Hallo Thommy,
ehe dir das viele Lob hier noch zu Kopfe steigt, möchte ich gerne mal ein paar kritische Anmerkungen anbringen
Bei der Richtung der Darstellung des Öffnungsverhältnisses hast du grob gegen die "Gesundemenschenverstands-Konvention" verstoßen, in dem du nach rechts ein absinkendes statt einem ansteigendem Öffngsverhältnis (1/4 = 0,25 > 0,077 = 1/13) aufgetragen hast. Mit den Reziprokwerten haben Anfänger ja meist auch so ihr Verständnisproblem, aber es wundert mich, dass es hier Sven und Günther nicht schon aufgefallen ist

feif: .
Zitat von tommy_nawratil:
Da man ja ständig mit dem Taschenrechner rummacht, um Einsteigern auszurechnen welche Okulare an ihrem Teleskop für welchen Zweck brauchbar sind, und das die Leute eher erschreckt weil kompliziert, habe ich ein bisserl rumgespielt und bin auf ein Diagramm gekommen:
Wenn ich mir jetzt noch deine
ursprüngliche Intension näher betrachte, dann möchte ich doch gerne auch den grundsätzlichen Aufbau des Diagramms noch in Frage stellen. Generell erinnert mich das Bild an Kennlinien elektronischer Bauteile. In dieser Analogie kann man sich nun Fragen, welches Objekt in deinem Bild dem Bauteil entspricht. Du zeichnest für einzelne ausgewählte Okularbrennweiten (
diskretes Merkmal) jeweils eine Kurve, die ihr Relation (AP) zu verschiedener Öffnungsverhältnissen darstellt. Das Öffnungsverhältnis wird dabei auf der Abszisse (X-Achse) als
kontinuierliches Merkmal präsentiert. Also ist gewissermaßen das Okular das Bauteil, welches bezüglich der möglichen Teleskope betrachtet wird.
Ganz pragmatisch stellt sich mir dabei aber die Frage wie sinnvoll diese Darstellung eigentlich ist. Dein Diagramm läd dazu ein, sich ein Okular fest vorzunehmen, um daran dann in stetiger Weise das Öffnungsverhältnis zu variieren. Es beantwortet mir somit gewissermaßen die Frage "welches Teleskop X brauche ich, um mit einer bestimmten vorgegebenen Okularbrennweite auf die AP von Y zu kommen?"
Fändest du es nicht naheliegender hier die Rollen von Öffnungsverhältnis und Okularbrennweite zu vertauschen? In der X-Achse statt dem Öffnungsverhältnis die Okularbrennweite aufzutragen und das Teleskop-Design (f:4, f:5, f:6, etc.) als einzelne Kurven einzuzeichnen, erscheint mir hier schon etwas mehr deiner ursprünglichen Absicht zu entsprechen. Ausserdem wird eine kontinuierliche Darstellung auch auch eher der Variationsbreite von Okularbrennweiten gerecht. Beim Öffnungsverhältnis kommt man doch leichter mit der diskreten Darstellung in einzelnen Kurven zurecht. Schließlich ist die Auswahl in diesem Parameter doch deutlich stärker beschränkt. In der Analogie zur Kennlinie wäre hier also das Telekop (bzw. seine Bauart) das Bauteil.
Die naheliegenste Frage welche eine solche umgekehrte Darstellung beantworten möchte wäre nun: "ausgehend von einem bestimmten Öffnungsverhältnis (Teleskop), welche AP Y resultiert dort aus einer Okularbrennweite X ?"
Üblicherweise würde man sich nun zwei Öffnungsverhältnisse (z.B. "f:5 vs. f:6") im Vergleich vornehmen, was dann durch zwei unterschiedliche Kurven repräsentiert wäre. In den Okularbrennweiten kann man dann auch weitaus leichter Zwischenwerte abschätzen. Auf der X-Achse würde sich hier auch eine logarithmische Skalierung anbieten, bei der gleiche Abstände zwischen verschiedenen Okularbrennweiten einem gleichen Verhältnis (Quotient der beiden Brennweiten) entspricht.
Eine typische Okularbrennweitenstaffelung macht sich dabei durch relativ gleichmäßige Abstände auf der X-Achse bemerkbar.
Ich denke, mit solch einer anders aufgebauten Darstellung würde die Sache deutlich einfacher zu interpretieren. Wer sich für ein bestimmtes Teleskop entschieden hat, der würde dann nur noch entlang einer einzigen Kurve das Bild absuchen, wärend er bei deiner Variante auf eine bestimmte Vertikale (z.B. "f:6") festgelegt ist. Sollte sich jemand nun für eine "Zwischenlösung" zu den von dir bereit gestellten Okularbrennweiten interessieren, so würde sich das bei deinem Bild als Mangel bemerkbar machen.
Ich hoffe, du bist mir für die umfangreiche und ausführliche Kritik nun nicht böse, und fasst sie so wie sie gemeint ist alleinig konstruktiv auf
Viele Grüße
Stephan
PS. Um die Frage, wie man ein solches Umgedrehtes Bild erzeugt, möchte ich mich jetzt nicht ganz herum drücken

Man könnte das wohl am einfachsten mit einem Tabellenkalkulationsprogramm machen, in dem man Eine Tabelle mit ausgewälten Brennweitenwerten grafisch Darstellen läßt. Das ist zwar ein klein wenig komplizierter als deine ursprüngliche Idee aber ich denke, dass es sich lohnt.