Also ich beobachte - trotz vorhandener größerer Teleskope - sehr gern und sehr oft mit Ferngläsern. Das geht schnell, ist bequem und man kann sie leicht transportieren.
Planeten sind nicht wirklich der Bringer im Fernglas, Jupiter sieht man ggf. die 4 Monde um ein winziges Scheibchen. Saturn sieht aus wie ein länglicher Fleck, hängt von der Stellung der Ringe ab.
Mond kann man schon recht gut beobachten, natürlich muss man immer bedenken, dass eben eine relativ kleine Vergrößerung nur für große Strukturen ausreicht. Aber davon hat es schon eine ganze Menge.
Ansonsten kann man Doppelsterne beobachten, veränderliche Sterne, offene Sternhaufen (die Plejaden sind z.B. ein Genuss, den man "so" in keinem größeren Teleskop sehen kann), Galaxien, Nebel usw.
Man sagt ja, jedes Fernrohr hat seinen Himmel - mit einem Fernglas hast Du zwei Himmel: Für jedes Auge einen. Das macht den besonderen Reiz aus, der Gewinn wird allgemein mit ca. 40 % "Mehr-Öffnung" verglichen. Also ein 50 mm Fernglas zeigt soviel wie ein 90 mm Refraktor. Immer die Vergrößerung außem vor gelassen.
Aber bei vielen Objekten ist die Vergrößerung erst an zweiter Stelle, oft kommt es auf ein großes Gesichtsfeld an und einen möglichst dunklen Himmel. Und gerade da kann ein Fernglas ebenfalls punkten: Es ist leicht und schnell irgendwo hin zu transportieren. Das Fernglas ist also nur ein Glied in einer recht umfangreichen Kette, die von der Wahl eines möglichst dunklen Standortes über die Optik bis zu warmen Klamotten reicht ...
Ach ja: Bequemer Stuhl muss sein, außerdem ein Stativ (auch fürs Fernglas, und wenn es ein Besenstiel ist).
Im Himmelsatlas von Karkoschka sind sehr viele Objekte enthalten, die man mit einem Fernglas schön beobachten kann. Außerdem empfehlenswert ist der DeepSky Reiseführer von Stoyan und - falls Du englisch kannst - "Touring the universe through binoculars" von Harrington. Letztgenanntes Buch ist eigentlich ein absolutes Muss für einen ambitionierten Fernglasbeobachter (wobei man um einen Sternatlas min. auf Karkoschka Niveau nicht herumkommt).
Da Du an 80 - 100 mm Öffnung denkst, wirst Du jede Menge Beobachtungsspass haben! Vor allem: Wenn 90 % der Sternfreunde in Sachsen noch überlegen, ob sie den Dobson rausstellen, liegst Du schon mit dem Fernglas im Liegestuhl. Auch die kleinste Wolkenlücke kannst Du nutzen ...
Als erfahrener Vater sage ich Dir: Das ist nicht mit Gold zu bezahlen, wenn man sich mal nachts ne halbe Stunde rausschleichen kann und dann auch sofort loslegen kann mit der Beobachtung. Wenn ich recht überlege: Früher fand ich Ferngläser langweilig - seit die Kinder da sind, nutze ich sie sehr gern und oft.
Gruß
Adson