First Light Canon 10 x 42 L IS

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astroluchs

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Hallöchen,

da heute ein bedeckter Himmel ist, musste das First Light heute leider im Wohnzimmer stattfinden. Zuerst mal durchgeschaut und scharfgestellt. Dann den Augenabstand eingestellt und den Dioptrienausgleich gefunden. Und voila, der Türgriff in ca. 3 m Entfernung zeigt jede Unebenheit in der Eloxierung. Dann auf den Dual Plattenspieler gerichtet. Die Beschriftung unter den Knöpfen kann man aber nicht lesen. Kein Wunder ich sitze auch in 2m Abstand davor. Wie sieht es mit der Tageszeitung aus. Mein Vater hält sie in die Höhe. Ich gehe auf 3 m Abstand und er hält die Zeitung verkehrtherum. Umdenken ist man zwar gewöhnt, aber was der Kloppo heute zu sagen hat, steht Kopf. Das Blatt wendet sich, Kloppo meint, ein schlechter Tag und sein Verhalten, deshalb haben sie verloren.
Schaltet man die Bildstabilisierung aus, wird die Sache etwas schwammig, man erkennt zwar noch die Buchstaben aber das lesen fällt schwerer. Mit Bildstabi bereut Kloppo sein Verhalten und gelobt Besserung. Fantastisch diese Erkenntnis und der klare Blick dafür. Die Küchenwaage zeigt 1250 Gramm. Viel Geld für ein bißchen Fernglas, aber es macht glücklich.

Hoffentlich reißt morgen der Himmel auf, dann gibt es neues.

Gruß Luchs
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Sehr schön. Ich freue mich schon, wie's weitergeht - vor allem dann am Himmel.
 
Es geht weiter, aber zuerst mit der Bedienungsanleitung. Steht da doch glatt: haften Schmutz oder Sand am Fernglas soll man es unter fließenden Wasser, wie beim Händewaschen reinigen. Ist es dann immer noch schmutzig, soll man es in einen mit Wasser gefüllten Eimer tauchen und sanft hin- und herbewegen. Sollte es mit Salzwasser in Berührung gekommen sein, wird eine 2-stündige Wässerung im Eimer unter Wasser empfohlen. Dann mit einem weichen, sauberen und trockenen Tuch abzuwischen und im Schatten trocknen lassen. Es wird jedoch darauf hingewiesen das Glas keinesfalls mit einem Fön o.Ä. zu trocknen und auch nicht in eine Waschmaschine zu stecken. Für letzteren Hinweis bin ich sehr dankbar. Danke Canon.

Jetzt interessiert mich eigentlich nur noch, ob auch am Nachthimmel alles in trockenen Tüchern ist oder ob es Ausreißer gibt. Den wassergefüllten Eimer nach Gebrauch stelle ich schon mal bereit :)

Gruß Luchs
 
Sensationell. Scheint ja echt wasserdicht zu sein das Teil.
 
Also so geht es weiter:

Ich konnte gestern abend nur den ziemlich bewölkten Himmel anschauen. Zuerst Altair und dann Deneb ins Visier genommen.
Ohne Bildstabi zittert das Bild herum und zeigt eine deutliche Leuchtspur, genauso wie wenn man eine Wunderkerze anzündet und sie in der Nacht umherkreist. Mit Stabi bleibt das Bild plötzlich stehen und man wundert sich. Der Fokus lässt sich wie bei jedem Fernglas getrennt für beide Auge einstellen. Und da kommt auch schon der Knackpunkt. Normalerweise trage ich ein Brille mit leichter Korrektur 1,5 Diop. links. Nun weiß ich nicht genau ob das Fernglas dies beim Scharfstellen komplett ausgleicht, wenn ich ohne Brille betrachte. Die Gläser der Brille korrigieren ja auch andere Sachen, weiß der Augenarzt warum. Jedenfalls merkt man schon mit welchem Auge man besser bzw. schärfer sieht und mit welchem nicht.
Ansonsten kann man die Augenmuscheln in der Länge in 3 Raststufen einstellen, der Dioptrienausgleich erfolgt ebenfalls durch einen Stellring der sich durch hin- und herziehen feststellen lässt.
An einem Flugzeug in ca. 2-3 km Höhe konnte ich nicht nur die Positionsleuchten deutlich erkennen, grün und rot an den Flügelspitzen ein rotes im vorderen Teil des Rumpfes und ein kleineres grünes am Heck, sondern auch die beleuchteten Kabinenfenster. Zwar nicht einzeln, aber doch als deutliches Lichtband am Rumpf. Dann wurden die Arme schwer und das First Light war vorerst beendet.
 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo herr Luchs! ;-))

Da ich auch das Canon 15x50 IS habe, möchte ich gerne mal fragen, wie sich bei dir die stabilisierung bei "pünktförmigen lichtquellen" (laternen, ampel, sterne) verhält??

Bei meinem gerät, dass ich mir 2006 gekauft habe, ist es leider so, das alle sterne oder punktförmige lichtquellen wenn der IS aktiviert ist, leider etwas unscharf, oder eher verschmiert mit so eine art schweif sind...

Tags über ist das CANON spitze, die 15 fache vergrößerung in der IS bereichen mich sehr, vor allem weil ich mit dem fernglas oft kanu / kajak fahre, und da ist der IS einfach spitze!!

Wie ist deine wahl auf das 10x42 statt auf das 15x50 gefallen, das günstiger wäre und mehr öffnung + vergrößerung hätte?

Lg, Marius
 
Hallo Marius,

die Stabilisierung ist gut. Keine Unschärfe während IS Betrieb festgestellt. Ich bin vom Gesichtsfeld in Grad ausgegangen und von der Austrittspupille. Das Canon ist mit 6,5 Grad angegeben, mein Zeiss Dekarem 10 x 50 hat 7,3 Grad. Die anderen Canon IS Gläser haben ein kleineres Gesichtsfeld. Wesentlich kleiner als das Zeiss sollte es möglichst nicht sein. In der Praxis ist zwischen dem Zeiss und meinem Canon kaum ein Unterschied feststellbar. Auf dem Stativ stellt man dann fest dass das Zeiss geringfügig größer abbildet. Außerdem sollten die ED Gläsern einen wesentlichen Qualitätssprung erbringen. Ob dieser Qualitätssprung wirklich gegeben ist konnte ich in der kurzen Zeit noch nicht feststellen. Auch was die Bildhelligkeit angeht muss ich noch testen.

Gruß Luchs
 
Ich möchte mich nochmals präzisieren. Nimmt man Altair ins Visier sind die beiden Sterne oben und unten noch gut im Gesichtsfeld und es bleibt noch etwas Luft übrig und zwar in beiden Gläsern. Der Unterschied ist marginal ebenso die Bildhelligkeit in beiden Gläsern. Der Einblich ist im Zeiss etwas besser aufgrund der größeren Austrittspupille. Was mich jedoch etwas stört ist, dass die Abbildungseigenschaften im 40 Jahre alten Zeiss Dekarem kaum schlechter ist. Von den ED Gläsern habe ich mir etwas mehr versprochen, aber ich lasse das überprüfen und dann wieder von mir hören.

Gruß Euer Luchs
 
Hallo Astroluchs,

die Randschärfe des Canon sollte sich vom CZJ schon deutlich unterscheiden (ich weiß, das liegt nicht nicht an den ED-Gläsern). Was sind das für Gegenlichtblenden an Deinem Canon? Sind die nachträglich von Dir montiert?
 
Die Gegenlichtblenden sind zusätzlich angeschraubt auch wegen Vermeidung von Taubeschlag. Mir wäre es eigentlich lieber wenn die Mittenschärfe auf der Achse deutlich besser wäre, aber wie gesagt, abwarten und die Leute Ihren Job machen lassen. Oder warten bis der Augenarzt kommt.

Gruß Luchs
 
Hallo Luchs,

nun, bezüglich "Mittenschärfe" ist halt mit einem 40 Jahre alten Dekarem nicht gut Kirschen essen. Ein solches darf auch gut 50 oder 60 Jahre alt sein. Mich wundert Dein Vergleich überhaupt nicht. Ich stelle immer wieder fest, daß ein Dekarem, selbstverständlich in gutem Zustand, im Bereich der Mittenschärfe auch hochpreisigen Gläsern nicht, oder kaum nachsteht.

Nun könnte es sein daß Du von dem Canon vielleicht zuviel erwartet hast. Ich kenne das Canon nicht, deshalb neige ich zur Vorsicht. Aber wie erwähnt, so ohne weiteres die Mittenschärfe eines Dekarem zu übertreffen, sehr schwer. So meine bisherigen Erfahrungen.

Gruß an Dein Dekarem :/

Mike
 
Hallo Luchs,

dein Canon ist völlig in Ordnung!
Man muss nur wissen, dass die Optikberechnungen bereits in den 30er Jahren des v. Jahrhunderts abgeschlossen war. D.h. man wusste schon damals wie man ein brilliantes Objektiv zu konstruieren hat.
Leitz/Leica hat es vorgemacht: selbst 60 Jahre alte M- Objektive dieses Herstellers können noch heute mit den besten aktuellen Optikdesign`s anderer Hersteller mithalten.

Grüsse
Manfred
 
Hallo Manfred,

der Augenarzt war da bzw. ich war da. Nach eingehender Prüfung und Beratung wurde das Tragen einer Gleitsichtbrille empfohlen.
Ob das Auswirkungen auf das Benutzen eines Fernglases hat, konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

Gruß vom Luchs
 

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Hallo Mike,

von dem Fernglas erwarte ich eigentlich nur soviel wie es kostet. Und da es viel kostet erwarte ich auch viel, nicht mehr und auch nicht viel weniger. Das Glas ist inzwischen wieder beim kulanten Erstbesitzer. Das Geld benötige ich jetzt erstmal für ne Gleitsichtbrille. Dann sieht man weiter.

Die Streulichtblenden sind von B & W. Kann man Googeln und Händler finden.

Und die Moral von der Geschicht: Wenn man das Geld für neu nicht aufbringen kann oder will, sollte man es bleiben lassen.

Luchs mit Gleitsicht

 
Das ist ein Spitzenglas! Ich würde es nicht mehr hergeben, dazu sind Optik und Bildstabilisierung einfach zu gut.

Ich halte überhaupt eine Bildstabilisierung für ungleich wichtiger als eine höhere Vergrößerung. Wer noch durch kein Glas mit Stabilisierung geschaut hat, weiß gar nicht, was ihm entgeht. Z.B. sind Leica/Zeiss/Swaro und Co. ja wunderbare Gläser auf dem Stativ, aber frei Hand schlägt JEDES Canon mit Bildstabil die teuren Mitbewerber bei Weitem - die Erkennbarkeit von Objekten steigt so enorm mit der Stabi, dass übrigens auch sämtliche anderen Faktoren in den Hintergrund treten.
 
Hallo Friedel,

das kann ich nur bestätigen! Ich hatte im Urlaub so ein typisches Erlebnis. Beim "Abgrasen" eines Hügels fielen erst mit eingeschalter Stabilisierung die sich bewegenden Tiere auf. Ohne Stabilisierung sind diese im Zittern untergegangen (der Hügel zitterte ja mit). Viele Dinge glaubt man tatsächlich erst, wenn man sie erlebt. Ich trau' mich gar nicht durch ein 130er APO-Bino zu schauen, dann fass' ich mein Geraffel wohl nicht mehr an. :schwitz:
 
Die stabilisierten Binos bieten sicherlich Vorteile bei Detailbeobachtung. In Brillianz und Kontrast gefallen mir die klassischen High-End Binos im direkten Vergleich besser.
 
Ja, Jochen, ich schaue auch lieber nicht durch ein Doppel-Apo - da kämen zu viele Begehrlichkeiten auf.

Friedel, ich bin auch begeistert von den Stabis und habe sie hier im Forum einige Male in den Himmel gelobt. Es stimmt - wer noch durch kein Glas mit Stabilisierung geschaut hat, weiß gar nicht, was ihm entgeht. ABER: Wer noch nicht durch ein Ding wie das Fujinon 16x70 geschaut hat, weiss es auch nicht! Besonders bei den Dunkelnebeln sehe ich - freihändig!! - viel mehr mit dem 16x70 als mit dem Canon 15x45 IS.

Gestern nacht war typisch: fantastische freihändige Einblicke in die Milchstrasse mit ihren Sternwolken und Nebeln mit dem 16x70 gewonnen, und in M31 die Spiralarme angedeutet (das kann ein Stabi nicht, zu wenig Öffnung) - morgens früh dann mit dem 15x45 IS ebenso begeisternde Eindrücke vom Mondsichel (das geht freihändig nicht, zu viel Wackeln). Auch das Knacken von Doppelsternen im Bereich 10 bis 20 Bogensekunden ist die Domäne des Stabis. Bei Delta Ceph (40 Bogensekunden) jedoch macht schon das 16x70 mehr Freude, denn hiermit leuchten die Farben mächtig.
Die Pleiaden sind das einzige Objekt, bei dem die Präferenz für das eine oder andere Glas nicht klar ist: im 16x70 fantastisch leuchtend aber nicht ganz so detailliert, im IS ruhig schwebend und detailliert, aber nicht so leuchtend.

Die Fernglas-Typen stehen nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich wunderbar. Die Qual der Wahl liegt nicht bei der Anschaffung, es sei denn, mensch will sich wirklich mit nur einem Fernglas bescheiden (ist das möglich? wir sind hir im Fernglas-Board! und wir spinnen alle genug, um sechs Ferngläser anzuschaffen, oder?). Die Qual ist die Frage: welches Glas nehme ich heute nacht raus?

CS, Christopher
 
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