FH an Mond & Planeten ?

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Hallo Jürgen,

stimme mit Deinen Aussagen weitestgehend überein, besonders Deinen Ausspruch

Wichtiger als das verwendete Fernrohrsystem ist bei unserem Hobby ja die gemeinsame Freude über die Beobachtung des Sternenhimmels und seiner Wunder.
finde ich gut!!!

An Saturn empfand ich das Bild in Kasterns Newton noch ein wenig knackiger als in meinem TMB bei diesen Vergrößerungen. Außerdem konnte ich einen Mond mehr in Karstens Newton sehen, der im TMB unbeobachtbar blieb.

Deine Beschreibung über den Vergleich zwischen Karstens 8" Newton und Deinem 4,5" TMB finde ich etwas "zurückhaltend".
Das ein vernünftiger 8" Newton besser ist als ein 4,5" APO ist doch wohl selbstverständlich, oder???

Viele Grüsse Leo

 
Hi Flextor
nicht wieder diese ermüdende Systemdiskussion mit Pauschalaussagen bitte.
Ein guter Apo ist sicher das beste am Planeten innerhalb vergleichbarer Öffnungen. Aber Wunder verbringt er auch nicht. Und so ist auch am Planeten mehr möglich mit mehr Öffnung und anderen Systemen.
Vllt solltest mal durch nen gescheiten Newton bei gescheitem Seeing bei 450fach Planeten gucken, und das geht.
Dann weißt wo die Grenzen der deutlich kleineren Apos sind.

Warum ich einen kleinen Apo habe ist schnell gesagt,
weil er zum reisen oder Schnellspechteln gedacht ist und schön handlich ist und große Felder bietet.
CS
 
Hallo,

Nochmal ohne aufheizende Diskussionen über die verschiedenen Teleskopklassen:

Wenn ich Planeten, und darum geht es ja gerade, optimal beobachten möchte, dann will ich mir nicht die Augen verbiegen, um an einem relativ kleinen Scheibchen noch Strukturen sehen zu können. Da möchte ich einfach eine satte Vergrößerung jenseits der 400x verwenden können.

- Und genau da stört mich am Refraktor einfach nur der Preis. Natürlich kann ein sehr guter APO nadelpunktartige Sternabbildungen liefern, aber eben zu einem Preis, den ich als Amateur nicht gewillt bin, auszugeben. Daher, und nur daher besitze ich keinen Refraktor (mehr).

Karstens Newton ist modifiziert, weil er entsprechend basteln kann. Auch da bin ich nicht der Spezialist. Ergo beobachte ich mit Geräten "von der Stange", allerdings mit sehr guten und auch die hatten ihren Preis.

Vergleichbar sind eben nur Geräte, die in der gleichen Liga spielen, also in Bezug auf Newtons a) Eigenbauten von Spezialisten und b) entsprechend hochwertige Newtons wie z.B. die Eigenbauten von ICS, Obsession oder Pegasus u.a.

In meinen Augen liegt der Vorteil für uns Amateure einfach darin, daß ich, verglichen mit einem APO-Refraktor, beim sauber gebauten Newton mehr Öffnung für das gleiche Geld bekomme. Aus diesem Grunds (und NUR deshalb) ziehe ich den Newton oder auch einen Schiefspiegler vor, wobei letzterer mir persönlich zu kompliziert ist.

Das hat nichts, überhaupt nichts mit der Frage zu tun, ob das eine oder andere System irgendwo und an irgend etwas besser ist, sondern ich frage mich, was möchte ich sehen, in welcher Qualität und zu welchem Preis.

Ergo bliebe mir nur das, was Antares schreibt: ein kleiner APO zum Schnellspechteln.

CS
Winfried
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Heiko,

ich habe den Eindruck du liebäugelst mit einem Fraunhofer nicht wegen der eigentlichen Planetenbeobachtung, sondern mehr um so eine schöne lange weiße Röhre zu besitzen und deren äußeres Erscheinungsbild täglich genießen zu können.

Könnte ich gut verstehen, ist bei mir auch nicht anders, immer wenn ich den Vixen 80L betrachte geht mir das Herz auf.

Aber: zum Durchschauen gibt es besseres und kompakteres für praktisch dasselbe Geld. Preis-/Leistung ist heutzutage bei den ED-Refraktoren einfach besser. Wir leben nunmal im Jahre 2008 und nicht im Jahre 1908.

Konkretes Beispiel auf deine Situation angewandt:

- FH 100/1500 auf GPDX an Jupiter: sichtbarer Farbfehler, Bild nicht reinweiß, schon bei leichtem Wind unbrauchbare Kombination, zuviel Zittern beim Fokussieren über 150fach.

- ED 100/900 auf GPDX an Jupiter: kein sichtbarer Farbfehler, Bild reinweis, bei leichtem Wind noch keine Probleme, zitterfreies Fokussieren bis zur Vmax.

Was nun also willst du wirklich?
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo!

Ein Klecks Bestätigungssenf von mir: Ich habe 2006 (schweren Herzens selbstverständlich!) mein AS 80/1200 verkauft und für den Erlös u.a. einen 80/560 Scopos erworben. An diesem Tausch habe ich nichts bereut. Ich bin Mond- und Planetenbeobachter, und der Scopos zeigte Mond und Planeten erheblich besser als das AS. Ein Foto vom AS habe ich aber behalten...

Gruß, Michael.
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Heiko !

Der Farbfehler bei meinem - richtig Antares Elite - einem, zugegebenermaßen selektierten Gerät, stört mich nicht, zumal ich mehr am Terminator unterwegs bin als am Mondrand.
Den Kontrastbooster nehm´ich nur zur Detailerkennung und nicht für einen ansprechenden Eindruck.
Desweiteren bin ich eh´ rot-grün blind: Von was für einem Farbfehler redet ihr hier eigentlich :-))
Gestern und Heut´hab ich den 7" MN aufgebaut - das ist natürlich schon ein Unterschied.

Sternklare Nächte
Berthold
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Michael,

es wäre interessant, wenn Du diese Einschätzung näher erläutern könntest.
Auf Seiten des Scopos sehe ich nämlich noch einiges an Problemen und Problemchen, die summa summarum dahin führen dürften, dass das von Dir verwendete Wort "erheblich" unbedingt zu hinterfragen ist. Mein Vixen 80L zeigt an Sternen wie Vega (Hinweis: Vega ist ein weißer Stern, kein gelber oder roter wie die "Teststerne" anderer Leute)einen sehr geringen Violettsaum, allerdings noch mit Prisma statt Zenitspiegel verwendet. Bei Jupiter war bei 120x an Farbe außer atmosphärischer Refraktion nichts zu sehen.
Nun hat aber der 80L mit f/15 ein derart entspanntes Öffnungsverhältnis, dass man nicht nur problemlos "Planetenokulare" verwenden kann, sondern diese auch mit entspannten Brennweiten. Mit 10mm ist man ja schon im Maximalbereich für Jupiters Pastelltöne. Um diese Vergrößerung mit dem Scopos zu erreichen ist ein 4,6mm Okular nötig, und das ist alles andere als entspannt, was mich wieder zu dem Wort "erheblich" führt. Es wäre daher sehr interessant, wie diese Bewertung zustande kommt, also mit welchen Okularen an welchen Objekten und vor allem aus welchen konkreten Gründen sah der Scopos besser aus?

Ich stelle es mal ganz offen hin: Ob "erheblich" nicht eigentlich daher kommt, dass die Lager mit dem Scopos prall gefüllt sind, während man 80/1200 nur per Gebrauchtkauf ergattern kann?

Clear Skies
Sven
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Zu Antares:

Du bringst es eigentlich auf den Punkt.
Was soll ich am Planeten mit einem Richfield-Apo?
Was soll ich am Planeten mit 150-facher oder max. 200-facher Vergrößerung?

Schaut Euch mal einen Planeten im angeblich bei Planeten so schlechten 12" Schmidt-Cassegrain bei 638-facher Vergrößerung an und ihr wisst, wie ein Planet aussieht. Kleine Pünktchen, nein danke.
Mir war selbst mein Lichtenknecker mit 1400mm Brennweite zu kurz, obwohl er scharf genug war. Aber im SC bei 3000mm Brennweite und 638x waren Mars und Saturn ein Gedicht. So habe ich ihn noch nie in meinem Leben gesehen und ich beobachte wahrlich nicht erst seit gestern. Aber hauptsächlich müssen die äusseren Bedingungen mitspielen.

Dieser ewige Streit um Newtons, FH`s und APO`s müsste doch kangsam auch dem letzten hier auf den Geist gehen.

CS
Winfried
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Winfried,

was Dir auf den Geist geht beschreibst Du in großen Teilen schon selbst.
Man kommt einfach zu selten mir großen Teleskopen bei der Planetenbeobachtung in den Bereich der V.-Max und damit automatisch in den Bereich angenehmer Bildhelligkeit ohne vom Seeing gestört zu werden.
Ab 6" Öffnung bedeutet Planetenbeobachtung systemunabhängig zunehmend den Kampf mit den Elementen aufzunehmen (Seeeing, Tubusseeing, thermische Probleme, Blendung, Überstrahlung von Details).
Du kannst einen 12-Zöller ganz selten auf 500fach ziehen während ein 4-Zöller die 150 bis 200fach fast immer irgendwann im Laufe der Beobachtungsnacht zulässt die eine Näherung an die V.-Max und damit kleine AP und eine angenehme Bildhelligkeit bringt.
Um diesen Öffnungsbereich herum ist ein farbreiner Refraktor das Gerät schlechthin, vom Schiefspiegler Mal abgesehen und das ist ein Exot. Da ist Obstuktionsverzicht wesentlich sinnvoller machbar als bei 12" und auch noch recht erschwinglich.

Das sind Tatsachen die stehen und die in den Köpfen hängenbleiben. Tatsache ist auch, dass mehr Öffnung mehr Auflösung und Licht bedeutet, jeder Planetenbeobachter mit einem größeren APO bestätigt dies gerne und nimmt auch Auskühl- und Seeeingprobleme hin.

Wer dieser Tatsache mit einem Newton/Dobson Rechnung tragen will bekommt aber Probleme.
Tatsächlich mangelt es hier im günstigen Preissegment öfters an der für Planetenbeobachtung dringend erforderlichen Mindestqualität im optischen und mechanischen Bereich, diese Teleskope werden, pauschal gesagt, billiger zusammengeschustert als ein APO, man muss also nachbessern.
Es gibt nur wenige Hersteller, die gute planetenoptimierte Newton anbieten und das hat nicht zuletzt auch mit geringer Nachfrage mangels "Immage" zu tun.
Dann muss man so ein Teil auch noch justieren und bedienen können, Planetenbeobachtung mit 2 mm AP macht einfach keinen Sinn und erst recht keinen Spass, es sei dann man wirkt mittels Lichtdämpfung der Blendung und Detailüberstrahlung entgegen.

Planetenbeobachtung mit größeren Geräten ab 6-8" aufwärts ist eben keine Fastfoodsache sondern gelingt unter Normalbedingungen nur mit guter Vorbereitung und den richtigen Hilfsmitteln, Ausnahmenächte ohne seeeingbedingte Einschränkungen sind selten. Dazu kommt noch, wenn Du ein Mal den Detailreichtum bei 300 oder 500fach genossen hast, wird es schwer, sich mit Beobachtungen bei 150fach zu begnügen, das Enttäuschungspotenzial "normaler" Nächte wächst, gut dass es Deep Sky gibt.

CS
*entfernt*
 
Innovativer Newton

Hallo Jürgen,

vielen Dank für deinen Bericht zu unserem Beobachtungsabend.
Zugegebenermaßen war das Seeing nicht optimal, so daß 220x
aus meiner Sicht die sinnvolle Grenze darstellte.
Eine Nacht später zwischen Dülmen und Borken auf der Wiese
war das Seeing besser und ermöglichte sinnvoll 280x.
Mars und Saturn waren bei den Bedingungen erkennbar besser
als bei unserem Beobachtungsabend, auch wenn die Luftruhe
immer noch nicht so gut war wie man es sich wünschen würde.

Den von dir verlinkten Newton

www.aokswiss.ch/d/tel/spiegelteleskope/planetenspiegel/ninja200/ninja200.html

finde ich auch sehr interessant. Er vereint einige innovative
Ideen in sich, wie effektiver Lüfter, die Lichtfalle gegenüber
dem OAZ und die Klappe oberhalb des Hauptspiegels :super:

Da auch der Preis akzeptabel erscheint wundert es mich
daß ich das Teleskop bisher noch auf keinem Teleskoptreffen
bei dem ich war gesehen habe ?)

Viele Grüße, Karsten
 
Re: Innovativer Newton

Hallo Karsten,

die schlichte, ernüchternde Wahrheit könnte sein, dass
Homo Astronomikus Planetikus latent apophil ist und
Homo Astronomikus Normalikus latent öffnungshungrig
unter Berücksichtigung monetärer Gesichtspunkte zur größeren Öffnung zu gleichem Preis greift. :/

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hi,

nachdem gestern das Forum nicht so wollte wie ich (die Forum-
SW) heute noch ein, zwei Worte von mir, bevor ich mit meinem
kleinen Williams auf den Balkon marschiere. Der Mond ruft.

@binoviewer
ich habe den Eindruck du liebäugelst mit einem Fraunhofer nicht wegen der eigentlichen Planetenbeobachtung, sondern mehr um so eine schöne lange weiße Röhre zu besitzen und deren äußeres Erscheinungsbild täglich genießen zu können.
Wenn es das nur wäre hätte ich mir das Teil längst gekauft
und ins Wohnzimmer zum 'be-gucken' gestellt. Nein, sorry
das ist es leider nicht. Dann hätte ich mein 80/1200 nicht
verkaufen dürfen... Wie oben geschrieben habe ich so meine
Not mit Spiegeln, jedenfalls solange ich sie hin und her
transportieren muss. Ich hatte da so ein Schlüsselerlebnis
vor einigen Monaten, rausgefahren, Schlagloch, angekommen,
aufgebaut, durchgeschaut -> total dejustiert, keine Chance
das vor Ort wieder hinzukriegen :( Grumpf ..., abgebaut und
wieder nach haus gefahren.
Das ist mir mit einem Refraktor noch nie passiert, wobei
ich zugeben muss, wenn das Schlagloch tief genug ist, aber
dann zerbröselts vermutlich vorher mein Auto...

- FH 100/1500 bzw. - ED 100/900
Völlig d'accord. Nur, ich habe einen 80 APO, der Sprung
auf 100 reicht mir da nicht, egal ob FH oder APO. Daher
mind. 5".

-> Einen bezahlbaren APO mit >= 5" ;)

Im Detail, einen bezahlbaren OTA für Mond & Planeten mit
>= 5". Robust und (de-)justierunanfällig, passend auf DX
und meinem hohen Stativ und natürlich mit guter Abbildungs-
qualität. Der 5" FH erfüllt alle Anforderungen, bis auf die
letzte, vermutlich. Aber ich befürchte um diese zu klären
muss ich selbst mal durchschauen.

CS
Heiko
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Ich möchte auch einen Sportwagen der Familientauglich ist und zudem bezahlbar.
So einen APO gibt es nicht, und das ist genau der Grund warum die meißten von uns zu optimierten Newtons größerer Öffnung greifen.
Es führen nunmal mehrere Wege nach Rom. Und der Weg über den Preis führt nunmal zum Newton.
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo!

Der 5" FH erfüllt alle Anforderungen, bis auf die
letzte, vermutlich.
Ein 5" Achromat mit f/10 oder schneller zeigt einen gravierenden Farbfehler. Für Planetenbeobachtung halte ich so ein Gerät für extrem suboptimal.

Ich hatte mal einen Vixen 4" f/15 und der zeigte am Mond einen erheblichen Farbfehler. Ich rate bei einem 5" FH für Planetenbeobachtung zu mindestens f/20, besser f/25 oder f/30. Dafür ist dann aber die GP-DX etwas zu mickrig. :/

Ein Vixen 80L mit 3" f/15 hingegen zeigte ein Top-Bild bei der Planetenbeobachtung, besser als das eines 80ED. Der Farbfehler war zwar sichtbar, beeinflusste aber nicht die Detailwiedergabe.

Hieran sieht man, dass der Farbfehler mit der Öffnung bei gleichem Öffnungsverhältnis zunimmt. Daher mein Rat, wenn es um Plantenbeobachtung geht:
3" f/15
4" f/20
5" f/25


Gruß Harald
 
Hallo Jürgen,

interessante Diskussion - Spiegel, Linse - wobei, darum
gehts mir gar nicht. Ich habe einen Spiegel und bin recht
zufrieden mit ihm, was DS angeht. Bei Mond- Planten ist mir
das Bild zu zappelig, er braucht lange zum Auskühlen (im
Winter) und die 40% Obstruktion lassen sich nicht übersehen.
In meinem 80 ED finde ich das Bild an Mond & Planeten besser
definiert, welch Wunder...

Keine Frage, dass auch Spiegel, Newton, Kutter, etc. hervor-
ragende Mond & Planeten Teleskope sein können. Nur darf man
nicht, wie du schon andeutest, Äpfel mit Birnen vergleichen.

Wenn ich einen Planetenspezialisten mit dem anderen
vergleichen soll, dann einen 5"..6" TMB APO z.B. mit einem
8" ICS Permium Newton. Die spielen dann aber auch preislich
in einer ähnlichen Liga.

Wenn ich die Möglichkeit hätte mein Geraffel fest
aufzustellen wären Refraktoren sehr warhscheinlich kein (!)
Thema mehr für mich. Dann würde ich mir o.g. Premium Newton
oder gleich einen 6" .. 8" Kutter in den Garten stellen.

Wichtiger als das verwendete Fernrohrsystem ist bei unserem Hobby ja die gemeinsame Freude über die Beobachtung des Sternenhimmels und seiner Wunder.
-> So ist es !!

CS
Heiko
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hi Berthold,

Desweiteren bin ich eh´ rot-grün blind: Von was für einem Farbfehler redet ihr hier eigentlich :-))
LOL -> ditto !

Interessante Info. Vielleicht sollte ich mal einen Kontrast-
Booster/Fringe-Killer an meinem 80 APO testen, nur um die
Farbverschiebung einschätzen zu können. Das bereitet mir
halt ein wenig Sorge am FH. Keine Ahnung ob ich damit klar
komme. Mein kleiner APO legt die Messlatte da recht hoch.


CS
Heiko
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Harald,

Ein 5" Achromat mit f/10 oder schneller zeigt einen gravierenden Farbfehler. Für Planetenbeobachtung halte ich so ein Gerät für extrem suboptimal.

Bin ich völlig mit dir. Deswegen auch eingangs
meine Frage ob und wie man den Farbfehler mit diversen
Filtern in den Griff bekommen kann, mit welchen Nachteilen,
Farbverschiebung, oder ob die Filter nur Augenwischerei
sind. Das ein derart schneller FH ohne (welche auch immer)
'farbkorrigierenden' Maßnahmen nicht wirklich so toll ist
war schon klar. Wenn's die DX denn Tragen würde und es noch
so lange FH Objektive geben würde, könnte man auch daran
denken diese zu Falten, nur ich befürchte mit ein oder
zwei Planspiegeln und dem ganzen Drum-Herum bin ich
kostenmäßig auch wieder im Bereich wo sich APOs rumtreiben.

CS
Heiko
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

und es noch
so lange FH Objektive geben würde
Die gibt es noch, und zwar bei D & G Optical.

Falten hat nicht nur preislich Nachteile, es geht auch Licht bei jeder Reflektion verloren. Zweimal gefaltet bedeutet 20% weniger Licht. Die zusätzlichen optischen Flächen sind der Bildqualität auch nicht zuträglich und diese müssen auch zusätzlich justiert werden.
Meine Meinung daher: Faltrefraktoren sind eine Fehlkonstruktion. Entweder einen "richtigen" Refraktor oder ein Spiegelteleskop, aber nicht eine Mischung aus beidem in Form eines Faltrefraktors.


Von Filtern zur angeblichen Verminderung des Farbfehlers schneller Achromaten halte ich gar nichts. Anstelle eines solchen Filters solltest Du Dir lieber von vorneherein ein farbfehlerfreies Teleskop kaufen. Wenn das Geld nicht für einen Apo reicht, dann rate ich zum Kauf eines Spiegelteleskops.

Schnelle Achromaten sind nur bei geringer Vergrößerung sinnvolle Teleskope. Daher für Planetenbeobachtung eine ziemlich schlechte Wahl - daran ändert auch ein dubioser Filter nichts.


Gruß Harald
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Zitat von Harald_M:
Falten hat nicht nur preislich Nachteile, es geht auch Licht bei jeder Reflektion verloren. Zweimal gefaltet bedeutet 20% weniger Licht. Die zusätzlichen optischen Flächen sind der Bildqualität auch nicht zuträglich und diese müssen auch zusätzlich justiert werden.
Meine Meinung daher: Faltrefraktoren sind eine Fehlkonstruktion. Entweder einen "richtigen" Refraktor oder ein Spiegelteleskop, aber nicht eine Mischung aus beidem in Form eines Faltrefraktors.

Hi!

Kleiner Einspruch: Faltrefraktoren können durchaus Sinn machen. Wir haben auf der Sternwarte einen 150/2250-Coudé-Refraktor, der "am Stück" nicht mal in die Kuppel passen würde - und da wir das Gerät mittlerweile fast ausschließlich für helle Ziele wie Sonne/Mond/Planeten/Doppelsterne benutzen, bei denen wir scharfe Bilder wollen, ist das optimal. Lichtverlust? Wen juckt's - für Sonne/Mond/Mars werden eh Filter eingeschraubt, da stören die beiden Umlenkspiegel nicht. Für alles was lichtschwächer ist, steht nebenan ein C14. (Linse + Spiegel = genial, um eine Signatur mal zu zitieren)
Das setzt natürlich hochwertige (=plan-ebene) Spiegel voraus. Zeiss hatte sowas verbaut, daher ist die Optik einwandfrei. Das so eine Konstruktion für einen Amateur schon preislich eher uninteressant ist, steht auf einem anderen Blatt (Zeiss is nice, but twice the price) - aber grundsätzlich verdammenswert ist ein Faltrefraktor nicht. Nur halt ein ziemlicher Spezialist. Wobei ein Coudé eh nochmal eine Spezialform vom Faltrefraktor ist, die heute leider keiner mehr in Serie herstellt.

Gruß,
Alex
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hi,

Mond- und Planetenaufnahmen aus Dietmars 9" Falttonne bei gutem Seeing waeren mal interessant, da erwarte ich ja mindestens das Niveau meines C9 :/ Natuerlich geben Aufnahmen nicht genau den visuellen Eindruck wieder, aber als Indikator taugen sie schon.
Da frage ich mich mal wieder, warum es so wenige und noch viel weniger richtig gute Planetenaufnahmen aus APOs gibt ?)

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Sven!

Was für Probleme und Problemchen siehst Du denn beim Scopos?

Ich beobachte seit 1977 Mond und Planeten mit Schwerpunkt Jupiter. Seitdem habe ich einige Fernrohre erlebt. Allerdings keinen einzigen Fraunhofer bzw. Achromaten ohne Farb"fehler". Auch das AS 80/1200 war nicht frei davon, ist halt kein Apochromat!

Mit dem Scopos habe ich z.B. 2006 und 2007 Jupiter intensiv beobachtet. Vergrößert habe ich mit einem 4mm TMB Planetary, mit einem 7.5mm Spectros + 2x AP-Barlow oder mit einem 6mm Zeiss Ortho + Barlow. Manchmal ging auch nur das 5mm Spectros, die Bedingungen waren ja ziemlich bescheiden. Mit allen Kombinationen habe ich keinen Farbsaum gesehen. Kontrast und Detailsichtbarkeit waren besser als mit dem 80/1200. Das 4mm TMB hat einen sehr bequemen Einblick, und an den etwas schwierigeren Einblick in die Orthos habe ich mich in 30 Jahren gewöhnt. Gleiches gilt für meine Mondbeobachtungen. Bei allen Vergrößerungen war der Mondrand ohne Farbsaum, auch am Mond bessere Detailsichtbarkeit als im AS, feine Abstufungen in den "Grau"tönen kamen viel besser. Die echten Mondfarben waren dagegen gut zu sehen, ich habe mich dazu hier mit Text und Bild geäußert.

Ich habe meinen Scopos nicht vermessen, sondern kann nur Erfahrungen aus der Beobachtung mitteilen. Der Scopos ist kein Voll-Apo, sondern ein recht gut korrigierter Halb- oder Dreiviertel- oder wie man das sonst nennen will-Apo. Mein Exemplar war das beste 80mm-Teleskop, das ich in Benutzung hatte und hat mir viel Freude bereitet. Das meine ich mit "erheblich", wobei da auch noch die bessere Handhabung erwähnt werden muß. Mein "erheblich" kommt nicht aus irgendwelchen prall gefüllten Lagern, das ist wohl eine andere Geschichte.

Grüße von Michael.
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Michael,

ein AS ist ja justierempfindlich. Das scheint wohl nicht ausgeschlossen worden zu sein. Ein APO hat auch einen Farbfehler, nur einen sehr geringen. Wenn der Scopos nur ein recht gut korrigierter "Marketing-Apo" ist, also einen Farbfehler zeigt, dann ergibt sich daraus doch, dass "erheblich" wohl nicht aus dem Farbfehler resultieren kann.
Es ist also stark zu vermuten, dass bei Deinen beiden Gerätem in Wahrheit nicht die Frage "ED-Apo" oder "langer Achromat" für die unterschiedliche Leistung entscheidend war, sondern andere optische Defizite des Zeiss AS. Hier steht Dejustage an erster Stelle, das AS wird in der Fachliteratur als Justierempfindlich beschrieben und im Verlauf von 10 bis 30 Jahren ist eine Dejustage nicht besonders ungewöhnlich.
Allerdings, was das 4mm TS Planetary angeht, da würde ich wieder sagen: Gegen ein 4mm Mono müsste das erstmal bestehen! Da der Scopos f/7 hat, macht das auch Sinn.

Clear Skies
Sven
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Heiko,

auch ein 5" FH mit nur F/10 (wie der Antares Elite) wird dir nicht mehr zeigen als der viel kürzere und farbreine ED 100/900.

Wenn du also einen Planetenrefraktor haben willst der dir mehr zeigt als dein jetziger 80er APO kommt ohnehin nur ein 4" ED aus China-/Taiwan in Frage. Ein 5" Apo ist dir ja wieder zu teuer, ein 5" FH zeigt nicht mehr als der 4" ED und ist auf der DX nicht sinnvoll montierbar.

Als sehr gute Alternative sehe ich ein 6" Maksutov-Cassegrain von Intes-Micro mit Lüfter. Würde hervorragend zur DX passen, zeigt deutlich mehr als der 80er Apo und ist justierstabil. Zudem ist es immer wieder mal gebraucht zu fairem Preis zu bekommen.
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Sven!

Da muß ich Dich mal enttäuschen, mein AS war so perfekt wie möglich, auch in der Justage und in der sphärischen Korrektur. Ein Blick auf den Mondrand hätte genügt, um den Unterschied zwischen beiden Optiken zu zeigen. Es war schon die Farbkorrektur, die den Unterschied machte.
Was das Okular betrifft, gebe ich Dir Recht. Und wenn ich das Geld hätte, dann würde ich mir auch noch einen Satz Abbé Orthos kaufen. Mein Satz 0.96" Zeiss-Orthos geht runter bis 4mm, aber das 4er tue ich mir nicht mehr an, seitdem ich es mit dem 4er TMB Planetary direkt verglichen habe. Letzteres zeigt wenigstens die gleiche Schärfe wie das Zeiss, ist subjektiv allerdings besser, weil es 60° Gesichtsfeld und eine vergleichsweise riesige Augenlinse hat (zuletzt verglichen am vergangenen Sonntag am Zeiss B 130/1110 Refraktor).
Sicher gibt es ein ideales Planetenequipment in jeder Größenklasse, aber wer kann sich das leisten? Wenn ich es könnte, dann hätte ich einen langbrennweitigen 6" Apo Refraktor und einen Satz Zeiss Abbé Orthos o.ä.; aber ich kann es nicht, und deshalb habe ich viel Freude an den fehlerhaften Gerätschaften, die ich mein Eigen nenne!

Grüße von Michael.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Michael,

der 6" Apo lockt mich für Planeten nicht hinter'm Ofen vor, einmal durch einen perfekten Newton mit 8" geblickt und man ist für's Marketing versaut - Hoher Preis = unschlagbar zieht da nur Gelächter nach sich!
Jedenfalls, sei's drum, Jupiter stand tief, aber wenn bei Jupiter im 80L nur atmosphärische Refraktion sichtbar wird, kann irgendwie kein "erheblich" mehr kommen. Von daher, sorry, behalte ich da meine Zweifel. Immerhin, ein 80mm ED mit f/7 kann so gut sein, wie ein Fluorit-Kristall, wenn FPL-56 oder vergleichbares sauber verrechnet drin steckt (siehe im Laux). Dagegen spricht aber, dass Du von einem deutlich erkennbaren Restfarbfehler bei dem neuen Gerät sprichst. Passt für mich alles nicht zusammen.

Clear Skies
Sven
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hi binoviewer,

da keine Not am Mann ist werde ich mir noch etwas Zeit
lassen und habe vielleicht die Gelegenheit hier und da
mal durchzuschauen. Vielleicht klärt sich da einiges
auf. Mak-Cass habe ich auch bereits geschaut, aber einen
gar nicht so üblen VMC (ist auch nicht viel anders)
habe ich bereits mit den genannten Problemen. Sei's drum,
wir werden sehen. Irgendwann im Sommer werde ich wohl
zuschlagen und bis dahin weiß ich hoffentlich auf was.

CS
Heiko

 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Sven!

Zitat von Sven_Wienstein:
...dass Du von einem deutlich erkennbaren Restfarbfehler bei dem neuen Gerät sprichst...

Ich habe davon nicht gesprochen!

Zur ergänzenden Erklärung zu meinem letzten Beitrag: ich bin unheilbarer Refraktorist, und in meine Traumsternwarte gehört ein Refraktor wie beschrieben. Einen guten Spiegel habe ich allerdings auch, den aber nur noch für deepesten Sky!

Gruß, Michael.
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Michael,

ich habe gestern den 80/1200 nochmal auf der Monti gehabt. Es bot sich mal Gelegenheit und der Mond stand auch passend für Beobachtung in Bauchlage ;)
Diesmal konnte ich einen Farbfehler bemerken, was allerdings nicht einfach war. Es gibt einen ungeheuer dunklen, violetten Saum, der nur an hellen Objekten wahrnehmbar ist. Er erstreckt sich in etwa bis zum zweiten Beugungsring. Am Mondterminator fällt das praktisch nicht auf, aber gestern war der Rand von Copernicus sehr hell beleuchtet, und hier entstand tatsächlich eine leichte Gelbfärbung, während man den violetten Saum kaum wahrnehmen konnte. Direkt am Terminator war ein Farbstich eher eine Frage der Fokussierung, das ganze mit 150x und 170x.
Mars zeigte sich auch mehr rotorange als von Spiegeloptiken gewohnt. Da habe ich aber Zweifel, ob der violette Farbsaum dafür als begründung reicht, weil der auch an Mars nur ungeheuer schwer wahrnehmbar war. Ich glaube, die Glassorten haben einfach eine weniger gute Blautransmission. Ein Wechsel von Prisma auf Zenitspiegel brachte da keine Änderung. Verwendet habe ich als Okulare das Planetary HR 7, das Speers-Zoom 5-8 und das Seben Zoom 24-8.
Es besteht also schon ein Verbesserungspotenzial, ich denke allerdings, dass dies mehr bei der Transmission der verschiedenen Glassorten zu finden ist, und nicht beim reinen Farblängsfehler. Denn den haben ja viele EDs auch noch.

Clear Skies
Sven
 
Re: Mond & Planeten: besser keinen FH

Hallo Oliver,

bin beim Googlen zufällig auf dieser Seite gelandet und sehe, dass man sich hier immer wieder gerne zum Thema "Linse gegen Spiegel" erhitzt.

Leider habe ich gegenwärtig wenig Zeit für die Astronomie und glaube deshalb auch, Deine folgende Frage beantworten zu können:

Da frage ich mich mal wieder, warum es so wenige und noch viel weniger richtig gute Planetenaufnahmen aus APOs gibt.
APOs werden wohl eher von solchen Zeitgenossen gekauft, die viel Zeit in ihren Job stecken und denen demzufolge weniger das Geld als die für die Astrofotografie erforderliche Zeit fehlt. Sie erfreuen sich vielleicht ab und zu an einer visuellen Beobachtung, die dann aber auch ohne lange Rüst- und Wartezeiten zuverlässig funktionieren muss.

Noch eine allgemeine Bemerkung zu dieser Diskussion: Wünschenswert ist doch im Idealfall eine möglichst große Öffnung bei möglichst gutem Seeing. Meistens kann man nicht beides gleichzeitig haben. Jeder muss da einen für ihn selbst geeigneten Kompromiss finden, wenn er nicht gerade das Glück hat, mit großer Öffnung weit außerhalb der Stadt zu wohnen.

Große Öffnung steht meistens stationär und kann - zumindest an stadtnahen Standorten - selten bis niemals an ihrer Leistungsgrenze genutzt werden. Ich selbst begnüge mich mit einem offenen Faltrefraktor mittlerer Öffnung, bin damit aber beweglich und kann das Instrument außerhalb der Stadt bei deutlich besserem Seeing ohne Auskühlzeit und Justage und oft genug an seiner optischen Leistungsgrenze nutzen.

Gruß, Jan
 
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