wime
Aktives Mitglied
Hallo alle zusammen,
nach 11/2 Jahren Schleif-Polier und Bastelarbeit war es gestern abend endlich soweit. Mein Selbstbauprojekt sah First-Light und haut mich echt um.
Umstände der Beobachtung:
Innenstadt-Balkom in Aachen Grenzmag 4.0-4.2mag,
Kräftiger Nord-Westwind,
Seeing stört ein wenig,
Abmaße des Selbstbau's:
356mm Durchmesser, 2100mm Brennweite, 2,6" Fangspiegel
Okulare: 32mm Erfle (65x); 18mm Ortho (116x);
9mm Ortho (233x); 4,9mm Siebert (428x)
Begonnen habe ich mit dem Mond. Und es war ein echter Spaziergang, auch wenn das Bild ein wenig waberte, aber das kann unser Kopf ganz gut ausgleichen. Als es etwas dunkler wurde hab ich dann genauer hingeschaut und versucht ein paar Formationen zu erkennen. Und da waren sie Rima Huygens, Rimae Triesnecker mit klitzeklitzekleinen Kratern. Später nachgeschaut (da waren welche dabei die im Rückl nicht mehr eingetragen sind) Die die ich vermessen konnte waren auf jedenfall kleiner gleich 1km Durchmesser. Das Scope ist in Ordnung, vor allem deshalb weil ich auch bei 428x noch gut beobachten und nachführen kann.
Als nächstes mußte natürlich Jupiter drankommen.
Also erstmal das 32mm rein suchen finden, boah. Sofort Bänder zu sehen.
Rannholen 18mm rein und mir fällt die Kinnlade runter, ich mache einen Freudentanz auf dem Balkon (demnächst gehe ich wieder in die dunkle Eifel, sonst liefert mich irgendwann mal jemand ein). Bänder haben strukturen, GRF mit innerer Struktur und deutlichem weißen Saum. Turbulenzen im SEB. Dunkles zentralband (schwach aber zu sehen!) zwischen NEB und SEB. Dunkler Knoten am Nordrand des NEB, mehere Streifen noch südlich des SEB. Ein Mondschatten (das war Europa!) gestochen scharf!! Die ganze Arbeit hat sich jetzt schon gelohnt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Jetzt aber mal vergrößern zuerst das 4,9mm rein und BOAAH, dann das 9mm probiert, auch boah und sogar ein bißchen besserer Kontrast. Was ich wirklich heftig finde ist, daß die Monde deutlich als Scheibchen zu erkennen sind (MARS - ich komme <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )
Dann schnell noch Saturn angepeilt und ein ähnliches BOAH, wobei hier die Heizungen der Stadt das Bild schon deutlich beeinflussen.
Dann noch ein wenig unernsthaft durch die Gegend gespechtelt:
Eskimo-Nebel mit Doppelschale.
M35 Wahnsinn
M67 das muß unter dunklem Himmel wiederholt werden
M37, M36, M38 auch Klasse, wobei die Sternchen jetzt echt kleine Nadelstiche sind.
Ich bin überglücklich und sicher dieses Gerät häufiger nach draußen zu schleppen!
Was ich allerdings hier mal feststellen möchte ist, dass ein solches Scope vielleicht mehr von den athmossphärischen Störungen zeigen (426x ist schon was) mag, aber das was ich gestern gesehen habe, insbesondere an Jupiter, hab ich mit meinem 6" Gerät selbst bei bestem Wetter und Seeing noch nicht zu sehen bekommen. Das kann an meiner mangelnden Erfahrung liegen, aber alle Sprüche über die "Seeing-Anfälligkeit" bis zur Unbrauchbarkeit solcher Optiken in diesen Situationen, sind für mich seit gestern abend widerlegt. (Ich denke sicherlich wird ein 12"-Refraktor mehr zeigen als mein Scope, aber wer hat schon das Geld für 12" Fraunhofer?)
Gruß und
Clear Skies wünscht
Winfried
nach 11/2 Jahren Schleif-Polier und Bastelarbeit war es gestern abend endlich soweit. Mein Selbstbauprojekt sah First-Light und haut mich echt um.
Umstände der Beobachtung:
Innenstadt-Balkom in Aachen Grenzmag 4.0-4.2mag,
Kräftiger Nord-Westwind,
Seeing stört ein wenig,
Abmaße des Selbstbau's:
356mm Durchmesser, 2100mm Brennweite, 2,6" Fangspiegel
Okulare: 32mm Erfle (65x); 18mm Ortho (116x);
9mm Ortho (233x); 4,9mm Siebert (428x)
Begonnen habe ich mit dem Mond. Und es war ein echter Spaziergang, auch wenn das Bild ein wenig waberte, aber das kann unser Kopf ganz gut ausgleichen. Als es etwas dunkler wurde hab ich dann genauer hingeschaut und versucht ein paar Formationen zu erkennen. Und da waren sie Rima Huygens, Rimae Triesnecker mit klitzeklitzekleinen Kratern. Später nachgeschaut (da waren welche dabei die im Rückl nicht mehr eingetragen sind) Die die ich vermessen konnte waren auf jedenfall kleiner gleich 1km Durchmesser. Das Scope ist in Ordnung, vor allem deshalb weil ich auch bei 428x noch gut beobachten und nachführen kann.
Als nächstes mußte natürlich Jupiter drankommen.
Also erstmal das 32mm rein suchen finden, boah. Sofort Bänder zu sehen.
Rannholen 18mm rein und mir fällt die Kinnlade runter, ich mache einen Freudentanz auf dem Balkon (demnächst gehe ich wieder in die dunkle Eifel, sonst liefert mich irgendwann mal jemand ein). Bänder haben strukturen, GRF mit innerer Struktur und deutlichem weißen Saum. Turbulenzen im SEB. Dunkles zentralband (schwach aber zu sehen!) zwischen NEB und SEB. Dunkler Knoten am Nordrand des NEB, mehere Streifen noch südlich des SEB. Ein Mondschatten (das war Europa!) gestochen scharf!! Die ganze Arbeit hat sich jetzt schon gelohnt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Jetzt aber mal vergrößern zuerst das 4,9mm rein und BOAAH, dann das 9mm probiert, auch boah und sogar ein bißchen besserer Kontrast. Was ich wirklich heftig finde ist, daß die Monde deutlich als Scheibchen zu erkennen sind (MARS - ich komme <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )
Dann schnell noch Saturn angepeilt und ein ähnliches BOAH, wobei hier die Heizungen der Stadt das Bild schon deutlich beeinflussen.
Dann noch ein wenig unernsthaft durch die Gegend gespechtelt:
Eskimo-Nebel mit Doppelschale.
M35 Wahnsinn
M67 das muß unter dunklem Himmel wiederholt werden
M37, M36, M38 auch Klasse, wobei die Sternchen jetzt echt kleine Nadelstiche sind.
Ich bin überglücklich und sicher dieses Gerät häufiger nach draußen zu schleppen!
Was ich allerdings hier mal feststellen möchte ist, dass ein solches Scope vielleicht mehr von den athmossphärischen Störungen zeigen (426x ist schon was) mag, aber das was ich gestern gesehen habe, insbesondere an Jupiter, hab ich mit meinem 6" Gerät selbst bei bestem Wetter und Seeing noch nicht zu sehen bekommen. Das kann an meiner mangelnden Erfahrung liegen, aber alle Sprüche über die "Seeing-Anfälligkeit" bis zur Unbrauchbarkeit solcher Optiken in diesen Situationen, sind für mich seit gestern abend widerlegt. (Ich denke sicherlich wird ein 12"-Refraktor mehr zeigen als mein Scope, aber wer hat schon das Geld für 12" Fraunhofer?)
Gruß und
Clear Skies wünscht
Winfried