First Light 20x80 im Schützen

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sternengucker

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Hallo zusammen!

Zunächst eine kleine Vorgeschichte:

In meinem Südtirolurlaub vor 2 Wochen, hatte ich kurz die Möglichkeit, durch ein paar Wolkenlöcher mit meinem TS10x60 Fernglas zu beobachten.

Der freie Himmelsausschnitt gab nicht sonderlich viel her, und so blieb es beim Kleiderbügelsternhaufen, der Spiralradgalaxie M101 und der Strudelgalaxie M51.

Wow, Galaxien mit dem Fernglas? Ist mir ja noch nie passiert, aber sie mussten es sein. Zwar nur ganz schwach, aber immerhin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Und das war der Auslöser: Ich wollte "fernglastechnisch" aufrüsten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Letzte Woche Donnerstag war es dann soweit - nachdem ich mein neues TS20x80 beim Händler abgeholt hatte, musste es natürlich auch möglichst bald ausprobiert werden.

Glücklicherweise hatten wir einen klaren Himmel, und so ging es gegen kurz vor 10 in Richtung Taubenberg. Der 12-Zoll-Dobson musste diesmal im Keller bleiben - dafür war das Fernglas mit Stativ und Selbstbaubeobachtungsstuhl innerhalb von 3 Minuten im Kofferraum verstaut - toll <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Am Beobachtungsplatz angekommen, traf ich auf Peter mit seinem 20-Zoll-Eigenbau, auf Markus mit einem ich glaube 12-Zoll-Dobson, und auf Gernot (wie immer eigentlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) mit "Anhang".

Innerhalb von 5 Minuten war auch schon alles aufgebaut, mit freiem Blick in Richtung des Schützen. Dort wollte ich das neue Glas testen.

Der Himmel sah wirklich gut aus, die Milchstrasse schimmerte so gegen halb 11 langsam aus dem Zenith, und die Luft schien sehr ruhig.

Einzig Richtung Süden war es recht dunstig, und dummerweise schimmerten einige Lichter eines in der Nähe befindlichen Ortes in diesen Dunst hinein - somit war die Sicht in Richtung Schütze nicht sonderlich gut.

Aber was solls, es ging alsbald frisch ans Werk!

Da sich der Skorpion langsam Richtung Bäume bewegte, fing ich mal damit an. Zu sehen gab es sehr einfach den KS M4, den KS M80 konnte ich nur schwach ausmachen. Den OS M7 konnte ich ebenso nur sehr schwach sehen, dafür den Schmetterlingshaufen M6 umso besser - schaut super aus!

Nun ja, dann gehen wir doch gleich mal weiter in den Schlangenträger, der sich gleich über dem Skorpion befindet. Dort beobachtete ich die KS M107, M12, M10, M9 und M14. Alle waren leicht zu finden, und erschienen als matte, helle Flecken. Der OS IC4665 sowie die KS M62 und M19 kamen danach an die Reihe. Allesamt sehr schön anzusehen.

Dann ging es in den Schützen. Dieser stand nun weit genug über dem Horizont, allerdings leicht "verdunstet".

Ich arbeitete mich von unten nach oben durch. Hier die beobachteten Objekte:

Die KS M54 und M70 konnte ich nicht auffinden, M69 war sehr schwach zu erkennen. Der superhelle KS M22 sprang mich förmlich an, beeindruckend, auch schön der KS M28.

Danach ging es dem GN M8 an den Kragen, der Lagunennebel sah einfach toll aus! Das dunkle Band in den Mitte war sehr schön zu erkennen. Bei M20, dem Trifidnebel konnte ich die Dreiteilung sehr schwach erkennen, gleich daneben der OS M21, auch recht hübsch.

Weiter zum OS M23, ebenfalls ein netter Kandidat. Ein Schwenk nach links brachte mich zu M24, einem Bereich der Milchstrasse. Ein Wahnsinn, wieviele Sternlein dort funkeln - der Eindruck ist mindestens so gut wie mit meinem 12-Zöller und Denkmeierbino... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Noch ein Stückchen weiter links traf ich auf den OS M25, der ebenfalls wunderschön aussieht. Zurück ging es zu M24, dann ein Stückchen nach oben zum OS M18, der sich in die Milchstrasse eingebettet hat, und mit dieser um die Wette funkelt.

Direkt darüber M17, der Omeganebel, für mich eher Schwanennebel, da die Form von M17 meiner Ansicht nach eher dem Schwan entspricht. Und diese Form war auch einfach mit dem Fernglas zu sehen, Details leider keine, aber dafür ist ja auch der Dobson da <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Oberhalb von M17 befindet sich der Adlernebel M16, allerdings fielen mir mehr die Sterne des Sternhaufens auf, statt der Nebel drumherum. Dieser war nur sehr schwach erkennbar.

Nun verlegte ich meine Beobachtungsrichtung ein wenig weiter nach links an den Rand des Schützen. Dort gab es noch die KS M55, M75 und M30 zu sehen, allesamt sehr interessante Objekte.

Nach dieser Schützenrundtour ging es zu den Sternbildern Pfeil und Füchschen. Der erste Kandidat war der KS M71, zweiter war der PN M27, der Hantelnebel. Diesen hatte ich vor einiger Zeit bereits mit dem Dobson besucht, das Fernglas zeigte mir nicht soviele Details, aber die Form war eindeutig erkennbar - super!

Das letzte Objekt des Abends war der PN M57 in der Leier, der Ringnebel. Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich doch das Aufsuchen eines Objekte mit dem Fernglas und dem Dobson unterscheidet. Da ich an meinem Dobson nur noch einen Telrad und keinen Sucher montiert habe, peile ich damit immer den Stern "oberhalb" M57 an, und fahre dann bei geringer Vergrösserung nach unten. Irgendwann taucht M57 dann im Bino auf. Mit dem Fernglas ist das ganz anders, da sind gleich beide Sterne, ober- und unterhalb von M57 im Blickfeld, und noch viele, viele mehr, so dass das Aufsuchen eines relativ kleinen Objektes nicht gerade einfacher wird. Dazu kam dann noch die Position Nahe des Zenith, bei der ich mir fast den Hals verrenkte. Aber dennoch, M57 war als Minischeibchen zu sehen.

Zu guterletzt habe ich mir noch Ha+Chi sowie die Andromedagalaxie angetan, besonders M31 beeindruckte durch eine enorme Ausdehnung, welche mit dem Dobson so nicht rüberkommt, ferner war die Begleitgalaxie M110 einfach sichtbar.

Danach noch die beiden o.g. Galaxien M101 und M51, welche relativ hell erschienen. Bei M51 war auch NGC5195 mit zu erahnen. Zu allerletzt musste noch ein Doppelstern her, ich nahm Mizar und Alcor im Grossen Wagen ins Ziel. Ein toller Anblick, zumal ich alle 3 Komponenten zusammen sehen konnte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Anschliessend war es bereits halb 2, ich packte meine Sachen in den Kofferraum, und fuhr heim, um von den Sternen zu träumen.....

Fazit: Ich hätte nicht gedacht, daß die Beobachtung mit einem Fernglas soviel Spass machen kann! Das 20x80 ist ein Superglas, wenn man ein vernünftiges Stativ verwendet. Ohne ist nicht.

Die Abbildung der Sterne ist nadelfein, und mit eingeklappten Augenmuscheln ergibt sich ein herrliches, weitwinkliges Schwebegefühl <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Somit wird dieses neue Spielzeug, sobald mein neues Stativ geliefert wurde, entweder als einziges Instrument dabei sein, oder zumindest zusammen mit meinem Dobson. Das hat es sich verdient!!!

Ich hoffe, der BB konnte meine Begeisterung des abends ein wenig rüberbringen...
 
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