M4XIM
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Moin moin!
Da sich mir in etwa alle zwei bis drei Monate die Gelegenheit bietet, meinen 8"f6 Galaxy Dobs ausgiebig mit Photonen zu füttern und es bei uns gegen 21.30 doch noch aufklarte, konnte ich die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, ein paar Spätsommerobjekte zu beobachten. Dies ist somit meine zweite richtige Nacht mit meinem Scope (zwischendurch ein paar Blicke auf Jupiter und Mond vom Balkon aus zählen nicht wirklich...).
Ausrüstung: 8"f6 Dobson mit modifizierter Rockerbox
32 TS WA + Blaukanten-Palette
Karkoschka, Telrad-Karten, Laptop, Head-Light,
Augenklappe, Mückenspray und MP3-Player
Da ich zwar Ahnung vom Himmel habe, jedoch nicht so oft zum Spechteln komme bitte ich um Rücksicht darauf, dass es sich bei den folgenden Objekten um keine ausgefallenen Exoten sondern um die im 8-Zöller lohnenswerten "0-8-15"Objekte handeln wird.
21.30, Blick aus dem Balkon: Wetter gut --> Alles gepackt, ab mit dem Auto aufs Feld. Grenzgröße: Hmm, keine Ahnung so im Nachhinein, die Sommermilchstraße war jedoch sehr strukturreich quer über dem Firmament zu sehen, demnach wirds wohl nicht allzu schlecht gewesen sein. Das Seeing war soweit ich das Beurteilen kann recht gut, in NO-Richtung zeichnete sich leicht die Lichtglocke einer naheliegenden Mittelklassestadt.
Mit meinem frisch erworbenen Cheshire (Danke @Docman
) habe ich mein Scope bereits vor ein paar Tagen neu justiert und vom Balkon aus trotz Temperaturgradienten und schlechter Himmelsposition am Juptier getestet: so eine knackige Abbildung hatte ich bei der Justage mit dem Justierokular von ICS nicht (kein Vorwurf! Mit dem Cheshire lässt sich die FS-Position jedoch deutlich exakter einstellen). Ein atemberaubender Anblick mit mindestens 5 erkennbaren Streifen, ich brannte also aauf neue Beobachtungsnächte!
Kaum am Acker angekommen, Dobs aufgebaut und erstmal bei 200fach Polaris ins Vesier: Konzentrische Kreise in- und extrafokal, keine Änderung des Justagebildes, der FS-Schatten ebenfalls zentrisch. Bei scharf eingestelltem Stern waren ebenso kein Abbildungsfehler zu erkennen. Es konnte also losgehen!
Als allererstes nahm ich mir M13 vor, mein absolutes Lieblingsobjekt: Bei 15 und 9 mm ein Traum! Randschrf bis in den Kern aufgelöst, bei einem plastischen Erscheinungsbild zum dahinschmelzen. Bei umgeklappter Augenmuschel hatte man den Eindruck, vor dem Kugelsternhaufen im Raum zu schweben, einfach unglaublich. M13 habe ich an diesem Abend bestimmt weitere 15 Mal begutachtet, ich krieg da einfach nicht genug von...
Dann war meine erste richtige Andromeda-Galaxie an der Reihe. Zwar hatte ich bereits vor 10 Jahren als 4.-Klässler mit einem 60/700-80DM- Bresser Kaufhausrefraktor meine erste unheimliche Begegnung mit M31 in Form eines verwaschenen Etwas, mit einem 8-Zöller war dies jedoch nicht zu vergleichen. Ein Blick durch die 20 mm Blaukante offenbarte mir einen wundervollen, herrlichen Anblick auf M31 inkusive der Begleiter M32 (erschien als unscharfer Stern) und M110 (eindeutig an seiner länglichen Bauaart zu erkennen). Mit der richtigen Musik im Ohr kam dies einem Spaziergang durch Raum und Zeit gleich. Das werde ich so schnell nicht mehr aus dem Kopf kriegen
Gleich ums Eck wartete noch M33 die Triangulum-Galaxis auf mich. Eindeutig konnte die ovale Struktur identifiziert werden, leider ohne Spiralarme. Das Finden der Objekte generell ist mit Telrad + Tauschutzkappe à la Pteng ein Kinderspiel in Zusammenhang mit Karkoschka und Telrad-Messier-Karten. Wirklich ein Genuss: schnell ein Blick auf die Karte, Rohr ausrichten, fertig ist das Objekt der Begierde im TS WA 32mm.
Bis dato war ja M13 mein ansoluter Favourite gewesen. Das änderte sich ziemlich schnell beim Anblick des h & chi im Perseus. Ein Traum! im 20 mm Okular gerade noch im Blickfeld, besser noch im 2" leider mit Randunschärfeerscheinungen. Naja, dann eben aufs 31er Nagler oder ein PanO sparen
. Der mit bloßem Auge (ebenso wie M31) deutlich erkennbare Sternhaufen war zum dahinschmelzen! An dem blieb ich ertsmal ne ganze Weile hängen bis ich mich irgendwann dazu entschloss, ein wenig im großen Waagen auf Galaxienjagd zu gehen.
M81/82 kannte ich ja schon (trotzdem herrlich, das Galaxienpaar), M51 auch, an M101 biss ich mir allerdings die Zähne aus: als verwaschener Fleck zu identifizieren, mehr ging aber auch wirklich nicht. Schade, trotz Neumond und vermeitlich gutem Himmel. Da war selbst der Eulennebel deutlicher zu erkennen, den ich mir als nächsten vorknöpfte. Zum Abschluss der Ursa Major - Tour gans dann noch den NGC 2841, welcher auch deutlich zu erkennen war.
Mitlerweile- siehe da waren schon die Plejaden aufgegangen! Ab ins 2" Oku damit, gerade noch so ins Blickfeld. Ganz nett der Anblick, wobei der Sternhaufen vermutlich im Fernglas imposanter wirken dürfte.
Weiter gings zu Auriga und damit M36, 37 und 38. Vor allem M37 hat mich tief beeindruckt: schwach vergrössert zunächst für eine Galaxie gehalten, bei höherer Vergrößerung deutlich in einzelne Sterne auflösbar, einfach herrlich!
Zuguterletzt nochmals der verzweifelte Versuch den Nordamerika-Nebel ohne 0III/UHC zu finden, allerdings mal wieder erfolglos. Naja, dann eben nochmals M13, M31, M57, M92 und h + chi und dann nochmals M31 und h + cji und dann wars auch schon 3 und die Müdigkeit und Kälte machten sich bemerkbar und so ging ein herrlicher Spechtelabend wieder zu Ende.
Fazit 1: Niemals würde ich mein Scope hergeben, slebst wenn ichs nur einmal in 2 Jahren benutze!
Fazit 2: Ein UHC/OIII muss her.
Fazit 3: Mit 3 Pullis im Sommer frieren --> wie wirds dann erst im Winter?
Fazit 4: Mücken(stiche) machen sich erst bemerkbar, wenn das Spechteln schon vorbei ist.
Fazit 5: Cheshire ist ne tolle Sache!
In diesem Sinne,
CS @ all und gute N8
MAx
Da sich mir in etwa alle zwei bis drei Monate die Gelegenheit bietet, meinen 8"f6 Galaxy Dobs ausgiebig mit Photonen zu füttern und es bei uns gegen 21.30 doch noch aufklarte, konnte ich die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, ein paar Spätsommerobjekte zu beobachten. Dies ist somit meine zweite richtige Nacht mit meinem Scope (zwischendurch ein paar Blicke auf Jupiter und Mond vom Balkon aus zählen nicht wirklich...).
Ausrüstung: 8"f6 Dobson mit modifizierter Rockerbox
32 TS WA + Blaukanten-Palette
Karkoschka, Telrad-Karten, Laptop, Head-Light,
Augenklappe, Mückenspray und MP3-Player
Da ich zwar Ahnung vom Himmel habe, jedoch nicht so oft zum Spechteln komme bitte ich um Rücksicht darauf, dass es sich bei den folgenden Objekten um keine ausgefallenen Exoten sondern um die im 8-Zöller lohnenswerten "0-8-15"Objekte handeln wird.
21.30, Blick aus dem Balkon: Wetter gut --> Alles gepackt, ab mit dem Auto aufs Feld. Grenzgröße: Hmm, keine Ahnung so im Nachhinein, die Sommermilchstraße war jedoch sehr strukturreich quer über dem Firmament zu sehen, demnach wirds wohl nicht allzu schlecht gewesen sein. Das Seeing war soweit ich das Beurteilen kann recht gut, in NO-Richtung zeichnete sich leicht die Lichtglocke einer naheliegenden Mittelklassestadt.
Mit meinem frisch erworbenen Cheshire (Danke @Docman
Kaum am Acker angekommen, Dobs aufgebaut und erstmal bei 200fach Polaris ins Vesier: Konzentrische Kreise in- und extrafokal, keine Änderung des Justagebildes, der FS-Schatten ebenfalls zentrisch. Bei scharf eingestelltem Stern waren ebenso kein Abbildungsfehler zu erkennen. Es konnte also losgehen!
Als allererstes nahm ich mir M13 vor, mein absolutes Lieblingsobjekt: Bei 15 und 9 mm ein Traum! Randschrf bis in den Kern aufgelöst, bei einem plastischen Erscheinungsbild zum dahinschmelzen. Bei umgeklappter Augenmuschel hatte man den Eindruck, vor dem Kugelsternhaufen im Raum zu schweben, einfach unglaublich. M13 habe ich an diesem Abend bestimmt weitere 15 Mal begutachtet, ich krieg da einfach nicht genug von...
Dann war meine erste richtige Andromeda-Galaxie an der Reihe. Zwar hatte ich bereits vor 10 Jahren als 4.-Klässler mit einem 60/700-80DM- Bresser Kaufhausrefraktor meine erste unheimliche Begegnung mit M31 in Form eines verwaschenen Etwas, mit einem 8-Zöller war dies jedoch nicht zu vergleichen. Ein Blick durch die 20 mm Blaukante offenbarte mir einen wundervollen, herrlichen Anblick auf M31 inkusive der Begleiter M32 (erschien als unscharfer Stern) und M110 (eindeutig an seiner länglichen Bauaart zu erkennen). Mit der richtigen Musik im Ohr kam dies einem Spaziergang durch Raum und Zeit gleich. Das werde ich so schnell nicht mehr aus dem Kopf kriegen
Gleich ums Eck wartete noch M33 die Triangulum-Galaxis auf mich. Eindeutig konnte die ovale Struktur identifiziert werden, leider ohne Spiralarme. Das Finden der Objekte generell ist mit Telrad + Tauschutzkappe à la Pteng ein Kinderspiel in Zusammenhang mit Karkoschka und Telrad-Messier-Karten. Wirklich ein Genuss: schnell ein Blick auf die Karte, Rohr ausrichten, fertig ist das Objekt der Begierde im TS WA 32mm.
Bis dato war ja M13 mein ansoluter Favourite gewesen. Das änderte sich ziemlich schnell beim Anblick des h & chi im Perseus. Ein Traum! im 20 mm Okular gerade noch im Blickfeld, besser noch im 2" leider mit Randunschärfeerscheinungen. Naja, dann eben aufs 31er Nagler oder ein PanO sparen
M81/82 kannte ich ja schon (trotzdem herrlich, das Galaxienpaar), M51 auch, an M101 biss ich mir allerdings die Zähne aus: als verwaschener Fleck zu identifizieren, mehr ging aber auch wirklich nicht. Schade, trotz Neumond und vermeitlich gutem Himmel. Da war selbst der Eulennebel deutlicher zu erkennen, den ich mir als nächsten vorknöpfte. Zum Abschluss der Ursa Major - Tour gans dann noch den NGC 2841, welcher auch deutlich zu erkennen war.
Mitlerweile- siehe da waren schon die Plejaden aufgegangen! Ab ins 2" Oku damit, gerade noch so ins Blickfeld. Ganz nett der Anblick, wobei der Sternhaufen vermutlich im Fernglas imposanter wirken dürfte.
Weiter gings zu Auriga und damit M36, 37 und 38. Vor allem M37 hat mich tief beeindruckt: schwach vergrössert zunächst für eine Galaxie gehalten, bei höherer Vergrößerung deutlich in einzelne Sterne auflösbar, einfach herrlich!
Zuguterletzt nochmals der verzweifelte Versuch den Nordamerika-Nebel ohne 0III/UHC zu finden, allerdings mal wieder erfolglos. Naja, dann eben nochmals M13, M31, M57, M92 und h + chi und dann nochmals M31 und h + cji und dann wars auch schon 3 und die Müdigkeit und Kälte machten sich bemerkbar und so ging ein herrlicher Spechtelabend wieder zu Ende.
Fazit 1: Niemals würde ich mein Scope hergeben, slebst wenn ichs nur einmal in 2 Jahren benutze!
Fazit 2: Ein UHC/OIII muss her.
Fazit 3: Mit 3 Pullis im Sommer frieren --> wie wirds dann erst im Winter?
Fazit 4: Mücken(stiche) machen sich erst bemerkbar, wenn das Spechteln schon vorbei ist.
Fazit 5: Cheshire ist ne tolle Sache!
In diesem Sinne,
CS @ all und gute N8
MAx
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