Feuchtigkeit in Sternwarte

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Bocian

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Hallo,

eine Frage an die Sternwarten- bzw. Beobachtungshüttenbesitzer:

Derzeit ist bei uns schon seit einigen Tagen kaltes und sehr feuchtes Herbstwetter. In unseren massiven und eigentlich trockenen und ungeheizten Nebengebäuden habe ich eine relative Luftfeuchte von ca. 90% bei etwa 15°C gemessen. Ich war über den hohen Wert erstaunt und fragte mich, wie es denn in einer Beobachtungshütte sein wird. Diese ist dann zur Nacht teilweise offen, dass sich Tau im gesamten Innenraum absetzten kann. Wie kann man eine Sternwarte zuverlässig trocken halten, auch wenn es draußen feucht und kalt ist, und welche dauerhaften Feuchtigkeitswerte sind für Optik bzw. Elektronik schädlich (Fungus, Korrosion...)?

Wer kann aus der Praxis etwas dazu sagen?

Vielen Dank!
Bocian
 
Ich glaube, daswird alles überbewertet.

Ich habe seit 15 Jahren meine Teleskope in einer einfachen Hütte ohne irgendwelche Isolierung stehen. Die Hüttenwände sind aus Nut- und Federbrettern, das Dach ebenfalls, die Dachdeckung ist aus Dachpappe.
Da ich eine Hütte mit Drehkranz habe pfeift unter dem Kranz schon auch mal der Wind durch.

Feuchtigkeitsprobleme hatte ich noch nie, höchstens Tauprobleme, wenn der Dachspalt noch frühmorgens im Herbst offen war (Tauablagerung auf der Schmidtplatte meines LX-200), und das auch nur, weil ich überwiegend ohne Taukappe arbeite.

In den Koffer, in dem meine Okus liegen, habe ich sicherheitshalber 2 Beutel Silicagel mit reingelegt.
Das wars auch schon.

Also: nicht verrückt machen lassen.
 
Hallo Bocian...du warst schneller als ich,denn ich wollte in etwa die gleiche Frage hier stellen...allerdings nicht was das Teleskop oder die Monti anbetrifft,sondern ich habe einen Rechner in meiner Hütte stehen mit sämtlichen notwendigen Programmen und für die Encoderanzeige.
Meine Frage:Wie schütze ich den Rechner im Winter vor Frost und Kälte?
Ich möchte den nicht immer abklemmen und ins Haus mitnehmen.
Er steht schon auf einer dickem Steroporplatte und die eine Hüttenwand wo er steht ist auch schon isoliert.
Trotzdem ist der Rechner jetzt schon eiskalt und ich habe Sorge,das er mir im Winter sogar einfriert.
Was tun?

Gruß Hotte
 
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Hallo Hotte,

ein paar Informationen fehlen: Welche Art von Rechner ist das (Desktop oder Notebook), hat er Festplatten oder SSDs, steht eine Steckdose zur Verfügung?

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat-kein Laptop,oder Desktop,sondern ein richtiger Rechner mit Festplatte.Und was ist mit der Planetenkamera Alccd5...entfernen,oder kann die an der Optik bleiben?
Natürlich habe ich in der Rolldachhütte Strom....aber ich möchte da keine elektrische Heizung einbauen.

Guckst du hier-ganz unten auf der Seite-
http://astronomer.jimdo.com/

Gruß Hotte
 
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Hallo Jörg,das kann ich nicht so ganz glauben,denn in der Festplatte sind sensible bewegliche Teile....die könnten schon bei Kälte schwergängig werden oder sogar komplett ausfallen.
 
Zitat von earlybird:
Hallo Jörg,das kann ich nicht so ganz glauben,denn in der Festplatte sind sensible bewegliche Teile....die könnten schon bei Kälte schwergängig werden oder sogar komplett ausfallen.

Nein. Ich hab seit ca. 10 Jahren ein altes Thinkpad zur Fahrzeugdiagnose in der Garage, das startet problemlos bei jedem Wetter. Egal ob -20°C oder +35°C. Die mobilen Systeme in unseren Bürobussen arbeiten ebenfalls problemlos und die werden auch noch mit Staub und Erschütterungen belastet. Das sind normale Bürosysteme, keine speziellen Lösungen.
Problematischer wäre es, wenn der kalte Rechner nach dem Beobachten ins warme verbracht wird, denn dann würde sich jedesmal eine Menge Kondenswasser auf und im Gerät niederschlagen.
Wenn die Kiste also nicht ständig extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, sehe ich da kein Problem.

Einen Gehäuselüfter braucht ein Sternwartenpc überhaupt nicht, es sei denn, der kühlt auch gleich den Prozessor.

Ergänzung:
Die meisten Festplattendefekte hab ich bisher bei mobilen 3,5 Zoll Laufwerken erlebt, da hatten wir tatsächlich eine Ausfallquote von ca. 5%. Diese Platten wurden aber auch extrem gestresst, Betrieb in jeder Lage unter ungünstigsten Verhältnissen. Mit der Umstellung auf 2,5er Laufwerke ist die Ausfallquote stark zurückgegangen, diese Platten werden aber auch sehr viel bewegt.
Bei stationären Laufwerken ließen sich die mir vorliegenden Ausfälle alle auf einen Defekt der Stromversorgung zurückführen, d.h. ein defektes Netzteil hat dann unter anderem auch die Festplatte mitgerissen.
 
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Meine Langzeiterfahrung mit Rechnern aller Art ist:

in unbeheizten durchlüfteten Räumen passiert den Rechnern, egal ob Laptop oder PC, überhaupt nichts, solange sie nicht nass werden !
Probleme gibts mit neueren "schnellen" Festplatten mit großen Speichervolumen, die reagieren etwas empfindlicher, das aber auch im klimatisierten Büro.

Meine Laptops arbeiten auch bei -15°C in meiner Sternwartenhütte ohne Probleme.

Man muß nur darauf achten, daß weder direkte Feuchtigkeit (Regen) oder Tau in die Teile eintritt. In einer Hütte ist damit nicht zu rechnen, allenfalls im Außeneinsatz. Und da muß man den Tau durch entsprechende Vorkehrungen verhindern oder hinterher das Teil abtrocknen.


 
Hallo Hotte.

Zitat von earlybird:
Ich kenne eine Sternwarte, in der zwei Festplatten durch Einfrieren kaputt gegangen sind. Vor dem Einbau der dritten wurde eine Heizung eingebaut. Inzwischen läuft der Nachfolger des Rechners im Winter durch. Das Observatorium befindet sich übrigens nicht im freien Gelände, sondern auf einem Gebäude.

Und was ist mit der Planetenkamera Alccd5...entfernen,oder kann die an der Optik bleiben?
Die wird die Kälte vertragen, denke ich.

Natürlich habe ich in der Rolldachhütte Strom....aber ich möchte da keine elektrische Heizung einbauen.
Wäre aber die vernünftigste Lösung. Die zweitvernünftigste wäre, den Rechner durchlaufen zu lassen.

Nette Hütte, leckere Montierung!

Klare Nächte

fquadrat
 
Hallo liebe Leute...mmhh da gehen die Meinungen aber auseinander-vielleicht probiere ich es mal den Rechner ringsherum mit Steropor "einzupacken" denn schaden kanns ja nicht.
Bin mal gespannt,ob mein Rechner dann den Winter übersteht.
2 Seitenwände und die Decke habe ich schon mal gedämmt.

Danke euch allen für die Antworten.

Gtuß Hotte
 
Hallo,

mein Astro-PC steht seit einigen Jahren in der unbeheizten Kuppel. Selbst bei Temperaturen nahe -20°C gab es noch nie eine Störung und es ging nichts kaputt.

Grüße

Kurt
 
Hallo Hotte ,

Den PC über Nacht in Styropor einzupacken, nutzt überhaupt nix, das Styropor heizt ja nicht , der Rechner bleibt so kalt er ist. Nur bei Temperaturwechsel läuft die Temperaturdrift langsamer ab.

Gruss Gerhard
 
Hi!
Aufpassen - Styropor dämmt gut, heißt aber, dass der Wärmeabfluss deutlich geringer sein wird - Platinen, Prozessoren werden wärmer als "normal" - das kann genauso Schaden verursachen.
Oder willst Du die Dämmung wieder abmachen im Betrieb???

Die Lösung ist einfach: Einfach so lassen.
Vielleicht verkürzt sich die Lebendauer etwas (aber wie will man so etwas "messen" - man weiß ja nicht wie lange genau dieses eine Gerät unter "normalen" Umständen gelaufen wäre).

Sonst werden keine Probleme auftreten, wenn das einfach nur drin steht und nicht im taunassen Zustand eingeschaltet wird.

Andreas
 
Hallo,

danke für die vielen Antworten, die jedoch wenig mit meiner Frage zu tun hatten.

Mir ging es eigentlich darum, wie ich (sehr) teures optisches Gerät sicher in einer Sternwarte unterbringen kann und wie die Erfahrungen mit hohen Feuchtigkeitswerten bzw. Temperaturschwankungen sind. Vielleicht gibt es im Forum einen Sternwartenbesitzer, der dazu etwas sagen kann.

Eine Festplatte bzw. der ganze Rechner ist im Vergleich zu einem 3-linsigen apochromatischen Objektiv leicht ersetzt.

Viele Grüße!
Bocian
 
Hallo,

ich hatte Probleme mit Feuchtigkeit in der Sternwarte. Ich habe aus dem Yachthandel zwei Pilzlüfter aus Edelstahl besorgt, die innen ein Insektengitter haben und diese genau gegenüber eingebaut. Seitdem kann die Luft ungehindert durchziehen und das Thema Feuchtigkeit gehört der Vergangenheit an. Okulare und Montierungssteuerung lasse ich nicht in der Sternwarte, ich messe auch nicht die Feuchtigkeit darin.

Gruß
Jan
 
Hi!

Zitat von Bocian:
Mir ging es eigentlich darum, wie ich (sehr) teures optisches Gerät sicher in einer Sternwarte unterbringen kann und wie die Erfahrungen mit hohen Feuchtigkeitswerten bzw. Temperaturschwankungen sind. Vielleicht gibt es im Forum einen Sternwartenbesitzer, der dazu etwas sagen kann.
Gegen Feuchtigkeit hilft das Verpacken in einem Sack, zusammen mit einem (Koch-)Beutel Reis. Der Reis hält die Luftfeuchtigkeit recht konstant.

Die Temperaturschwankungen in einer Sternwarte gehen langsamer vonstatten als während der Beobachtungen, und letztere müssen die Optiken prinzipbedingt aushalten.

Grüße

fquadrat
 
Hallo,

meine Fernrohre sind seit 1986 in meiner Sternwarte, und es gibt mit Feuchtigkeit keine Probleme. Wenn es sehr feucht war beim beobachten lasse ich den Objektivdeckel runter und mache ihn erst am nächsten tag wieder drauf.
Meistens auch am nächsten tag decke ich die Teleskope mit Plastiksäcke ab, die ich aber nach unten offen lasse.
Meine Sternwarte ist aber sehr trocken, so das ich Bücher auch mal jahrelang in der Sternwarte lassen kann.
Meine Sternwarte hat 2 Kuppeln, so das auch beim beobachten nicht so viel feuhtigkeit reinkommt wie bei einem abfahrbaren Flachdach. In unserer Vereinssternwarte im Schwarzwald haben wir eine Kuppel und einen Raum mit abfahrbaren Dach und die unterschiede sind bei hoher Luftfeuchtigkeit schon enorm hoch. Gerade am frühen abend wird man im freien richtig feucht und das Teleskop ist auch feucht und in der Kuppel bekommt man es gar nicht mit.

Gruß Rolf

 
Hallo,
ich kenne auch das Problem mit Feuchtigkeit.
Die Sternwarte sollte nicht ganz abgedichtet sein gegen die Aussenluft. Wichtig ist ein ständiger Austausch von Aussenluft. Zwei gegenüberliegende Öffnungen lassen Sternwarte trocken werden. Dem Rechner ist feuchte Luft egal, nur der Festplatte nicht. Die Festplatte läuft in engen Führungen zwischen dem Laser. Dringt hier Feuchtigkeit ein kommt es zu Ablagerungen und die Scheibe ist fest, deshalb
F e s t p l a t t e !!!
Abhilfe wäre eine Festplatte mit Wechselrahmen. Diese kann ich nach Beendigung der Beobachtung mit ins warme Haus nehmen.

Gruß Klaus
 
Hallo Leute,

ich habe meinem alten Acer-Laptop, der Montierung und Kameras steuert, eine SSD-Festplatte gegönnt. Die ist mangels beweglicher Teile viel unempfindlicher gegen Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit - jedenfalls läuft der Rechner seit über 4 Jahren klaglos in der Sternwarte.

CS, Bernd
 
Hallo Bocian,
ich kann Dir von meinen Erfahrungen mit Entfeuchtergranulat -Packs berichten die zB. bei einem der Diskounter immer wieder angeboten Werden.
Sie ziehen ein große Menge Feuchtigkeit aus der Luft und lassen das gesammelte Wasser nach unten in Auffang Behälter troffen.
Die Entfeuchter werden auch im Campingbereich eingetezt mit großem Erfolg !
Kann ich wirklich empfehlen !
Ich besitze zwar leider keine feste Sternwarte, aber in meiner "Hütte" , die nicht gerade dicht ist , habe ich seitdem keinerlei Feuchtigkeitsprobleme und zwei Liter Wasser pro Winter werden gesammelt und der Luft entzogen!!
CS Kalle
 
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