betageuze
Mitglied
Hallo und frohe Ostern an alle!
Da ich momentan in Starnberg studiere komme ich nur am Wochenende nach Hause. Leider war die Wettersituation die letzten Wochen immer derart mies, das ich mein GSO nicht rausholen konnte- oder ich war zu müde. Doch als meine Freundin und ich gestern vom Thailänder (hmmm - lecker) zurückkamen bot sich uns ein wirklich schöner klarer Sternenhimmel. Also gleich alles rausgeschleppt, nochmal schnell ins Haus und richtig eingemummelt und los. Leider hatte ich keine richtige Karte für diesen Tag machen können (die brauche ich aber, weil Anfänger) und auch keinen Beobachtungsplan - was solls - mal sehen.
Hier die Ausrüstung:
Beobachtungszeit: So. 11.04.04, 23.45 Uhr
Bedingungen: klarer Himmel, vollkommenn Wolkenlos (ich kann leider mangels Erfahrung weder in Bortle noch sonst die Dunkelheit oder Seeing angeben), einige Straßenlaternen hellen leider die Umgebung auf;
Instrument: GSO 680 8 Zoll Dobson f/6
Sucher: TS-Sucher 13x70, Rigel Quick Finder
Okulare 32mm Syntha, 20mm u. 12 mm TS SP, 9mm u. 6 mm TS SW
Bericht:
- Zuerst haben wir uns auf Jupiter gestürzt, der als hellstes Objekt den Himmel dominiert hat. Sehr klar und hell im 32er mit 4 Monden erkennbar. Schräg unterhalb war noch ein kleiner heller Punkt erkennbar, weiß nicht, ob dies noch ein Mond war (hatte ja keine Karte ausgedruckt). Egal welche Vergrößerung ich wählte, mehr als 2 Wolkenbander und eine schwache dunkle Polkappe konnten wir leider nicht sehen (verwendet Ihr Filter??? Jupi war sehr hell...). Auffallend waren die sehr starken Reflexionen im 9mm TS SW. Dennoch ein sehr beeindruckendes Objekt.
- DA ich keinen Beobachtungsplan hatte und wir beide ja noch Anfänger sind, wollten wir uns auf einige Objekte aus dem letzten Jahr versuchen. Leier war zwar ziemlich tief aber schnell gefunden. Also M 57. Im Rigel schnell eingestellt und schon war er im 32er als nebliger Fleck gesichtet. Im 12er dann schön als Ring erkennbar. Das 9er SW brachte noch eine Verbesserung und M 57 sah wie ein schöner Rauchring aus (für meine Freundin allerdings wie ein Donat ;-).
- Aus lauter Wehmut mal schnell zu Mars geschwenkt (ach was war das für ein dankbares Anfängerobjekt - auch wenn wir damals nichts anderes gefunden hatten und ewig brauchten bis Mars im Okular war - aber dann wars klasse. Das war Motivation pur). Leider ist Mars ja nicht mehr so spektakulär und noch noch als kleiner roter Punkt zu genießen.
- Hm was haben wir denn noch? Herkules! Also den Rigel schnell auf den nordwestlichen Eckstern von Herkules ausgerichtet, kurzer Schubs richtung Süden und Zack - schon war M13 im Sucher. Leider war die Luft jetzt ziemlich feucht und ein richtiger "durchsichtiger Schleier" nahm uns die Sicht (ich weiß leider nicht, wie ich das besser beschreiben soll). Glücklicherweise lies dieses Phänomen nach einigen Minuten wieder nach und die Luft war wieder klar. Nun das 20er und das 12er im schnellen Wechsel rein und genießen. War wirklich ein sehr schöner Anblick. Im 12er schon sehr schön aufgelöst und sehr viele Einzelsterne funkelten uns an. Das 9er löste noch mehr auf (meine Freundin fand allerdings den Anblick im 12er schöner, ich fand den Anblick im 9er räumlicher, fast als würde ich durch eine riesige Kugel aus sternen "fliegen"). Das 6er brachte keine Verbesserung. Irgendwie wurde damit alles "körniger" und natürlich dunkler. Also schnell zum 12er zurück.
- Jetzt wurde es schon ziemlich kalt und der Reif schlang sich ums GSO. Folge: meine Freundin fror ziemlich (wie immer halt ,-). Aber ich wollte noch ein Objekt finden, das ich letzes Jahr noch nicht ergattern konnte. Für Euch Profis natürlich ein Klacks aber für uns Anfänger eine Herausforderung (andererseits frage ich mich selbst, wie wir uns nur so dumm anstellen konnten die ersten paar male - wir hatten wirklich Probleme den Mond ins Okular zu bekommen). Nun wollte ich mich an M 92 wagen, der ja gleich in der Nähe war. Also Freundin nochmal angespornt durchzuhalten und zur Nordostecke geschwenkt, den großen Ring des Rigel Quickfinder mit der unteren Seite den Stern gerade noch bedecken lassen und dann noch ein kleiner Hops nach oben - ah da ist er ja schon im 32er. Schnell zentriert und gleich das 12er rein. Mir persönlich hat M92 fast noch besser gefallen als M13. Er kam mir heller vor, zwar kleiner aber sehr schön (bis aufs Zentrum natürlich) auflösbar. Das 9er brachte noch eine Verbesserung, das 6er (hab ich mir eigentlich erst gekauft und bin etwas enttäuscht davon) nicht mehr.
Danach wurde es auch mir zu ungemütlich und kalt und wir packten so gegen 01.30 zusammen. Meine Freundin war vor allem deswegen enttäuscht, weil sie sich auf Saturn gefreut hat. Den haben wir leider nicht sehen können. Aber ansonsten waren wir sehr stolz, dass wir trotz langer Zwangspause uns noch so "gut" am Himmel zurecht fanden und sogar noch ein neues Objekt in unser Beobachtungstagebuch schreiben konnten.
Ich hoffe der Bericht war nicht zu langweilig für Euch! Für Tipps und konstruktive Kritik sind wir natürlich immer dankbar. So und jetzt gehn wir frühstücken!
cu Marco und Steffi
Da ich momentan in Starnberg studiere komme ich nur am Wochenende nach Hause. Leider war die Wettersituation die letzten Wochen immer derart mies, das ich mein GSO nicht rausholen konnte- oder ich war zu müde. Doch als meine Freundin und ich gestern vom Thailänder (hmmm - lecker) zurückkamen bot sich uns ein wirklich schöner klarer Sternenhimmel. Also gleich alles rausgeschleppt, nochmal schnell ins Haus und richtig eingemummelt und los. Leider hatte ich keine richtige Karte für diesen Tag machen können (die brauche ich aber, weil Anfänger) und auch keinen Beobachtungsplan - was solls - mal sehen.
Hier die Ausrüstung:
Beobachtungszeit: So. 11.04.04, 23.45 Uhr
Bedingungen: klarer Himmel, vollkommenn Wolkenlos (ich kann leider mangels Erfahrung weder in Bortle noch sonst die Dunkelheit oder Seeing angeben), einige Straßenlaternen hellen leider die Umgebung auf;
Instrument: GSO 680 8 Zoll Dobson f/6
Sucher: TS-Sucher 13x70, Rigel Quick Finder
Okulare 32mm Syntha, 20mm u. 12 mm TS SP, 9mm u. 6 mm TS SW
Bericht:
- Zuerst haben wir uns auf Jupiter gestürzt, der als hellstes Objekt den Himmel dominiert hat. Sehr klar und hell im 32er mit 4 Monden erkennbar. Schräg unterhalb war noch ein kleiner heller Punkt erkennbar, weiß nicht, ob dies noch ein Mond war (hatte ja keine Karte ausgedruckt). Egal welche Vergrößerung ich wählte, mehr als 2 Wolkenbander und eine schwache dunkle Polkappe konnten wir leider nicht sehen (verwendet Ihr Filter??? Jupi war sehr hell...). Auffallend waren die sehr starken Reflexionen im 9mm TS SW. Dennoch ein sehr beeindruckendes Objekt.
- DA ich keinen Beobachtungsplan hatte und wir beide ja noch Anfänger sind, wollten wir uns auf einige Objekte aus dem letzten Jahr versuchen. Leier war zwar ziemlich tief aber schnell gefunden. Also M 57. Im Rigel schnell eingestellt und schon war er im 32er als nebliger Fleck gesichtet. Im 12er dann schön als Ring erkennbar. Das 9er SW brachte noch eine Verbesserung und M 57 sah wie ein schöner Rauchring aus (für meine Freundin allerdings wie ein Donat ;-).
- Aus lauter Wehmut mal schnell zu Mars geschwenkt (ach was war das für ein dankbares Anfängerobjekt - auch wenn wir damals nichts anderes gefunden hatten und ewig brauchten bis Mars im Okular war - aber dann wars klasse. Das war Motivation pur). Leider ist Mars ja nicht mehr so spektakulär und noch noch als kleiner roter Punkt zu genießen.
- Hm was haben wir denn noch? Herkules! Also den Rigel schnell auf den nordwestlichen Eckstern von Herkules ausgerichtet, kurzer Schubs richtung Süden und Zack - schon war M13 im Sucher. Leider war die Luft jetzt ziemlich feucht und ein richtiger "durchsichtiger Schleier" nahm uns die Sicht (ich weiß leider nicht, wie ich das besser beschreiben soll). Glücklicherweise lies dieses Phänomen nach einigen Minuten wieder nach und die Luft war wieder klar. Nun das 20er und das 12er im schnellen Wechsel rein und genießen. War wirklich ein sehr schöner Anblick. Im 12er schon sehr schön aufgelöst und sehr viele Einzelsterne funkelten uns an. Das 9er löste noch mehr auf (meine Freundin fand allerdings den Anblick im 12er schöner, ich fand den Anblick im 9er räumlicher, fast als würde ich durch eine riesige Kugel aus sternen "fliegen"). Das 6er brachte keine Verbesserung. Irgendwie wurde damit alles "körniger" und natürlich dunkler. Also schnell zum 12er zurück.
- Jetzt wurde es schon ziemlich kalt und der Reif schlang sich ums GSO. Folge: meine Freundin fror ziemlich (wie immer halt ,-). Aber ich wollte noch ein Objekt finden, das ich letzes Jahr noch nicht ergattern konnte. Für Euch Profis natürlich ein Klacks aber für uns Anfänger eine Herausforderung (andererseits frage ich mich selbst, wie wir uns nur so dumm anstellen konnten die ersten paar male - wir hatten wirklich Probleme den Mond ins Okular zu bekommen). Nun wollte ich mich an M 92 wagen, der ja gleich in der Nähe war. Also Freundin nochmal angespornt durchzuhalten und zur Nordostecke geschwenkt, den großen Ring des Rigel Quickfinder mit der unteren Seite den Stern gerade noch bedecken lassen und dann noch ein kleiner Hops nach oben - ah da ist er ja schon im 32er. Schnell zentriert und gleich das 12er rein. Mir persönlich hat M92 fast noch besser gefallen als M13. Er kam mir heller vor, zwar kleiner aber sehr schön (bis aufs Zentrum natürlich) auflösbar. Das 9er brachte noch eine Verbesserung, das 6er (hab ich mir eigentlich erst gekauft und bin etwas enttäuscht davon) nicht mehr.
Danach wurde es auch mir zu ungemütlich und kalt und wir packten so gegen 01.30 zusammen. Meine Freundin war vor allem deswegen enttäuscht, weil sie sich auf Saturn gefreut hat. Den haben wir leider nicht sehen können. Aber ansonsten waren wir sehr stolz, dass wir trotz langer Zwangspause uns noch so "gut" am Himmel zurecht fanden und sogar noch ein neues Objekt in unser Beobachtungstagebuch schreiben konnten.
Ich hoffe der Bericht war nicht zu langweilig für Euch! Für Tipps und konstruktive Kritik sind wir natürlich immer dankbar. So und jetzt gehn wir frühstücken!
cu Marco und Steffi