First Light mit dem Vixen R114M auf GP-E

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SchwarzerPrinz

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Jetzt endlich war es soweit:
Nach fast vier Wochen ständig bedeckten Himmels und einem Nachmittag mit starken Schneefällen (daß es sowas im Emsland wirklich mal gibt!) riß der Himmel gegen 19:30 Uhr auf.
Die Gelegenheit wurde sofort genutzt und um 20:00 Uhr ging es mit Sack & Pack auf die Wiese hinaus. Die Wetterbedingungen waren zwar nicht ideal, es nebelte leicht, immer wieder zogen Wolkenbänder durch, aber man nimmt was man kriegen kann. Schließlich lag das Teleskop über 2 Wochen unbenutzbar im Zimmer herum und nachdem ich auch über die Okulare verfügte, war ich natürlich scharf auf erste Erfahrungswerte. (Details zum verwendeten Teleskop)
Das wichtigste in Kürze, verwendetes Gerät:
114mm/900mm Newton auf GP-E;
Plössl-Okulare 32mm, 12mm, 9mm;
2x Barlow aus japanischer Produktion;
Gelber & hellgelber Filter.

Das Objekt des Abends war der Mond, einfach weil man da am leichtesten experimentieren kann.
Der erste Eindruck mit 32mm-Okular (= ca.28x) war: AUTSCH! Zu hell... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Mit einem Gelbfilter vorm Okular war es dann wesentlich besser. Und auch wenn die Luft nicht völlig ruhig war, die erkennbaren Details waren wirklich beachtlich. Krater und Schattierungen waren bis zur Auflösungsgrenze des Auges messerscharf.
Aber damit gibt man sich ja nicht zufrieden. Die Vergrößerung wurde mittels 2x Barlow und zwei weiteren Okularen (12 & 9mm) gepusht: 56x, 75x, 100x, 150x, 200x... Das einzige, was den Spaß trüben konnte, waren die verflixten Wolken!!
Bei 200x, also kurz vorm technischen Maximum des Newtons und bei der höchsten mir möglichen Vergrößerung blieben die Details absolut knackig. Mit einem leichten Gelbfilter war selbst im voll ausgeleuchteten Zentralbereich der Kopernikus-Krater einwandfrei zu sehen, sowohl Speichen als auch Sekundärkrater waren mühelos auszumachen.
Das Meer der Krisen am Rand zeichnete sich ohne jegliche Unschärfen ab, alle Krater am Rand waren sauber ausmachbar.
(U.a. Endymion, Fabricius, Picard)

Am Mars wurde dann schließlich die Stabilität der Montierung getestet.
Mit 200x war das Planetenscheibchen schon sehr schön zu sehen, leider konnte ich (geblendet durch das grelle Mondlicht) keine Details ausmachen, aber das war auch nicht Sinn der Sache. Bei Vergrößerung = 200x mußte man schon permanent nachführen (per Hand, Motoren werde ich mir erstmal nicht zulegen). Bei ruhigen Bewegungen war beim Nachführen kein Zittern wahrzunehmen. Anders sah es beim Fokussieren aus, was aber bei dem Hebelweg völlig klar ist. Dafür überzeugte mich die Beruhigungszeit des Teleskops: Nach zwei Sekunden war auch das letzte Vibrieren wieder weg.
Die schlimmsten Erschütterungen kamen von meinem Vater, der neben mir auf der Stelle trat, um seine Zehen zu wärmen und dadurch auf dem halbgefrorenen Boden Stativ und Montierung zum Vibrieren brachte. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Im Fazit möchte ich nach knapp 2 Stunden Beobachtung sagen, daß das Teleskop bis hierhin alle meine Erwartungen voll erfüllt und die Montierung sie sogar noch übertrifft.
Falls das Wetter es zuläßt, werde ich in den nächsten Nächten nochmals auf den Mond losgehen und gegen Ende des Monats, wenn das Mondlicht etwas abgenommen hat, den Mars noch einmal konsequent aufs Korn nehmen, um dort die Grenzen des Teleskops bei der Planetenbeobachtung auszuloten. Ein testweises Anfahren von M42 hat Appetit auf mehr im Deepsky-Sektor gemacht, allerdings war auch hier, bedingt durch mondgeblendete Augen, nicht allzuviel zu sehen.

Edit:
War ja klar.... gleich schon ein paar wichtige Anmerkungen vergessen:
- Okulare. Die TS Super Plössl machen auf mich soweit einen guten Eindruck. Das 32mm ist mit Brille sehr angenehm einsetzbar. Mit 2x-Barlow ändert sich allerdings der optimale Augenabstand, was gewöhnungsbedürftig ist. Die Okulare aus der gleichen Reihe mit Brennweiten von 12mm und 9mm sind mit Brille nicht wirklich verwendbar. Man verliert mehr als drei Viertel des Sichtfelds. Die Beobachtung ohne Brille ist mir aber zum Glück möglich, deshalb ist diese Erfahrung eher lehrreich als störend oder gar ärgerlich.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
"Second Light" - zweite Beobachtungsnacht

Es ist mittlerweile schon spät, daher nur in Kürze. Morgen folgt ein ausführlicher Bericht.

Heute abend war bei uns eine Phase geringerer Bewölkung. Von 22:00 Uhr bis ca. 0:30 Uhr waren Beobachtungen fast ungestört möglich. Trotz Taubildung und Vereisung bei -2°C habe ich von 21:15 Uhr bis 0:55 Uhr einiges mit dem Newton angestellt.
Das Wetter war recht bescheiden: leicht dunstig, Wolken 3/8, dann runter auf 1/8, bis um 0:30 Uhr alles zuzog bis auf 7/8. Die ganze Zeit über starke Taubildung & Vereisung.

Zunächst ein Blick auf M42. Hier konnte ich die fünf "großen" Sterne problemlos auflösen, vom Nebel selbst habe ich aber nichts gesehen. Zu dem Zeitpunkt fehlte aber auch die Dunkeladaption. Ich sollte in Zukunft Nebel u.ä. erst nach der Adaption aufs Korn nehmen. Nunja.

Danach Schwenk auf den Mars. Hier war das Ergebnis ernüchternd: Keine Details, nur eine leichte Verdunklung in der Mitte der Planetenscheibe. Filtereinsätze halfen kein Stück weiter. Gibts derzeit auf dem Mars stärkere Staubstürme, oder hab ich da einfach Pech mit Dunstbildung gehabt?

Objekt des Abends war aber Saturn: Zum ersten Mal hab ich ihn mir durch ein Fernrohr angeguckt und die Ringe haben mich erstmal umgehauen. Vergrößerung wurde sukzessive auf meine maximale 200x gesteigert, mit einem leichten Gelbfilter waren zwei Wolkenbänder oberhalb des Rings ausmachbar. Cassini-Teilung war bis zur Planetenscheibe nachvollziehbar. Einfach nur whow!! Hier gingen dann auch locker 1,5 Stunden ins Land.

Danach ein weiterer Blick auf Mars, hier mußte erstmal ein zugetautes Okular aufgewärmt werden. Weiterhin waren kaum Details ausmachbar.

Den Abschluß wollte ich mit M33 bilden. Hier war aber erstmal ein Versteckspiel angesagt, bis ich realisierte, daß der Sucher komplett zugetaut war... Nach unerfreulichen 10 Minuten, in denen ich durch Handwärme die Vereisung bekämpfte und den gröbsten Tau wegbekam, konnte ich dann nur ein schwaches Schimmern von M33 ergattern und bekam es einfach nicht in den Fokus. Als Alternative wurde dann M31 angesteuert. Hier war ein deutlicher Nebel bei 28x Vergrößerung zu sehen. Mit einem Wechsel auf 100x wollte ich dann versuchen, ein besseres Bild zu bekommen, aber just in dem Moment zog es zu. Da nur noch kleine Lücken in den Wolken zu erspähen waren, habe ich an der Stelle dann abgebrochen.

Mal eine Frage an die erfahrenen Betrachter: Mit einem 114/900 Newton sollte man M31 doch wohl so weit auflösen können, daß man die Galaxie als solche auch erkennt, oder?

Und noch etwas: Mein 9mm Plössl zeigt sechs Spikes, von denen ich nicht weiß, ob sie beim letzten Mal auch schon da waren... ich merke mir das einfach fürs nächste Mal, aber es macht mich schon stutzig.
 
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