mevo
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Hallo zusammen,
nach langer, langer Durststrecke gab es gestern mal wieder einen klaren Tag. Seit über 4 Wochen habe ich schon einen Bino-Ansatz an meinen 80/400 Refraktor 'Heidi' angeflanscht, der immer noch auf sein 'First Light' wartete.
Gestern war es nun endlich so weit. Bereits um die Mittagszeit wurde erstmal die Sonne angepeilt, die ein paar nette Fleckengruppen aufweist. Mit dem einzig doppelt vorhandenen Okular, dem TAL Plössl und dem leider benötigten Glasweg-Korrektor mit Faktor 1.7 ergibt sich eine Vergrößerung von 27x. Das Beobachten mit Bino erwies sich als wesentlich entspannter gegenüber dem einäugigen Schauen, auch meinte ich, kleinste Flecken beidäugig besser erkennen zu können als einäugig. Hinzu kam, daß die Sonne bei beidäugigem Sehen irgendwie plastischer wirkte.
Den Sonnenschein und die winterliche Landschaft genossen Elke und ich dann bei einem ausgiebigem Spaziergang, währenddessen das Blau des Himmels immer kräftiger wurde und der Dunst über der Landschaft sich langsam auflöste, um den Blick auf die Berggipfel freizugeben.
Nach dem Spaziergang habe ich pflichtbewußt noch an meinem 6" Spiegel weitergeschrubbt, damit Stathis am Dienstag bei unserem Schleifkurs nicht wieder mit mir schimpfen muß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Danach wurde eine Kleinigkeit gegessen, dann Heidi mitsamt Stativ runter zum Auto gebracht und komplett auf die Rückbank gelegt, nur das Gegengewicht kam separat in den Kofferraum.
Wieder oben dann noch eine Thermoskanne mit heißem Tee gefüllt, Karkoschka, Fernglas und Astro-Leuchte eingepackt, warm angezogen und los gings.
Ca. 19:00h am Taubenberg oben angekommen, erwies sich die Landschaft in helles Mondlicht getaucht, verstärkt durch den das Licht reflektierenden Schnee. Schnell Heidi mitsamt Montierung aus dem Auto gezogen, Gegengewicht angeflanscht, Bügelstuhl von Obi aufgestellt, den Rest der Ausrüstung auf dem Kofferraum-Deckel des Autos ausgebreitet und schon konnte es losgehen. Es hat schon auch mal was für sich, nur mit Mini-Equipment rauszufahren.
Als erstes wurde der Mond anvisiert, der ebenso einen Wow-Effekt hervorrief wie mittags die Sonne. Anhand des Taschenbuch-Rükls habe ich mich ein Stück weit den Terminator entlanggetastet und einige interessante Formationen identifiziert, deren Namen ich aber jetzt nicht parat habe. Da muß ich erst mein Diktiergerät nochmal befragen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Jedenfalls waren im Innern von Clavius vier weitere der halbkreisförmig angeordneten Krater zu erkennen, für weitere war die Vergrößerung zu gering.
Saturn zeigte deutlich seinen Ring, klar vom Planetenkörper getrennt, aber ohne weitere Details. Titan war ein Stück nordwestlich des Planeten ebenfalls deutlich zu erkennen.
Inzwischen war Bernd Gährken auf dem Taubenberg eingetroffen und baute sein umfangreiches fotografisches und visuelles Equipment auf, wobei ich mich umso mehr freute, daß mein Equipment in weniger als 5 Minuten aufgebaut war.
Um das Seeing zu berurteilen, hatten wir eins von Bernds Okularen in Heidis Bino gesteckt und mit einer Barlow gepaart die Vergrößerung auf über 200x hochgezogen, wobei sich aber einmal mehr zeigte, daß Heidi kein Planetenrohr ist.
Danach gings bei 27x weiter zum Orionnebel, der aber etwas blaß wirkte. Das Fischmaul in der Nähe des Trapez war aber eindeutig zu erkennen. Das Trapez selbst zeigte 3 Sterne mit Leichtigkeit, den 4. allerdings nur bei sehr genauem Hinsehen.
Sigma Ori konnte in 3 Komponenten zerlegt werden, wobei die näher beim Hauptstern stehende Komponente schon genaues Hinsehen verlangte.
Die offenen Sternhaufen M35, M36, M38 und M41 wurden anvisiert, zeigten sich aber allesamt etwas schwach auf der Brust.
M79 war im horizontnahen Dunst nur mit großer Mühe ganz schwach erkennbar, zwischen 2 nördl. und südl. gelegenen ebenfalls ziemlich schwach sichtbaren Sternen.
Jupiter zeigte deutlich die beiden äquatorialen Bänder und zunächst nur die Monde Io knapp westlich und Callisto weit entfernt im Osten. Später tauchte auf der Ostseite noch Europa auf und entfernte sich langsam von Jupiter, während westlich Io den Abstand auch deutlich sichtbar vergrößerte.
Gegen 21:20h baute ich dann wieder ab, während noch Patrick Woitala mit 2 BegleiterInnen von der Münchner VSW auftauchte. Da ich es nicht zu spät werden lassen wollte, trat ich jedoch die Heimreise an, noch bevor Om aus seinen Einzelteilen zu einem Teleskop zusammengesetzt worden war.
Für mich war es ein schönes First Light des Binos, zumal ich schon unter schweren Spechtelentzugs-Symptomen zu leiden begann. Zwar wars für Deep-Sky durch den Mond zu hell und für Planeten die Vergrößerung zu klein, aber trotzdem wars ein schöner und entspannender Spaziergang durch die winterliche Sternenwelt, von dem ich sicher noch ein paar Tage zehren kann (hoffentlich werden daraus nicht wieder 5 spechtelfreie Wochen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ).
nach langer, langer Durststrecke gab es gestern mal wieder einen klaren Tag. Seit über 4 Wochen habe ich schon einen Bino-Ansatz an meinen 80/400 Refraktor 'Heidi' angeflanscht, der immer noch auf sein 'First Light' wartete.
Gestern war es nun endlich so weit. Bereits um die Mittagszeit wurde erstmal die Sonne angepeilt, die ein paar nette Fleckengruppen aufweist. Mit dem einzig doppelt vorhandenen Okular, dem TAL Plössl und dem leider benötigten Glasweg-Korrektor mit Faktor 1.7 ergibt sich eine Vergrößerung von 27x. Das Beobachten mit Bino erwies sich als wesentlich entspannter gegenüber dem einäugigen Schauen, auch meinte ich, kleinste Flecken beidäugig besser erkennen zu können als einäugig. Hinzu kam, daß die Sonne bei beidäugigem Sehen irgendwie plastischer wirkte.
Den Sonnenschein und die winterliche Landschaft genossen Elke und ich dann bei einem ausgiebigem Spaziergang, währenddessen das Blau des Himmels immer kräftiger wurde und der Dunst über der Landschaft sich langsam auflöste, um den Blick auf die Berggipfel freizugeben.
Nach dem Spaziergang habe ich pflichtbewußt noch an meinem 6" Spiegel weitergeschrubbt, damit Stathis am Dienstag bei unserem Schleifkurs nicht wieder mit mir schimpfen muß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Danach wurde eine Kleinigkeit gegessen, dann Heidi mitsamt Stativ runter zum Auto gebracht und komplett auf die Rückbank gelegt, nur das Gegengewicht kam separat in den Kofferraum.
Wieder oben dann noch eine Thermoskanne mit heißem Tee gefüllt, Karkoschka, Fernglas und Astro-Leuchte eingepackt, warm angezogen und los gings.
Ca. 19:00h am Taubenberg oben angekommen, erwies sich die Landschaft in helles Mondlicht getaucht, verstärkt durch den das Licht reflektierenden Schnee. Schnell Heidi mitsamt Montierung aus dem Auto gezogen, Gegengewicht angeflanscht, Bügelstuhl von Obi aufgestellt, den Rest der Ausrüstung auf dem Kofferraum-Deckel des Autos ausgebreitet und schon konnte es losgehen. Es hat schon auch mal was für sich, nur mit Mini-Equipment rauszufahren.
Als erstes wurde der Mond anvisiert, der ebenso einen Wow-Effekt hervorrief wie mittags die Sonne. Anhand des Taschenbuch-Rükls habe ich mich ein Stück weit den Terminator entlanggetastet und einige interessante Formationen identifiziert, deren Namen ich aber jetzt nicht parat habe. Da muß ich erst mein Diktiergerät nochmal befragen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Jedenfalls waren im Innern von Clavius vier weitere der halbkreisförmig angeordneten Krater zu erkennen, für weitere war die Vergrößerung zu gering.
Saturn zeigte deutlich seinen Ring, klar vom Planetenkörper getrennt, aber ohne weitere Details. Titan war ein Stück nordwestlich des Planeten ebenfalls deutlich zu erkennen.
Inzwischen war Bernd Gährken auf dem Taubenberg eingetroffen und baute sein umfangreiches fotografisches und visuelles Equipment auf, wobei ich mich umso mehr freute, daß mein Equipment in weniger als 5 Minuten aufgebaut war.
Um das Seeing zu berurteilen, hatten wir eins von Bernds Okularen in Heidis Bino gesteckt und mit einer Barlow gepaart die Vergrößerung auf über 200x hochgezogen, wobei sich aber einmal mehr zeigte, daß Heidi kein Planetenrohr ist.
Danach gings bei 27x weiter zum Orionnebel, der aber etwas blaß wirkte. Das Fischmaul in der Nähe des Trapez war aber eindeutig zu erkennen. Das Trapez selbst zeigte 3 Sterne mit Leichtigkeit, den 4. allerdings nur bei sehr genauem Hinsehen.
Sigma Ori konnte in 3 Komponenten zerlegt werden, wobei die näher beim Hauptstern stehende Komponente schon genaues Hinsehen verlangte.
Die offenen Sternhaufen M35, M36, M38 und M41 wurden anvisiert, zeigten sich aber allesamt etwas schwach auf der Brust.
M79 war im horizontnahen Dunst nur mit großer Mühe ganz schwach erkennbar, zwischen 2 nördl. und südl. gelegenen ebenfalls ziemlich schwach sichtbaren Sternen.
Jupiter zeigte deutlich die beiden äquatorialen Bänder und zunächst nur die Monde Io knapp westlich und Callisto weit entfernt im Osten. Später tauchte auf der Ostseite noch Europa auf und entfernte sich langsam von Jupiter, während westlich Io den Abstand auch deutlich sichtbar vergrößerte.
Gegen 21:20h baute ich dann wieder ab, während noch Patrick Woitala mit 2 BegleiterInnen von der Münchner VSW auftauchte. Da ich es nicht zu spät werden lassen wollte, trat ich jedoch die Heimreise an, noch bevor Om aus seinen Einzelteilen zu einem Teleskop zusammengesetzt worden war.
Für mich war es ein schönes First Light des Binos, zumal ich schon unter schweren Spechtelentzugs-Symptomen zu leiden begann. Zwar wars für Deep-Sky durch den Mond zu hell und für Planeten die Vergrößerung zu klein, aber trotzdem wars ein schöner und entspannender Spaziergang durch die winterliche Sternenwelt, von dem ich sicher noch ein paar Tage zehren kann (hoffentlich werden daraus nicht wieder 5 spechtelfreie Wochen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ).