anbuman
Aktives Mitglied
Hallo,
heute soll es nun mal soweit sein, mein erster Beobachtungsbericht steht an. Vorgestern Abend hatte ich spät noch einen Kundenbesuch auf dem Lande, Wolken- und Zirrenvorraussage waren vielversprechend. Fürs Teleskop einpacken keine Zeit mehr, also fix noch die beiden Ferngläser Fujinon 7x50 und Canon 12x36 mit Stabi ins Auto und los.
Bevor ich zum Kunden reinging noch kurze Runde am Rande dieses abgelegenen Kaffs gedreht, Spechtelstelle gesucht, gefunden, und dann zurück.
Der Kunde fragte mich glatt, wie ich sein Haus verfehlen konnte, er stand doch schon am Gartenzaun, um mich reinzulassen - und vor dem fast 2 Meter großen hofbeschützenden Vierbeiner zu bewahren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/shocked.gif" alt="" />
Na ja, alles erklärt und nach dem geschäftlichen ging es dann raus zur erwählten Stelle - MIT dem Kunden.
Der Himmel einfach genial, ein strukturiertes Band der Milchstraße über dem Kopf runter in zwei Bändern bis zum Schützen. Bereits ohne Dunkeladaoption glitzerte und funkelte es nur so. Dem guten Mann war gar nicht bewußt, dass er ein paar Meter neben seinem Haus solch einen Himmel hat und schon gar nicht, was es mit einen kleinen Fernglas alles zu sehen gibt. Klar hab ich ihm einige besondere Regionen gezeigt. Der Andromedanebel - einfach genial im Fernglas, die Region über dem Schützen, was sich da M´s und NGC´s tummelt ist schier überwältigend, ebenso die Region um Kassiopeia mit den ungezählten Sternhaufen und klar, die Milchstraße im Schwan. Im Fernglas hatte man den Eindruck, dass es nur Sterne, Nebel, und Nebelfetzen gibt, der ganze Himmel über und über besät mit zig-tausenden Sternen und einem Meer von schwach glitzernden Hintergrungsternen, was für eine Overtüre!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/appl.gif" alt="" />
Natürlich macht das Genick sowas nur eine Weile mit, und auf der Heimfahrt mußte ich mich etwas nach vorn übers Lenkrad beugen, um wieder die Straße sehen zu können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Auf alle Fälle war klar: "Wenn morgen das Wetter mitspielt, hat das Teleskop First Light auf dem Lande .... Und der Himmel spielte mit.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
Nach monatelangen Entbehrungen und Entzugserscheinungen hab ich nun endlich meinen 5" Takahashi Fluorit Refraktor gängig auf einer Losmandy GM-8 mit Gemini GoTo. (siehe auch Board "Teleskop-Optik") Testlauf zu hause am Stadtrand bei rund 5 mag super bestanden, etwas Trockenübung gemacht, damit im Dunkeln dann alles klappt, na, und nun war es soweit.
Mit von der Partie waren noch mein 15- jähr. Sohn, dann ein Sternfreund, der mich schon öfter begleitet hat, und noch ein 23-jähr. "Greenhorn", der also das erste Mal dabei war.
Schon bei der Abfahrt aus der Stadt hüpfte mein Herz vor Vorfreude, als ich zum Himmel blickte. Heute, das wird ein Knaller, da war ich mir sicher!!! Sorgfältig vorbereitet, eine Abhakliste, um ja kein Teil zu vergessen, und so war es denn auch. Ab ging es mit den verlorenen Seelen in die "dunkelsten Ecken", die Deutschland zu bieten hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />, in die abgelegensten Ecken des dünn besiedelten Vorpommerns <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />
Schon im Auto spielte "der Neue" ständig an seinem Handy rum, man soll gar nict glauben, was die Displays dieser Biester für ein Licht machen!!! Kurz vorm Zielort mußte es dann sein: "Oberstes Gebot heute Abend: KEINERLEI WEISSLICHT! Erlaubt nur die betriebseigenen Rotlichtfunzeln! Bei Zuwiderhandlung wird der Betreffende bei Abfahrt in der verlassenen Gegend ausgesetzt, die Wölfe werden sich freuen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/shocked.gif" alt="" /> Tja, das wirkte, der Neue verstand und das Handy blieb begraben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />
Kaum waren die Lichter vom Auto aus, Türen auf - und "BOOOOOAAAAAAHHHH" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" /> Bereits ohne jegliche Dunkeladaption haute es uns förmlich aus den Schuhen!!!
Ein unglaubliches Milchstraßenband spannte sich über unseren Köpfen aus!!! Wo zwischen diesen ganzen Sternen ist der kleine Wagen?
Während meine drei Begleiter staunend nur so hochschauten, buckelte ich im Dunkeln Stativ und Monti raus. Irgendwann hatte dann jemand ein Einsehen, und hielt mir zumindest eine erlaubte rote Funzel. Schon bald war alles aufgebaut, das Teleskop "Aligned" und nun konnte es also richtig losgehen.
Wir waren erst spät losgekommen, nun ging die Uhr auf 23.00 Uhr zu und ich hoffte noch M8 und M20, den Lagunen-und den Trifidnebel zu erhaschen, doch zw. 53.und 54. Breitengrad hieß es nur noch "Object under Horizont". Na ja war zu erwarten. Auch der Mann mit der Keule neigte sich bereits im Westen, also erst mal hin zu M13, Sekunden später war der Kugelsterhaufen im Oku zentriert.
Es gibt ja Leute, die sagen, Deep Sky und Kugelsternhaufen machen erst ab 8 Zoll und mehr Sinn. Nun hatte ich, wie viele von euch wissen, graume Zeit einen hervorragenden 10" Dobson, mit dem DS in der Tat Spass machte. Doch was wäre jetzt mit nur 5" möglich???
M13 war ein PRACHTANBLICK <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> Ganz deutlich ein riesiger Kugelsternhaufen, aufgelöst mit unzähligen Einzelsternen bis weit in die Mitte hinein! Wieder einmal bestätigt sich, dass nicht nur die Größe der Optik eine Rolle spielt, son dern auch die Qualität und vor allem ein wirklich dunkler Himmel - und den hatten wir!!!
Der Neue starrte wie gebannt ins Okular, konnte gar nicht glauben, was er da sah!!!
Natürlich ging ich nun nicht nach meiner Planung, sondern konzentrierte mich auf Objekte, die das Interesse eines Neuen fördern könnten.
Na, da kam die Andromedagalaxie genau richtig. Erst mal Okularwechsel, das 24er Panoptic rein, M31 eingetippt - und dann war sie da; eine riesige Galaxie, die trotz der geringen Vergrößerung mit ihren Armem das Gesichtsfeld des Okulars sprengte. Ein unglaublich faszinierender Anblick. Auch der Neue war hin und weg, das war unglaublich!!!
Es stellte sich heraus, dass er jedoch die schwachen Spiralarme nicht bis zum Rand des Okus wahrnehmen konnte - ein Beweis dafür, dass doch etwas Übung nötig ist, um feine Details wahrzunehmen.
Als ich dann wieder an der Reihe war, schaute ich nicht nur in Nord-Süd-Richtung entsprechend der Lage von M31, sondern auch mal in die anderen "Ecken" des Okulars. Ganz hell, groß und deutlich zeichnete sich dort eine der beiden Begleitgalaxien ab - M110 - was für ein Anblick! Auf der anderen Seite sucht ich in der gleichen Entfernung M32, konnte sie jedoch nicht finden. Ich hatte vergessen, dass M32 viel dichter an M31 ist, als M110, so hab ich auch diese Galaxie sicher gesehen, sie jedoch für einen besonderen Bestandteil von M31 gehalten...
Als nächstes ein schwierigeres Objekt - M33, die Triangulum-Galaxie. Mir war klar, dass M33 für meine Begleiter nicht so attraktiv werden würde. Aber: ich hatte doch noch die beiden Ferngläser dabei! Also, fix ein paar Informationen und sie bekamen den Auftrag, den "Kleiderhaken" zu suchen. Von Albireo Richtung Adler ...
Die Jungs hatten also was zu tun und ich ran an M33.
Von Fotos kennt man die Struktur, eine unglaublich schöne Spiralgalaxie. Das GoTo-System zentrierte M33 auf Anhieb, die Galaxie war sofort zu sehen. Mit den Spiralarmen tat ich mich dann jedoch schwer, sie waren zwar ganz schwach auszumachen, doch so sehr ich mich auch mühte, konnte ich nicht feststellen, ob die Spiralarme nun links oder rechts rum angeordnet sind - dennoch, ein interessantes Bild!
Nun stand der nächste Kracher bevor, M57 - der Ringnebel. Ich erklärte den Mitspechtlern zunächst, was sie erwartete, ein explodierter Stern, der seine äußere Hülle abgestoßen hat, die nun wie ein Rauchkringel zu sehen sein müßte.
M57 eingetippt, und zeng, da war der Nebel auch schon im Okular!!! Was für ein Objekt!!! An dieser Stelle muss ich anmerken, dass alle Beobachtungen bis hierher ohne jegliche Filter gemacht wurden, ich hatte zwar UHC und OIII dabei, aber der Ringnebel war so groß, deutlich und kontrastreich, dass ich es nicht mal mit einem Filter versuchte - Was für ein herrliches "Kleinod".
Nun ja, wo wir schon mal in Zenitnähe waren, jetzt sillte es der nächste Nebel sein - der Sturmvogel - NGC6960. Also, eingetippt - und rumms - schon prallten die Photonen (oder wie heißen die Dinger) von 52 Cyg auf die Netzhaut. Und wo ist der Sturmvogel? Jetzt wurde es ernst. Was war mit 5" möglich? Tatsächlich war auch dieser Nebel deutlich auszumachen, wenn auch viel schwieriger, als M57. Jetzt musste es also sein. Griff in die Trickkiste - nein, UHC wird übersprungen; gleich der OIII! Nun wurde es noch dunkler. 52 Cyg erschien nun in einem funkelnd anderen Licht und unglaublich ästhetisch schwang der Sturmvogel seine Flügel. Wie ein kleines Kind hüpfte ich vor dem Teleskop, konnte gar nicht weg vom Okular, was für ein Anblick!!! Nach einer Weile durften auch die anderen ran. Selbst der Neue konnte nur bewundernd staunen. Er gab zu, wenn man ihn nicht auf die feinen Details aufmerksam gemacht hätte, hätte er so einiges übersehen - aber nun konnte man auch seine Begeisterung verspüren - klar, so macht Astronomie Spass <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
Wo der OIII schon mal drinne war, gings rüber zu M27, dem Hantelnebel. Wieder ein fantastischer Anblick, so kontrastreich; aber da geht doch noch mehr!!! Also Vergrößerung hochgeschraubt, wieder OIII rein und - was für ein Genuß!!! Welche "Hand" hat nur diesen Nebel in der Mitte so zusammengequetscht?
Nach dem Sattsehen dann Filter wieder raus, M29 rein und gaaaaanz laaaaangsam den Schwan abfahren - was für Bilder prasselten beim Abfahren der Milchstraße auf die Netzhaut!!!
Eine ganze Weile irrte ich ziellos im Zenit umher, überwältigt von der Pracht.
Langsam wurde es frisch und auch Junior meldete an, dass es langsam Zeit für ihn sei...
Also gut, aber ne Viertelstunde muss noch drin sein. Die Plejaden lachten seit geraumer Zeit zu uns rüber, welche Nr. hatten die doch gleich? Mit dem Dobson seinerzeit wurd einfach mit dem Telrad angepeilt, jetzt braucht man ein gutes Gedächtnis - oder halt auch Sternkarten oder Notizen. Aber klar Plejaden, M45, weiß doch jedes Kind!
Kleine Vergrößerung und schon war die Region im Bild. Doch was war das - beschlug die Optik? Um die Sterne herum waren unscharfe Höfe zu sehen! Konnte eigentlich nicht sein - die Luft war ungewöhnlich trocken, kein Dunst, wie sonst so häufig hier. Nein die Optik war putzblank. Was dort zu sehen war, waren feine Nebelchen, die praktisch die Sterne der Plejaden sanft einhüllten - man, das Beobachten machte richtig Spass!
Jetzt musste natürlich auch noch Ha-Tschi Perseii herhalten. (Ich nenne diesen Doppelsternhaufen immer Hatschi, weil ich mit dem griech. Alphabet noch nicht so vertraut bin)
Was für ein glitzendes Sternenmeer nun im Okular erschien, diesmal die Sterne ganz ohne Höfe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />, was für ein imposanter Anblick, wenn man beide Sterhaufen auf einen Blick hat!!!
Als letztes sollte auch noch der Wildentenhaufen ins Bild, also M11 und zeng, saßen die Wildenten im Geäst eines Baumes! Tja, so weit war M11 inzwischen zum Horizont runtermarschiert.
Nichtsdestotrotz wurde nun eingepackt, alle 4 waren wir überaus happy, der Neue hat in M57 sein (vorläufiges) Lieblingsobjekt ausgemacht und wir fuhren alle rundum zufrieden gen die Lichtglocke der Vorpommmern-Zentrale Greifswald.
André <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />
P.S. Noch kurze Anmerkungen: Natürlich hatte ich noch einige weitere Objekte im Visier, doch allein der o.g. Auszug macht sicher deutlich, wieviel Freude wir hatten. Den "Kleiderhaken" hat übrigens nur einer der 3 gefunden, immerhin..., und was auch nicht unwichtig ist - meine Frau hatte Verständnis für das lange Wegbleiben in der Nacht und auch für die Belagerung des Computers für diese Schilderung; nun darf sie aber bei ebay ran <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
heute soll es nun mal soweit sein, mein erster Beobachtungsbericht steht an. Vorgestern Abend hatte ich spät noch einen Kundenbesuch auf dem Lande, Wolken- und Zirrenvorraussage waren vielversprechend. Fürs Teleskop einpacken keine Zeit mehr, also fix noch die beiden Ferngläser Fujinon 7x50 und Canon 12x36 mit Stabi ins Auto und los.
Bevor ich zum Kunden reinging noch kurze Runde am Rande dieses abgelegenen Kaffs gedreht, Spechtelstelle gesucht, gefunden, und dann zurück.
Der Kunde fragte mich glatt, wie ich sein Haus verfehlen konnte, er stand doch schon am Gartenzaun, um mich reinzulassen - und vor dem fast 2 Meter großen hofbeschützenden Vierbeiner zu bewahren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/shocked.gif" alt="" />
Na ja, alles erklärt und nach dem geschäftlichen ging es dann raus zur erwählten Stelle - MIT dem Kunden.
Der Himmel einfach genial, ein strukturiertes Band der Milchstraße über dem Kopf runter in zwei Bändern bis zum Schützen. Bereits ohne Dunkeladaoption glitzerte und funkelte es nur so. Dem guten Mann war gar nicht bewußt, dass er ein paar Meter neben seinem Haus solch einen Himmel hat und schon gar nicht, was es mit einen kleinen Fernglas alles zu sehen gibt. Klar hab ich ihm einige besondere Regionen gezeigt. Der Andromedanebel - einfach genial im Fernglas, die Region über dem Schützen, was sich da M´s und NGC´s tummelt ist schier überwältigend, ebenso die Region um Kassiopeia mit den ungezählten Sternhaufen und klar, die Milchstraße im Schwan. Im Fernglas hatte man den Eindruck, dass es nur Sterne, Nebel, und Nebelfetzen gibt, der ganze Himmel über und über besät mit zig-tausenden Sternen und einem Meer von schwach glitzernden Hintergrungsternen, was für eine Overtüre!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/appl.gif" alt="" />
Natürlich macht das Genick sowas nur eine Weile mit, und auf der Heimfahrt mußte ich mich etwas nach vorn übers Lenkrad beugen, um wieder die Straße sehen zu können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Auf alle Fälle war klar: "Wenn morgen das Wetter mitspielt, hat das Teleskop First Light auf dem Lande .... Und der Himmel spielte mit.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
Nach monatelangen Entbehrungen und Entzugserscheinungen hab ich nun endlich meinen 5" Takahashi Fluorit Refraktor gängig auf einer Losmandy GM-8 mit Gemini GoTo. (siehe auch Board "Teleskop-Optik") Testlauf zu hause am Stadtrand bei rund 5 mag super bestanden, etwas Trockenübung gemacht, damit im Dunkeln dann alles klappt, na, und nun war es soweit.
Mit von der Partie waren noch mein 15- jähr. Sohn, dann ein Sternfreund, der mich schon öfter begleitet hat, und noch ein 23-jähr. "Greenhorn", der also das erste Mal dabei war.
Schon bei der Abfahrt aus der Stadt hüpfte mein Herz vor Vorfreude, als ich zum Himmel blickte. Heute, das wird ein Knaller, da war ich mir sicher!!! Sorgfältig vorbereitet, eine Abhakliste, um ja kein Teil zu vergessen, und so war es denn auch. Ab ging es mit den verlorenen Seelen in die "dunkelsten Ecken", die Deutschland zu bieten hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />, in die abgelegensten Ecken des dünn besiedelten Vorpommerns <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />
Schon im Auto spielte "der Neue" ständig an seinem Handy rum, man soll gar nict glauben, was die Displays dieser Biester für ein Licht machen!!! Kurz vorm Zielort mußte es dann sein: "Oberstes Gebot heute Abend: KEINERLEI WEISSLICHT! Erlaubt nur die betriebseigenen Rotlichtfunzeln! Bei Zuwiderhandlung wird der Betreffende bei Abfahrt in der verlassenen Gegend ausgesetzt, die Wölfe werden sich freuen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/shocked.gif" alt="" /> Tja, das wirkte, der Neue verstand und das Handy blieb begraben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />
Kaum waren die Lichter vom Auto aus, Türen auf - und "BOOOOOAAAAAAHHHH" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" /> Bereits ohne jegliche Dunkeladaption haute es uns förmlich aus den Schuhen!!!
Ein unglaubliches Milchstraßenband spannte sich über unseren Köpfen aus!!! Wo zwischen diesen ganzen Sternen ist der kleine Wagen?
Während meine drei Begleiter staunend nur so hochschauten, buckelte ich im Dunkeln Stativ und Monti raus. Irgendwann hatte dann jemand ein Einsehen, und hielt mir zumindest eine erlaubte rote Funzel. Schon bald war alles aufgebaut, das Teleskop "Aligned" und nun konnte es also richtig losgehen.
Wir waren erst spät losgekommen, nun ging die Uhr auf 23.00 Uhr zu und ich hoffte noch M8 und M20, den Lagunen-und den Trifidnebel zu erhaschen, doch zw. 53.und 54. Breitengrad hieß es nur noch "Object under Horizont". Na ja war zu erwarten. Auch der Mann mit der Keule neigte sich bereits im Westen, also erst mal hin zu M13, Sekunden später war der Kugelsterhaufen im Oku zentriert.
Es gibt ja Leute, die sagen, Deep Sky und Kugelsternhaufen machen erst ab 8 Zoll und mehr Sinn. Nun hatte ich, wie viele von euch wissen, graume Zeit einen hervorragenden 10" Dobson, mit dem DS in der Tat Spass machte. Doch was wäre jetzt mit nur 5" möglich???
M13 war ein PRACHTANBLICK <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> Ganz deutlich ein riesiger Kugelsternhaufen, aufgelöst mit unzähligen Einzelsternen bis weit in die Mitte hinein! Wieder einmal bestätigt sich, dass nicht nur die Größe der Optik eine Rolle spielt, son dern auch die Qualität und vor allem ein wirklich dunkler Himmel - und den hatten wir!!!
Der Neue starrte wie gebannt ins Okular, konnte gar nicht glauben, was er da sah!!!
Natürlich ging ich nun nicht nach meiner Planung, sondern konzentrierte mich auf Objekte, die das Interesse eines Neuen fördern könnten.
Na, da kam die Andromedagalaxie genau richtig. Erst mal Okularwechsel, das 24er Panoptic rein, M31 eingetippt - und dann war sie da; eine riesige Galaxie, die trotz der geringen Vergrößerung mit ihren Armem das Gesichtsfeld des Okulars sprengte. Ein unglaublich faszinierender Anblick. Auch der Neue war hin und weg, das war unglaublich!!!
Es stellte sich heraus, dass er jedoch die schwachen Spiralarme nicht bis zum Rand des Okus wahrnehmen konnte - ein Beweis dafür, dass doch etwas Übung nötig ist, um feine Details wahrzunehmen.
Als ich dann wieder an der Reihe war, schaute ich nicht nur in Nord-Süd-Richtung entsprechend der Lage von M31, sondern auch mal in die anderen "Ecken" des Okulars. Ganz hell, groß und deutlich zeichnete sich dort eine der beiden Begleitgalaxien ab - M110 - was für ein Anblick! Auf der anderen Seite sucht ich in der gleichen Entfernung M32, konnte sie jedoch nicht finden. Ich hatte vergessen, dass M32 viel dichter an M31 ist, als M110, so hab ich auch diese Galaxie sicher gesehen, sie jedoch für einen besonderen Bestandteil von M31 gehalten...
Als nächstes ein schwierigeres Objekt - M33, die Triangulum-Galaxie. Mir war klar, dass M33 für meine Begleiter nicht so attraktiv werden würde. Aber: ich hatte doch noch die beiden Ferngläser dabei! Also, fix ein paar Informationen und sie bekamen den Auftrag, den "Kleiderhaken" zu suchen. Von Albireo Richtung Adler ...
Die Jungs hatten also was zu tun und ich ran an M33.
Von Fotos kennt man die Struktur, eine unglaublich schöne Spiralgalaxie. Das GoTo-System zentrierte M33 auf Anhieb, die Galaxie war sofort zu sehen. Mit den Spiralarmen tat ich mich dann jedoch schwer, sie waren zwar ganz schwach auszumachen, doch so sehr ich mich auch mühte, konnte ich nicht feststellen, ob die Spiralarme nun links oder rechts rum angeordnet sind - dennoch, ein interessantes Bild!
Nun stand der nächste Kracher bevor, M57 - der Ringnebel. Ich erklärte den Mitspechtlern zunächst, was sie erwartete, ein explodierter Stern, der seine äußere Hülle abgestoßen hat, die nun wie ein Rauchkringel zu sehen sein müßte.
M57 eingetippt, und zeng, da war der Nebel auch schon im Okular!!! Was für ein Objekt!!! An dieser Stelle muss ich anmerken, dass alle Beobachtungen bis hierher ohne jegliche Filter gemacht wurden, ich hatte zwar UHC und OIII dabei, aber der Ringnebel war so groß, deutlich und kontrastreich, dass ich es nicht mal mit einem Filter versuchte - Was für ein herrliches "Kleinod".
Nun ja, wo wir schon mal in Zenitnähe waren, jetzt sillte es der nächste Nebel sein - der Sturmvogel - NGC6960. Also, eingetippt - und rumms - schon prallten die Photonen (oder wie heißen die Dinger) von 52 Cyg auf die Netzhaut. Und wo ist der Sturmvogel? Jetzt wurde es ernst. Was war mit 5" möglich? Tatsächlich war auch dieser Nebel deutlich auszumachen, wenn auch viel schwieriger, als M57. Jetzt musste es also sein. Griff in die Trickkiste - nein, UHC wird übersprungen; gleich der OIII! Nun wurde es noch dunkler. 52 Cyg erschien nun in einem funkelnd anderen Licht und unglaublich ästhetisch schwang der Sturmvogel seine Flügel. Wie ein kleines Kind hüpfte ich vor dem Teleskop, konnte gar nicht weg vom Okular, was für ein Anblick!!! Nach einer Weile durften auch die anderen ran. Selbst der Neue konnte nur bewundernd staunen. Er gab zu, wenn man ihn nicht auf die feinen Details aufmerksam gemacht hätte, hätte er so einiges übersehen - aber nun konnte man auch seine Begeisterung verspüren - klar, so macht Astronomie Spass <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
Wo der OIII schon mal drinne war, gings rüber zu M27, dem Hantelnebel. Wieder ein fantastischer Anblick, so kontrastreich; aber da geht doch noch mehr!!! Also Vergrößerung hochgeschraubt, wieder OIII rein und - was für ein Genuß!!! Welche "Hand" hat nur diesen Nebel in der Mitte so zusammengequetscht?
Nach dem Sattsehen dann Filter wieder raus, M29 rein und gaaaaanz laaaaangsam den Schwan abfahren - was für Bilder prasselten beim Abfahren der Milchstraße auf die Netzhaut!!!
Eine ganze Weile irrte ich ziellos im Zenit umher, überwältigt von der Pracht.
Langsam wurde es frisch und auch Junior meldete an, dass es langsam Zeit für ihn sei...
Also gut, aber ne Viertelstunde muss noch drin sein. Die Plejaden lachten seit geraumer Zeit zu uns rüber, welche Nr. hatten die doch gleich? Mit dem Dobson seinerzeit wurd einfach mit dem Telrad angepeilt, jetzt braucht man ein gutes Gedächtnis - oder halt auch Sternkarten oder Notizen. Aber klar Plejaden, M45, weiß doch jedes Kind!
Kleine Vergrößerung und schon war die Region im Bild. Doch was war das - beschlug die Optik? Um die Sterne herum waren unscharfe Höfe zu sehen! Konnte eigentlich nicht sein - die Luft war ungewöhnlich trocken, kein Dunst, wie sonst so häufig hier. Nein die Optik war putzblank. Was dort zu sehen war, waren feine Nebelchen, die praktisch die Sterne der Plejaden sanft einhüllten - man, das Beobachten machte richtig Spass!
Jetzt musste natürlich auch noch Ha-Tschi Perseii herhalten. (Ich nenne diesen Doppelsternhaufen immer Hatschi, weil ich mit dem griech. Alphabet noch nicht so vertraut bin)
Was für ein glitzendes Sternenmeer nun im Okular erschien, diesmal die Sterne ganz ohne Höfe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />, was für ein imposanter Anblick, wenn man beide Sterhaufen auf einen Blick hat!!!
Als letztes sollte auch noch der Wildentenhaufen ins Bild, also M11 und zeng, saßen die Wildenten im Geäst eines Baumes! Tja, so weit war M11 inzwischen zum Horizont runtermarschiert.
Nichtsdestotrotz wurde nun eingepackt, alle 4 waren wir überaus happy, der Neue hat in M57 sein (vorläufiges) Lieblingsobjekt ausgemacht und wir fuhren alle rundum zufrieden gen die Lichtglocke der Vorpommmern-Zentrale Greifswald.
André <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />
P.S. Noch kurze Anmerkungen: Natürlich hatte ich noch einige weitere Objekte im Visier, doch allein der o.g. Auszug macht sicher deutlich, wieviel Freude wir hatten. Den "Kleiderhaken" hat übrigens nur einer der 3 gefunden, immerhin..., und was auch nicht unwichtig ist - meine Frau hatte Verständnis für das lange Wegbleiben in der Nacht und auch für die Belagerung des Computers für diese Schilderung; nun darf sie aber bei ebay ran <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
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