinzip dann
schon die "Linsenkantenschwärzung", also "die Hülse ist der Edding" ;-)

Viele Grüsse
Thomas

p.s.:
Ein anderer Geselle ist auch das Seben-Zoom, hier bringt eine Schwärzung auch
nichts.

 
Hallo Michael,

Es gibt von jedem Hersteller Spezialwerkzeug für die Arbeiten an seinem Gerät. Leider kosten diese speziellen Werkzeuge meist soviel Geld wie die eigentlichen Geräte und können nur bei diesen eingesetzt werden. Das ist eine Marketingstrategie der Hersteller. Das ist keine wirkliche Hilfe für den Anwender!

Ich habe mal Univeral-Spannschlüssel zum Lösen von Objektivschraubringen gekauft, teuer und trotzdem ein ganz miserabel verarbeiteter Schrott!! Von solchem Werkzeug und solchen Quellen kann ich nur warnen! Die reine Abzocke! Die Stahlklingen brachen beim Versuch, einen ALU-Schraubring an einem Fernglasobjektiv zu lösen, ab wie Glas!
Schweinerei!


Die wesentliche Quelle für Streulicht an einem Fernglas liegt hinter dem Objektiv. Alle anderen Bauteile im Fernglas leiten dieses Streulicht nur weiter. Die Okulare am Ende der Übertragungskette haben auf das Streulicht den kleinsten Einfluss.
Das Problem entsteht hinter den Objektiven, vor der Prismenkammer. Wenn Du verhindern kannst, dass Streulicht entsteht und anschließend in die Prismenkammer eindringt, dann hast du gewonnen.

Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass die Hersteller nicht das beste bauen, was sie bauen können, sondern das, was sie gut verkaufen können, und das trotzden moch gerade genug Mängel hat, dass die Käufer nach dem Kauf doch noch Geld für etwas Bessseres ausgeben wollen.
Nach diesem Schema füttern Angler ihre Karpfen an.

Trotzdem sind alle Sterne wunderbar...

Beste Grüße

Günther

 
Hi Thomas,


ich hatte diese Idee des Linsenkanten-Schwärzens ja eh schon verworfen.
Aber auch die Bauart des Antares läßt kaum sowas zu.
Ich sehe keine Möglichkeit, die Okulare zu öffnen, irgendwie ist dort alles verklebt/geklebt.

Der Aufwand ist sicherlich höher als der Nutzen.

Ich habe nun schon auch ein paar Ferngläser/Okulare aufgemacht und bei ein paar
mal nur in einem Strahlengang mit Linsenkantenschwärzung optimiert. Ein Erfolg
war nicht sichtbar.

Das bestärkt mich doch in meiner Entscheidung.
Danke für die Hilfe.


Viele Grüße,

Michael
 
Hallo Günther,


nun, dann werde ich es auch weiterhin ohne Spezialwerkzeug versuchen.
Beim Antares FG klappte es auch ganz gut mit einem großen Schlitzschraubenzieher.

Doch die "Zweilochmutter" am Sotem will nicht so recht, habe es mit einem umgebautem Zirkel versucht, aber Mutter ist zu fest. ( Oder Zirkel zu schwach <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ).

Die wesentliche Quelle für Streulicht an einem Fernglas liegt hinter dem Objektiv. Alle anderen Bauteile im Fernglas leiten dieses Streulicht nur weiter. Die Okulare am Ende der Übertragungskette haben auf das Streulicht den kleinsten Einfluss.
Das Problem entsteht hinter den Objektiven, vor der Prismenkammer. Wenn Du verhindern kannst, dass Streulicht entsteht und anschließend in die Prismenkammer eindringt, dann hast du gewonnen.

Da hast Du sicherlich recht. Siehe dazu auch folgende Bilder des abgeschraubten Objektivs.
Zuerst unbehandelt, gut sieht man wie Licht im flachen Winkel reflektiert wird.
Das zweite Bild zeigt dann das Objektiv mit zur Hälfte eingeklebter Veluorfolie.


Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Michbo/bild+112.jpg

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Michbo/bild+113.jpg


Hier sieht man doch sehr deutlich den Unterschied.
Die Linsenkanten der Objektive wollte ich schon schwärzen, da man sie eigentlich leicht demontieren kann.
Doch leider nicht am Antares, da sie hier komplett eingeklebt sind. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Auch die Prismenkammern habe ich schon mit schw. Schultafellack bearbeitet.
Hier mal zwei Bilder vorher/nachher.

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Michbo/bild+092.jpg

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Michbo/bild+92a.jpg


Ich hoffe sehr, dass diese Maßnahmen etwas bringen.
Nun wird es noch gereingt, zusammen geschraubt und "versucht" zu justieren.
Sollte das nicht klappen, gibts ja noch den guten Mohlitz... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Die Objektive weisen innen leider leichte Flecken auf, die sich auch mit Isopropanol nicht entfernen lassen.
Keine Ahnung, was das sein könnte, vielleicht Vergütungsschäden ?
Ich bin mir nicht sicher, ob die Abbildungsqualität darunter leidet.

Gibt es noch etws "schärfere" Reinigungsmittel, die dafür sonst in Frage kämen ?


Viele Grüße,

Michael





 
Hallo Michael,

wenn Du die 2-Loch-Schraube mit einem Zirkel nicht aufbekommst (ich nehme mal an, er verwindet sich stark, weil die Schraube zu fest sitzt), kannst Du mal folgendes probieren, was bei mir gut funktioniert hat:
Nimm 2 Nägel, die die passende Dicke für die Löcher haben und knipse mit einem Seitenschneider die Spitzen ab (vorteilhaft sind harte, spröde Nägel, die eher abbrechen als sich zu verbiegen; Stahlstifte sind in der Regel gut geeignet). Spann die beiden Nägel-Rümpfe in einen stabilen Schraubstock im passenden Abstand möglichst kurz ein - fertig. Das ist wesentlich verwindungssteifer als die Zirkel-Variante. Kann nur sein, daß durch die ungünstige Lage der Schraube bei einem Fernglas dieser Ansatz nicht funktioniert. Dann mußt Du den Schraubstock entsprechend zufeilen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Viel Erfolg und Gruß aus Ulm,

Robert

www.robert-pudlo.de
 
Michael schrieb:
Doch die "Zweilochmutter" am Sotem will nicht so recht, habe es mit einem umgebautem Zirkel versucht, aber Mutter ist zu fest. ( Oder Zirkel zu schwach ).
Ich habe mir für solche Zwecke eine SPitzzange gekauft. Es gibt auch welche, die vorn gebogen sind, das ist noch besser. Die Zangenspitzen muß man dann noch ein wenig abfeilen, damit sie passen. Damit kann man viel größere Kräfte aufbringen als mit einem Zirkel.
 
Hallo Robert,

danke für die Hilfe.

Leider scheitert es erstmal am fehlendem Schraubstock. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Mal sehen, was noch geht.


Grüße nach Ulm,

Michael
 
Hi Uwe,


Danke. Stimmt, eine Spitzzange könnte evtl. auch gut dazu geeignet sein.
Wo ist meine bloß geblieben...? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />

Muß wohl ´ne Neue her, könnte nützlich sein.


Viele Grüße,

Michael
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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