HelmutLang
Aktives Mitglied
Da ich, unbekannter Neueinsteiger im Internet (seit Mai), zwar schon viel in den Astroforen gelesen, aber noch kein geeignetes Forum gefunden Habe, mich vorzustellen, tue ich es hier, zumal ich mich künftig überwiegend in diesem "Forum der Beobachter" bewegen werde. Derzeit kämpfe ich noch mit der Erstellung (m)einer Homepage, wo dann mehr über mich zu erfahren sein wird. Auf den ersten Teil meiner Beobachtungsnacht vom 25.Juli will ich hier eingehen. Ich hatte im Juli vom Allgäu, meiner Heimat, aus, mehrere tolle Sternennächte erlebt, bevor ich dann im August nach Italien auf den 43sten Breitengrad fuhr.
Es war also 5 Tage vor Vollmond. Der Mond hatte bereits 83% seiner wahren Gestalt angenommen, so dass in dieser Nacht, laut Beo-planer e&t, nur noch vo 0:30 bis 2:17 OZ absolute Dunkelheit herrschen würde. Also: Astrominimalistisch bleiben (Gruß an Kay Hempel), keinen großen Aufwand treiben, die Teleskope zu Hause lassen und nur die beiden Ferngläser, Stativ, Isomatte, Schaukelstuhl und Himmelsatlanten in den VW-Bus laden und vor den Lampen des Dorfes (Legau, 672m ü.N.N.) fliehen und in den S hinaus auf das Feld fahren, nicht etwa die 15 km nach Adelegg, zum Sennerhof (980m ü.N.N.), zu meinem üblichen Beo-platz hinauf. War ich bisher nur mit 2 No-name-ferngläsern (20x50 und 20x70 also winzigen AP´s) ausgestattet gewesen, so begleiteten mich heute zwei Fujinons, ein 7x50 und 16x70. Ich richtete also alles neben dem Auto zurecht und genoss dabei die, für mich schönste Zeit des Tages, die Abenddämmerung, welche von der Dorfkirche und den mich umgebenden Kuhglocken eingeläutet wurde.
Als ich im Schaukelstuhl saß und in die immer röter werdenden Wolken am Horizont blickte, war ich überrascht, wie farbecht und plastisch deren Strukturen in beiden Gläsern abgebildet wurden. Das Kriterium "Farbabbildung" war bereits der erste offensichtliche Unterschied zu deren Vorgängern! Hatte ich über den "Papiertest" schon viel gelesen, ihn aber bisher noch nie ausprobiert (er stellt m.E. einen reinen Farbtest dar!).
Ich saß also zwischen zirpenden Grillen im Schaukelstuhl und sah in die Wolken, und als die Sonne den Horizont tangierte und ihr leuchtendes Rubinrot mir dunkler als der Vollmond erschien, mit dem 7x50... in sie hinein! Irre! Ich hatte mich schon in meiner Jugnd mit einem 8"SC, erst nach diversen Tests mit Rettungsfolie,Okularprojektion, und schließlich mit einem langbrennweitigen Okular und meinem linken Auge, an die aufgehende rote Sonne herangetastet, um sie fotografieren zu können. Jeder Anfänger sei jedoch davor gewarnt, sein Augenlicht auf´s Spiel zu setzten. Das Ganze kann.... Jedenfalls hatte ich dann in der Dämmerung genügend Zeit zur Dunkladaption und beobachtete den über mir erwachenden Sternenhimmel und zählte die Sterne. Zuerst geht´s ganz langsam, dann, irgendwann ganz rasch und man kommt kaum noch nach! Wenn mein Sohn Marco (9) mit dabei ist, schlägt er mich regelmäßig! Als erstes stellte ich im 7x50 gamma Cyg ein, in dessen N eine 2° lange gebogene Kette heller (6mag) Sterne zu gamma Cyg hin verläuft, so dass dieser das letzte, unterste Sternglied in diesem gekippten "C" darstellt. NGC6910 bildet dabei das vorletzte Glied der Kette: Ein weitgehend stellarer OH, der dann im 16x70 bereits seine wahre Gestalt, ein "Y", besser 3 Sternlinien, die gleichmäßig im Winkel von 120° auseinanderstreben, andeutungsweise erkennen lässt (bereits in meinem 6" FH (f/5) bei 24x sind die einzelnen Linien des "Deigeteilten" OH schön zu sehen, in Monocoloss, meinem 18", kommen dann soviel Sterne hinzu, dass der OH mehr an ein Insekt, z.B. an eine Gottesanbeterin erinnert, wobei deren Hals dann die von der Deiteilung nach NW weisende Sternkette wäre). 1,5° unterhalb (S) des stehend gedachten "C"´s liegt der wenig spektakuläre M29, selbst im 16x70 nur ein milchiger Fleck, der allerdings bei indirektem Sehen alle 4 (?) Sterne einer Raute zeigt. Die Sterne 40,34,36 und 44 Cyg bilden auch eine Raute, wobei M29 nahe 40 Cyg, etwas außerhalb dieser Raute liegt (in größeren Optiken bildet M29 ein "H", dessen beiden Holme aus je 3 Sternen bestehen, von denen der mittlere jeweils der hellste ist). Von gamma Cyg läuft eine helle 4er-Kette (34-28-27-21) nach S, welche von einer weiteren gebogenen Sternkette (22-25-28-29-36-BC-40) gekreuzt wird und ein unförmges "X" bildet. Eignetlich ist das "X" eine "8", weil es oben wie unten geschlossen ist. 34 und 29 Cyg verbinden diese beiden Kreise miteinander (tja, im 7x50 bewegt man sich im Uranometria fast auf halben Seiten, da das Gf 7,5° misst!). Jeder der beiden Kreise passt ins Gf des 16x70 und es werden neben M29 weitere OH sichtbar: Im N-Kreis Be86, im S-Kreis 6883,6871 und Bi2. Der Mond ist über den Himmel geschlichen und steht schon wieder dezent am W-Horizont. Da es aber immer noch nicht richtig dunkel ist, spielt das 16x70 (AP=4,4) seine Überlegenheit gegenüber dem 7x50 voll aus. Aber das so viel gelobte Paar 6939 (OH) neben 6946 (Gx) ist im 16x70 enttäuschend: Der OH, an sich schon ein lichtschwaches Objekt, kann zwar wahrgenommen werden, doch von der Galaxie ist nichts zu sehen! Auch später, als es ganz dunkel ist nicht. Und dabei weiß ich genau, wo sie steht: Über dem liegenden, nach unten offenen, gespiegelten "?" (also ein halbes "S" mit darunter liegendem Punkt, liegend), welches etwa 1°groß ist. Mit dem 2. und 3. "Kopfstern" des "?" bilden Gx und OH (in etwa) ein sich erweiterndes Trapez. Für meinen fraunhoferlichen 24x150 "Starfinder" (da Sucherfernrohr des Monocoloss) bei sochem Himmel gut zu machen! Mit dem Mond, verschwindet allmählich auch der Streulichtring im Gf des 7x50,dessen Sicht-Winkel ich nun austeste: Eta und gamma Cyg passen definitiv ins Gf. Misst man den Abstand der beiden (Uran S.16) nach (13,7cm) so ergeben sich ziemlich genau die 7,5°, welche der Hersteller angibt. Nachdem die Nacht immer dunkler und besser wird und die letzten Wolken (-felder) verschwunden sind, steht die Milchstraße hell und klar über mir. Die Nacht war für das 7x50, nein im 7x50 hereingebrochen, wenn auch nur für 2 Stunden. Ich blicke durch dessen 7mm AP in den Aquila, halte dabei Atair außerhalb im O, um B142/3 besser zu sehen. Es dauert, bis ich begreife, was ich da sehe: Das helle Licht im W der Dunkelwolken sind jetzt keine Wolken mehr, in welche der Mond scheint! Nein, das sind leuchtende Teile der Milchstraße, unzählige Sterne. Ich gebe zu: Einen so hellen Anblick fern hellerer Sterne, hatte ich selbst in Nächten dunkelsten Himmels noch nie! Hatte ich bisher gedacht, dass die Kleine Sagittariuswolke im 24x150 in puncto Helligkeit am N-himmel nicht mehr zu schlagen sei, so wurde ich in diesem Moment eines besseren belehrt! Aber so geht´s einem, der sich den Himmel erst mit dem Teleskop in die Ferne schiebt und dann erst mit dem Fernglas wieder näher bringt! Wow! Was würde mich da im 7x50 noch alles erwarten!?
Es war also 5 Tage vor Vollmond. Der Mond hatte bereits 83% seiner wahren Gestalt angenommen, so dass in dieser Nacht, laut Beo-planer e&t, nur noch vo 0:30 bis 2:17 OZ absolute Dunkelheit herrschen würde. Also: Astrominimalistisch bleiben (Gruß an Kay Hempel), keinen großen Aufwand treiben, die Teleskope zu Hause lassen und nur die beiden Ferngläser, Stativ, Isomatte, Schaukelstuhl und Himmelsatlanten in den VW-Bus laden und vor den Lampen des Dorfes (Legau, 672m ü.N.N.) fliehen und in den S hinaus auf das Feld fahren, nicht etwa die 15 km nach Adelegg, zum Sennerhof (980m ü.N.N.), zu meinem üblichen Beo-platz hinauf. War ich bisher nur mit 2 No-name-ferngläsern (20x50 und 20x70 also winzigen AP´s) ausgestattet gewesen, so begleiteten mich heute zwei Fujinons, ein 7x50 und 16x70. Ich richtete also alles neben dem Auto zurecht und genoss dabei die, für mich schönste Zeit des Tages, die Abenddämmerung, welche von der Dorfkirche und den mich umgebenden Kuhglocken eingeläutet wurde.
Als ich im Schaukelstuhl saß und in die immer röter werdenden Wolken am Horizont blickte, war ich überrascht, wie farbecht und plastisch deren Strukturen in beiden Gläsern abgebildet wurden. Das Kriterium "Farbabbildung" war bereits der erste offensichtliche Unterschied zu deren Vorgängern! Hatte ich über den "Papiertest" schon viel gelesen, ihn aber bisher noch nie ausprobiert (er stellt m.E. einen reinen Farbtest dar!).
Ich saß also zwischen zirpenden Grillen im Schaukelstuhl und sah in die Wolken, und als die Sonne den Horizont tangierte und ihr leuchtendes Rubinrot mir dunkler als der Vollmond erschien, mit dem 7x50... in sie hinein! Irre! Ich hatte mich schon in meiner Jugnd mit einem 8"SC, erst nach diversen Tests mit Rettungsfolie,Okularprojektion, und schließlich mit einem langbrennweitigen Okular und meinem linken Auge, an die aufgehende rote Sonne herangetastet, um sie fotografieren zu können. Jeder Anfänger sei jedoch davor gewarnt, sein Augenlicht auf´s Spiel zu setzten. Das Ganze kann.... Jedenfalls hatte ich dann in der Dämmerung genügend Zeit zur Dunkladaption und beobachtete den über mir erwachenden Sternenhimmel und zählte die Sterne. Zuerst geht´s ganz langsam, dann, irgendwann ganz rasch und man kommt kaum noch nach! Wenn mein Sohn Marco (9) mit dabei ist, schlägt er mich regelmäßig! Als erstes stellte ich im 7x50 gamma Cyg ein, in dessen N eine 2° lange gebogene Kette heller (6mag) Sterne zu gamma Cyg hin verläuft, so dass dieser das letzte, unterste Sternglied in diesem gekippten "C" darstellt. NGC6910 bildet dabei das vorletzte Glied der Kette: Ein weitgehend stellarer OH, der dann im 16x70 bereits seine wahre Gestalt, ein "Y", besser 3 Sternlinien, die gleichmäßig im Winkel von 120° auseinanderstreben, andeutungsweise erkennen lässt (bereits in meinem 6" FH (f/5) bei 24x sind die einzelnen Linien des "Deigeteilten" OH schön zu sehen, in Monocoloss, meinem 18", kommen dann soviel Sterne hinzu, dass der OH mehr an ein Insekt, z.B. an eine Gottesanbeterin erinnert, wobei deren Hals dann die von der Deiteilung nach NW weisende Sternkette wäre). 1,5° unterhalb (S) des stehend gedachten "C"´s liegt der wenig spektakuläre M29, selbst im 16x70 nur ein milchiger Fleck, der allerdings bei indirektem Sehen alle 4 (?) Sterne einer Raute zeigt. Die Sterne 40,34,36 und 44 Cyg bilden auch eine Raute, wobei M29 nahe 40 Cyg, etwas außerhalb dieser Raute liegt (in größeren Optiken bildet M29 ein "H", dessen beiden Holme aus je 3 Sternen bestehen, von denen der mittlere jeweils der hellste ist). Von gamma Cyg läuft eine helle 4er-Kette (34-28-27-21) nach S, welche von einer weiteren gebogenen Sternkette (22-25-28-29-36-BC-40) gekreuzt wird und ein unförmges "X" bildet. Eignetlich ist das "X" eine "8", weil es oben wie unten geschlossen ist. 34 und 29 Cyg verbinden diese beiden Kreise miteinander (tja, im 7x50 bewegt man sich im Uranometria fast auf halben Seiten, da das Gf 7,5° misst!). Jeder der beiden Kreise passt ins Gf des 16x70 und es werden neben M29 weitere OH sichtbar: Im N-Kreis Be86, im S-Kreis 6883,6871 und Bi2. Der Mond ist über den Himmel geschlichen und steht schon wieder dezent am W-Horizont. Da es aber immer noch nicht richtig dunkel ist, spielt das 16x70 (AP=4,4) seine Überlegenheit gegenüber dem 7x50 voll aus. Aber das so viel gelobte Paar 6939 (OH) neben 6946 (Gx) ist im 16x70 enttäuschend: Der OH, an sich schon ein lichtschwaches Objekt, kann zwar wahrgenommen werden, doch von der Galaxie ist nichts zu sehen! Auch später, als es ganz dunkel ist nicht. Und dabei weiß ich genau, wo sie steht: Über dem liegenden, nach unten offenen, gespiegelten "?" (also ein halbes "S" mit darunter liegendem Punkt, liegend), welches etwa 1°groß ist. Mit dem 2. und 3. "Kopfstern" des "?" bilden Gx und OH (in etwa) ein sich erweiterndes Trapez. Für meinen fraunhoferlichen 24x150 "Starfinder" (da Sucherfernrohr des Monocoloss) bei sochem Himmel gut zu machen! Mit dem Mond, verschwindet allmählich auch der Streulichtring im Gf des 7x50,dessen Sicht-Winkel ich nun austeste: Eta und gamma Cyg passen definitiv ins Gf. Misst man den Abstand der beiden (Uran S.16) nach (13,7cm) so ergeben sich ziemlich genau die 7,5°, welche der Hersteller angibt. Nachdem die Nacht immer dunkler und besser wird und die letzten Wolken (-felder) verschwunden sind, steht die Milchstraße hell und klar über mir. Die Nacht war für das 7x50, nein im 7x50 hereingebrochen, wenn auch nur für 2 Stunden. Ich blicke durch dessen 7mm AP in den Aquila, halte dabei Atair außerhalb im O, um B142/3 besser zu sehen. Es dauert, bis ich begreife, was ich da sehe: Das helle Licht im W der Dunkelwolken sind jetzt keine Wolken mehr, in welche der Mond scheint! Nein, das sind leuchtende Teile der Milchstraße, unzählige Sterne. Ich gebe zu: Einen so hellen Anblick fern hellerer Sterne, hatte ich selbst in Nächten dunkelsten Himmels noch nie! Hatte ich bisher gedacht, dass die Kleine Sagittariuswolke im 24x150 in puncto Helligkeit am N-himmel nicht mehr zu schlagen sei, so wurde ich in diesem Moment eines besseren belehrt! Aber so geht´s einem, der sich den Himmel erst mit dem Teleskop in die Ferne schiebt und dann erst mit dem Fernglas wieder näher bringt! Wow! Was würde mich da im 7x50 noch alles erwarten!?